Berufsverbot und ziemlich deprimiert

Archiv des urbia-Forums Schwangerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schwangerschaft

Dein Schwangerschaftstest war positiv und nun ist dein Baby unterwegs? Teile diese aufregende Zeit mit anderen urbia-Müttern. Für wöchentliche Infos zu deiner Schwangerschaft kannst du unseren Schwangerschaftsnewsletter bestellen. 
Kostenlosen Expertenrat erhältst du täglich in unserem Expertenforum "Frag unsere Hebamme".

Beitrag von melowyna 24.01.11 - 12:05 Uhr

Hi ihr Lieben,

ich bin grad ein bisschen traurig. Ich bin in der 24. SSW und seit zwei Wochen krank geschrieben wegen Rücken- und Ischiasproblemen. Von Anfang an hat mein Gyn mir in meinem Beruf ein BV nahe gelegt, was ich aber nicht wollte, weil ich gerne arbeite. Daher hab ich gesagt so lange es mir und vor allem dem Kleinen gut geht arbeite ich weiter. Mein Freund fand das nicht so toll, er hätte mich gerne zu Hause gesehen.

Ich arbeite im Krankenhaus auf einer onkologisch-pneumologischen Station, wo wir ein super Team haben und einen guten Kontakt zu den Patienten und Angehörigen, die wegen ihrer Erkrankung meist immer wieder kommen. Somit lasse ich nicht nur meine lieben Kollegen zurück, sondern verpasse auch einiges an Zeit bei gewissen Schicksalen, die einem doch sehr nahe gehen. Das soll nun nicht heissen, dass ich jedem Verstorbenen nachweine weil ich so labil bin, aber wenn man jemanden Monate bis Jahre lang kennt interessiert einen das Schicksal von Demjenigen doch.

Sicher, ab Ende März wäre ich mit Resturlaub sowieso weg gewesen für ein Jahr, aber jetzt kommt mir das doch etwas zu plötzlich und schnell, obwohl es im Endeffekt meine eigene Entscheidung war. Die Schmerzen werden nicht besser, und ich wüsste nicht, ob ich im Notfall auf Station noch angemessen reagieren könnte.

Dennoch hab ich angefangen zu heulen, als ich das Telefonat mit meiner Chefin beendet hatte, weil es ja so endgültig ist nun. Kontakt halten werden wir dennoch, ich werde auch in unserem Haus entbinden, aber leicht ist es dennoch nicht.

Das wollte ich mir einfach mal von der Seele schreiben. Vielleicht geht es ja einigen hier so ähnlich.

Beitrag von nastja23 24.01.11 - 12:12 Uhr

hallo...

ich kann dich gut verstehen...hatte in meiner ersten ss auch ein bv seit der 6.ssw (arbeite beim zahnarzt)...erst mal fand ich es schön...war wie urlaub...nach einem monat allerdigs wollte ich wieder arbeiten gehen....

ich habe es dann so gelöst: war oft in der praxis meine kolleginnen besuchen (das darfst du ja...bist ja nicht krank geschrieben)...hab oft sachen unternommen,für die ich oft keine zeit hatte und mich somit abgelenkt...

mach dir doch einfach eine liste mit sachen,die du noch gerne erledigen würdest,bevor das baby dann da ist...

lg
nastja23+milana+baby 12.ssw

Beitrag von maigloeckchen83 24.01.11 - 12:14 Uhr

Ich dachte auch immer, dass ich die Abwechslung auf der Arbeit und den Kontakt zu den vielen Kollegen brauche und wollte noch so lange wie möglich durchhalten.

Jetzt bin ich wegen vorzeitiger Wehen und verkürztem GMH im totalen BV und erst jetzt merke ich, wie gut mir das tut. Ich telefoniere gern mit meinen Kolleginnen und nehme so noch am Geschehen teil. Dennoch bin ich sehr erleichtert, dass die Probleme auf der Arbeit nun nicht mehr meine sind. Das hat mich zum Schluss ziemlich belastet.

Du musst dich jetzt erst mal zu Hause einfinden. Ich denke, dass du die Zeit dann auch genießen kannst. Immerhin hast du jetzt viel Zeit und kannst sie für die Vorbereitung oder einfach noch für dich nutzen. Für Kollegen und Patienten bist du ja nicht aus der Welt!

Alles Gute #klee

Beitrag von tschenni 24.01.11 - 12:19 Uhr

Hallo melowyna,

mir geht es GANZ genauso. Ich liebe meinen Job auch und obwohl ich viel Stress hatte, habe ich immer gesagt: ich bin schwanger und nicht krank!

Dann bin ich zu einer normalen Untersuchung beim FA gegangen und der hat schon in der 15.ssw einen verkürzten Gebärmutterhals festgestellt und mich sofort aus dem Verkehr gezogen und mir Ruhe verordnet. Ich musste von jetzt auf gleich alles absagen, konnte mich nicht mal persönlich von den Kollegen verabschieden oder noch Dinge selber aus dem Büro abholen.

Ich habe meinen FA völlig entgeistert angestarrt und immer noch um Ausnahmen gebettelt ("meinen Sie ich dürfte wenigstens noch...?). Als er dann meinte: BV ist BV und Sie schonen sich jetzt, bin ich in Tränen ausgebrochen.
Ich musste dann auch einige sehr wichtige berufliche Dinge absagen und habe immer geheult. Jetzt geht das aber schon seit ein paar Wochen so und ich gewöhne mich langsam an das faulere Leben... Immerhin scheint es gesundheitlich ganz gut zu sein und das ist ja die Hauptsache.

Aber manchmal kommt es mir immernoch hoch: menno, mein Mann darf ganz normal arbeiten gehen und kann sich dennoch über die Schwangerschaft freuen und ich, toll, darf mein Dasein auf dem Sofa fristen :(
Dir alles Gute, versuch das Beste draus zu machen!! Meld Dich gerne über VK, wen Du Austausch suchst1
LG Tschenni 22 ssw

Beitrag von physjule 24.01.11 - 12:19 Uhr

kanns dir nachfühlen, bin physiotherapeutin mit leib und seele in ner rehaklinik, und ich geb alles für meine patienten, mir blutet auch das herz, das ich schon in der 15. ssw ins bv gehen musste...

nimms nicht zu schwer, jetzt gehts eben erstmal ne weile um dich :) ist schon richtig so, wenn der körper alarmsignale sendet in der ss, dann sollte man das auch annehmen und sich schonen.
so traurig wies ist...


also kopf hoch, halt die ohren steif, ich leide mit dir ;)

lg Jule

Beitrag von ruby26 24.01.11 - 14:13 Uhr

Hallo,

mir geht es da ähnlich. Habe seit der 15. SSW ein BV wegen frühzeitiger GM-Senkung. Es kam alles plötzlich und ich konnte leider aus meinem Weihnachtsurlaub nicht mehr zurückkehren. Bin dann aber persönlich zu meiner Chefin und meinen Kolleginnen, um mich zu verabschieden. Es viel ganz schön schwer. Seit dem ist Sofa liegen angesagt und die Tage vergehen mal schnell und mal langsam. Darf nicht viel machen und muss mich schonen.

Aber wir schaffen das alle.

LG Ruby26 mit Nora 5. J. und #ei (18. SSW)