Mein Sohn findet keine Freunde

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mari2003 25.01.11 - 11:17 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem.

Mein 5 jähriger Sohn ist im letzten Kindergartenjahr. Er ist eigentlich nicht unglücklich dort, aber er findet einfach keine Freunde. Darüber ist er oft sehr traurig. Besonders wenn die Geburtstagseinladungen ausgeteilt werden und er nie dabei ist. Auch nicht bei denen die wir schon einmal eingeladen haben. Wir haben mit der Erzieherin gesprochen die uns bestätigt hat, das unser Sohn nur sehr lose Kontakte pflegt. Ausserdem würde er bei Gruppenspielen immer als letztes ausgewählt werden. Er bemüht sich sehr um Freunde, aber keiner möchte mit ihm spielen. Wenn ich versuche ihn zu verabreden suchen die anderen Eltern immer Ausreden oder sagen kurzfristig ab. Das mag ja daran liegen das ich als Vater die Kinder betreue, während meine Frau arbeiten geht. Ich weiß es nicht. Ich bin sehr hilflos in dieser Situation und es macht mich sehr traurig wenn ich sehe wie mein Sohn im Kindergarten mal wieder ganz alleine ist.

Vieleicht hat ja jemand einen Tip.
Mario

Beitrag von borughtbackm 25.01.11 - 11:21 Uhr

Es muss ja einen Grund haben, oder?

Beitrag von sillysilly 25.01.11 - 11:23 Uhr

Hallo

macht Euch interessant -

unterstützt du deinen Sohn beim Aufbau von privaten Kontakten von Kindergartenkindern ? Private Kontakte nach dem Kindergarten helfen ungemein .... - das kann ich immer wieder nur empfehlen.

Ladet Kinder zu Euch ein nach dem Kindergarten
Bietet den Kindern was - nicht im Sinne von Geld - aber habt Spaß zusammen z.B. was basteln, werkeln, Ferngesteuertes Auto fahren lassen, Backen, ect.

Laß ihn selbst eine kleine Feier machen, einfach so - Piratenparty - ohne viel Aufwand nur zum Spaß haben.

Oft fehlt nur der engere Kontakt - wenn du ihm da hilfst findet sich der Rest von alleine

Was sagen den die Erzieherinnen WARUM er so wenig Freunde hat.
Es gibt immer einen Grund, und auch wenn es manchmal schwer ist als Eltern dies zu ertragen, ist es wichtig, daß dieser Grund ehrlich ausgesprochen wird. Nur so kannst Du ihm helfen

z.B. Schüchternheit, Hemmungen, Unsicherheit, zu wenig soziale Kontakte - dann helfen die oben beschriebenen Sachen

Es kann aber auch sein, daß er sich unangenehm verhält - und dann könntest du ihm helfen wenn du weißt was es ist

Grüße Silly

Beitrag von zaubertroll1972 25.01.11 - 11:23 Uhr

Hallo,

daß es an Dir liegt denke ich nicht.
Auch mein Mann ist viel mit unserem Sohn zuhause und viele Mütter finden das ganz super da sie das von ihren Männern nicht kennen oder sich wünschen daß die Väter sich mehr kümmern.
Welchen Eindruck hast Du selber denn und was denkt denn die Erzieherin woran es liegt?

LG Z.

Beitrag von mari2003 25.01.11 - 11:39 Uhr

Also erstmal vielen Dank für die wirklich schnellen Antworten. Damit habe ich garnicht gerechnet.

Laut Erzieherin und auch nach unserer eigenen Einschätzung ist er kein Typ der so ins "Jungenklichee" passt. Also: kein Fussball, kein Balgen oder raufen, keine Superhelden, kein mit Autos spielen usw.

Er experimentiert gerne (Z.b Strombaukasten), baut die komplette Lego City Eisenbahn alleine auf spielt aber dann nicht damit, macht Wissensspiele und interessiert sich für alles was Erwachsene so tun.

Die Erzieherin meint das er dadurch bei den anderen Kindern als uninteressant gilt, aber das hilft mir auch nicht weiter.

Das mit den Verabredungen und Kinder zu uns nach hause einladen haben wir ja schon alles durch. Die Kinder spielen mit seinem Spielzeug, aber nicht mit Ihm.

Mario

Beitrag von sillysilly 25.01.11 - 11:45 Uhr

Hallo

dann könntest DU erstmal das Verbindungsglied sein - eben durch Basteln, Werkeln, mal ein Ausflug ect.

Wenn du ihm nicht helfen kannst wird es so bleiben.

Ich denke allerdings nicht, daß es nur an unterschiedlichen Interessen liegt, denn es gibt immer wieder Kinder die andere Interessen haben und trotzdem Freunde haben.
Wird er von sich aus aktiv ? Geht er auf Kinder zu ?
Es wird doch Gemeinsamkeiten mit anderen Kindern geben

Was ist mit Freizeitbeschäftigung ? Vereine ? Kinderturnen ect.
Meine Große ( 6 Jahre ) geht in Schwimmverein, Judo

Hat er private Freunde ? einen richtig guten Freund außerhalb des Kindergartens ?

Grüße Silly

Beitrag von mari2003 25.01.11 - 11:55 Uhr

Liebe Silly,

das Problem ist das wir soweit alles schon durchhaben. Wir machen Ausflüge mit den Jungs (unser kleiner wird im Sommer drei), also Schwimmen, klettern, Spielplätze halt eben das ganze Programm.

Er geht auch auf andere Kinder zu, wenn auch etwas zögerlich.

Ja und Sportvereine wie Turnen usw. haben wir auch. Aber auch da sind die Kontakte nur oberflächlich.

Er hat einen Freund ausserhalb des Kindergarten der aber jetzt leider weit weg zieht.

Trotzdem Danke für die Tipps.
Deshalb sind wir ja so verzweifelt, weil wir schon so viel versucht haben.
LG Mario

Beitrag von sillysilly 25.01.11 - 12:00 Uhr

Hallo
dann wird es wirklich schwierig ...... denn dann gehen mir die Ideen aus.


Eigentlich können dir dann nur die Erzieherinnen vor Ort helfen -

grüße Silly


Beitrag von juniorette 25.01.11 - 11:42 Uhr

Hallo Mario,

ich bin entsetzt - und zwar über die Kindergartenerzieherinnen deines Sohnes!

Sie schauen tatenlos zu, wie dein Sohn bei Gruppenspielen immer als letzter ausgewählt wird?!?!?! #klatsch

Klar, irgendeiner muss immer der letzte sein bei einer bestimmten Art Spiel (wobei ich nur Kindergartengruppenspiele kenne, wo einer anfängt, einen auswählt, diese zwei dann wiederum je einen auswählen, usw., so dass viele Kinder gleichzeitig "die letzten ausgewählten" sind), aber wenn ich sehe, dass immer dasselbe Kind als letztes ausgewählt wird, dann löse ich das dadurch, dass dieses Kind immer mal wieder das erste Kind ist, das andere auswählen darf.

Und wenn ich die Erzieherinnen meines Sohnes auf seine sozialen Kontakte anspreche, möchte ich nicht hören "er pflegt nur lose Kontakte", sondern ich erwarte mir Tips, wie mein Sohn Freunde findet bzw. will wissen, woran es liegt, dass mein Sohn als einziger keinen Freund hat.

Natürlich können Erzieherinnen nicht hexen und Freundschaften lassen sich eh nie erzwingen.
Abder gerade Kindergartenkinder sind noch lenkbar. Wenn ein Kind nicht wirklich was Benennbares an sich hat, was andere Kinder davon abhält, sich mit dem Kind anzufreunden, findet jedes Kind im Kindergarten Freunde.
Und wenn ein Kind was Benennbares an sich hat, ist es Aufgabe der Erzieherinnen, dieses zu erkennen und dir mitzuteilen.
Und wenn es die Tatsache sein sollte (kann ich mir zwar nicht vorstellen #kratz), dass du Hausmann bist.

Für die anderen Eltern können die Erzieherinnen natürlich nichts. Was sollen sie groß machen, wenn andere Eltern bei Verabredungen mit deinem Sohn Ausreden erfinden oder kurzfristig absagen?
Ich würde das vielleicht schon bei den Erzieherinnen ansprechen (damit diese wissen, dass du schon was dafür machst, dass dein Sohn Freunde bekommt), eventuell erfahren sie ja vom dem betroffenen Kind, wo das Problem liegt #gruebel

Echt schwierige Situation...

LG,
J.

Beitrag von schullek 25.01.11 - 12:06 Uhr

hallo,

wir wäre es mit einem Hobby? Ideal für Kinder, die in dieser Hinsicht ein Problem mit dem selbstbewusstsein haben und die es schwerer haben Freunde zu finden sind Teamsportarten. Mein Sohn geht zum Fußball und er liebt es. Er hat zwar nicht die Probleme deines Sohnes, aber ich denke alle Kinder profitieren davon. Die Kinder haben ein ausgeprägtes Teamverständnis, gehen sehr sozial miteinander um etc.

Ich denke das wäre ein guter Schritt für euch.

lg

Beitrag von mari2003 25.01.11 - 12:29 Uhr

Hallo an alle

nochmals vielen Dank für Eure Tipps.
Angeregt dadurch ist mir die hoffentlich zündende Idee gekommen.
Und zwar die Pfadfinder. Ist zwar erst ab 6, aber trotzdem.

Und beim Judo (ist bei uns auch erst ab 6) werde ich Ihn auch anmelden
Danke für den Tipp.


Also nochmals Danke an alle

LG Mario

Beitrag von lyss 25.01.11 - 12:32 Uhr

Ich habe mich jetzt mal durchgelesen.

Also, dein Sohn ist in etwa wie mein Sohn ;-)
Geht zögerlicher auf andere Kinder zu, mag nicht die klassischen Rauf-und Superheldenspiele, kann sich auch gut alleine beschäftigen (und das auch gerne, will immer mal wieder seine Ruhe haben - so ist's bei Luca), Fussball mag er nicht und ist auch sonst was Grobmotorik angeht nicht der Überflieger. Ach ja, und auch unsere Söhne werden vom Vater betreut während ich für unseren Lebensunterhalt arbeiten gehe.

Als Hobby hat Luca die Musikschule - da geht er sehr, sehr gerne hin.

Und doch hat er mittlerweile Freunde gefunden und ist recht beliebt. Sicherlich ist er nicht das beliebteste Kind um das sich alle reissen, er hat keine meterlange Freundesliste - aber er ist glücklich und zufrieden so wie es jetzt ist. Und so soll es sein.

Er wird manchmal eingeladen, manchmal lädt er andere Kinder ein. Das entwickelte sich alles im Laufe der Zeit und ich bin mir ganz sicher, dass da auch die Erzieherinnen mitgeholfen haben. Sie versuchen zu verhindern, dass ein Kind immer aussen vor ist, dass jemand ausgeschlossen ist. Und so wie ich das sehe, klappt das in unserer Gruppe sehr gut. Auch beredeb sie immer mit uns, wo sie die Stärken und Schwächen von unserem Sohn sehen - und wir bereden wie wir helfen können wenn Bedarf besteht.

Wenn eure eigenen Bemühungen nicht recht fruchten, sprich die Erzieherinnen noch mal konkret darauf an - und frage nach Tipps. Vielleicht könnt ihr Hand-in-Hand zusammenarbeiten. So sollte es zumindest funktionnieren...

Und dann wäre da natürlich auch noch du. Gehst du auch auf andere Eltern zu? Sprichst du mit ihnen? Betreibst Small-Talk? Es dauert manchmal etwas, bis ein Vater von den anderen Müttern akzeptiert wird (war bei uns auch so), aber es geht. Und dann, wenn man sich besser kennt, ergibt sich auch so schon die eine oder andere Verabredung...

LG,
Lyss

Beitrag von atarimaus 25.01.11 - 13:22 Uhr

Hallo Mario,

ich denke auch, dass dein Sohn eher ältere Kinder als Freunde finden wird. Jungs oder Mädels, die eher Denkspiele spielen, statt rumzutoben und zu raufen.

Deshalb finde ich deine Idee mit Pfadfindern usw. schon ganz gut. Er ist eventuell seinen Kigakumpels voraus, eher verkopft... deshalb für sie uninteressant.

Viel Glück bei den Pfadfindern.

Ansonsten wirds spätestens in der Schule was werden ;-)

Gruß
Beate

Beitrag von donaldine1 25.01.11 - 13:37 Uhr

Hallo,
bist du dir denn ganz sicher, daß dein Sohn wirklich traurig ist, daß er eher lose Kontakte hat?
Oder ist es auch ein wenig so, daß er merkt, daß du gerne sehen würdest, daß er mehr Kontakt hat und deshalb traurig ist?
Ein wenig kenne ich die Situation von meiner Tochter. Sie ist jetzt gerade 5 geworden. Und sie hat auch keine Einladungen bisher groß im Kindergarten gehabt. Sie stört sich aber gar nicht daran. Bei ihr ist es z.B. so, daß sie sehr gerne alleine spielt und sich wunderbar alleine beschäftigen kann. Ihr reicht es bislang eigentlich absolut aus, daß sie mit ihren beiden kleineren Geschwistern spielen kann. Sie sucht direkt gar keine Kontakte.
Neulich waren wir mal alle zusammen bei einer Krabbelgruppenfreundin meines Sohnes zum Geburtstag eingeladen (es waren auch enige Kinder im Alter meiner Tochter da). Auf dem nachhauseweg fragte sie mich dann, warum wir da denn hin mußten, sie hätte doch viel lieber alleine oder mit den Geschwistern gespielt.
Ich dachte früher auch immer, ich müßte da was dran ändern. Aber das war dann alles eher meine eigene Vorstellung, die ich da verwirklichen wollte.
Habt ihr bisher immer Verabredungen mit Jungs gesucht/gehabt? Oder auch Mädchen? Vielleicht mag er ja lieber mit Mädchen spielen, wenn die "echte Jungstour" nichts für ihn ist.
Was ich definitiv nicht glaube, ist, daß es daran liegt, daß du eine Mann bist. Bei Freunden von mir hat auch der Papa lange auf die Kinder aufgepaßt, der hat z.B. nie von sowas berichtet.
LG
donaldine1