Problem: 2 sprachig erziehen, wie nun?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von dresdnerin86 25.01.11 - 09:14 Uhr

Hallo,

ich bin normalerweise eher im SS-Forum unterwegs, aber die Frage beschäftigt mich doch und gehört wohl eher hier hin:

Mein Kind kommt Ende Mai auf die Welt und ich möchte es gerne 2-sprachig erziehen. Sodass es mit Englisch praltisch aufwächst. Ich selbst spreche Englisch (Schulenglisch) und Deutsch, mein Freund leider nur Deutsch und sseeehhhrrr schlecht Englisch. Ich hoffe das Kind hat sein Sprachtalent nicht von meinem Freund geerbt.

Ich habe gehört das es besser ist, wenn ein Elternteil Deutsch, der andere Englisch redet. Also dann mein Freund Deutsch und ich nur Englisch. Aber das möchte ich nicht, ich möchte nicht nur Englisch mit dem Kind reden.

Hat jemand eine gute Alternative oder kann mir eventuell Bücher oder anderes empfehlen wo ich mich schlau machen kann?

LG,
Gwen
23 SSW

Beitrag von barbarelle 25.01.11 - 09:19 Uhr

Wenn keiner von euch beiden Muttersprachler ist, lasst es bleiben.

Wenn schon Zweisprachigkeit, dann bitte immer konsequent bei einer Sprache bleiben, das hiesse dann wirklich, dass du in den ersten Lebensjahren deines Kindes mit ihm ausschliesslich Englisch redest.

Aber nochmal: Es ist nicht deine Muttersprache und mit dem wenigen Schulenglisch tust du deinem Kind nicht wirklich was gutes. Dann lieber eine gute Ausdrucksweise in der Muttersprache (Deutsch) mit dem Kind reden. Sonst vermischt es alles und entwickelt kein gutes Sprachgefühl.

Falls es doch sein muss, dann gehe lieber in einen prof. Kurs für Kinder mit dem Kind.

Beitrag von christinamarie 25.01.11 - 09:37 Uhr

Hallo,

auf gar keinem Fall mit nur Schulenglisch ein Kind englischsprachig erziehen. DAS geht nicht und wenn nur schief.
Grammatikfehler, fehlendes bzw. falsch benutztes Vokabular, falsche Zeiten usw usw.
Selbst mit gutem Schulenglisch fehlen einem Redewendungen, das muttersprachliche Sprachgefühl, die akzentfreie Aussprache etc. Also, wenn du tatsächlich nur Schulenglisch hast und nicht selbst wenigstens mehrere Jahre durchgängig im englischsprachigen AUsland gelebt hast, dann tust du dir und deinem Kind keinen Gefallen mit diesem Sprachversuch.

Schicke das Kind lieber später in einen bilingualen Kindergarten oder Schule oder spare für ein Auslandaustauschjahr für später.

LG
C

Beitrag von delfinchen 25.01.11 - 09:39 Uhr

Hallo,

zweisprachiges Erziehen ergibt nur Sinn, wenn es sich um Muttersprachler handelt. Mit dem, was du in der Schule an Englisch gelernt hast, kannst du dein Kind nicht zweisprachig erziehen, es sei denn, du hattest mehrjährige Auslandsaufenthalte in einem englischsprachigen Land.
Ich hatte auch Englisch und Französisch in der Schule und würde mir nie zutrauen, meine Kind zweisprachig zu erziehen. All die kleinen Fehler, die man al nicht Muterpsrachler macht, werden an die Kinder weitergegeben und in der Schule haben sie dann später Probleme, wenn sih Grammtikfehler jahrelang eingeschliffen haben (z.B. bei der Anwendung der Zeiten, die ja nicht ohne ist).
Wenn die Kinder etwas älter sind, kann man spaßeshalber ein paar englische Vokabeln einführen, die Farben, die Tiere etc.
Aber ich würde definitiv abraten, dass ihr euer KInd unter den Voraussetzungen zweisprachig erzieht.

LG,
delfinchen

Beitrag von meckikopf 25.01.11 - 20:51 Uhr

<<zweisprachiges Erziehen ergibt nur Sinn, wenn es sich um Muttersprachler handelt.>>

Hallo,

genauso sehe ich das auch!

@Strangeröffnerin: Ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an und sage auch - wenn Engl. nicht eure Muttersprache ist, lasst es bitte bleiben!

Klar ist es ein riesengroßer Vorteil, wenn ein Kind 2sprachig erzogen wird, aber; wie gesagt, dann ein Elternteil, eine Sprache - und dann sollte man die Sprache schon PERFEKT beherrschen bzw. es sollte die MUTTERsprache sein.
Und auch wenn ich eine Sprache "nur" "recht/ganz" "gut" könnte, würde ich ein Kind nicht 2sprachig erziehen.

Dein Kind lernt Engl. auch noch früh genug in der Schule - und kann es dann auch noch wunderbar ausbauen (wenn es das will - mit Auslandsaufenthalten z.B.).


Gruß

Beitrag von dresdnerin86 25.01.11 - 09:55 Uhr

Hallo,

okay danke für eure Antworten. Ich dachte es gäbe einen Weg. Ich hatte Englisch 12 Jahre lang gelernt von der Schule bis ins Studium, war immer unter den Klassenbesten. Auch meine Ausbildung (Fremdensprachensekretärin) ist darauf ausgelegt, zudem arbeite ich mit viele Ausländern wo Englisch an der Tagesordnung steht. Und nun dachte ich, ich könnte das Wissen meinem Kind weitergeben.

Aber leider habe ich keinen Auslandsaufenthalt (außer einen für 2 Woche) vorzuweisen.

LG,
Gwen

Beitrag von hoffnung2011 25.01.11 - 11:04 Uhr

Gwen, wenn deine Kenntnisse auf dem Niveau von Proficiency sind d.h. c2+, dann würde ich sagen, vllt. Ich kenne persönlich eine Mutter, die hat englisch auf Lehramt studiert. Dazu hat sie CPE. Und sie erzieht sehr erfolgreich ihre Kids ausschließlich auf Englisch.

Ihre Kinder gehen jetzt schon alle in die Schule oder Kindergärten, alles englischsprachig. Ihr Sohn kommt jetzt mal nach Hause und tadelt sie, wenn sie was falsches sagt. d.h. dort wo die Mami aufhört. fängt dann die Schule an ABER

zweischen einer ausbildung zu einer Fremsprachkorrespondetin und noch einem Studium liegen weiter noch WELTEN d.h. du bist nicht schlecht aber es reicht eben nicht..

Ich habe C2+ in Deutsch, an sich hätte ich meine Kinder Deutsch erziehen sollten aber auch ich bin dankbar, ich muss es nicht tun, weil trotz C2+ mache ich ( na ja oft aus Faulheit) so viele Fehler, dass es einem schlecht wird..und eine sprache zu lernen ist keine Testerei, ob es klappt oder nicht klappt..

#winke

Beitrag von tritratrullalala 25.01.11 - 17:30 Uhr

Hallo,
ohne Muttersprache geht es nicht. Denn du gibst ja an das Kind nicht nur Schulwissen weiter, sondern auch Spracherwerb, Spielen mit Sprache, Gefühl für Sprache usw. Dein Deutsch kommt vom Herzen, das Englisch aus der Schule.

Du hast nie auf Englisch gebrabbelt, Kinderlieder gesungen oder Kindersprache gesprochen. Das alles kannst du deinem Kind nicht vermitteln, aber das ist superwichtig. Ich habe letztens im Café ein Paar erlebt, die offensichtlich keine Muttersprachler waren und ihr Kind auf Englisch angesprochen haben und das Kind hat konsequent auf Deutsch geantwortet. ;-)

Spracherwerb geht übrigens schon als Baby los:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,659684,00.html

Das kannst du als Nicht-Muttersprachlerin nicht bieten. Kein noch so guter Spracherwerbt kommt an die Muttersprache ran. Selbst wenn du ein paar Jahre als Erwachsener im Ausland gelebt hast und eine fremde Sprache perfekt sprichst, bist du kein Muttersprachler, weil dir die sprachliche Entwicklung vom Baby zum Erwachsenen fehlt.

LG,
Trulli

Beitrag von froehlich 25.01.11 - 17:35 Uhr

So isses. Besser kann man's nicht sagen.

Beitrag von lisa1408 25.01.11 - 10:09 Uhr

Mit Schulenglisch wirst du nicht weit kommen.... nur zweisprachig erziehen wenn einer die englische muttersprache hat.

Beitrag von siomi 25.01.11 - 10:17 Uhr


Ich gebe den Vorschreiberinnen recht! Es hat keinen Sinn, solange es nicht deine Muttersprache ist. Fehler sind vorprogrammiert.

Mir fehlt ohnehin jedes Verständnis für Mütter welche auf Teufel komm raus ihre Kinder zweisprachig erziehen wollen. Meine Cousine wurde von meinem Onkel auch von Anfang an mit seinem Schulenglisch bombardiert. Ähniche Vorkenntnisse wie bei dir. Mit dem Ergebnis, dass sie jetzt auch nicht besser ist als der Durchschnitt ihrer Klasse.

Beitrag von zahnweh 25.01.11 - 19:34 Uhr

So ist es...

wir hätten eine muttersprachliche Bezugsperson gehabt. Aber wegen nur gelegentlichem Kontakt (also alle 1-2 Wochen) habe ich es lieber bei einer Sprache belassen. Fingerspiele und co sind schon ok. Aber nicht als Zweitsprache.

Beitrag von fraz 25.01.11 - 10:24 Uhr

Hallo


Ich empfehle das nur dann, wenn ein Elternteil fremdsprachig ist oder ihr in einer Gegend wohnt, wo Englisch gesprochen wird.

Alles andere wird vergebliche Liebesmüh sein und im Alltag auch kaum lebbar.

Beitrag von rienchen77 25.01.11 - 10:27 Uhr

lass es sein...

schick dein Kind dann eher in einen Kinderenglisch Kurz wenn es alt genug dazu ist...

wär Englisch deine Muttersprache wäre es in Ordnung...

aber Schulenglisch? na ja

Beitrag von cajamarca 25.01.11 - 11:18 Uhr

Hallo Gwen
Tu's nicht. Wie schon andere geschrieben haben: zweisprachig erziehen klappt nur, wenn die Eltern ihre Muttersprache mit dem Kind sprechen. Das hat weniger etwas mit schlechter Gramatik zu tun, als viel mehr mit dem, was die Muttersprache an Gefühlen vermitteln kann. Ich kenne eine Mutter die ihr halbes Leben in Kanada gelebt hat und wirklich beinah perfekt (und auf jeden Fall fehlerfrei) Englisch spricht. Von allen unseren mehrsprachigen Freunden ist das die einzige Familie, wo die zweisprachige Erziehung nicht funktioniert hat. Alle Fingerreime, alle Märchen und Kinderlieder kennst du auf Deutsch, alle kleinen Zärtlichkeiten die du von deiner Mutter gehört hast. Schimpfen wirst du ganz spontan auf Deutsch. Muttersprache ist viel mehr als nur eine Sprache.
LG Anke

Beitrag von manavgat 25.01.11 - 11:28 Uhr

Vergiß es!


Zweisprachige Erziehung funktioniert nur, wenn es einen Muttersprachler gibt.

Gruß

Manavgat

Beitrag von miss-bennett 25.01.11 - 12:14 Uhr

Braucht man nicht 2 Muttersprachler bei einer zweisprachigen Erziehung? ;-)

LG

Beitrag von manavgat 25.01.11 - 12:55 Uhr



nein.


1 andere Umgebungssprache reicht.


Gruß

Manavgat

Beitrag von miss-bennett 25.01.11 - 13:52 Uhr

Ja, aber weil ein Elternteil die Umgebungssprache als Muttersprache hat.

Ich kenne einige Ausländer (bin selber einer) die so schlecht Deutsch sprechen (ich zum Glück nicht), dass ihre Kinder jede Menge Probleme in der Schule haben. Denn diese Eltern vermischen dann ihre Muttersprache mit der deutschen, so dass es von Konsequenz keine Spur gibt.

Gruß

Beitrag von rmwib 25.01.11 - 16:22 Uhr

Nein. Das muss nicht sein. Es gibt ja auch Kinder, die zu Hause völlig andere Sprachen sprechen als die Umgebungssprache- eine befreundete Familie von uns, sie Finnin, spricht nur Finnisch mit dem Kind, er ist Ami, redet nur Englisch mit dem Kind, Familiensprache ist Englisch und das Kind spricht auch super Deutsch, obwohl zu Hause keins gesprochen wird.

Beitrag von zahnweh 25.01.11 - 19:39 Uhr

da kenne ich auch Kinder. Die Eltern achten allerdings drauf, dass ihr Kind in einen guten Kindergarten kommt, wo viel mit den Kindern gesprochen wird.

Sie selbst sprechen gut deutsch, aber trauen sich die Feinheiten nicht zu. Die Kinder kommen/kamen mit 3 Jahren in den Kindergarten und haben in relativ kurzer Zeit die Umgebungssprache deutsch gelernt.

Kraftausdrücke, Freundschaftsausdrücke und das, was das Leben so ausmacht in dem Alter. Die Kinder sprechen beide Sprachen sehr flüssig :-)

Beitrag von marion2 25.01.11 - 11:42 Uhr

Hallo,

2 sprachig?

Wie wärs mit Hochdeutsch als 2. Sprache?

#rofl

:-p

Gruß Marion

Beitrag von paddelboot-neu 25.01.11 - 11:48 Uhr

Vergiss das mit der 2sprachigen Erziehung ganz schnell!!!

Das funktoniert nur bei Muttersprachlern wirlich gut, also wenn die Eltern unterschiedliche muttersprachen haben.

Warum willst du mit deiner Tochter in eienr Sprache sprechen, dei du nur unzureichend beherrschtf?????? (und das ist bei Schulenglisch so)

Dann lernt sie nur halb deutsch und falsches Englisch noch dazu!

Beitrag von chrysalaki 25.01.11 - 12:05 Uhr

Hi,
ginge nur wenn Du Muttersprachlerin waerst! Sonst kommt es viel zu "kuenstlich" raus.Aber das wirst Du dann selber merken wenn es soweit ist.
lg
Chrysalaki die Ihre Kinder 2- Spachig aufwachsen laesst da Muttesprachlerin.

Beitrag von thea21 25.01.11 - 12:09 Uhr

Wenn deine einzigen Englischkentnisse auf dem normalen Schulenglisch beruhen, tu dir und deinem Kind den Gefallen und lass es.

Es wird nach hinten los gehen, allerhöchstens wirst du zum Gespött der Mitmenschen.

Ich, sowie Sophias Vater, sprechen beide verhandlungssicher Englisch, allerdings würden wir nie auf die Idee kommen ihr dies als 2. Muttersprache beizubringen, weil es eben von keinem von uns beiden eine Muttersprache ist.

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