leider ks

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von steffivr 23.01.11 - 08:26 Uhr

Hallo
habe gestern erfahren das ich einen KS bekomme-Kind ist zu schwer udn KU ist auch grenzwertig-die Gefahr das die kleine sich verletzt oder Stirbt und bei mir vieles kaputt geht ist zu groß;(war für mich ein schock hatte mich ja auf spontan eingestellt-naja hauptsache sie kommt gesund zur welt.
meine FRage: ich hab morgen nochmal Gespräch und kontrolle-op wird dienstag oder mittwoch gemacht.
Also mit PDA wie sie gelegt wird kene ich mich aus-aber wie is es den heutzutage-wie lange kann ich mich danach nicht bewegen??wie ist es mit der Wundheilung-müßen die fäden gezogen werden??können sie meine Tochter verletzten?ßFrage weil se is so agil;)
Hab für meine kleine schon globulis hier die helfen bei traumas vom KS und ich nehme seit gestern arnika-möchte halt nur nicht solange im bett liegen sondern mich selber um mene kurze kümmern;)deswegen vielleicht ha wer noch tipps für mich??
Mein Mann nehme ich natürlich mt in den OP der muß ja die hebame bewachen wenn sie unsere tochter entführt;)
lg seffi+ tabea inside et+1

Beitrag von uvd 23.01.11 - 09:50 Uhr

du bekommst einen KS wegen gewichtsschätzungen?
das ist ja total bescheuert. die sind so oft falsch!!!

wenn man unter der geburt merkt, daß es nicht geht, kann man immer noch einen KS machen.

herausfinden kann man das problemlos mit dem sog. geburtspool-test nach odent:

http://www.dieontogenetischeseite.de/odentsrevolutionundreform.htm

ich würd mich wegen so einer (fehl)schätzung mit sicherheit nicht aufschneiden lassen.

mein 4. kind war auch recht groß, über 4 kg. ich hab sie zuhause geboren, im wasser. nicht mal nen kratzer hab ich abbekommen, es war einfach traumhaft. lass dich nicht zu einer schweren OP überreden, die völlig überflüssig und unnötig ist!

beim KS werden oft kinder verletzt, viele werden angeschnitten. genaue zahlen über die häufigkeit findest du im buch "Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht".

Beitrag von yale 23.01.11 - 10:47 Uhr

Du hast ein klasse talent jemanden in angst und schrecken zu versetzten und zu verunsichern.

Klar können gewichtsschätzungen fehlerhaft sein,doch wenn selbst der KU der mit sicherheit nicht so viel größer geschätzt werden kann,grenzwertig ist,sollte man den Ärzten vertrauen,die TE macht sich eben über den vorgang selber gedanken.

Feingefühl bei dir = Fehlanzeige

Beitrag von rmwib 23.01.11 - 11:20 Uhr

Ich wäre an Stelle der TE ehrlich gesagt froh, wenn mir jemand den Link gegeben hätte- ich würd mich nämlich auch höchst ungern umsonst aufschlitzen lassen #aha

Beitrag von sandra103 23.01.11 - 19:45 Uhr

Wo ist das denn bitte Angstmacherei? Das ist eher eine Bestärkung dahin gehend, dass man sich wegen solch bekloppter Gründe einen KS aufschwätzen zu lassen... Die Ärzte haben null Feingefühl, dass die eine Frau wegen Ultraschallergebnissen solche Sachen einreden a lá Kind könnte sterben und so ein Kappes#klatsch

Beitrag von estherb 23.01.11 - 21:00 Uhr

Sie hat doch komplett recht. Der KS-Hype unter den Ärzten wegen angeblicher Gewichtsschätzungen (sind ständig verkehrt, in alle Richtungen; sußerdem ist das Gewicht wurscht, die schweren Kinder helfen mehr mit bei der Geburt) oder so einem Scheiß wie dem KU (die Natur verfrachtet kein Kind in den Bauch einer Frau, dass da nicht rauskommen kann) ist unerträglich. Die WHO empfiehlt eine KS-Rate von höchstens 10 %, sie liegt in Deutschland zwischen 30 udn 40 %. Wie viele unnötige KS wegen so bescheuerter Vorabaussagen sind da wohl dabei? Ich kenne genug Frauen, die schwere Kinder mit großen Köpfen geboren haben, teilweise winzige Frauen; die Kinder kamen im Geburtshaus ohne große Dammverletzungen, nix Geburtsstillstand... Angst machen doch die Ärzte!

Ich würde mir ein anderes KH suchen, statt mich für die Katz aufschlitzen zu lassen.

Beitrag von zwei-erdmaennchen 23.01.11 - 22:21 Uhr

Hallo,

"die Natur verfrachtet kein Kind in den Bauch einer Frau, dass da nicht rauskommen kann"

Sorry - aber das ist echter Blödsinn. Nicht von ungefähr sind früher reihenweise Mütter und Kinder bei der Geburt ums Leben gekommen.

Liebe Grüße
Ina #winke

Beitrag von uvd 24.01.11 - 09:09 Uhr

was und wann ist "früher"?
meinst du die zeit, als die frauen dank hygienischer mißstände in ärztehand gestorben sind, weil diese sich ihre hände nicht wuschen?
(die zeitgleich ausschließlich von hebammen behandelten frauen starben weitaus seltener).
oder meinst du die zeit, als die frauen 10 und mehr kinder in wenigen jahren bekommen mussten und dank unterernährung und überarbeitung krepieren mussten?

an angeblich "zu großen" kindern starben sie jedenfalls nicht.

Beitrag von estherb 24.01.11 - 11:17 Uhr

#pro

Musste mich weiter unten auch nochmal genau dazu auslassen, danke für die Schützenhilfe #danke

Beitrag von zwei-erdmaennchen 24.01.11 - 15:18 Uhr

Hi,

wie schnell denkst du denn, dass die Keime der ungewaschenen Hände zum Tode geführt haben??? Ich spreche von Frauen die unter der Geburt gestorben sind und nicht von denen, die im Wochenbett starben.

Hebammen sind seit jeher auf Geburtshilfe spezialisiert. Ärzte waren früher für alles zuständig. Da glaube ich gerne, dass die unerfahrener in Sachen Geburt waren als Hebammen und somit öfter eine falsche Entscheidung getroffen haben. Außerdem kamen Ärzte früher - wenn überhaupt - nur zur Geburt. Doch Hebammen schauten auch schon vor Ewigkeiten nochmals nach dem Rechten. Auch kein Wunder, dass dann Probleme frühzeitig erkannt wurden und somit vielleicht noch gehandelt werden konnte.

Abgesehen davon - wenn die Frauen nur wegen der ungewaschenen Hände gestorben sind - haben sich die Hebammen die denn gewaschen #kratz.

Liebe Grüße
Ina #winke

Beitrag von uvd 24.01.11 - 15:59 Uhr

du kannst sicher mit zahlen "früherer" zeiten dienen von frauen, die unter der geburt gestorben sind mit genau aufgeschlüsselter ursache.

ja, hebammen haben hygiene schon immer groß geschrieben.
aber auch mit ungewaschenen hebammenhänden haben sich niemals so viele frauen infiziert wie mit ungewaschenen arzthänden - denn hebammen haben keine leichen sektioniert, um anschließend mit leichengift verpesteten händen in den scheiden frisch entbundener herumzuwühlen.
die kindbettfieberinfektionen entstammten hauptsächlich dieser praxis, was ignaz semmelweis aufdeckte. google mal danach, das hilft!

aber dein posting gefällt mir dennoch recht gut. ein wahrer lanzenbrecher für die 1:1-hebammenbetreuung!!! danke dafür!

Beitrag von icknick 24.01.11 - 19:11 Uhr

Du kannst dann wohl sicherlich mit Zahlen und Quellen für Deine Behauptungen bezüglich der von Natur aus reinen Hebammen-Hände dienen? #gaehn
Daß die Händedesinfektion hauptsächlich der Beseitigung von Alltagskeimen (die JEDER an seinen Händen trägt) dient und eben diese Alltagskeime für die allermeisten Infektionen verantwortlich sind und waren weißt Du aber schon, oder? Und daß Frauen durchaus an zu großen Kindern gestorben sind und es deshalb Methoden gab, diese Kinder aus der Frau zu "entfernen", um wenigstens deren Leben zu retten? Schau Dir doch mal die Medizingeschichte diesbezüglich genauer an. Es hat einen Sinn, warum man beim Verdacht auf ein zu großes Kind einen KS empfiehlt, ob Dir das gefällt oder nicht. Man hat in der Medizin seine Lektion gelernt und nimmt zu Gunsten gesunder Kinder den ein oder anderen unnützen KS (den es mit großer SICHERHEIT gibt, auch sicherlich nicht ganz selten) gerne in Kauf. Denn einigen Frauen erspart man damit Leid und Tod.

Beitrag von estherb 24.01.11 - 21:36 Uhr

Ich muss mich doch noch mal einklinken.

Du weißt aber schon, dass man bis ins späte 19. Jahrhundert im Fall einer schiefgelaufenen Geburt meist höchstens versucht hat, das Kind zu retten und die Frau sterben ließ? Aus religiösen Gründen - die Mutter war bereits getauft, das Kind noch nicht. Um es vor dem ewigen Fegefeuer zu bewahren, musste man versuchen, es lebendig auf die Welt zu bringen; die Mutter durfte sterben, denn es ging um die Rettung der unsterblichen Seele. Das hat sich erst in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts geändert. Für die Fälle, in denen es nicht gelang, das Kind lebendig zur Welt zu bringen (ungeachtet der Tatsache, ob es weiter lebte; es ging nur um die Möglichkeit, noch eine Nottaufe durchführen zu können), gab es Instrumente, mit denen man das Kind quasi per Weihwasserspritze in utero taufen konnte. Soviel zu diesem Punkt.

Und zum Punkt Keime: In Kliniken kommt es zu einem deutlich höheren Anteil von Infektionen bei Müttern und Neugeborenen, da sich der Körper hier mit fremden Keimen (und natürlich gefahrlichen KH-Keimen) auseinandersetzen muss, als es bei heutigen außerklinischen Geburten (unter heutigen hygenischen Bedingungen) der Fall ist. Die Keime sind dem Körper nämlich bekannt.

Beitrag von icknick 24.01.11 - 22:49 Uhr

Zum ersten Abschnitt: Ja, das ist sicherlich ein Aspekt der Geschichte. Es gibt mit großer Sicherheit regionale Unterschiede und immer handelt es sich nur um "Berichte", die mit den echten Gegebenheiten nicht zu 100 % überein stimmen mögen. Wir alle waren nicht dabei.
Ich kenne eher die Berichte der Medizingeschichte, die detailliert über Methoden zur Erhaltung des Lebens der Frau berichten, inclusive gruseliger Zeichnungen der dazu verwendeten Instrumente. Daß es auch andere Versuche gegeben hat, insbesondere aus religiösen Gründen, darüber weiß ich wenig. In dem Punkt haben wir also sicher beide nicht unrecht.

Zum zweiten Abschnitt ein großes Aber. Ja, es gibt in Kliniken Problemkeime. Aber nicht weil sie so besonders außergewöhnlich sind, sondern weil sie eine sehr ungünstige Resistenzlage haben und auf viele Antibiotika und Desinfektionsmittel nicht mehr ansprechen. Es bleibt dabei, es handelt sich in den meisten Fällen von Infektionen um Alltagskeime, die wir alle am Körper tragen. Das hat nichts mit Gewöhnung zu tun. Recht gebe ich Dir aber, die Rate an Infektionen ist in der Klinik höher. Das alles hat aber ja nichts mit der Behauptung zu tun, daß Hebammen reinere Hände hatten als die Ärzte und "Leichengift" für das Sterben der Frauen verantwortlich war, richtig?

Beitrag von estherb 24.01.11 - 23:24 Uhr

Mit dem Leichengift nicht, nein. Aber dass Ärzte durch ungenügende hygienische Maßnahmen häufig den Tod der Frauen verursacht haben sowie ihnen durch den Einsatz neuerfundener medizinischer Instrumente (z.B, Zange) massive körperliche Schäden zugefügt haben, ist eine Tatsache. Die Entdeckung der Mikrobentheorie (Louis Pasteur) fällt erst in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hebammen waren damit natürlich auch nicht früher vertraut. Sie setzten aber auf jahrhundertelange Erfahrung. Und sie kamen natürlich nicht von anderen Kranken zu einer Gebärenden oder gar aus einem Krankenhaus mit den hygienischen Zuständen vor den Entdeckungen Pasteurs. Das meinte ich mit der erhöhten Infektionsrate außerhalb des eigenen Hauses: Je mehr von außen eingeschleppt wird, desto höher ist das Infektionsrisiko.

Und was den Umgang mit dem zu erhaltenden Leben anging, gab es tatsächlich Unterschiede, die aber weniger regional als vielmehr religiös bedingt waren (strenggläubige Umgebung war sozusagen ein Gefahrenfaktor für die Mutter im Fall einer schweren Entbindung). Historische Berichte stimmen niemals 100% mit historischen Gegebenheiten überein, es gibt keine Objektivität, was historische Quellen anbelangt. Historiker können sie nur interpretieren.

LG Esther

Beitrag von icknick 25.01.11 - 08:03 Uhr

Abschnitt 1: Das ist Deine Interpretation der Geschichte. Daß Ärzte aus Unwissenheit für die Infektionen der Frauen verantwortlich waren, ist mir bewußt. Und daß in Kliniken die Infektionsgefahr höher ist, als zu Hause. Das habe ich nicht abgestritten. Woher aber nimmst Du die Gewissheit, daß Hebammen (aufgrund ihrer jahrhundertelangen Erfahrung #kratz) nicht für Infektionen verantwortlich gewesen wären? Das ist schlichtweg eine Behauptung, für die wahrscheinlich nicht mal irgendeine minderwertige Quelle existiert und mit etwas medizinischem Grundverständnis jeder Logik widerspricht. Denn auch Hebammen tragen Keime an ihren Händen, von denen wir wissen, daß sie Infektionen auslösen können. Und auch Hebammen wußten vor der allgemeinen Einführung der Händedesinfektion nichts über die Ursache von Infektionen.

Abschnitt 2: Woher weißt Du, daß es keine regionalen Unterschiede gab? Auch das in meinen Augen eine Behauptung.
Was den Rest betrifft, so habe ich nichts anderes gesagt, als Du.

Ich glaube wir werden in dieser Diskussion nicht auf einen Nenner kommen.

Beitrag von uvd 25.01.11 - 09:29 Uhr

"Die Medizinstudenten führten täglich klinische Sektionen an den Leichen der Patientinnen durch, die zuvor am Kindbettfieber verstorben waren. Mit ungenügend (oder manchmal gar überhaupt nicht) gewaschenen und nicht desinfizierten Händen untersuchten sie zwischendurch Frauen während der Entbindung und übertrugen dabei infektiöses Material. Die eigentliche Ursache der Infektion – die Übertragung von Bakterien, die normalerweise massenhaft auf den Händen vorhanden sind – war damals noch nicht bekannt (vgl. Leichengift). Die Hebammenschülerinnen an der zweiten Abteilung hingegen kamen nicht mit Leichen in Berührung und führten auch keine vaginalen Untersuchungen durch.

Semmelweis wies seine Studenten daher an, nach Leichensektionen die Hände und Instrumente mit Chlorkalk zu desinfizieren – wie sich herausstellte, eine wirkungsvolle Maßnahme, da die Sterblichkeitsrate von 12,3 auf zwei bis drei Prozent sank. Als trotzdem noch einmal zwölf Wöchnerinnen auf einen Schlag am Kindbettfieber erkrankten, als dessen Ursache zunächst das infizierte, jauchige Uteruskarzinom einer Mitpatientin vermutet worden war, erkannte er, dass die Ansteckung nicht nur von Leichen, sondern auch von lebenden Personen ausgehen konnte. So verschärfte er die Vorschriften dahingehend, dass die Hände vor jeder Untersuchung zu desinfizieren seien. Dadurch gelang es ihm, 1848 die Sterblichkeitsrate auf 1,3 Prozent zu senken, ein Wert, der sogar geringfügig unter dem der zweiten Krankenhausabteilung mit Hebammen lag."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_Semmelweis

weiter emfpehle ich diese lektüre:

"Zwischen Hausgeburt und Hospital. Zur Geschichte der Geburtshilfe und Frauenheilkunde"
hrsg. v. d. Schmitz u. Söhne GmbH & Co. KG, Wickede 2005

Beitrag von estherb 25.01.11 - 10:07 Uhr

#danke

Ansonsten glaub ich, ich gebe auf... wer nicht hören und lesen will, muss fühlen und sich umsonst aufschlitzen lassen wegen normalgewichtiger Kinder, sei es am Damm oder am Bauch... bitte schön... ich verstehe einfach nicht, warum sich so viele um ein schönes Geburtserlebnis bringen und sich so etwas Tolles wie eine Geburt vermiesen lassen. Meine erste Geburt war einfach nur schön. Drück mir die Daumen, dass dieses Baby jetzt bitte bitte noch 4 Wochen in meinem Bauch bleibt, damit ich nicht in eine Klinik muss und wieder außerklinisch gebären kann! Ich liege nämlich seit 9 Wochen wegen vorzeitiger Wehen und fast geburtsreifen Muttermund auf dem Sofa...

Beitrag von estherb 25.01.11 - 10:43 Uhr

Hallo,

existiert zu deinem Literaturtipp, der mich sehr interessiert hätte, eine ISBN? Weder Buchhandel online noch der Karlsruher Virtuelle Katalog finden den Titel, ich habe nur gesehen, dass es offensichtlich eine Broschüre der Uni Paderborn ist. Mit ISBN könnte ich es vermutlich recherchieren.

LG Esther

Beitrag von uvd 25.01.11 - 11:13 Uhr

hab die broschüre hier vorliegen, ist leider keine ISBN-nr. drauf.

wenn es noch welche gibt, dann kann man sie bestimmt hier bestellen:
zentrale@schmitz-soehne.de

Beitrag von estherb 25.01.11 - 11:53 Uhr

Dankeschön!

Beitrag von greeneyes 07.02.11 - 20:35 Uhr

Dem stimme ich zu! Meine Bekannte sollte, dank der Hebamme, ihr Kind auf normalem Wege gebären, obwohl es auch relativ groß war für ihr Becken und das ende vom Lied war, das der Bub stecken blieb und kolabierte und somit sie ein Not Sectio bekam. Der Bub war da bereits schon einige Minuten klinisch tot und wurde wieder belebt!! Also ich gebe nix mehr auf das bla bla einer Hebamme sondern höre auf die Ärzte!!

Lg

Beitrag von estherb 24.01.11 - 11:14 Uhr

Liebe Ina,


fragt sich nur, warum - äußerst selten war der Grund hierfür nämlich die Größe des Kindes. Der Hauptgrund für die hohe Mütter- (und natürlich auch Säuglings-)sterblichkeit bei der Geburt war nämlich viel einfacher:

Frauen wurden früher verheiratet, teilweise mit 12 oder 14, und selbst in der Neuzeit oft noch mit 15, 16. Junge Mütter gelten bis heute als Risikoschwangerschaften. Dazu kommt, dass eine Frau früher nicht ein, zwei, drei oder höchstens mal vier Kinder (Ausnahmen bestätigen die Regel) bekamen, wie es heute der Fall ist. Eine Frau bekam 10 oder 12 Kinder und starb dann in irgendeiner dieser Geburten (kurze Abstände von häufig nur einem Jahr) an Erschöpfung, meist noch nicht einmal 30 Jahre alt.

Weitere Gründe für die hohe Sterblichkeit bei Geburten in früheren Zeiten:

1. Hygiene; das Ergebnis waren Infektionen ("Kindbettfieber")

2. insgesamt schlechtere körperliche Voraussetzungen, mangelhafte Ernährung / Unterernährung, schlechterer Gesundheitszustand bereits vor der Geburt

3. eine freilich weniger gute Vorsorge, als es heute der Fall ist. Noch zu Zeiten unserer Großmütter, also in der Nachkriegszeit, ging eine Frau in der SS höchstens 2 x zum Arzt oder zur Hebamme. Durch die verbesserte Vorsorge heute werden Komplikationen, die ansonsten zu hohen Geburtsrisiken führen würden, bereits früh erkannt und ausgeschlossen. Dazu gehören Gestose, Präklampsie, SS-Diabetes, Frühgeburtsbestrebungen u.v.m.

4. Rachitis. Gerade im 18. und 19. Jahrhundert waren die Wohungen dunkel, teilweise fensterlos; die Frauen arbeiteten zudem im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert im Proletariat häufig ausschließlich Nachtschicht und kamen praktisch nicht ans Licht. Ergebnis dieses Lichtmangels: Vitamin D-Mangel, der Rachitis und damit eine Verformung des Beckens verursachte. Zur Vorbeugung der Rachitis erhalten Babys heute im 1. Lebensjahr Vitamin-D-Tabletten (Vigantolette; D-Fluorette). Dadurch tritt diese Erkrankung, die teilweise tatsächlich dazu führen konnte, dass ein Kind bei der Geburt das deformierte Becken nicht passieren konnte, heute in unseren Regionen so gut wie nicht mehr auf.

5. Selbstverständlich sollte sein, dass natürlich verbesserte medizinische Bedingungen und Behandlungsmöglichkeiten verbleibende Restrisiken minimieren.

- Blutungen können sowohl unter der Geburt als auch nach der Geburt und bei gefährlichen Fehlgeburten gestillt werden

- Antibiotika greifen bei Kindbettinfektionen und Neugeboreneninfektionen (die dafür im Gegenzug allerdings gerne in Krankenhäusern verursacht werden, bei außerklinischen Geburten hingegen äußerst selten sind)

- in den wenigen Fällen, in denen eine natürliche Geburt tatsächlich nicht möglich ist , ist selbstverständlich die Möglichkeit eines (Not!-)kaiserschnittes ein Segen für Mutter und Kind. In 2 von 3 Fällen ist die Entscheidung gegen eine natürliche Geburt aber wohl eher die Folge schlechter Geburtsbegleitung und der Hysterie und des mangelnden Vertrauens des medizinischen Personals in die Möglichkeit natürlicher Geburten, natürlich auch die Angst vor Versicherungsansprüche.


Das heißt, dass die Größe eines Kindes sowie das Gewicht und sein Kopfumfang keinesfalls als Gründe für die früher höherere Mütter- und Säuglingssterblichkeit angeführt werden dürfen. Zwar sind in Folge der verbesserten Ernährung heute Kinder teilweise schwerer als früher. Damit haben sie jedoch zum einen auch bessere Startvoraussetzungen (im Extremfall bessere Überlebenschancen) bei der Geburt. Zum anderen sind die Mütter auch gesünder und die Größe-Gewicht-Korrekation zwischen Mutter und Kind bleibt konstant.

Nix echter Blödsinn - liebe Grüße von einer Historikerin ;-)

#winke

Esther

Beitrag von nele27 24.01.11 - 11:51 Uhr

***natürlich auch die Angst vor Versicherungsansprüche***

Dieser Faktor ist mM nach nicht zu unterschätzen!!

Beitrag von estherb 24.01.11 - 12:05 Uhr

Und es ist ja auch so schön, dass ein KS so viel Geld bringt, nicht wahr. Vor allem bei Privatpatientinnen. Ich habe eine private Zusatzversicherung, ich weiß gut, dass ich für KH ein Goldesel bin. Ich gehe unter anderem aus diesem Grund zur Geburt nicht ins KH, wenn ich es vermeiden kann. LG