Macht es noch Sinn darum zu kämpfen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von so verwirrt 24.01.11 - 11:04 Uhr

Guten morgen an Alle :-)



Mein Mann und ich sind seit 7 Jahren zusammen, davon 4 verheiratet und wir haben drei gemeinsame Kinder.
Wir hatten es von anfang an nicht leicht, immer wieder Probleme von ausserhalb die unsere Beziehung bedrohten, dann das Spielproblem meines Mannes was uns ständig streiten ließ. Wir haben uns aber immer wieder zusammen gerauft und um unsere Beziehung gekämpft, also hauptsächlich ich. Mein Mann war immer eher der jenige der um sich kämpfen ließ, ließ seine Probleme die er bezüglich seiner Sucht hatte (damals war er davon überzeugt ich übertreibe und er hätte kein Problem, es resultierten Lügen daraus damit er heimlich spielen konnte) völlig ausser Acht und gab mir an allem die Schuld.
Ich kämpfte um meine Ehe, liebte meinen Mann so sehr das ich seine Sucht ebenfalls oft runterspielte, vor anderen verhamloste und immer kleinbei gab, wenn es Streit deshalb gab. Irgendwie fühlte ich mich schuldig...
Nun jedenfalls ging das sechs Jahre so, er versprach mir dann immer nach heftigen Streits das er sich bessern würde, dass es ihm gut tut das ich so kämpfe, ihn nie hängen ließ, weil er so genau wüsste das ich ihn liebe.
Irgendetwas veränderte sich nun, ich kann nicht mehr kämpfen, bin so weit das ich seine Berührungen nicht mal mehr mag, geschlafen habe ich seit gut einem halben Jahr vielleicht 3 mal mit ihm, weil ich es eigentlich nicht mehr möchte.
Ich weiss nicht, was sich verändert hat, aber ich empfinde abneigung gegen ihn, finde sein Art wenn er Dinge runterspielt nur noch abstoßend. Wenn wir jetzt Streit haben, ist es mir egal wenn er mir droht er zieht aus und kommt nie mehr zurück. Ich kann nicht mal mehr weinen, wie ich es sonst getan habe und ihn angefleht habe zu bleiben.
Wenn er dann hören möchte das ich ihn liebe, damit er bleibt, sage ich ihm das empfinde es aber nicht. Ich weiss nicht warum ich ihm das dann sage...
Ich habe auch den Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen, denn auch wenn sie viele Streits mitbekommen haben, hängen sie an ihm sehr.
Er hat sich verändert, seit ich so "kalt" bin, erdrückt er mich mit seiner Liebe. Wenn er arbeiten ist, muss ich ihn anrufen und dann telefonieren wir manchmal bis zu 3 Stunden. Es nervt mich, weil ich nicht weiss was ich ihm erzählen soll, tue ich es aber nicht gibt es wieder streit.
Ich mag ihn gerne und irgendwie würde es mir sicher schon schwer fallen, würde er ganz gehen, aber da ist auch dieses Gefühl der Freiheit das ich dann empfinde wenn ich drüber nach denke. Es macht mir auch nichts aus, stundenlange Gespräche über Gott und die Welt zu führen, wenn wir abends wenn die Kinder im Bett sind am Küchentisch sitzen und den abend ausklingen lassen.
Aber gehen wir dann ins Bett habe ich Angst er könnte mich berühren und Sex wollen..:-(

Und so bin ich jeden Tag verwirrt und wünsche mir auf der einen Seite das er endlich geht, auf der anderen Seite weiss ich nicht wie sich ein Leben ohne ihn anfühlt und habe Angst davor.
Mir kam der Gedanke der Eheberatung, hab ich ihm auch schon vorgeschlagen, aber er will das nicht weil er sagt die könnten uns nicht helfen. Er ist der Meinung, wenn ich ihn liebe und wieder mehr auf ihn zugehe, wird unsere Ehe auch wieder werden.
Ich weiss aber nicht ob ich das jemals wieder kann...
Macht es überhaupt noch Sinn darum zu kämpfen?

Bitte entschuldigt diesen langen Text und vielen Dank fürs zuhören

Vlg

die verwirrte...

Beitrag von wartemama 24.01.11 - 11:25 Uhr

Du schreibst, Du empfindest Abneigung gegen ihn; findest seine Art abstoßend. Du hast Angst, er könnte Dich berühren und Sex wollen.

Ich glaube nicht, daß es Sinn macht, weiter zu kämpfen. Du hast m.E. alles getan, was Dir möglich war/ist und bist schon genug auf ihn zugegangen - Du bist sogar in eine Co-Abhängigkeit gerutscht, indem Du seine Sucht oft runtergespielt und sie verharmlost hast.

Und Du wünschst Dir, daß er geht.... daß auch Angst mit im Spiel ist, ist verständlich, denn immerhin geht Ihr seit sieben Jahren gemeinsam durchs Leben und habt Kinder.

Alles Gute für Dich! #blume

LG wartemama

Beitrag von vindor 24.01.11 - 11:50 Uhr

Ich glaube sobald man sich so eine Frage stellt und damit auch schon ins Netz geht, ist es vorbei.

Weiß nicht aber ist meine Meinung.

Vielleicht hilft euch auch mal eine räumliche Trennung, aber wenn er so klammert dann eigentlich auch nicht wirklich.

Beitrag von claerchen81 24.01.11 - 12:14 Uhr

Hi,

nach 6 Jahren Ehearbeit würde ich fast vermuten, ihr habt dem Kampf verloren. Wenn es tatsächlich so ist wie von dir beschrieben, dann hast du im Kopf bereits abgeschlossen. Weil du dich an ihn gewöhnt hast, euch Jahre und Erlebnisse und Kinder verbinden, magst du ihn noch, aber von Liebe kann man da wohl nicht mehr sprechen.

Eine Trennung scheint mir unausweichlich. Zumal weder die Sucht therapiert ist (oder doch?) noch eine Eheberatung gewünscht (von seiner Seite).

Lies dir deinen Text durch, du hast bereits abgeschlossen. Klär das mit ihm. Vielleicht ist eine Trennung auf Zeit hilfreich, allerdings ist es das in den wenigsten Fällen und nur mit begleitender Therapie (Ehe- und Suchttherapie).

Gruß, C.

PS: ich war 4 Jahre mit einem Süchtigen (Alkohol) zusammen. M.E. ist es unmöglich, mit Suchtkranken eine Beziehung zu führen - unerheblich, welche Sucht.

Beitrag von so verwirrt 24.01.11 - 15:56 Uhr

Hallo,

danke für Deine Antwort.

Ja Du hast Recht, die Sucht wurde nicht therapiert, er war vor 2 Jahren zwei mal bei einem Psychologen und wollte sich helfen lasse. Aber öfter als zwei mal ging er da nicht hin, hat abgebrochen weil der ihm ja gar nicht helfen konnte, weil er ja keine Probleme hat. Die Probleme hab ich ja nur in meinem Kopf und verdrehe die Wahrheit und will ihn in irgendwas rein drängen... So seine Gedanken!

Ich habe im Kopf abgeschlossen, damit hast Du auch Recht. Ich habe mir meinen Text jetzt bestimmt 10 mal durchgelesen und mir wurde es klar, es hat keinen Sinn mehr. Aber ich bringe es nicht übers Herz irgendwie ihm das zu sagen.... ich habe ihm schon gesagt das ich ne Trennung besser finden würde, aber er blockt dieses Thema immer ab.

Ich weiss nicht was ich machen soll :-(

Beitrag von alpenbaby711 24.01.11 - 18:42 Uhr

Doch du weißt was du machen sollst du traust dich nur nicht.
Ela

Beitrag von alpenbaby711 24.01.11 - 16:07 Uhr

Wenn es dich nur noch nervt wenn ihr telefoniert und du gar nicht mehr willst. Wieso machst du es dann? Sag ihm doch einfach das du nicht magst und keine Zeit hast. Was juckt es dich dann was er darüber denkt? Hat sich er sich vorher überhaupt mal Gedanken um dich gemacht?
Vor allem haste dir bisher doch genug gefallen lassen wieso hörst du nicht mal auf?
Ich finde die Sache doch nach wie vor sehr einseitig!
Wieso auch hat der Kerl überhaupt Zeit auf Arbeit 3 Stunden zu telefonieren? Der faule Sack soll schaffen und nicht an der Strippe hängen. Oder ist er sein eigner Chef?
Ela

Beitrag von kuesi02 24.01.11 - 17:37 Uhr

das mit dem Telefonieren von 3 Stunden würd mich auch interessieren was ist denn das für ein Job?
Hast du schon mal an ein Frauenhaus gedacht? ich find, wenn du schon soweit bist das du keine Nähe mehr zulassen kannst und du es auch nicht willst, sex oder ähnliches, dann laß es auch!Er wird seine Sucht nicht auf die Reihe kriegen wenn er sich nicht als krank sieht..

Beitrag von jusupopu 24.01.11 - 19:02 Uhr

Nachdem was du schreibst, wie du für diesen Menschen empfindest bin ich der Meinung hast du aufgegeben zu Kämpfen was auch verständlich ist.


Ich selber habe sehr lange um eine Beziehung gekämpft , habe mich dann getrennt und nun gehts mir besser.
Ich würde es so einschätzen das du vieleicht angst hast erstmal allein zu sein nach so langer Zeit , aber wenn du angst hat das er dich berührt ist der Schlußstrich bestimmt besser.

I wünsch dir alles Gute#liebdrueck

Beitrag von fragefrage 24.01.11 - 20:10 Uhr

Nur mal eine Frage an dich:

War es so, das er dich damals, als DU noch wolltest das er sich meldet und dir Liebesschwüre gibt etc. immer eher mies behandelt hat? Das er dir Angst gemacht hat dich zu verlassen wenn du nicht "ziehst"??

Und jetzt wo er gemerkt hat das er dich verliert sich das Blatt plötzlich gewendet hat und ER sich Mühe gibt und Angst hat das DU ihn verlässt??

Beitrag von so verwirrt 26.01.11 - 11:06 Uhr

Ja genau so ist es, immer wenn er mich mies behandelt hat, kamen Liebesschwüre und beteuerungen das es ihm leid tut und nie mehr vorkommt.
Aber es kam immer wieder vor...

Und jetzt seit er merkt das ich mich verändert habe, nicht mehr die bin die ich mal war, wobei man dazu erwähnen muss, dass er mich zu genau diesem Menschen jetzt gemacht hat, hat er sich geändert.
Jetzt hat er plötzlich Angst mich zu verlieren und versucht sich zumindest zusammen zu reissen, erdrückt mich mit seiner "angeblichen" Liebe...
Ich kann ihm seine Liebe nicht mehr glauben, wo war sie denn die ganzen Jahre vorher wenn er so gemein zu mir war, da war es ihm doch egal was ich für ihn empfinde.
Heute hält er mir vor wie kalt ich geworden bin und erwartet das ich weiterhin um ihn kämpfe, ich kann aber nicht mehr mir ist alles zu wider...vor allem er und sein verhalten..