frisch arbeitslos, kinderwunsch - zwickmühle

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie Elterngeld, Elternzeit und Kindergeld, der Wiedereinstieg in den Beruf oder Aus- und Fortbildung sind hier richtig.

Beitrag von miniplacebo 25.01.11 - 13:14 Uhr

Hallo in die Runde,
vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen...
Seit Mitte Dezember bin ich arbeitslos, mir wurde gekündigt (Chef fühlte sich wohl in seiner Ehre verletzt....bin auch froh, dass ich da weg bin)
Zur Info: mein Mann und ich haben seit ca. 3 Jahren unerfüllten Kinderwunsch und sind auch in Behandlung.
Das ist sehr nervenaufreibend und man hat so einige Arzttermine am Start, auch Krankschreibungen sind dabei.
Mein alter Chef wusste davon und war, zu dem Zeitpunkt, sehr verständnisvoll. Aber das ist ja nun vorbei.
Ich habe mich schon beworben und tatsächlich hat eine Firma geantwortet, obwohl ich meine Gehaltsvorstellung ganz schön nach oben geschraubt habe. #schein Das habe ich getan, weil der Arbeitsweg für mich persönlich viel zu weit ist. Ich habe fast ne Phobie im Winter zu fahren. :-(
Nun habe ich eine Einladung zum Vorst.gespräch erhalten - die ich aber nun schon abgesagt habe #schwitz

Es ist so schwierig - die Behandlungen laufen ja auch weiter - und dann hat man eine neue Stelle und ist gleich krank ??? Das ist ja auch scheisse.

Bin ich zu verwöhnt, dass ich dieses Gespräch abgesagt habe?
Ich mein, ich muss auch an mich denken - denn viel Zeit (wg. meiner Hormone) bleibt uns nicht.
Da ist mir der Kinderwunsch einfach mal wichtiger.
Trotzdem fühle ich mich irgendwie schlecht, sowas hab ich noch nie gemacht.

Hach man...

Danke fürs ausheulen!


Beitrag von littlequeen 25.01.11 - 13:24 Uhr

Wenn du es dir finanziell erlauben kannst, sehe ich da gar kein Problem drin, solltest du deswegen Sozialleistungen beziehen müssen, kann ich es menschlich wohl verstehen - wegen dem Kinderwunsch - sozial jedoch gar nicht, denn auch wenn man arbeitet kann man schwanger werden.

Was ich jedoch nicht ganz verstehe ist warum du Bewerbungen an Stellen schreibst die du auf keinen Fall haben willst. Vielleicht wäre ja eine Teilzeitstelle eine möglichkeit, wo mann eine Woche voll, die andere Woche gar nicht arbeitet, vielleicht kann man das ja mit den Behandlungen koordinieren?Oder wenn man nur Vormittags arbeitet und die Arzt termine auf anhcmittags legt bzw anders herum?

Viel Erfolg beim koordinieren von Realität und Träumen :)

Lg littlequeen - die bevor sie schwanger wurde einen Familienfreundlicheren Job angenommen hat und es bis jetzt nicht bereut :)

Beitrag von miniplacebo 25.01.11 - 13:46 Uhr

Danke für Deine Antwort!
Du hast Recht, das war eigentlich Quatsch sich dort zu bewerben....irgendwie war mir nicht ganz klar, dass die Strecke etwas weit ist.
Klar kann man schwanger werden, wenn man arbeitet - aber wie gesagt, es ist ein ganz schöner Spagat diese Termin alle unter einem Hut zu bekommen.
Die Arzttermine sind zu 90 % morgens (labor).

Leider kann ich ja nicht "einfach so" schwanger werden...
Da müssen wir leider planen. :-(

Was ist denn Dein familienfreundlicher Job ? Und herzlichen Glückwunsch dazu ;-)

Ich denke, eine Halbtagsstelle wäre super...in der Nähe.

LG!

Beitrag von littlequeen 25.01.11 - 15:29 Uhr

ich bin Kinderkrankenschwester in der ambulanten intensivpflege, also pro schicht zwar 12 stunden, diese aber nachts, so dass ich das gut mit den arbietszeiten meines Mannes koordinieren kann :)

Beitrag von marion2 25.01.11 - 14:04 Uhr

Hallo,

zieh den Kinderwunsch durch.

Stressfrei wird man leichter schwanger.

Gruß Marion

Beitrag von miniplacebo 25.01.11 - 14:09 Uhr

Danke für Deine Antwort!
Sehe ich (inzwischen) auch so.
Ich bin ja auch man gerade erst arbeitslos und ansonsten ist mein Lebenslauf tadellos. (17 Jahre gearbeitet)

Ich muss einfach mal lernen, am Fluss sitzen zu bleiben und nicht mit dem reissendem Strom zu schwimmen... #gruebel


Beitrag von havanna0804 25.01.11 - 14:38 Uhr

Hallo,

wenn ihr Euch das leisten könnt, zieht das mit dem KiWu jetzt ruhig durch. Schliesslich bist Du ja auch nicht mehr die Jüngste;-), und man hat im günstigsten Fall nur 12 Zyklen im Jahr. Wie ich in Deiner VK gesehen habe, stehst Du ja vor Deiner 5.ICSI#schwitz...
Bei mir war es auch schwierig damals. Anfangs noch Verständnis für Arzttermine, US etc., aber mit der Zeit kommt man sich blöd vor, auch wenn man die Zeit wieder einarbeitet und seine Arbeit trotz des psychischen Stresses ordnungsgemäss erledigt. Von den Nebenwirkungen der Medis mal ganz abgesehen#zitter. Für die PU hatte ich einen Krankenschein, und für den TF 3 Tage später habe ich dann Urlaub genommen. Die KiWuZ haben ja auch nicht gerade "arbeitnehmerfreundliche" Öffnungszeiten. In den Unikliniken ist das schon besser, aber meisst wartet man sowieso ewig, auch wenn man einen Termin hat. Das ist mit Arbeit wirklich schwer, gerade wenn man in kleineren Betrieben in der freien Wirtschaft arbeitet. Im ÖD/Beamtentum ist das bestimmt alles etwas leichter und stressfreier.
Also, wenn Dein KiWu jetzt so stark ist, wie ich vermute, dann mach weiter! Arbeiten kannst Du noch ewig, Kinderkriegen nicht. Und mit jedem Jahr sinken nunmal die Chancen auf eine SS, leider...
Viel, viel Glück bei Eurem nächsten Versuch,

#winkeSandra

Beitrag von miniplacebo 25.01.11 - 14:44 Uhr

Danke, liebe Sandra!
Du verstehst mich #liebdrueck
Eben - die jüngste bin ich (auch anhand der schlechten Hormonwerte) echt nicht mehr....
In einem kleinen Betrieb ist es wirklich sehr schwer, immer "solche" Termine zu haben!
Ich bin Bürokauffrau und das sind halt oft genug Stellen, wo man quasi alleine das Büro schmeisst....

Da ist was wahres dran, Arbeiten kann ich wirklich noch ewig - das mit dem schwanger werden gestaltet sich ja jetzt schon so schwierig.

Danke für Dein Glück wünschen!

#winke

Beitrag von rotes-berlin 25.01.11 - 14:58 Uhr

In Anbetracht deines Alters würde ich den KiWu verfolgen. Wobei du jedoch die Chance auf Arbeit nicht vergeuden solltest. Später ärgert man sich nur, wenn man diese Chancen verpasst hat.

Wenn man vom schlimmsten ausgeht, klappt das mit dem KiWu eventuell nie. Dann wäre es doch wenigstens gut einen Job zu haben. Vorallem wenn man weiter in die Zukunft schaut :)

Viel Glück.

Beitrag von miniplacebo 25.01.11 - 17:17 Uhr

Danke für Deine Antwort!
Das stimmt auch wieder.... ich warte einfach noch ein bißchen und wer weiss, vielleicht tut sich ja ne tolle halbe Stelle in der Nähe auf!

Beitrag von windsbraut69 25.01.11 - 15:15 Uhr

Ja, wenn Du auf das Arbeitslosengeld verzichten kannst, dann bewirb Dich doch einfach erst wieder, wenn Du wirklich arbeiten möchtest!

Gruß,

W

Beitrag von king.with.deckchair 25.01.11 - 16:25 Uhr

"Bin ich zu verwöhnt, dass ich dieses Gespräch abgesagt habe?"

Eindeutig ja.

Beitrag von miniplacebo 25.01.11 - 17:19 Uhr

Hm...
Naja, nun ists zu spät und ich denke, diese Entscheidung war richtig...
Danke für Deine ausführliche Meinung ;-)

Beitrag von king.with.deckchair 25.01.11 - 18:24 Uhr

Einfache Frage, einfache Antwort.

Ich arbeite derzeit noch in einem Projekt für über 50jaährige und betreue dort Frauen. Zigfach sind die irgendwann in den 70ern/80ern im Alter von Mitte 20 bis Mitte 30 zum Kinder kriegen aus ihren Jobs ausgestiegen. Und nun haben sie den Salat - nämlich ALG II-Bezug. Ich habe auch bei jüngeren Müttern soviel Not von Kindern gesehen, weil ihre Mütter zu blöd und zu naiv waren und nicht für ein berufliches Fundament gesorgt hatten, dass mich Einstellungen wie deine einfach sauer machen!

In der heutigen Zeit einen auf "ich habe eine im Winter fahren-Phobie" zu machen und sich allein wegen der Kinderwunschbehandlung - von der keiner weiß, ob sie Erfolg haben wird - ins berufliche Aus zu begeben, ist schlicht grob fahrlässig. Wenn nicht sogar dumm.

Eure Vollversorger-Ehemänner können arbeitslos werden, sich trennen, erwerbsunfähig werden, sogar sterben. Und dann stehst du da. Ohne Job. Mit Mickerwitwenrente oder einem Unterhaltsanspruch, der erst mal durchzuprügeln ist oder einem kranken Mann, der kein Geld mehr verdienen kann und nur EU-Rente erhält. Und mit evtl. einem Kind, das auch nicht von Luft und Liebe allein groß wird.

Nun haben Frauen jahrzehntelang gekämpft, damit Mütter nach einer Schwangerschaft nicht ohne Job da stehen müssen und Frauen wie du treten diese Rechte mit Füßen. Ich begreife das einfach nicht.

Beitrag von miniplacebo 25.01.11 - 18:33 Uhr

Ich finde Du übertreibst etwas in meinem Fall...
Mein Lebenslauf ist lückenlos - es ist mir durchaus bewusst, dass ich wieder arbeiten gehe!
Ich nehme mir nur etwas Zeit. Eine Auszeit.

"zum Kinder kriegen aus ihren Jobs ausgestiegen. Und nun haben sie den Salat - nämlich ALG II-Bezug."

Ähm - ja - ich wünsche mir nunmal Kinder! Du schreibst so, als ob es ein Fehler ist Kinder zu bekommen und seinen Job aufzugeben. Das sehe ich halt anders.
Mit Deiner Einstellung sterben wir aus! Du tust so, als hätte ich nie gearbeitet, dabei kann ich mit 34 schon 17 Jahre Berufserfahrung bieten.
Das ist kein berufliches Fundament?

"Eure Vollversorger-Ehemänner können arbeitslos ..."
Puh- tut mir leid - aber DAS klingt leicht verbittert.... EURE Vollversorger Ehemänner....

Wie gesagt, Du übertreibst.

Nix für ungut.

Beitrag von cinderella2008 26.01.11 - 07:17 Uhr

Hallo,

im Grunde kann ich Dich verstehen.

Aber es ist doch wirklich so, wenn Du jetzt aus dem Berufsleben komplett aussteigst und am Kind "bastelst", kommen ganz schnell ein paar Jahre zusammen, in denen Du nicht berufstätig bist. Und dann wieder den Anschluss zu finden, das könnte sich sehr schwer gestalten. Unter Umständen stehst Du dann da, möchtest arbeiten, hast aber keine Chance mehr dazu. Und im schlimmsten Fall, hat sich nicht mal der Kinderwunsch erfüllt.

Ich würde Dir daher raten: Versuche unbedingt einen neuen Job zu finden und verfolge Deinen Kinderwunsch nach wie vor weiter.

Vielleicht gelingt es Dir, einen AG zu finden, der ein Gleitzeitmodell hat. Dann sind auch die Labortermine am Morgen kein Problem.

LG und alles Gute,

Cinderella

Beitrag von king.with.deckchair 26.01.11 - 10:22 Uhr

"Aber es ist doch wirklich so, wenn Du jetzt aus dem Berufsleben komplett aussteigst und am Kind "bastelst", kommen ganz schnell ein paar Jahre zusammen, in denen Du nicht berufstätig bist. Und dann wieder den Anschluss zu finden, das könnte sich sehr schwer gestalten. Unter Umständen stehst Du dann da, möchtest arbeiten, hast aber keine Chance mehr dazu."

Genauso sieht es aus. Und den Anschluss verliert man heute schneller als man denkt. Die Konkurrenz ist ebenfalls groß und die Arbeitgeber können sich die Rosinen herauspicken. Auch in ein paar Jahren wird da - trotz des viel beschworenen Fachkräftemangels - eine Frau Ende dreißig, Anfang vierzig (am besten noch mit Kleinkind oder Kind unter 12), die ein paar Jahre raus ist, wenig Chancen auf eine adäquate Stelle haben.

LG
Ch.

Beitrag von nele27 26.01.11 - 10:55 Uhr

***Auch in ein paar Jahren wird da - trotz des viel beschworenen Fachkräftemangels - eine Frau Ende dreißig, Anfang vierzig (am besten noch mit Kleinkind oder Kind unter 12), die ein paar Jahre raus ist, wenig Chancen auf eine adäquate Stelle haben.***

Meinst Du? Ich habe auch schon andere Prognosen gehört... ich beschäfitge mich gerade mit dem Thema. Sitze ja auf einer recht guten Vollzeitstelle, würde aber der Kinder wegen keine weitere Karriere mehr machen, sondern versuche, auf der Stelle zu bleiben (komme aus der Medienbranche und bin froh, was Familienfreundliches gefunden zu haben).

Letztens meinte ich noch zu meinem Mann, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, nach den Kindern - also in ca. 20 Jahren - noch mal richtig durchzustarten mit Karriere, Überstunden, Meetings abends um 22 Uhr usw. Der demographische Wandel gibt mir dabei auch Recht #kratz

Eigentlich müssten doch 2030 genug Stellen für gut ausgebildete Leute frei sein, oder?
Oder was meinst Du dazu?? Hast ja mehr Einblick in den Arbeitsmarkt als ich :-)

LG, Nele

Beitrag von windsbraut69 26.01.11 - 11:57 Uhr

Du meinst ernsthaft, dass in 20 Jahren 50jährige gut ausgebildete Frauen für Spitzenpositionen gesucht werden, nachdem sie sich jahrelang komplett ausgeklinkt haben?

Gruß,

W

Beitrag von nele27 26.01.11 - 14:14 Uhr

Nee nee, nicht komplett ausgeklinkt - ich werde ja schon nach einem Jahr Elternzeit voll weiterarbeiten.
Nur eben nicht mehr versuchen große Karriere zu machen (also keine Jobwechsel, die mich "nach oben" bringen), sondern eher auf meinem jetzigen Stand bleiben und eben später noch mal was losmachen wollen (falls ich das dann immernoch so sehe).
So meinte ich das.

Beitrag von windsbraut69 26.01.11 - 15:43 Uhr

Auch dann wirst Du mit großer Wahrscheinlichkeit mit 50 keine großen Sprünge mehr machen!

Beitrag von king.with.deckchair 26.01.11 - 12:26 Uhr

Schließe mich windsbraut an.

Und unterschätze bitte nicht die Einschränkungen, die das "Alter" mit sich bringt. Ich habe in den letzten Monaten in einem Team gearbeitet, in dem ich mit 41 Jahren die jüngste war. Danach folgte eine vier Jahre ältere Kollegin und dann ging es mit KollegInnen ab Mitte fünfzig weiter. KollegInnen, die teils Quereinsteiger waren und einiges neu lernen oder auch auffrischen mussten. Ich musste einen Kollegen (60) einarbeiten. Es war ein Kreuz. Dass er langsamer lernte als Kollegen mit Mitte 20, alles klar, darauf war ich eingerichtet, ich lerne heute bereits auch langsamer als vor 15 Jahren.

Aber bei dem Kollegen war schlicht "die Luft raus", der hatte teils auch einfach keine Kraft/Lust/Energie mehr, um "durchzustarten" (war vorher zwei Jahre arbeitslos, aber ohne finanzielle Not und gut zu tun dank Ehrenämtern).

Und das habe ich bei vielen 50plus-Kollegen erlebt (bei Kunden sowieso). Teils echt festgefahren im Denken (und auch hier: das soll keine Kritik sein, auch ich merke, dass ich manchmal eine "das haben wir doch schon immer so gemacht"-Einstellung bekomme - hoffe, ich kann das noch hinbekommen). OK, vielleicht lag das auch am Team, es fehlten da IMHO einfach ein paar Leute unter 40 und unter 30. So aber bestärkten sich die Kollegen oft noch in ihrer Tüdeligkeit und dem Ablehnen neuer Dinge.

Will sagen, mit 50 sieht das Leben noch mal ganz anders aus als heute. Wenn man dann aber einige Jahre aus dem Job raus ist, gilt man auch nicht mehr als "gut ausgebildet". Nach fünf Jahren "draußen" gilt die Ausbildung in den meisten Berufen inzwischen als veraltet bzw. hat den Wert wie "nicht absolviert". Ist leider so. Und daran wird auch die Demographie nichts ändern. Es sei denn, wir geben uns dann mit EHEMALS gut Ausgebildeten, die nun aber nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind und noch ein paar Jährchen herumtüdeln zufrieden.

Ich bin sicher, dass Dauerpausierer auch in 20 Jahren null Chancen haben werden. Selbst wenn sie in den 90ern oder 2000er-Jahren mal eine tolle Ausbildung hatten. Denn die Tätigkeit formt auch den Menschen. Wenn ich immer mitten drin bin im Betrieb, mit Input und Innovation durch junge Kollegen, mit dem "Druck", selbst auch beweglich und geistig rege zu bleiben - oder nein: Wenn mein Geist durch das alles gefordert wird, bleibe ich eine attraktivere Arbeitskraft als eine Frau, die Jahre in Familienarbeit zugebracht. Jaja, auch in dieser Zeit kann man etwas für seinen Geist tun und richtig gemacht ist auch "Hausfrau" ein "Vollwertberuf" (sehe ich anders, aber egal) - aber das ist nicht mit beruflicher Anregung und Weiterentwicklung zu vergleichen.

LG
Ch.

Beitrag von nele27 26.01.11 - 14:25 Uhr

Ich meinte mit Pausieren auch um Gottes Willen nicht, dass ich 20 Jahre zu Hause bleiben will #schock

Sondern, dass ich in meinem jetzigen Arbeitsplatz (Pressesprecherin bei der Kirche) versuche zu bleiben und mich halt nicht in Firmen bewerbe, wo ich mehr Geld verdiene, ein Team leite (bei mir bin ich allein zuständig) oder ähnliches.
Bin jetzt zwei Jahre dort und um richtig aufzusteigen müsste ich nun langsam anfangen, mich zu bewerben. In einen großen Konzern zum Beispiel. Ich will aber mit Kleinkind und Baby keine neue Stelle, die dann ständige Mehrarbeit und Riesenstress bedeutet. Bin froh, dass ich kein Team, absolut flexible Arbeitszeiten und Home Office habe...
Mein jetziger Job ist alles andere als ein Spaziergang, aber im Vergleich zu anderem in der Medienbranche wirklich familienfreundlich.

Könnte mir aber halt vorstellen, wenn die Kinder aus dem Haus sind, noch mal einen Aufstieg zu wollen. Dann brauche ich ja auch keine familienfreundlichen Arbeitszeiten mehr. Meinst Du, man ist dann wirklich nicht mehr in der Lage, noch mal aufzusteigen?
Politiker steigen doch auch mit 50plus in Stressjobs ein - oder ist das jetzt ein blöder Vergleich?
Braucht man in 20 Jahren keine studierte Pressesprecherin, die zwar etwas Schmalspur gearbeitet hat, dafür aber kontinuierlich Verantwortung getragen und nun wieder Zeit und keine Kinder mehr hat?

Ich habe gerade meine Elternzeitvertreung eingestellt und eingearbeitet (Mann, Jg 1960) und fand den echt fitter als seine jüngeren Konkurrenten. Einzig in technischen Dingen - zB die Bearbeitung unserer Homepage - merkte man, dass er aus dem Nicht-Computerzeitalter stammt.

Beitrag von windsbraut69 26.01.11 - 15:44 Uhr

"Braucht man in 20 Jahren keine studierte Pressesprecherin, die zwar etwas Schmalspur gearbeitet hat, dafür aber kontinuierlich Verantwortung getragen und nun wieder Zeit und keine Kinder mehr hat? "

Nee, ich fürchte, auch in 20 Jahren werden dann eher jüngere Bewerber genommen.

LG

Beitrag von nele27 27.01.11 - 09:47 Uhr

Wir werden sehen... ich habe jetzt schon mehrfach gelesen, dass in der Wirtschaft ein Umdenken stattfindet. Mehr in die Richtung, dass Belegschaften altersmäßig gemischt sein sollten um produktiv zu sein und ein nur jungdynamisches Team auch ne Menge Nachteile hat.
Außerdem werden durch den Geburtenrückgang (die Babyboomer sind dann in Rente...) auch mehr Möglichkeiten sein.
Wie gesagt, meine Elternzeitvertreung ist 50 und den haben wir nicht aus Mitleid eingestellt, sondern weil er der Kompetenteste von den (zahlreichen!) Bewerbern war.

LG