Immer wieder Streit

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von sonne-pur2006 23.01.11 - 20:24 Uhr

Hallo zusammen,

eine Freundin von mir ist hier angemeldet und hat die Seite weiter empfohlen. Ich hab mich nun auch mal angemeldet, weil ich hier schon längere Zeit stille LEserin bin und nun auch mal etwas schreiben will.

Mein Partner und ich sind seit über 6 Jahren zusammen. Heirat war am Anfang nie die rede. Wir haben dann vor ca. einem Jahr mal darüber geredet bzw,. ich habe es angesprochen. Mein Partner hat gesagt das er von Heirat nicht so viel hält aber nicht grundsätzlich nein sagt. So war eignetlich immer wieder seine Antwort wenn wir mal darüber geredet haben.

Nun hatten wir heute mal wieder das Thema (sein Bruder heiratet dieses Jahr). Dabei kam raus, das er nicht nur wenig vom heiraten hält sondern eigentlich gar nicht heiraten will. Ich war dann schon enttäuscht bzw. verärgert. Über ein Jahr sagen dass es kein absolutes NEIN gibt obwohl er im innersten wusste das er nie heiraten wird. SOll er doch gleich von vorn herein mit offenen Karten spielen.

Dem aber nicht genug. Mein Partner ist schon etwas älter ales ich, wobei es beim nächsten Thema nicht so ein große Rolle spielt. Mein Partner hat ein Haus, veerschiedene Versicherungen etc. Jeder hat sein eigenes KOnto, eigene Versicherungen etc. Ich finde es sollte schon geregelt sein, was ist wenn einer von uns versterben würde. Ja klar sind wir noch nicht in einen Alter wo man "eigentlich" stirbt. Aber letztendlich kann es jeden Tag passieren. Ich bn ehrlich, ich kenn mich mit Versicherungen etc. auch nicht so aus. Wir haben einen gemeinsamen 5-jährigen Sohn und er hat eine fast 13-jährige Tochter. Ja klar deshalb erben beide Kinder zur je die Hälfte wenn etwas mit meinen Partner passieren sollte. Ist ja auch okay, ich will ja gar nichts. Aber ich sollte vielleicht schon wissen wie es dann ist mit Haus, welche Versicherung dann noch was fürs Haus abzahlt, etc. Mein Partner sieht das leider komplett anders und mault mich mit den WOrten "ich denk doch jetzt noch nicht ans sterben" an.

Über diese EInstellung bin ich schon enttäuscht, aber vielleicht bin ich bei diesen Thema zu kindisch?!?

LG Sonja

Beitrag von rhenus11 24.01.11 - 08:47 Uhr

Hallo Sonja,

das mit dem Heiraten ist so eine Sache, es soll Menschen geben, die ganz enorme Ängste pflegen, sich juristisch zu binden. Vor dem Hintergrund eines gemeinsamen Kindes und dem gemeinsamen Sorgerecht dafür ist diese Bindung aber bereits durch die Hintertür eingetreten, sodass ich seine Haltung nicht verstehenn kann, würde eine Eheschließung doch Vieles einfacher gestalten. Wie auch immer, er hat diese Haltung und Nachfragen oder gar Drängen bewirkt möglicherweise das genaue Gegenteil und erscheint mir daher nicht am Platze. Dass sich seine grunsätzliche Haltung zu diesem Thema innerhalb eines Jahres von einem "nicht ganz ausgeschölossen" zu einem definitiven "Nein!" entwickelt hat, halte ich für einen Teil der Meinungsbildung, welche Du im Ergebnis so hinnehmen musst.

Was ich allerdings überhaupt nicht verstehe, ist sein Verhältnis zur Nachlassregelung bzw. Notfallbewältigung. Im schlimmsten Fall reicht eine übersehene oder rutschige Treppenstufe, ein verträumter Autofahrer, ein defekter Bahnübergang, das Stück Seife in der Duschtasse, ein Junkie auf Entzug und mit dringendem Finanzbedarf und überhaupt, alles was vermutlich in der Bild-Zeitung steht und schon kann sich der Mitmensch von heute im Rollstuhl, Koma, In U-Haft oder der unteren Arbeitsebene des städtischen Grünflächenamtes befinden.
Für diesen Fall braucht es dann m.M.n. schon einen Ablaufplan in der Gestalt, dass Vollmachten und Verfügungen jedweder Art (Konten, Organe, etc.), Anlagen und Kreditunterlagen, Versicherungsverträge und so weiter gelistet und an einem bekannten Ort auffindbar sind.
Ich denke, es obliegt meinen Pflichten als Partner, Vater und auch Bürger, meiner Familie jederzeit deren Handlungsfähigkeit bewahren, zumindest dieses zu versuchen.
Wir haben daheim für solche, hoffentlich nicht eintretenden Situationen, einen Ordner, mit Register und jeder Menge Klarsichthüllen, die alles enthalten, was gebraucht werden würde. Dieser wird jährlich, im Zuge der Vorbereitung der Steuererklärung, auf Aktualität geprüft und ggf. angepasst und das ist's dann auch schon an Arbeit gewesen. Kostet nahezu nichts, geht fix und gibt eine gewisse organisatorische Sicherheit.

Schlußendlich muss das aber jeder für sich und nach seinem persönlichen Empfinden regeln. Es so wie oben beschrieben zu tun, spiegelt meine Auffassung von Verantwortungsgefühl und Pflichtbewußtsein wieder, das Notwendige zu tun. Und an diesem Punkt bin ich Spießer!!!

Im Umkehrschluß halte ich diesbezügliches Nichtstun für unreif bis leichtfertig, ggf. ist's auch Ausdruck eines Mangels an Vertrauen. Da mag ich nciht spekulieren.
Wie auch immer, ich an Deiner Stelle würde diese Problematik erneut ansprechen und wäre für verharmlosende Antworten äußerst unempfänglich!

Nur meine Meinung.

rhenus