Meine Oma ist heute gestorben

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von engelchen1989 25.01.11 - 15:27 Uhr

Hallo,

das ist das erste Mal das ich in diesem Forum schreibe. Ich muss glaub ich einfach mal meine Gedanken aufschreiben.

Ich habe eben erfahren, dass meine Oma heute gestorben ist.
Sie war jetzt schon sehr viel Jahre dement. Es ging ihr vom Kopf her wirklich schlecht, hatte eine Frau da die sich um alles kümmert und bei ihr wohnt. Sie musste Windeln tragen, hat fast nicht mehr gesprochen und niemanden mehr erkannt.
Ich hab sie schon seit 3 oder 4 Jahren nicht mehr gesehen. Ich hab immer gesagt, ich will sie in Erinnerung behalten wie sie war als es ihr gut ging. Sie hätte mich eh nicht erkannt und Besuch war ihr schon lange zu viel.
Jetzt mache ich mir grade Vorwürfe ob ich an Weihnachten nicht hätte mit fahren sollen. Sie noch mal besuchen und hallo Oma sagen.
Meine Mama hat meinen Sohn ein paar Mal mit zu ihr genommen, auch an Weihnachten. Er hat ihr immer ein Küsschen gegeben worüber sie sich immer gefreut hat und dann auch mal lächelte.
Jetzt wo ich weiß, ich seh sie nicht mehr wieder wünschte ich ich wäre dabei gewesen. Ich hab ein riesen schlechtes Gewissen.

Ich bin auch überrascht, dass mich ihr Tod so trifft. Wie gesagt ich hab sie lange nicht mehr gesehen. Als ich Kind war haben wir mit ihr in einem Haus gewohnt, aber das ist nun auch schon 10 Jahre her. Bis ich 16 war hab ich sie regelmäßig besucht und seit ich verheiratet bin und ein Kind habe gar nicht mehr, weil wir nun auch fast 100km weit weg wohnen. Aber trotzdem sitze ich jetzt hier und bin traurig und muss weinen.

Ich hoffe, dass sie jetzt bei meinem Opa ist, der vor 20 Jahren gestorben ist und dass es ihr da wo sie jetzt ist gut geht! Die letzten Jahre waren nur noch eine einzige Qual für sie.

Traurige Grüße,
Sabrina

Beitrag von lenamichelle 25.01.11 - 20:46 Uhr

#kerze

Beitrag von fascia 26.01.11 - 12:08 Uhr

Hallo Sabrina,

es ist nun, wie es ist.

Es ist ja ganz normal, wenn du jetzt traurig bist und auch ein schlechtes Gewissen hast.

Es hat vielleicht etwas Gutes:
Wenn eine ähnliche Situation wieder eintritt, wirst du dich an deine Oma und an deine gegenwärtigen Gefühle und Gedanken erinnern. Du wirst dann nicht mehr so zögerlich sein, sondern hingehen - vielleicht Abschied nehmen - solange das Leben noch da ist.

Schau, dann hast du von deiner Oma - die ja irgendwie gar nicht mehr richtig "da" war - trotzdem noch etwas gelernt, etwas erhalten.
Dafür kannst du dich im Stillen doch bei ihr bedanken.
Es ist eine besondere Verbindung mit einem eigenen Wert.

Es ist nun, wie es ist.
Und es ist gut.
Solange es nicht vergessen wird.


Alles Liebe,
f.

Beitrag von gisee 27.01.11 - 10:07 Uhr

Hallo komm mal her ich drück dich jetzt einfach mal, denn glaub mir ich weis wie es dir geht.

Ich habe meine Oma 8 Jahre gepflegt und war in der Nacht vor 2 Jahren nicht bei ihr als sie gegangen ist. Es stimmt es tut weh und weine soviel du kannst das wird dir helfen über den schmerz hinweg zu kommen.
Ich denke aber nicht das es für deine Oma ein qual war mit der Krankheit zu leben den sie leben in ihrer eigenen Welt.

Denk an die schönen zeiten die du mit ihr verbracht hast und glaub mir sie sieht dich und merkt wie lieb du sie hast!!!!


ganz liebe grüße
Gisee#liebdrueck