ADS oder nicht??? Wie hat man es bei euren Kindern festgestellt?

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von sweetheart137 24.01.11 - 19:34 Uhr

Ich bin schon wieder kurz vorm durchdrehen...

Wir haben im Februar einen Termin in der psychatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche in Lüneburg.2 Vorgespräche haben schon stattgefunden und nun gehts weiter...

Mein Sohn (9) kann sich kaum konzentrieren,vergisst Hausaufgaben aufzuschreiben,ist agressiv und total hippelig.
Ich hoffe das man uns in der Klinik endlich helfen kann...Es ist kein Zustand mehr hier zu Hause.Ich bin kurz davor meine Koffer zu packen!!!

Hört sich doof an aber irgendwann hat man keinen Nerven mehr!

Wir saßen gerade beim 2. Teil der Hausaufgabe wo er aus einem über Tage gelesenem Buch eine Zusammenfassung wiedergeben sollte.Er kann sich auf einmal nicht mehr an den Ingalt erinnern,obwohl er erst gestern die beiden letzten Kapitel gelesen hat!!!

Ich bin froh wenn der Termin der Auswertung ist und wir endlich Gewissheit haben und dann wissen wie wir ran gehen müßen.

Kann mir jemand ein paar Tips geben bzw. seine Geschichte der ADS Diagnose erzählen?
Brauche momentan ein paar aufmunternde Worte...


LG Kerstin

Beitrag von manavgat 24.01.11 - 20:00 Uhr

Ich würde an Deiner Stelle komplett los lassen, was die Schule anbelangt und abwarten, was in der Klinik kommt.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von fanny32 24.01.11 - 20:23 Uhr

Ich bin Grundschullehrerin und hatte schon so einige "schwierige" Schüler. Nach deiner Beschreibung würde ich auf ADHS tippen (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom).
In so einem Fall hab ich als Lehrerin mit den Eltern besondere Absprachen getroffen, wie z.B. weniger Hausaufgaben oder Abbruch der HA nach etwa 1 Stunde. Außerdem rate ich zu einem Belohnungssystem, bei dem er für jeden (noch so kleinen) Fortschritt einen Smiley etc. sammeln kann.

Und bitte: GIB NICHT AUF! Denk mal dran, wie sich dein Kleiner fühlt, wenn er merkt, dass nicht mal Mama und Papa hinter ihm stehen. Er kann ja nichts dafür- in seinem Gehirn geht etwas schief! Er muss trotz allem eure Liebe spüren!
Und: Geht viel raus, lasst ihn toben und rennen. Der Lehrer ist sicher bereit, mit euch eine Lösung zu suchen!

Wie wärs, wenn du jetzt nochmal tief durchatmest und ihn fest in den Arm nimmst (oder ein kleines Bussi, falls er schon schläft)?

Ich drück euch die Daumen!
Fanny

Beitrag von tanja0475 24.01.11 - 20:39 Uhr

Entlich mal eine erfahrene Lehrerin, die ein GROSSES #herzlich für diese Kinder hat. Den meisten Lehrern sind ADS / ADHS Kinder vieeel zu anstrengend. Zumindest ist es bei der Noch-Lehrerin meines Sohnes so. Das ist schade!

Ein ganz großes Lob. Ihre GS-Kinder können sich glücklich schätzen!



Gruß
Tanja

Beitrag von sweetheart137 24.01.11 - 20:47 Uhr

danke tanja,dass habe ich auch gerade gedacht!!!

das ding is das unsere GS noch nicht ein wort gesagt hat das er in der Schule auffällig ist oder so...

wundert mich doch schon!

bei einem test wurde bei meinem sohn ein iq von 125 festgestellt das ding is aber das er durch diese konzentrationsschwäche sein wissen nicht umsetzen kann.denn diese kinder werden ja den ganzen tag durch alle möglichen reize überflutet... es kann nur besser werden!!!

Beitrag von ilva08 24.01.11 - 20:57 Uhr

Hallo fanny,

ich finde dein Engagement auch gut, sei aber bitte vorsichtig mit sowas:

"Ich bin Grundschullehrerin und hatte schon so einige "schwierige" Schüler. Nach deiner Beschreibung würde ich auf ADHS tippen"

ADHS ist eine Krankheit, die über eine komplizierte, langwierige Ausschlussdiagnostik erfolgt. Beobachtete Verhaltensweisen, die ADHS-typisch sind, sind auch typisch für andere Störungs- oder Krankheitsbilder.

Wenn man solche Schnellschuss - Aussagen via Internet tätigt, muss man sich nicht wundern, wenn ADHS von Außenstehenden zur Modediagnose erklärt wird.
Worunter die betroffenen Kinder und deren Eltern oft sehr zu leiden haben.

LG Ilva :-)

Beitrag von fanny32 27.01.11 - 20:17 Uhr

Auch wenn das heute wahrscheinlich keiner mehr liest...

Aber ich ärgere mich schon über so manchen Kommentar!
Ich habe keine Diagnose gestellt -bin ja schließlich kein Arzt- (ich weiß im Übrigen auch sehr gut, wie langwierig die Untersuchungen sind), sondern aufgrund der Beschreibung eine Vermutung getroffen, die aus meiner Erfahrung heraus sehr oft gestimmt hat.
Außerdem hab ich nur Ratschläge gegeben, die jedem vernünftigen Menschen einleuchten müssten, wie man mit einem Kind, wie es hier beschrieben ist, umgehen sollte, egal ob ADHS oder nicht.
Wenn ich geschrieben hätte, lass dir Ritalin verschreiben, dann haste deine Ruhe... ja, dann könnte ich die kritischen Kommentare verstehen.
Vielleicht sollte man einfach gar keine Ratschläge mehr geben.

Lg Fanny

Beitrag von ilva08 27.01.11 - 21:11 Uhr

Doch, ich habs gelesen (Dank Benachrichtigungs -Funktion).

Ich habe nicht geschrieben, dass du dir eine Diagnose anmaßt. Ich habe deinen Post auch nicht so gelesen. Andere vielleicht, aber für die kann ich nicht sprechen.

Fakt ist: Der Begriff "ADHS" wird heutzutage viel zu leichtfertig in den Ring geworfen. Natürlich kann man Eltern darauf aufmerksam machen, dass es diese Störung gibt und sagen: "Lassen Sie das bitte abklären."

Aber die Aussage: "Ich würde darauf tippen" geht schon einen Schritt weiter. Meines Erachtens ZU weit.

"die aus meiner Erfahrung heraus sehr oft gestimmt hat."

Mag sein, aber im RL kennst du deine Schüler, hier reagierst du auf einen Post. Wenn du so viel über die Diagnostik weißt, dann weißt du auch, WIE VIELE ANDERE URSACHEN es für ADHS - typisches Verhalten geben kann, die nichts mit ADHS zu tun haben! Weshalb also dieses "Ich tippe darauf"? Sind wir hier beim Lotto?! #aerger

"Vielleicht sollte man einfach gar keine Ratschläge mehr geben."

Diesen Kommentar finde ich äußerst infanil.

Gruß, Ilva

Beitrag von fanny32 27.01.11 - 21:13 Uhr

@Ilva:
Ich hoffe, du fühlst dich nicht angegriffen, deine Meinung war ja noch recht sachlich.
Hätte besser meine Antwort an den anderen kritischen Kommentar hängen sollen.
Sorry!

Fanny

Beitrag von ilva08 27.01.11 - 21:19 Uhr

:-D

Ich fühlte mich nicht angegriffen. Aaaber... ich halte die Kritik für berechtigt, auch wenn meine nicht so weit ging.

Lies dir meinen AW - Post durch und auch, wenn er nicht angenehm für dich ist - denk mal drüber nach.

Beitrag von fanny32 27.01.11 - 21:43 Uhr

Ich bin immer noch der Meinung, dass ich nichts Falsches gesagt habe. Die Mutter wollte Meinungen zu ihrem Problem hören, und ich wollte lediglich mitteilen, dass es sich nach ihrer Beschreibung NICHT nach ADS (wie sie vermutet), sondern eher nach ADHS anhört (was ja ein großer Unterschied ist). Und irgendjemand muss ja dann schon mal bei den Eltern in den Raum geworfen haben, dass es sich um eine Störung (ADS/ADHS) handelt, sonst würde die Mutter ja nicht davon reden.
Natürlich muss das von Ärzten abgeklärt werden, was ja schon am Laufen ist.
Ich wollte nur aus Lehrersicht helfen, wie sie mit Hausaufgabenproblemen etc. umgehen kann, egal, ob ADS, ADHS... sogar bei Kindern, die "einfach nur" unaufmerksam (weil z.B. zuhause einiges im Argen liegt) verfahre ich so. Die Kinder können nix dafür. Da hilft nur Bestärken.

Natürlich kenne ich meine Schüler wirklich und hier habe ich nur die Beschreibung gehört- aber das ist in einem Forum nunmal so. Dann dürfte man ja gar keine Meinung äußern, weil alles als Ferndiagnose zählt. Und mehr als meine Meinung war es ja nicht.

Wenn der Mutter nur ein bisschen leichter ums Herz wurde durch meine Antwort und sie ihr Kind kurz mal wieder mit den Augen einer liebenden (und nicht völlig ausgelaugten) Mutter gesehen hat, dann denke ich hab ich wenigstens ein klein Wenig helfen können- nur das war mein Ziel.

So, nun wünsch ich einen schönen Abend!
Fanny

Beitrag von teufelinchen72 24.01.11 - 22:16 Uhr

Ach, das geht jetzt auch per Ferndiagnose?
Da hätte ich meinem Sohn ja die 8 Sitzungen bei der Psychologin ersparen können#kratz

Beitrag von knutschkugel4 24.01.11 - 22:44 Uhr

#pro
den meisten lehrern ist ein kind mit der diagnose eigentlich ein dorn im auge!!!
ich habe kein ads /adhs kind - aber wie soll ich sagen ein kind was man immer wieder vors schienbein treten muss das es sich konzentriert usw.
in der grundschule hatten wir aufgrund dessen manchen speissrutenlauf hinter uns

was seine lehrerin gemacht hatte war kein smilysystem sondern der gegenteil
für jede missetat gab es einen eintrag und dazu gehörte schon -"er spielt mit seinen stift":-[
irgendwann war ich an dem punkt -das ich gesagt habe-dieses heft -nein danke!!!!!



mach weiter so
lg dany

Beitrag von tapsie70329 26.01.11 - 15:13 Uhr

@von fanny32 - 24.01.11 - 20:23h

habe leider in der Realität und außerhalb meiner Family so eine nette Lehrerin mit den wirklich guten Rataschlägen selten erlebt,ich fand deine Antwort ganz toll...es sollten mehr von deinem Kaliber geben ;)

LG Steffi

Beitrag von 3wichtel 25.01.11 - 08:27 Uhr

Zu einer umfassenden Diagnostik gehören:

- Gespräch der Ärzte mit Eltern UND Kind
- körperliche Untersuchung
- Blutbild (auch Schilddrüsenprobleme können wie ADHS/ADS aussehen)
- EEG (zum Ausschluß von Anfallsleiden wie Epilepsie. Manche epileptischen Anfälle (Abscencen) sind von "Tagträumen" nicht zu unterscheiden)
- Fragebögen für Eltern UND Lehrer
- Entwicklungstest (meist mit kombiniertem IQ-Test)

Das alles sollte MINDESTENS gemacht werden, bevor die Diagnose ADS auch nur in den Mund genommen wird.

Beitrag von marion2 25.01.11 - 11:38 Uhr

Hallo,

"Wir saßen gerade beim 2. Teil der Hausaufgabe wo er aus einem über Tage gelesenem Buch eine Zusammenfassung wiedergeben sollte.Er kann sich auf einmal nicht mehr an den Ingalt erinnern,obwohl er erst gestern die beiden letzten Kapitel gelesen hat!!!"

Klingt für mich nach LRS. Habt ihr dahingehende Probleme schon ausgeschlossen? Er müsste dann noch Mal neu lesen und schreiben lernen. (Die neuen Lehrmethoden begünstigen diese Erscheinungen offenbar)

Gruß Marion

Beitrag von manavgat 25.01.11 - 13:03 Uhr

Klingt für mich nach LRS


Ich kann hier gar nichts! erkennen. Dazu sind es zu wenig Infos.


Wenn es bereits einen festen Kliniktermin gibt, dann ist es das Beste erstmal die Schule Schule sein zu lassen und es den Fachleuten dort zu überlassen eine fundierte Diagnose, kann auch eine Aussschlussdiagnose sein, zu treffen.

Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

Gruß

Manavgat

Beitrag von marion2 25.01.11 - 13:48 Uhr

Sei gegrüßt #winke

Die Schilderungen der TE erinnern mich stark an einen Fall von LRS den ich kenne. Drum schrieb ichs auf.

Was die Fachleute angeht, mag ich dir nicht widersprechen.

#tasse *schlürf und noch Mal nachseh*

Gruß Marion

Beitrag von manavgat 25.01.11 - 13:57 Uhr

naaa gut.

dann geh ich auch mal Kaffeeeeeee ;-)


Gruß

Manavgat