Kollektivstrafe 2. Klasse

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Beitrag von buntstift 26.01.11 - 12:02 Uhr

Hallo,

ich habe mal eine Frage, möchte mal Eure Meinung hören:

Mein Kind geht in die 2.Klasse und neulich gab es einen Vorfall.
Ein paar Kinder (etwa 3-4) waren laut und haben gestört.

Ende vom Lied:

ALLE Kinder müßen nun eine DIN A4 schreiben mit den Worten:

Wir dürfen nicht laut sein.

Dazu gab es noch weitere normale Hausaufgaben, wie immer. Eben oben drauf noch diese Strafarbeit:

Was mein Kind mir nun sagt:"Mama, warum soll ich eigentlich noch ruhig sein in der Schule, wenn ich dann dafür bestraft werde. Kann ich ja auch laut rumschreien"

Mein Kind hat diese Extraaufgabe dennoch gemacht, wir betrachten es eben als Schreibübung:-p aber nun hab ich das hier gefunden:

http://rlp.juris.de/rlp/SchulG_RP_2004_P53.htm

Absatz 2, Punkt 7

Was soll ich nun davon halten, das nächste Mal einfach die Schulordnung ausdrucken und den Absatz markieren?

Was macht ihr bei solchen Kollektivstrafen?

Ich hoffe mal dass ich nicht eine Abmahnung bekomme weil meine Kollegin Mist gebaut hat:-p

Danke für Eure Meinungen.

buntstift

Beitrag von barbarelle 26.01.11 - 12:07 Uhr

Ich halte nicht viel von Kollektivstrafen, die der Lehrer meines Kindes fast inflationär einsetzt. Da sie aber gerne schreibt ist ihr das egal und mir auch.

Freilich könnte ich aus dem Internet irgendwelche Gesetzestexte ausdrucken lassen und dem Lehrer unter die Nase halten - mach ich aber nicht. Mein Kind hat noch fast 2 Jahre an dieser Schule und mit diesem Lehrer, das Kollegium hält fest zusammen ... also wäg ich ab, ob es sich lohnt (zum Wohle des Kindes) einen Aufstand zu machen.


LG
Barbarelle

Beitrag von buntstift 26.01.11 - 12:14 Uhr

Hallo,
sicher, ich möchte auch keinen Aufstand machen.
Ich erwarte aber von meinem Kind dass es sich an Regeln hält und sich benimmt. Verbockt mein Kind was, dann bin ich die Letzte die was gegen eine Strafarbeit sagt.
Aber ich erwarte im Gegenzug auch, dass die Rechte meines Kindes gewahrt werden, nicht nur die Pflichten erwartet.
Darum geht es im Leben denk ich auch. Man hat Pflichten als Schüler aber auch Rechte.

Ich will das auch nicht als Rumgemecker hinstellen bei der Schule, sondern einfach nur zeigen dass es mir eben NICHT egal ist was dort passiert und ich mich interessiere, einbringe und aber auch was sage wenn etwas Unrechtes geschieht.

Also nicht dass ich dann vor der Lehrerin stehe und expoldiere, eher freundlich, denn wir haben eine tolle Lehrerin:-D

buntstift

Beitrag von barbarelle 26.01.11 - 12:21 Uhr

Naja ... ich denke im Leben wird ihnen noch viel begegnen, dass sie einfach so akzeptieren müssen, ohne gross zu hinterfragen.

Du kannst ja mal die Lehrerin drauf ansprechen, was genau vorgefallen ist und sie evtl. sensibilisieren dafür, dass du es nicht ok findest und es ja eigentlich pädagogisch nicht gerade sinnvoll ist.

LG
Barbarelle

Beitrag von buntstift 26.01.11 - 12:27 Uhr

Klar, das Leben ist kein Ponyhof. Aber sein wir mal ehrlich, später im Berufsleben bekommt man keinen Abmahnung weil ein Kollege Mist gebaut hat.
Das was die Kinder jetzt lernen ist, dass es sich nicht lohnt brav zu sein, wenn man dann trotzdem bestraft wird. Also kann man auch laut sein, weghören, Quatsch machen, hat denselben Effekt.

Und später können sie mehr hinterfrage, wenn sie gelernt haben dass man eben nicht ALLES hinnehmen muss.

buntstift

Beitrag von barbarelle 26.01.11 - 12:39 Uhr

Klar, meine Meinung hindert dich ja nicht daran so vorzugehen, wie du es für richtig hälst ;-).

Beitrag von buntstift 26.01.11 - 13:07 Uhr

Stimmt, aber ich weiß ja nicht was ich nun tatsächlich tun soll. Meinem Kind sagen dass es eben so ist im Leben, dass man eben für die "Taten" anderer Strafen hinnehmen muß oder dass ich meinem Kind den Rücken stärke, es die Aufgabe machen lassen und ihm erkläre dass es diese einfach als Hausaufgabe betrachten soll und nicht als Strafe.

Ich weiß es nicht....ich bin ja nun auch zum ersten Mal Mutter eines Zweitklässlerkindes.

Ratlos bin ich geh zur Ruh, schließe beide Augen zu#schwitz

Beitrag von barbarelle 26.01.11 - 14:23 Uhr

Ich würde wirklich mal die Lehrerin fragen wie es sich verhalten hat genau. Kinder haben oftmals eine andere Wahrnehmung als Erwachsene. Es könnte ja sein (wohlgemerkt KÖNNTE!!), dass dein Kind nicht ganz so ruhig war.

Ferner bin ich nach wie vor der Meinung, dass man manches hinnehmen KANN (nicht muss). Vorallem dann, wenn man als Eltern nicht dabei ist. Absolut nicht hinnehmen würde ich, wenn ein Lehrer gezielt mein Kind schlecht behandelt, bloßstellt etc. Da scheue ich nicht davor zurück, höhere Instanzen einzuschalten.

Wenn es einer Firma schlecht geht, dann muss ich auch hinnehmen, dass das Weihnachtsgeld ausfällt - unabhängig davon, ob ich wie eine Irre geklotzt habe.

Manchmal ist auch Sinn dieser Strafe, die Störenfriede dem Hass der "unschuldigen" auszusetzen. WAS ICH ABER KEINESWEGS BEFÜHRWORTE!!! Im Gegenteil.

Erkundige dich bei der Lehrerin und warte ab, was sie sagt. Das wäre der vernünftigere Weg.

LG
Barbarelle

Beitrag von buntstift 26.01.11 - 14:31 Uhr

Huhu nochmal. Mein Kind war schon lange in der Umkleidekabine, die "Störenfriede" hingegen waren noch auf dem Gang. Daher bin ich mir sicher dass mein Kind nichts damit zu tun hatte zumal die Eltern der Störenfriede informiert wurden ;-)

Beitrag von duvute 26.01.11 - 21:19 Uhr

Oh Gott wo lebt ihr den?
Gerade im Erwachenen alter muss man sich an alle Regeln halten. Gesetzen und Verordnungen des Landes, Verkehrsregel, Strafgesetze, Arbeitsvertragsregeln ..... . Immer und überall muss man sich an den Regeln halten.
Außerdem sind die Strafen dann etwas anders. #nanana

Beitrag von duvute 26.01.11 - 20:58 Uhr

"Freilich könnte ich aus dem Internet irgendwelche Gesetzestexte ausdrucken lassen und dem Lehrer unter die Nase halten"
:-[:-[

***

Beitrag von barbarelle 27.01.11 - 07:39 Uhr

??????



Beitrag von barbarelle 27.01.11 - 09:25 Uhr

Woher ziehst DU Rückschlüsse, dass ich die Erziehung meines Kindes nicht in den Griff hätte? Weil sie gerne schreibt obwohl sie unschuldig ist?

Und woraus entnimmst du, dass ich einen Knall habe? Trotzdem meine Ansicht eine andere als die der TS ist, bemühe ich mich freundlich und sachlich zu bleiben ... im Gegensatz zu dir pampe ich niemanden an oder werde unverschämt.



Beitrag von lena10 26.01.11 - 13:08 Uhr

Hallo,

klar ist das nicht rechtens, aber ich würde den Teufel tun und mich deswegen beschweren! Vor allem dann nicht, wenn du die Lehrerin an sich toll findest!

Zuerst: Du machst dich nicht beliebt damit und musst mit den Lehrern dort noch über zwei Jahre gut auskommen.

Dann: Dein Kind wird es überleben, es ist kein Drama und man muss nicht aus jeder Kleinigkeit sofort einen Staatsakt machen.

Und ganz wichtig: Woher weißt du so genau, dass gerade dein Kind komplett unbeteiligt war? Klar sagt es das - würden die meisten Kinder (um besser dazustehen oder auch, weil sie einfach eine andere Wahrnehmung haben)!

Vielleicht hatte die Gute auch einfach einen schlechten Tag und war nicht gut drauf - wer weiß?
Ich finde es unmöglich, wenn jeder Schritt eines Lehrers auf rechtliche Grundlagen abgeklopft wird!

Gruß, Lena

Beitrag von buntstift 26.01.11 - 14:29 Uhr

Hallo,
ich weiß ja nicht inwieweit Du Dein Kind einschätzen kannst, aber ich kann es bei uns sehr gut. Davon abgesehen wurden die Eltern der Kinder die so gestört haben informiert, wir nicht.
Mein Kind kann auch eher schlecht lügen, dann wird nur rumgedruckst, man merkt das eben. Weiterhin waren viele Kinder einfach unheimlich traurig, eine hat geweint weil sie es unfair fand und es waren eben nur diese 3 und nicht die ganze Klasse;-)

Ich beschwere mich auch nicht, ich möchte nur darauf hinweisen und evtl Kritik üben, was mit als Mutter durchaus zusteht.
Steh sicher nicht da und mach da den Maxen, schon mal gehört das es Menschen gibt die auch freundlich aber bestimmt etwas sagen können.

Mein Kind wird sicher nicht von mir lernen, dass es alles hinnehmen muß was ist der Schule geschieht.

buntstift:-)

Beitrag von duvute 26.01.11 - 21:29 Uhr

"weiß ja nicht inwieweit Du Dein Kind einschätzen kannst,
aber ich kann es bei uns sehr gut
Mein Kind kann auch eher schlecht lügen, dann wird nur rumgedruckst, man merkt das eben."
#rofl #rofl #rofl

kennt ihr den Spruch von jeden Hunderbesitzer:" Neinnnnnnnn, MEIN HUND BEIST NICHT!!!!!! Der ist ganz lieb!!" #drache

kommt aber immer anders.

Beitrag von tauchmaus01 26.01.11 - 22:04 Uhr

#winke
ich kann mein Kind auch gut einschätzen.
Und tatsächlich kann sie mich einfach nicht anlügen. Sie wird dann rot, sie verhaspelt sich.....ihre Schwester dagegen ist wieder ganz anders, sie ist 5 und lügt ohne rot zu werden. ;-)
Daher kann ich schon nachvollziehen wenn eine Mutter sagt, dass sie ihrem Kind es ansieht wenn es lügt, jedenfalls in dem Alter.

Was ein Kind mit einem Hund zu tun hat, erschließt sich mir hingegen nicht.

Mona

Beitrag von duvute 27.01.11 - 06:12 Uhr

"Was ein Kind mit einem Hund zu tun hat."

GAR NIX!!!! Nur die Sprüche der Erwachsenen - die sind sehr ähnlich.:-p

Beitrag von trollmama 26.01.11 - 19:28 Uhr

Oder anders geschrieben: So erzieht man Duckmäuser.
Das Ergebnis kann man dann in 'Finanzen & Beruf' lesen, wenn dort über mobbende Kollegen, ausnützende Chefs, ungerechte Arbeitszeiten, mieser Lohn, etc., pp., berichtet wird und der Threadersteller sich nicht traut etwas dagegen zu unternehmen.....
Wie auch, er hat es ja von seinen Eltern nicht gelernt!
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von lena10 26.01.11 - 19:52 Uhr

Ist klar! #klatsch

Beitrag von ayshe 27.01.11 - 10:01 Uhr

Also ich finde, daß trollmama recht hat, wenn auch vllt "Duckmäuser" etwas hart ausgedrückt ist.

Aber auch Kinder sollten schon lernen und wissen, daß man Rechte hat und und daß es legitim ist, für sie zu kämpfen und daß man sich nicht ungerecht behandeln lassen muß.

Das bezieht sich auf das ganze Leben.
Und man sollte ruhig den Schneid haben, sich zu wehren und zb auch keine Scheu, mal ein Amt zu verklagen, wenn man meint und weiß, daß ihre Aussagen falsch sind und anfechtbar.

Beitrag von ayshe 26.01.11 - 13:11 Uhr

##
Was mein Kind mir nun sagt:"Mama, warum soll ich eigentlich noch ruhig sein in der Schule, wenn ich dann dafür bestraft werde. Kann ich ja auch laut rumschreien"
##
Du hast ein kluges Kind :-)

Er zeigt eindeutig, wie schwachsinnig solche Kollektivstrafen sind.



##
Was soll ich nun davon halten, das nächste Mal einfach die Schulordnung ausdrucken und den Absatz markieren?
##
Gute Idee, mach das doch mal. Schreibe, daß dein Sohn sich an Kollektivstrafen nicht beteiligt und den Ausdruck dazu, fertig.
Und stachel am besten die anderen Eltern an.
Im Ernst.

Ich würde mein Kind keine Kollektivstrafen machen lassen.
Bisher gab es noch keine, aber ich habe hier schon genug darüber gelesen.

Beitrag von nisivogel2604 26.01.11 - 13:50 Uhr

Ich schließe mich Ayshe absolut an.

Ich kann dieses : man muss Sachen tun ohne sie zu hinterfragen, du machst dich nicht beliebt, Geträller nicht leiden.

Mir wurde beigebracht mich nicht zu ducken, nur um mit allen lieb Kind zu sein und ich bin dafür sehr dankbar

Beitrag von duvute 26.01.11 - 20:47 Uhr

Ich find das gut! Die haben Unfug gemacht (wir wissen aber nur deine Version ) und wurden zu Recht bestraft. Die Strafe ist absolut Alters-entsprechend und Gerecht.

warum soll ich eigentlich noch ruhig sein in der Schule, wenn ich dann dafür bestraft werde.
#schock
Wenn ihm die Strafen spaß machen, dann muss er natürlich weiter so machen. #augen
Eine sehr merkwürdige Äußerung von einem Zweitklässler. #zitter



Beitrag von parzifal 27.01.11 - 08:34 Uhr

Klar ist das gut. Kollektivstrafen sind gut und der
Einzelne zählt nicht.

Wenn man 10 Leute fängt und davon 7 Straftäter sind kommen ja auch alle in den Bau. Hauptsache der Täter ist dabei.

Moment...... so ist es ja gar nicht.

Warum wohl nicht?

Und weshalb schreibt eigentlich sogar das Schulgesetz vor, dass Kollektivstrafen verboten sind?

Gruß
parzifal

P.S.
Kollektivstrafen widersprechen unserem Gerechtkeitssinn (wenn man denn eines hat).

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