Frage zur psychol. Betreuung nach Frühgeburt mit Todesfolge

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von finja2 22.01.11 - 21:04 Uhr

Hallo Zusammen,

im September habe ich meinen 2ten Sohn Ende der 24 SSW geboren und verloren #heul
Trotz dieses Albtraums kehrte ziemlich schnell wieder unser "Alltag" ein. Da ich vorher schon einige Zeit im Krankenhaus verbracht hatte und mich nicht um meinen 1. Sohn kümmern konnte, hatte ich den "Anspruch" ihm gegenüber möglichst perfekt zu funktionieren, gerade auch weil er so sehr klammerte und unglaublich froh war, als ich endlich wieder zuhause war.
Inzw. geht er in die Kita & ich wieder stundenweise arbeiten,
aber mir geht es seit Beginn des neuen Jahres zunehmend schlechter.
Ich könnte ständig heulen und bin nervl. total am Limit.

Daher denke ich aktuell darüber nach prof. Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wer von Euch hat Erfahrung mit einer Therapie gemacht und war sie für Euch hilfreich ?
Wurde Euch die Therapie "verordnet" oder zahlt ihr sie selbst?
Muß ich mir reine Gesprächstherapie darunter vorstellen oder, oder, oder?

Ich freue mich sehr über Antworten #danke
liebe Grüße
finja

Beitrag von 78laura90 22.01.11 - 21:14 Uhr

Hallo,
ich kann mir nur ansatzweise vorstellen wie du dich fühlst. Mein Sternchen ist am 05.01.2011 von uns gegangen in der 13. SSW. ICh habe seid dem Psychotherapeutische Hilfe um damit besser klar zukommen. Du kannst zu deinem Hausarzt gehen und er wird dir eine Überweisung an einen Psychotherapeut geben. Dann kannst du dich dort nach einem Termin erkundigen bei verschiedenen Therapeuten. Das wird dann eine Gesprächstherapie sein in dem du über erlebtes sprichtst und lernst wie du damit umgehen kannst.
Bei weiteren Fragen kannst du mich gerne persönlich anschreiben.
Ganz liebe Grüße laura

*Bechtl*05.01.2011#kerze

Beitrag von belala 22.01.11 - 21:55 Uhr

Hallo finja,

mein 2.Kind wurde 24+3 Ssw geboren, verstarb aber nicht.

Dennoch empfahl mir damals, etwa 8 Monate nach der Geburt, ein Kinderarzt eine Therapie. Sehr bequem war für mich, dass er auch den Kontakt herstellte.
Seitdem bin ich ,inzwischen unregelmäßig, bei einer Kinderpsychologin die traumatisierte Eltern betreut.
Dies ist eine Gesprächstherapie.
Eine Überweisung vom HA reicht aus.

Ich wünsche dir alles Gute,
belala

Beitrag von souad86 22.01.11 - 22:35 Uhr

Hallo!

Mein Sohn ist in der 39.SSW tot zu Welt gekommen :(

Ich habe über das KH eine Psychologin (spezialisiert auf Trauerbegleitung) kontaktiert, die mich am Anfang auch betreut hat. Das hat mir sehr geholfen!
Zusätzlich gibt es vllt noch Trauergruppen, die dir weiterhelfen könnten!

LG
Souad

Beitrag von dia111 23.01.11 - 09:01 Uhr

Ich weiß wie du dich fühlst.

Wir haben unsere Tochter in der 22SSW still geboren.

Ich habe auch psy. Betreuung.

Mir wurde Pro Familia empfohlen,ist auch bei uns in der Nähe.
Sollte da mal reinschnuppern, wenn es mir nicht zusagt, hätte mir meine FÄ ne andere Therapie aufgeschrieben.

Es tut richtig gut und die Frau ist sehr sehr nett, es tut gut alles rauszulassen und über meine kleine Maus Mia Isabella zu erzählen.

Wir zahlen nichts, die Therapie ist eine einzeltherapie und sie ist aller 14Tage.

Bei mir ist es eine reine Gesprächtherapie,ja

Bei meinem Mann ist schon lange der Alltag eingekehrt, meine zwei Kids gehen in den KiGa und ich habe viel viel Zeit darüber nachzudenken, grausam.

LG
Diana

Beitrag von maxi03 23.01.11 - 13:24 Uhr

Meine Zwillinge wurden 25+3 per Notsectio geboren und haben nach Tagen den Überlebenskampf (beide) auf der Intensivststion verloren.

Über das KH wurde uns eine Psychologin vermittelt, zu der ich dann über Monate in Gespärchstherapie war. Die Therapie hat die KK übernommen. Beantragt wurde die Kostenübernahme von der Psychologin.

Mir hat es geholfen den aktuellen Alltag zu bewältigen und den Einstieg ins Berufsleben zu überstehen. Mir hat die Therapei über große Strecken geholfen, wobei es auch immer Sitzungen gab, die nicht so fruchtbar waren.

Den größten Teil der Trauerarbeit habe ich allerdings selbst vollbracht bzw. verbringe ich selbst, aber damals immer mit der psychologischen Unterstützung.

LG

Beitrag von hannah.25 23.01.11 - 16:31 Uhr

Liebe Finja,

als Erstes möchte ich dich fest drücken. Es tut mir sehr leid, dass dein zweiter Sohn nicht mehr bei euch sein darf #liebdrueck

Wenn ich deinen Text lese, fühle ich mich sehr an mich selbst erinnert.
Wir haben unsere Tochter Sarah nach einer Frühgeburt nach 4 Wochen auf der Intensiv verloren. Ich hab mich sofort wieder in die Arbeit gestürzt, hab mich regelrecht gezwungen, in den Alltag zu finden, ohne dabei annähernd auf mich zu achten.
Irgendwann ist aber genau diese scheinbar "heile" Welt zusammen gebrochen und ich bin zusammen gebrochen und bin genau wie du nur am Rande des Wahnsinns gewesen und in schwere Depressionen verfallen.

Mir wurde vom Arzt (ich bin bei meinem Frauenarzt gewesen) ein Kontakt zu meiner jetzigen Psychologin vermittelt und diese hat dann die Kostenübernahme bei der KK gestellt. Ich muss die Therapie nicht selbst zahlen, da sie nach wie vor für nötig gehalten wird.
Und ich gehe auch nach knappen 4 Jahren noch immer regelmäßig zur Therapie und hatte sie vor allem auch bei meiner letzten Schwangerschaft.
Bei mir ist es eine reine Gesprächstherapie. Mir tut es sehr gut, wenn ich mit der Therapeutin über all meine Gefühle reden kann, alle Gedanken rauslassen kann und sie mir einfach zuhört.
Sie hat mir Wege aus der Depression und in der Trauerarbeit gezeigt. Gehen musste ich diese Wege natürlich allein.

Aber ich denke, dass es ein erster Schritt ist, wenn du diesen Weg gehst und dir Hilfe holen möchtest.
Ich wünsch dir alle Kraft der Welt und in deiner Familie weiterhin viel Halt!

Liebe Grüße
Hannah mit Niklas und Sarah fest im Herzen und Per ganz fest im Arm

Beitrag von finja2 23.01.11 - 20:37 Uhr

für Eure ehrlichen Antworten!
Wie traurig, das so viele ein ähnliches Schicksal teilen :-(
Ich denke ich werde mich jetzt mal aufraffen meinen HA aufzusuchen.
Wünsche Euch allen viel Kraft und alles Gute
finja

Beitrag von morla29 23.01.11 - 22:37 Uhr

Hallo Finja,

tut mir leid, was euch passiert ist.

Ich gehe seit April 2010 zur Therapie, meine Tochter Verena kam am 29.1.10 in der 31. ssw still zur Welt.

Mir tut das sehr gut und ich bin froh dass ich hingehe.

Ich hab ja eigentlich meine sehr liebe Familie und zwei sehr gute Freundinnen, mit denen ich eigentlich über alles sprechen kann. Aber weißt du, bei meinem Psychologen denk ich immer: Der hört sich alles an, egal wie oft und ist persönlich nicht so involviert, wie z. B. meine Mama.

Meiner macht viel über den Glauben, weil ich auch gläubig bin.

Eine Trauergruppe kam bisher bei uns noch nicht zustande. Deshalb bin ich total froh, dass ich zur Therapy gehen kann.

Hab ne ÜW von meinem Hausarzt bekommen.

Gruß
morla
mit zwei Mädels an der Hand 3 und 5
und einem Mädel tief im Herzen - still geb. 29.1.10 - 31. ssw