Sinnkrise mit 30... geht das wieder vorbei?!

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von deprimama 25.01.11 - 10:15 Uhr

Hallo,

ich werde diese Woche noch 30, und ich kann mich mit der Zahl überhaupt nicht anfreunden. Naja, eigentlich ist es nicht die Zahl an sich, sondern vielmehr der Anlass, mich mit meiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, mir Fehler eingestehen, zu bereuen und zu grübeln...

Niemand versteht mich so recht. Ich habe zwei Kinder, einen Job, der mir Geld bringt, ich habe ein paar Freunde und einen Mann, der mich liebt. Eigentlich alles, was man sich mit 30 nur wünschen könnte, aber ich genüge mir selbst trotzdem nicht.
Ich habe das Gefühl, in meinem Leben immer nur alles so halbherzig gemacht zu haben. Ich kann eigentlich nichts wirklich gut, sondern eben von vielem etwas, aber nichts richtig. Beruflich schlage ich mich nach einer kaufmännischen Ausbildung und dem Mut zur Selbständigkeit ganz gut durch, aber ich bereue es zutiefst, nicht studiert zu haben.
Ich wollte beruflich weiterkommen, und habe gemerkt, dass ich ohne Studium irgendwo an meine Grenzen stoße - die wirklich anspruchsvollen Aufträge bleiben mir mangels akademischer Vorbildung versagt.

Ich habe das Gefühl, momentan in meinem Leben auf der Stelle zu treten. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, wo es mich hinzieht, und was meine Ziele sein sollen. Meine Kinder sind noch klein und brauchen mich, aber das kann doch nicht alles gewesen sein? Mein Job füllt mich nicht aus, aber reicht zum Leben. Ein Studium, jetzt noch?! Ich weiß nicht..

Mir fehlt einfach die Orientierung. Ich habe keine Perspektiven, und ich fühle mich manchmal so nutzlos und überflüssig :-(
Dabei kommt kein Druck und keine Kritik von außen, es ist mehr ein Gefühl von innen heraus, aus mir selbst.

Ich weiß nicht ,wie ich damit umgehen soll. Klar gibt es Dinge, die mir Freude machen (Hobbys), aber trotzdem habe ich immer die Frage im Kopf: War das schon alles? Warum hast du nicht mehr aus deinem Leben gemacht?

Ach ich weiß auch nicht. Alles erscheint momentan so sinnlos und trist, und ich weiß gar nicht, wie ich aus diesen trübseligen Gedanken wieder rauskommen soll. Wenn alle sagen "Du hast doch alles" und "Dir geht es doch gut", dann wird es nur noch schlimmer.

Habt ihr einen RAt für mich? Hilft nur abwarten, bis es besser wird, oder was kann ich tun?

Danke für eure Hilfe.

Beitrag von lisa1408 25.01.11 - 10:38 Uhr

Hallo,

Rat kann ich dir leider keinen geben... aber ich kann dir sagen, dass du nicht alleine bist mit dem Gefühl :-) Mir gehts auch so!

Vielleicht überlegst du dir ja trotzdem ob du ein Studium beginnst wenn es zeitlich bei dir möglich ist? Ich find das nicht schlimm wenn man mit 30 wieder die Schulbank drückt :-)

Kopf hoch!

Liebe Grüße
Lisa

Beitrag von deprimama 25.01.11 - 15:27 Uhr

Ja, ich bin am Überlegen... aber ich weiß nicht, ob ich die Kraft dazu habe... es wäre schon schön, aber ich zweifle einfach zu sehr daran, ob ich das alles schaffe..

Aber schön zu wissen, nicht alleine zu sein #liebdrueck

Beitrag von mir gehts gleich 25.01.11 - 11:20 Uhr

Hallo,

du bist mit deinen Gedanken auf keinen Fall alleine, mir gehts nämlich genauso:-(. Ich werde in 5 Monaten 30 und mir grauts vor diesem Tag.....früher habe ich immer gerne Geburtstag gefeiert, aber mittlerweile ist dieser Tag nur die furchtbare Erkenntnis, dass ich immer älter und älter werde und mein leben buchstäblich an mir vorbeizieht:-(.

Ich habe auch Mann und Kinder, hoffentlich bald wieder eine arbeit, also eigentlich sollte ich glücklich sein.....aber irgendwie bin ich das nicht und zwar aus denselben gründen wie du.....

Was wir dagegen machen können, weiß ich leider auch nicht, ich bin für jeden Ratschlag und für jede Hilfe dankbar:-).

LG

Beitrag von deprimama 25.01.11 - 15:28 Uhr

Ich wünsche dir, dass du bald das findest, was d ich glücklich macht #liebdrueck

Beitrag von auch bald 30 25.01.11 - 11:42 Uhr

Was mir immer hilft: sich vorzustellen, dass es viele Menschen gibt, denen es wirklich schlecht geht- seien es Krankheiten, unfreiwillge Arbeitslosigkeit, Geldmangel.

Bei dir klingt es schon fast nach Depression.

Mein Mann hat sich mit 30 auch nochmal für 4 Jahre neben seinem Vollzeitjob auf die Schulbank gesetzt. Aber damals hatten wir weder Haus noch Kinder und um den Haushalt kümmere ich mich (freiwillig). Ich hätte auch nicht den Elan, mich mit 30 noch mal auf den Hosenboden zu setzen und bewundere jeden, der das neben der Arbeit noch kann.

Ich werde in 3 Wochen auch 30. Ich finde es auch furchtbar, weil die ersten Falten kommen, man nicht mehr so attraktiv ist und sich weniger Männer nach einem umdrehen.

Aber ich habe mich damit abgefunden, weil ich heute sagen, dass ich ein gutes Leben führe. Manchmal frage ich mich auch, ob das schon alles war und warum ich nicht mehr aus meinem Leben machen. Auf der anderen Seite sehe ich die schönen Seiten: ich habe einen tollen Mann, ich habe ein schönes Haus und ich habe etwas Geld übrig, um mir einige schöne Dinge leisten zu können (obwohl es immer mehr sein könnte). Ich habe einen Job, den ich mag, obwohl ich auch mal froh bin, meinen Arbeitgeber ein paar Tage nicht zu sehen.

Ich habe irgendwann angefangen, positiv zu denken. Das ist gerade für Depri-Anfällige ziemlich schwierig, aber irgendwann hat es geklappt.

Beitrag von deprimama 25.01.11 - 15:29 Uhr

Ja, wegen einer Depression war ich auch schon in Behandlung. Bin allerdings seit Mai 2010 tablettenfrei, und hab mich eigentlich soweit ganz "gut" gehalten.

Ich versuche auch die schönen Seiten zu sehen, und ich weiß, es geht vielen sehr viel schlechter als mir. Ich hasse mich ja auch selbst dafür, dass ich so denke. Ich will ja gar nicht unglücklich und traurig sein.. aber diese Selbstzweifel, diese Grübeleien... das lässt mich einfach nicht los :-(

Aber du hast recht, wahrscheinlich muss man einfach dran bleiben und versuchen, positiv zu denken... immer und immer wieder ...

Beitrag von weiblich-ueber-30 25.01.11 - 11:57 Uhr



Hallo Du da!


Mir ging es ähnlich wie Dir.

An meinem 30. Geburtstag habe ich mich ebenfalls gefragt: War es das jetzt? Ich habe 3 Kinder und einen tollen Mann, aber es war mir nicht genug!

Ich werde demnächst 33 und die letzten 3 Jahre haben einiges verändert. Ich habe es angepackt!

Damals war ich "nur" Hausfrau, ich habe mir einen Nebenjob gesucht und mir damit eine zweite Ausbildung finanziert. Die ich jetzt grade mit 2 angeschlossen habe. Es ist mein Traumberuf und ich habe hart dafür gekämpft. Aber mittlerweile träume ich davon auch noch den Fachwirt zu machen.
Mein Mann und ich haben das Reisen angefangen.

Dadurch habe ich gemerkt, das es noch so viele Dinge gibt, die ich noch sehen und ausprobieren, lernen und erkunden möchte.

NEIN, mit 30 ist das Leben nicht vorbei, im Gegenteil es fängt erst richtig an! Ich freue mich nun auf meinen 40. Geburtstag, da habe ich dann nämlich alle meine Kinder groß und werde eine riesen Party schmeißen!

Also pack es an und verwirkliche Deine Träume!


LG

Beitrag von deprimama 25.01.11 - 15:30 Uhr

Das kling toll, was du aus deinem Leben gemacht hast.. man liest förmlich die Energie aus deinem Text heraus :-)

Ich hoffe, bei mir kommt diese Zeit auch wieder, in der ich anfange, etwas anzupacken und wieder Ziele zu sehen. Momentan irre ich einfach so ziellos umher, ich weiß gar nicht so recht, wo ich eigentlich selbst hin will, wer ich bin... schwierig...

Beitrag von Rumgejammer 25.01.11 - 14:19 Uhr

Wie ich dieses rumgejammer auf hohem Niveau liebe.

Euch geht es allen einfach zu gut.

Habt mal richtige Probleme, was ich euch natürlich nicht wünsche.

Eigentlich sind solche Äußerungen nicht mein Ding aber das wollte jetzt raus bei mir.

LG.

P.S. Wenns wieder vorbeigeht, kommt's in 10 Jahren wieder #rofl

Beitrag von deprimama 25.01.11 - 15:32 Uhr

Schon klar, dass es vielen anderen sehr viel schlechter geht. DAs weiß ich, und ich fühle mich deshalb ja auch schlecht. Ich will ja gar nicht jammern. Ich will das Leben genießen - aber etwas blockiert mich einfach. Ich finde mich einfach selbst nie gut genug, und ich fühle mich unzulänglich, überflüssig, einfach nutzlos...
Auch das kann ein "richtiges Problem" sein, glaub mir... :-(
Das geht so weit, dass man manchmal gar nicht weiß, warum man eigentlich noch da ist. Aber ich hoffe auch, dass sich das wieder ändern wird...

Beitrag von Dumusstesjawissen 25.01.11 - 17:46 Uhr

Woher nimmst Du das Recht, Dich dermaßen abwertend über die Probleme der Dame zu äußern?

Hattest Du schon eine echte Krise? Eventuell sogar Depressionen?

Ja, lach ruhig.... wir lachen, wenn es Dich erwischt#augen

Beitrag von clautsches 25.01.11 - 23:06 Uhr

Hallo!

Ich werde im März 30, bin Bürokauffrau (#gaehn) und fange in 2 Wochen meine zweite Ausbildung an. Als Landschaftsgärtnerin. Ich mache mein größtes Hobby zum Beruf. :-)

Hallo, du wirst 30, nicht 90! Das Leben fängt jetzt erst richtig an und alle Türen stehen offen!

Alles Gute!
LG Claudi

Beitrag von .unterwegs 26.01.11 - 08:59 Uhr

Hi

Mir gehts ziemlich ähnlich. Auch ich hab mich Hobbymässig selbstständig gemacht und meine Arbeit tut mir so gut, dass ich überlege, dies weiter auszubauen.
Dafür bin ich viel unterwegs und begegne allerlei Menschen auf den Reisen. Meist, die wirklich viel erlebt haben und erzählen können.

Bis jetzt dachte ich, alles ist gut so wie es ist. Nun hat mich tatsächlich aber jemand verwirrt und nun dreh ich mich, daheim angekommen, mit den Gedanken im Kreis. Auch hauptsächlich: Ist das hier schon alles; was kommt noch; was müsste dafür geopfert werden und was gewinnt man dazu?

Ich wünschte, ich könnt mein Hirn einfach mal in die Spülmaschine stecken und danach wieder klar denken.

unterwegs