1. Kind, wie mit einem ausgewachsenen Trotzkopf umgehen?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von kleinekecki 23.01.11 - 19:55 Uhr

Guten Abend ihr Lieben,

ich hoffe, ihr könnt uns vielleicht weiterhelfen. Unser Sohn ist vor 3 Wochen 2 Jahre alt geworden. Seit 1-2 Wochen ist er täglich verärgert und brüllt und heult. Er will von mir nichts wissen, ich werde ignoriert (vielleicht auch, weil ich wieder schwanger bin, 34. Woche?). Sein Vater ist ihm heilig und das bedeutet, dass Papa ihn die ganze Zeit, sobald er von der Arbeit zu Hause ist, an sich kletten hat. Mein Mann hat nicht mal die Möglichkeit, sich erstmal umzuziehen wenn er zu Haus ist, da unser Sohn direkt auf seinen Arm will. Ist er auf dem Arm, will er wieder runter, dann soll Papa vorlesen, und er will das Buch haben. Dann gehts wieder von vorne los. Wir wissen nicht, wie wir damit am besten umgehen sollen. Wir haben sein Verhalten erst auf seinen Gesundheitszustand geschoben, er war krank und hatte Fieber und Husten. Dann war er immer schon anhänglich. Aber jetzt ist er wieder gesund und er macht weiter.

Könnt ihr uns Tipps geben, oder auch Buchtipps?

Vielen Dank fürs lesen und helfen!

Gruß, kleinekecki #sonne

Beitrag von christianeundhorst 23.01.11 - 23:37 Uhr

Hallo Du,
ich muss gestehen, ich verstehe nicht so ganz das Problem........ Was ist genau das Problem? Daß er zur Zeit am Papa hängt? Das sind immer mal so Phasen, die die Kinder haben und die wechseln auch wieder.
Was mir auffällt ist, daß Du es so beschreibst als wenn ihr euch "ausgeliefert" seht und nicht die Führung als Eltern übernehmt. Hmmmm. Das solltet ihr aber schon.
"Mein Mann hat nicht mal die Möglichkeit, sich erstmal umzuziehen wenn er zu Haus ist, da unser Sohn direkt auf seinen Arm will." Das ist Blödsinn! Die Möglichkeit hat er sehr wohl. Wichtig ist: stört es ihn wirklich und hätte er das gern anders? Wenn ja, sollte ER das in persönlicher Sprache sagen. Das heißt:"ICH möchte mich erst umziehen, Schatz! Einen Moment bitte!" Nicht als Vorwurf oder genervt oder anklagend, sondern einfach als Feststellung. Wenn der Wunsch gaaaaaaaaaanz groß bei eurem Sohn ist könnte er anbieten, daß er ihn kurz auf den Arm nimmt und dann zum umziehen wieder absetzt. Heult er dann oder wird zornig ist das ok, denn er muß ja warten und darf seine Trauer oder Wut auch mitteilen denn diese sind nicht schlimm. Dein Mann könnte dann etwas sagen wie:" Du bist traurig ( wütend ) jetzt. Das verstehe ich. Ich hoffe es geht bald wieder vorbei. Soll ich Dich trösten?" Allerdings nicht auf den Arm bevor er nicht umgezogen ist. Vielleicht kurz einmal in den Arm nehmen wenn er das bittet und dann gut. Dann - sobald es geht - ausgiebig erstmal auf den Arm nehmen und erstmal ausschliesslich mit ihm beschäftigen. Nach gewisser Zeit dann kurze Zeiten des Abstands nehmen: "Ich gehe mal kurz weg. Bin gleich zurück" oder so.
Wichtig ist hierbei: jeder sollte seine persönlichen Grenzen wahren und auch kommunizieren. Das heißt, ich sage nein zu dem, was mich heute wirklich stört und sage das auch in "ICH-Form". Z.Bsp.: "Ich mag jetzt nicht vorlesen, denn ich habe heute Kopfschmerzen"
Ich hab jetzt nicht viel Zeit, aber ich empfehle Dir sehr die Bücher von Jesper Juul:"Nein aus Liebe" und "Grenzen, Nähe, Respekt"
Einen ausgewachsenen Trotzkopf kann ich in dem beschriebenen nicht erkennen, sorry.
Gern können wir aber noch weiter darüber austauschen, wenn Du magst.

Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 30 1/2 Monate

Beitrag von kleinekecki 24.01.11 - 08:02 Uhr

Guten Morgen Chris,

nein, das Problem ist nicht, dass unser Sohn am Papa hängt, das war schon immer so. Er hat schon immer mehr am Papa gehangen als an mir. Das Problem an der Sache ist, dass
1. ich mich nicht gut fühle, weil ich meinen Mann in solchen Situationen nicht entlasten kann und
2. mein Mann mittlerweile erschöpft ist, da er selbst krank war, die Arbeit dazukommt und er zu Hause dann auch keine Entspannung hat.

Ich bin der Meinung, dass unser Sohn, wenn er mit mir alleine ist, nicht so extrem ist, als wenn mein Mann dabei ist. Woran das liegt, weiß ich aber nicht. Oft fällt mir nur auf, dass mein Mann anders reagiert, als ich es tun würde. Manchmal wird er meiner Meinung nach gemein und sagt Sachen wie "dummes Kind". Das verletzt mich dann auch wieder, weil ich das nicht angebracht finde. Wenn ich ihm meine Meinung sage, ist er aber einfach nur eingeschnappt.

Danke für deine Buchtipps, ich werde sie mir mal ansehen.

Liebe Grüße,

kleinekecki #sonne