Berechnung des Unterhalts?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von lillylustig 25.01.11 - 09:56 Uhr

Hallo,
vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen...

Der Vater meines Kindes und ich sind erst seit kurzem getrennt, der Unterhalt noch nicht berechnet.
Er ist im Übrigen selbstständig und hat ein sehr unregelmäßiges Einkommen - wie hoch das ist, vermag ich nicht genau zu sagen.

Nun erzählt er mir, dass seine Eltern seine 1000,- Euro teure Wohnung gemietet haben - also auch im Mietvertrag stehen - damit er da nicht ausziehen muss und keine Geldsorgen hat.

Wie sieht denn das nun bei der Berechnung für den Unterhalt aus? Wenn er nun noch tausend Euro zum Leben übrig hat und Mama und Papa die Wohnung zahlen, sieht es letztlich auf dem Papier so aus, als hätte er nur diese tausend Euro (obwohl es mit der Miete ja viel mehr ist) und von diesem Betrag ausgehend, wird doch der Unterhalt berechnet oder?

Versteht ihr wie es meine?

Darf er das machen? Damit betrügt er doch?

Ich bin bestimmt nicht kleinlich, aber ich finde dieses Verhalten dem Kind gegenüber äußerst armselig, da er allen anderen Menschen gegenüber sehr großzügig ist und er vermutlich ohnehin für sich mehr Geld zur Verfügung hat als ich für das Kind und mich zusammen.

Es wäre schön, wenn jemand etwas dazu sagen könnte.

Liebe Grüße

Beitrag von zwiebelchen1977 25.01.11 - 10:00 Uhr

Hallo

Gehört ihm die Wohnung oder hat er sie nur gemietet?

Bianca

Beitrag von lillylustig 25.01.11 - 10:03 Uhr

Er hat sie gemietet bzw. stehen ja jetzt seine Eltern im Mietvertrag.
Ich finde das alles verwirrend.

Beitrag von zwiebelchen1977 25.01.11 - 10:09 Uhr

Hallo

Das ist ganz egal. Er hat einen Mindestelbstbehalt von 950 Euro. Das muss ihm zum Leben bleiben.

Wichtig ist sein bereinigtes Nettoeinkommen. Also was nach Abzug über bleibt. Zusätzlich zu den 950 Euro kann er berifsbedingte Aufwenungen( höchstens 150 Euro im Monat), private KK, private Altersvorsorge, geltend machen.

Das erhöht seinen Selbstbehalt.

Bianca

Beitrag von lillylustig 25.01.11 - 10:22 Uhr

mmh, schwierig. Aber danke für deine Antwort.

Wenn er 950 Euro also behalten darf, dann muss er davon ja nicht mehr die Wohnung finanzieren - was zum Mindestselbstbehalt ja eigentlich auch gehört, oder?

Hintenrum bekommt er ja noch zusätzlich das Geld von seinen Eltern, nur erscheint das nirgends auf seinem Konto.

Er müsste demnach gar nicht viel mehr als den Mindestselbstbehalt verdienen, die Wohnung wird ja von anderen bezahlt und von 950,- kann man als Einzelperson doch prima leben.

Irgendwie kann das doch nicht sein.

Beitrag von zwiebelchen1977 25.01.11 - 10:28 Uhr

Hallo

In den 950 Euro ist die Miete schon drin. Aber wie schon geschrieben, kann sich der Selbsbehalt erhöhen

Und zur Unterhaltsberrechnung wird nur das Einkommen genommen.

Bianca

Beitrag von hedda.gabler 25.01.11 - 10:27 Uhr

Hallo.

Um diese Mietmauschelei musst Du Dir gar keinen Kopf machen ... wenn die Eltern jetzt im Mietvertrag stehen, müssen sie für die Miete geradestehen, das ist nicht Dein Problem.

Dein Ex hat einen Selbstbehalt von 950,- (plus eventuell die unten genannten zusätzlichen Aufwendungen) ... in diesem Selbstbehalt ist eine Miete von 360,- vorgesehen. Er kann die Aufwendungen für die Mietkosten nur dann erhöhen, wenn er nachweisen kann, dass er eine so günstige Wohnung nicht findet.
Der Unterhalt wird von seinem Einkommen berechnet ... wende Dich an einen Anwalt (die vom Jugendamt brauchen a. ewig und wenn es b. kompliziert wie bei einem Selbstständigen, machen sie lieber mal nichts). Dein Ex muss seine Bücher und Einkommenssteuernachweise vorlegen. Lass den Unterhalt auf alle Fälle titulieren, dann kannst Du pfänden ... bei Selbstständigen, die angeblich nicht zahlen können, sind Taschen- und Austauschpfändungen durchaus erfolgreich. Und lass alle 2 Jahre die Einkommensverhältnisse überprüfen.

Schlußendlich hat Dein Ex sich mit der Mauschelei mit seinen Eltern selbst ins Knie geschossen ... er hat einen Wohnsitz, für den er offiziell keine Miete bezahlt, weil er nicht im Mietvertrag steht ... also gibt es auch keinen Grund die vorgesehenen Mietkosten im Selbstbehalt zu erhöhen ... tja, dumm gelaufen würde ich sagen für den Herren.

Ach, und noch was ... Dein Ex ist auch für die unterhaltspflichtig ... mindestens die ersten 3 Jahre, wenn Du aufgrund der Kinderbetreuung nicht oder weniger (dann gibt es den Unterhalt sozusagen aufstockend) arbeiten kannst. Auch über die 3 Jahre hinaus ist Unterhalt möglich ... mit einem guten Anwalt.

Laß also den Anwalt Deinen Unterhaltsanspruch gleich mitmachen ... und auch titulieren ... dann kannst Du auch den auf 30 Jahre pfänden.

Bei solchen Typen, wie eine geschätzte Userin hier immer sagt, immer auf die Zwölf!

Gruß von der Hedda.

Beitrag von lillylustig 25.01.11 - 10:33 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort.

Das beste wird wohl wirklich sein, sich an einen Anwalt zu wenden. Gott sei dank hab ich ne Rechtsschutzversicherung.

Geld für mich will ich gar nicht. Es geht mir nur um das Kind.

Liebe Grüße

Beitrag von zwiebelchen1977 25.01.11 - 10:35 Uhr

Hallo

Die Rechtschutzversicherung wird dafür nicht zahlen. Familienangelegenheiten sind da ausgeschlossen.

Dir steht auch Unterhalt zu, vergiss das nciht.

Was verdient er denn?

Bianca

Beitrag von lillylustig 25.01.11 - 10:42 Uhr

Keine Ahnung, er ist wie gesagt selbstständig und da kommt mal mehr mal weniger rein.
Arm ist er aber sicher nicht.

Beitrag von hedda.gabler 25.01.11 - 10:37 Uhr

Hallo.

Wenn Du Dich alleine finanzieren kannst, kannst Du auf den Unterhalt für Dich verzichten (was ich an Deiner Stelle nicht tun würde, aber nun gut) ... wenn Du von staatlichen Geldern abhängig bist, MUSST Du Dich auch um Unterhalt für Dich kümmern, da Du alles tun musst, um Eure Bedürftigkeit zu reduzieren und Unterhalt eben eine vorrangige Leistung ist ...

... wenn Du jetzt schom im Alg II-Bezug bist, dann ist Dein eigener Anspruch auf die ARGE übergegangen, die treten dann an den Kindsvater heran.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von lillylustig 25.01.11 - 10:44 Uhr

Nein, ich bin Referendarin. Allerdings kriegt man da auch echt wenig Geld, deshalb bin ich zumindest auf den Unterhalt für das Kind angewiesen.

Grüße