Frage wegen Erbe bzw Versicherung

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von speechless 23.01.11 - 19:50 Uhr

Hallo Ihr Lieben!!

Dieses Jahr am 04.01 hat unsere Mama uns verlassenSie war das 3x an Krebs erkrankt und wir wussten das sie nicht mehr lange Leben würde.#heul
Von der letzten Diagnose bis zum Tod vergingen nur 3 Monate.Für sie war es eine Erlösung aber in mir fühlt sich alles leer an.
Trauerfeier und Beerdigung ahebn wir ganz gut hinter uns gebracht aber nun kommt der Bürokraten mist...
Meine Mama hat uns nur Schulden hinterlassen und auch immer zu uns gesagt das wir das Erbe ausschlagen sollen denn es sind nicht wenige....
Nun hat sie allerdings eine Sterbeversicherung abgeschlossen gehabt damit Ihre Beerdigung Bezahlt werden kann und es schön wird.Nun haben wir aber Angst das wenn wir das Erbe ausschlagen das die Versicherung dann nicht Zahlt und wir auf den Kosten sitzen bleiben?!!
Wird denn die Sterbeversicherung überhaupt zum Erbe dazu gezählt??
Habe im Netz nicht wirklich was Hilfreiches Gefunden!
Danke schonmal für Eure Antworten

Beitrag von anyca 23.01.11 - 20:21 Uhr

Tut mir sehr leid für Dich.

Habt ihr mal bei der Versicherung angerufen? Die sollten sich doch auskennen mit solchen Fällen.

Beitrag von arkti 23.01.11 - 22:03 Uhr

Habt ihr den Bestatter nicht mal gefragt?
Normalerweise holt der sich das Geld der Sterbeversicherung und verrechnet das mit der Beerdigung.
Läuft hier zumindestens so.

Beitrag von ss120875 24.01.11 - 07:59 Uhr

Hallo,

mein Beileid.

Nun zu deiner Frage. Bei uns war es genauso.

Die Kosten für die Beerdigung zählen nicht zum Erbe. Die Kosten müssen die unterhaltspflichtigen Personen (sprich Ehemann oder Kinder) tragen, egal ob sie das Erbe ausschlagen oder nicht. Sollte es nicht von Amtswegen bezahlt werden, aber da eine Sterbeversicherung da ist werden die Kosten dafür genommen.

Eine Sterbeversicherung darf ausschließlich nur für die Beerdigungskosten verwendet werden und das sollte der, der sich darum kümmert auch schön dokumentieren.

Die Sterbeversicherung hat bei uns ohnehin nicht an uns direkt ausbezahlt, sondern wollte vom Bestattungsunternehmer die Originalrechnung haben und dann wurde der vorhandene Betrag direkt von der Versicherung an das Bestattungsinstitut überwiesen. Du kommst damit also garnicht in Berührung. Sollte was übrig bleiben, dann weiß ich leider nicht wem es zusteht, sollte es jedoch nicht reichen, müssen oben genannte Personen für den Rest aufkommen.

Alles Gute
Silke

Beitrag von parzifal 24.01.11 - 08:48 Uhr

Zunächst einmal muss der Erbe letztlich die Kosten der Beerdigung tragen.

§ 1968
Beerdigungskosten
Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.

Bestimmte Angehörige sind aber gesetzlich bestattungspflichtig. Diese können sich nach einem Bestattungsauftrag die Kosten vom Erben wiederholen (wenn sich dieser nicht um die Beerdigung kümmert).

Beitrag von parzifal 24.01.11 - 08:36 Uhr

Seit ihr denn als Bezugsberechtigter eingetragen? Dann gibt es auf jeden Fall keine Probleme.

Beitrag von speechless 24.01.11 - 14:26 Uhr

Bezugsberechtigt steht dran Gesetzliche erbfolge.Mir ist nur wichtig das die Versicherung nicht als erbe angerechnet wird so das wir die Kosten tragen können

Beitrag von 3wichtel 24.01.11 - 08:47 Uhr

Normalerweise werden für Versicherungen sogenannte "Begünstigte" eingetragen. Bei einer Lebensversicherung z.B. derjenige, der den Betrag beim Tod des Anderen ausgezahlt bekommt.

Das fällt dann nicht unter Erbe.

Wenn z.B. jemand eine Risikolebensversicherung über 1 Mio. Euro abschließt und als Begünstigten irgendein Nicht-Familienmitglied einträgt (z.B. eine Geliebte ;-)), dann kann die Familie noch so sehr auf dem Erbrecht rumreiten: Diese Versicherung wird an den ausgezahlt, der als letzter im Vertrag stand.

Unter Erbe fallen einfach nur die Güter (oder eben Schulden), die schon da sind.
Meines Wissens nach fallen z.B. Rentenansprüche (die beim Tod des Ehepartners auf die Witwe/den Witwer, oder beim Tod eines Elternteils auf die Kinder (sofern sie unter 18 sind) übergehen) nicht zur Erbmasse, sondern bilden einen gesonderten Anspruch.

Ich kann Dir nur dringend Raten, zum Nachlassgericht (Unterabteilung vom Amtsgericht) zu gehen und Dich dort beraten zu lassen.
Und auch der Bestatter wird sich in der Regel gut mit diesen Dingen auskennen (geht es doch immerhin auch um sein Geld).

Alles Liebe, ich kann gut mit Dir mitfühlen, habe am 05.01. meinen Vater durch einen plötzlichen, tragischen Unglücksfall verloren.