Mein Mann der Choleriker?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von grandness 25.01.11 - 13:34 Uhr

Hallo Zusammen,

ich weiß nicht genau wie ich anfangen soll.
Kurze Anmerkungen:
Bin 30 Jahre mein Mann 25.

Ich bin seit 1 Jahr verheiratet und seit fast 3 Jahren mit meinem Mann zusammen.
Er kommt gebürtig aus Algerien, hat aber die meiste Zeit in Paris verbracht.
Als wir zusammen gekommen sind und zusammen gezogen sind (er ist für mich nach Deutschland gezogen) hat es am Anfang immer zu Streitigkeiten gekommen. Das war auch in Ordnung, da man sich erst kennenlernen und sich zusammenraufen musste. Nach einer Weile (gefühlte Ewigkeit) hatten wir es auch geschafft und im Großen und Ganzen haben wir im Einklang gelebt. Da er nur französisch konnte, hatte er auch nicht gearbeitet. Ich brachte das Geld nach Hause und er hat sich um den Haushalt gekümmert und deutsch gelernt. Letztes Jahr musste er dann für eine Weile nach Paris zurück. Dazu muss ich sagen, dass er in der Zeit wo er in Paris etwas vorgefallen ist, wo ich eine große Summe für ihn bezahlen musste. (Bevor jemand was komisches denkt. Er hat kein Verbrechen begangen oder Spielschulde oder ähnliches)
Im letzten November ist er dann zurückgekommen. Er hat auch gleich 4 Wochen danach einen Job bekommen. Seitdem er aber wieder hier ist, haben wir richtige Probleme. Mein Mann kann nicht mit mir reden. Wenn ich etwas anspreche ( ruhig und freundlich), dann denkt er ist will diskutieren und tickt völlig aus. Sofern er wütend ist, dann macht irgendwas in seinem Gehirn dicht und er kann nicht mehr ordentlich argumentieren, sondern nur noch verletzen und beleidigen.
Und natürlich kommt dann der obligatorische Satz später. Schatz du weißt ich habe das nicht Ernst gemeint. Ich war sauer. Er versteht nicht, dass das was er sagt mehr weh tut, als wenn er mir eine scheuert.
Beispiel:
Wir unterhalten uns über unsere Zukunft und er redet über die Arbeit. Ich stehe von der Couch auf um eine rauchen am Fenster eine rauchen zu gehen (im gleichem Raum) und dann tickt er aus, weil er der Meinung ist, dass mich seine Probleme nicht interessieren. Und aus so einem Mißverständnis wird ein handfester Streit und dann redet er mit mir die nächsten 3 Tage nicht mehr.

Normalerweise sollte eine Grundharmonie in einer Beziehung bestehen. Bei uns ist das nicht der Fall. Das Geld was ich für ihn bezahlt habe, muss er mir monatlich in Raten zurückzahlen und das er sich an der Miete und Nebenkosten beteiligen. Ich muss dazu sagen, dass ich um einiges mehr verdiene als er und durch ihr natürlich auch Schulden gemacht habe.

Er ist der Meinung, dass ich nur sein Geld haben will. Ich habe die letzten 3 Jahre alles bezahlt und ihm geholfen. Jetzt möchte ich natürlich auch, dass er das macht.
Mein Mann ist ein lieber und netter Mann. Ich weiß aber auch, dass wenn wir das Thema Geld nicht in Einklang kriegen unsere Beziehung daran zerbrechen wird. Ich weiß auch nicht warum er jetzt so ist. Er hat einen Job. Er ist nicht mehr von mir abhängig und muss mich nicht mehr nach Geld fragen.

Kann mir bitte jemand helfen?

Danke schön

Beitrag von gh1954 25.01.11 - 14:05 Uhr

Liest man oft, dass die Harmonie am Ende ist, wenn der Mann etwas zum Lebensunterhalt beisteuern oder gar arbeiten soll.

Beitrag von grandness 25.01.11 - 14:19 Uhr

Er will arbeiten. Das hat er von anfang an gesagt und er hatte auch alles versucht. Sofern er arbeiten konnte, hat er es getan.

Beitrag von hayartim 25.01.11 - 14:22 Uhr

Hi,

ohne Dir weiter weh tun zu wollen, es sieht nicht so aus, als besteht diese Ehe noch lang.

Lies Dich bißchen in 1001 Geschichten ein, dann weißt Du für Dich, ob Du Parallelen findest. Danach kannst Du leichter entscheiden, ob es sich lohnt für diese Beziehung zu kämpfen.
Sollte das alles noch in Zusammenhang mit einem Aufenthaltstitel stehen, dann fühl Dich mal gedrückt.

Ich wünsch Dir alles Gute.

Beitrag von mitti8 25.01.11 - 19:03 Uhr

Ich denke nicht, dass das Grundproblem sein anscheinend cholerischer Charakter ist, sondern dass er keine Achtung vor dir hat und dich kleinkriegen will. Du sollst bitte schön das tun was er möchte! Warum sollte er bitte etwas zum Lebensunterhalt beitragen, wenn es doch ohne sein Zutun bis jetzt auch funktioniert hat? Diese "Mißverständnisse" kommen nicht von ungefähr und sind einfach nur billige Ausreden, um DIR ein schlechtes Gewissen einzureden. Bitte denke nicht darüber nach und versuch nicht, ihm alles recht zu machen. Es wird ihm sowieso nicht passen.

Und weißt du, warum ich das alles so sagen kann? Weil ich gerade in einer ähnlichen Situation bin und mein LG ist nicht aus Algerien stammt und er sollte eigentlich von der Erziehung her anders sein. Trotzdem benimmt er sich wie im Mittelalter. Unangenehme Dinge werden unter den Tisch gekehrt usw. Das einzige, wo kein Problem besteht, ist der Beitrag zum Lebensunterhalt, aber sonst soll alles so geschehen wie er möchte, sonst habe ich das gleiche Problem wie du, nämlich tagelange Funkstille. Das ist ein ganz mieser Machtkampf. Ich bin gerade dabei mich zu lösen und du solltest vielleicht auch darüber nachdenken. Wer hält denn so einen Psychoterror auf Dauer aus?

Liebe Grüße

Beitrag von simonasims 25.01.11 - 19:12 Uhr

Wenn er seine Aufenthaltsgenehmigung noch nicht hat dann droh mit Scheidung, späterstens wenn du einen Anwalt aufsuchst ist dann wieder Handzahm. Hat er die Aufenthaltsgenehmigung schon ist es nur eine frage der Zeit bis er weg ist, aber vorher wird er noch mitnehmen was geht.

Das ein Mann aus einem 3. Welt Land eine ältere Frau wirklich liebt ist seltener als eine Nadel im Heuhaufen. Je eher du es beendest desto eher ist hast du es hinter dir. Ich weiß das willst du nicht hören aber je eher dir das klar wird desto besser ist es.


Beitrag von grandness 25.01.11 - 19:34 Uhr

Danke erstmal für die Antworten. Also das mit dem ältere Frau: Naja ich weiß nicht. Ich bin 30 und er 25. Uns trennen gerade mal 5 jahre und nicht 50. Er ist mit seinen 25 Jahren noch nicht reif genug. Die Anzeichen waren ja schon vorher da, aber ich sagte mir ok er ist jünger, das wird er lernen sowie wir alle es auch mussten. Das Thema Geld war ja bis dato eher einseitig verteilt. Es ist ja nicht so, dass er mir nichts zum Unterhalt dazugeben will oder den Kredit nicht zurückzahlen will. Das tut er ja. Es ist eher das egoistische und unreife Verhalten was er an den Tag legt. Das halte ich nicht aus. Er will soviel, aber er ist zu unsicher. Das merke ich immer wieder. Ich bin einfach nur hier um mir vielleicht ein paar Tipps abzuholen, was ich machen soll? Ist das wirklich eine Frage des Alters. Muss ich meine Herangehensweise ändern, damit ich zu ihm durchdringe. Ich will doch einfach nur Ruhe zu Hause haben und die Gewissheit, dass er hinter mir steht. Und was der Punkt bzgl. des Kleinmachens angeht. Zu meinem Leidwesen muss ich sagen, dass ich dieses Gefühl auch habe.
Er hatte vor mir auch noch keine soo lange Beziehung. Er also auch keine Ahnung wie so etwas richtig "abäuft". Aber ich sage mir, egal wieviel Erfahrung man mit Beziehungen hat, die Grundregeln bzgl. Kommunikation und Respekt sollte eigentlich vorhanden sein

Beitrag von mitti8 25.01.11 - 20:15 Uhr

Ich finde nicht, dass das Ganze eine Frage des Alters ist (meiner ist sogar 6 Jahre jünger). Mit 22 hatte ich eine 4jährige Beziehung mit einem damals 18jährigen, die super funktioniert hat, ohne Probleme.

Ich denke schlicht und einfach, dass unsere beiden "Prinzen" Egoisten sind. Wahrscheinlich liegt es an der Erziehung. Jedenfalls hab ich das bei meinem LG festgestellt. Die Frauen der Familie (besonders seine Schwester und seine Mutter) haben eine ganz eigene Methode Konflikte mit den Männern auszutragen ... nämlich gar nicht! Sie äußern ihren Unmut (meistens jedoch auch nicht) und die Männer lächeln darüber und somit ist die Sache gegessen, ohne dass sich etwas ändert. Sein Vater ist überhaupt der Coolste. Der geht halt einfach, wenn ihm etwas nicht passt.

Auch mein LG hatte mit mir die längste Beziehung, aber wie du schon sagtest, so Grundregeln bzgl Kommunikation und Respekt sind keine Frage des Alters.

Ich bin wahrscheinlich in meinem Unmut gegenüber meinem LG schon weiter als du, nämlich so weit, dass ich nicht mehr bereit bin, darüber nachzudenken, welche seelischen Blähungen er gerade am kleinen Zeh hat und was ich nicht alles tun könnte, um dem armen Jüngling die Umstellung in das Männerdasein zu erleichtern. Er wird sich nicht ändern. Solange er das Gefühl hat, mich zu "beherrschen" ist alles ok. Bis zum nächsten Krach. Da ich eine sehr selbständige Frau bin, wird der nicht ausbleiben und ich schätze, auch bei dir wird das immer so weiter gehen.

Ich weiß, was ich zu tun habe :-( ... Du brauchst vielleicht noch 1 oder 2 Streits.

Beitrag von unilein 26.01.11 - 22:48 Uhr

Ich musste auch sofort an Bezness denken.