Kleiner Kindergartenverweigerer

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von derione 26.01.11 - 12:12 Uhr

Hallo liebe Leuts,

lang war ich verwöhnt mit der Kindergartenbegeisterung meiner Tochter. Die Quittung bekomme ich jetzt.
Sie ist jetzt knapp 3 und geht, seit sie 1 Jahr ist, in den Kindergarten. Eingewöhnung war einfach, Tochter fragte jedes Wochenende, wann sie endlich wieder in den Kindergarten darf zu ihren Freunden. Tja das Leben war so einfach ;o)
Nun ist es so, dass wir Anfang Dezember in die "große" Gruppe wechseln mussten, weil meine Tochter Ende Januar 3 wird. Regel bei uns im Kindergarten heißt, ab 3 Jahren weg von den kleinen 10er-Gruppen, hin zur 21er Gruppe mit weniger Erziehern. Meine Tochter kommt jetzt weder mit den älteren und strengeren Erziehern klar, noch mit der Masse an Kindern vor allem älteren, wo auch ein entsprechend rauer Umgangston herrscht.
Mittlerweile hat sich die Situation so zugespitzt, dass ihr erster Kommentar nach dem Aufwachen ist: "Ich will zu Hause bleiben!!!" Und dann geht das Gebrüll bis zur Abgabe im Kindergarten weiter. Sie schreit und tobt den ganzen Weg zum Kindergarten. Ich muss sie immer weinend abgeben. Seit dem Gruppenwechsel ist sie auch häufiger krank und mit jeder Rückkehr in den Alltag wirds schlimmer. Die neuen Erzieher nehmen es recht locker und sagen sie MUSS, egal wie und sie soll sich nicht so haben. Mir bricht es aber jeden Morgen das Herz, wenn sie mich anbettelt und fleht, bei ihr zu bleiben. Alle Versuche mit Winken gehen mit Erzieherin, erst Abgabe in der "kleinen Gruppe", dann Wechsel, haben nichts gefruchtet. Sie tobt und weint.

Was meint Ihr, muss ich da durch, kann ich was machen oder gibt es sich von alleine wieder?
Bin dieses Mal echt hilflos ob der Qual meiner Tochter.

LG
Nadine

Beitrag von elchen81 26.01.11 - 12:23 Uhr

So einen richtigen Rat kann ich dir leider nicht geben. Haben aber das gleiche Problem seid anfang der Woche. Allerdings ging Lukas von anfang an morgens ab 8 Uhr in die kleine Gruppe und ab halb neun in seine Gruppe. Kam im August mit 3 Jahren rein. Eingewöhnung war so lala, zwar mit Tränen, aber sobald ich weg bin war es dann gut. Das ging so knapp 2 Wochen dann war es okay. Seit letzten Montag artet es regelrecht aus wenn ich gehen will. Schreit und klammert sich an mir fest. Heute morgen fing es schon im Auto an mit ich will heute nicht in die Kita usw. Bin dann einfach raus. Erzieherin musste ihn festhalten. Brauchten dann vor der Tür ein paar Minuten, da kam eine andere Mutti raus und meinte er spielt schön. Ihre Tochter ist schon älter und sie meinte dieses Verhalten kommt und geht wie Fieber.
Werde es also einfach so hinnehmen müssen und hoffe das diese Phase bald überstanden ist.
Gruß Ela

Beitrag von schimpf 26.01.11 - 13:34 Uhr

Oh ja, das kenne ich. Mein Sohn hat mit drei auch die Gruppe gewechselt, ebenso von einer 10er in eine 20er Gruppe. Er wollte partout nicht hin, vor allem da sein Freund aus der U3-Gruppe zu jener Zeit auch noch im Urlaub war.
Du solltest Dich nochmal mit den Erzieherinnen unterhalten. Dein Kind braucht auf jeden Fall in der neuen Gruppe eine neue Bezugsperson, die z. B. morgens es in Empfang nimmt und erst einmal mit ihr kuschelt und sich die ersten zehn Minuten oder so nur mit ihr beschäftigt. Das ist nicht leicht, aber gerade so ein Wechsel muss ja auch gleitend funktionieren, da müssen vor allem die Erzieherinnen auch mal ein Einsehen haben. Man kann von Dreijährigen nicht erwarten, dass es gleich funktioniert, da müssen wie gesagt, auch die Erzieherinnen definitiv mitziehen.
Im übrigen finde ich die Regel ziemlich bescheuert, wenn man drei ist, muss man sofort wechseln, den Rest des Kindergartenjahres hätte man es ruhig dabei belassen können, sie in der alten Gruppe zu lassen, vor allem weil in der Regel der Wechsel des Kindergartenjahres im August stattfindet. Habt ihr keinen Elternbeirat? Ansonsten würde ich die KiGa-Leitung auch mal darauf ansprechen.

Beitrag von derione 26.01.11 - 13:53 Uhr

Danke für Deine Antwort.

Tja mit dem Mitziehen der Erzieherinnen ist so ne Sache. Erstens arbeiten die in Schichten und die Bezugsperson meiner Tochter ist nur ab und zu mal früh da. Zweitens ist genau die zugeteilte Bezugserzieherin extrem unemotional, eher der Typ "guter Kumpel" und recht unnahbar. Sie fasst die Kinder nie an und ist immer ziemlich ruppig, so von wegen "hab Dich nicht so"

Ich hab das Ganze schon thematisiert, auch guten Kontakt zum Elternbeirat, allerdings haben die wenig Einfluss und tun nichts mehr, als in ihren Sitzungen dieses Problem theoretisch auszudiskutieren. Dieser Wechsel zum Geburtstag ist bei uns fix und die Kigaleitung ist extrem unflexibel. Wir hatten schon um Aufschub gebeten, weil wir im Dezember auch noch umgezogen sind und unserer Tochter diese doppelte Veränderung nicht zumuten wollten. Da ging gar nichts :o(
Ich kann auch nichts mehr bewegen, weil die Leiterin der Kiga zufällig auch in dieser Gruppe Erzieherin ist :o/

Wann hat es sich bei Euch denn wieder gelegt? Geht Dein Sohn jetzt wieder gern in den Kindergarten?

LG
Nadine

Beitrag von schimpf 26.01.11 - 14:37 Uhr

Das hat bei meinem Sohn ein bißchen gedauert, zwei bis drei Wochen. Dann ging es glücklicherweise wieder.

Ganz ehrlich, wenn ich das lese und ich weiß wie hart die KiTa-Platz-Situation ist, solltest Du über einen KiTa-Wechsel nachdenken oder es vielleicht über eine Tagesmutter versuchen. Oder ich würde das ganz offen beim Elternabend ansprechen. Das ist auch nicht ohne, aber so geht es einfach nicht. Vielleicht kannst Du auch mal bei anderen Eltern nachfragen, deren Kinder in die Gruppe gewechselt haben, wie es bei ihnen war.
Eine Erzieherin, die die Kinder nicht anfasst, ist in meinen Augen überhaupt nicht geeignet. Lässt sie die anderen Erzieherinnen die Hintern der Kinder saubermachen? Gerade für kleine Kinder ist das Kuscheln so wichtig. Hat sie überhaupt eine Erzieherinnenausbildung. Nach dem Kibiz ist das ja nun so geregelt. Ist es ein öffentlicher Kindergarten, kirchlicher oder privater?

Beitrag von derione 26.01.11 - 15:07 Uhr

Hm bei uns geht es jetzt schon gut 8 Wochen so :o/

Tagesmutter kann ich im Stuttgarter Raum vergessen, auch einen alternativen Kindergarten. Mich frustet es vor allem, weil meine Tochter echt gern in den Kindergarten gegangen ist und der Kindergarten an sich echt toll ist, neu und mit spannenden Inhalten etc.
Es ist ein öffentlicher Kiga.

Ja genau, das mit dem Kuscheln ist so ein Riesenthema. Hannah saß früher oft bei den Erzieherinnen auf dem Schoß, weil sie das manchmal braucht oder will eben an die Hand genommen werden.

Sowas gibts jetzt nicht mehr, nur allgemeine Ansagen: Alle an den Tisch, alle Hände waschen, alle schlafen gehen, hopp hopp!

Wie die Erzieherin das sonst macht, weiß ich nicht. Es gibt ja immer irgendwelche Praktikanten in der Gruppe ;o) vielleicht übernehmen die die "persönlicheren" Aufgaben.

Es ist auch nicht nur unsere Tochter. Mir kam auch schon ein Junge (ca. 5) weinend entgegen. Mir tat er echt richtig leid. Er rannte aus dem Zimmer und weinte und rief immer "ich will zu meiner Mama" er war echt fertig. Die Erzieherin kam hinterher, schnappte ihn an der Hand und meinte, er soll gefälligst aufhören zu heulen, seine Mama käme nicht und er soll endlich wieder reinkommen. Ich war echt geschockt. Dachte mir damals aber, vielleicht macht er immer Stress und tobt aus Bock oder so.

Naja wird wohl auf ein weiteres Gespräch hinauslaufen. Grundsätzlich komme wohl trotzdem nicht drumrum, dass meine Tochter die Situation akzeptieren muss.
Wenn es gar nicht geht, werde ich versuchen, dass sie in die andere große Gruppe kommt. Vielleicht geht das ja. Dort geht es etwas liebevoller zu.

Danke Dir! Liebe Grüße
Nadine



Beitrag von schimpf 26.01.11 - 15:29 Uhr

Das klingt total nach Abfertigungsstation. Das tut mir echt leid für Deine Kleine und Dich.
Wahrscheinlich bleibt Dir nur der Weg, das Problem öffentlich zu machen im Elternabend. Es kann ja nicht sein, dass nur Du Probleme mit dem Umgang hast oder Du wendest Dich an die übergeordnete Stelle des Kindergartens, das wäre bei der Stadt ja wohl der öffentliche Träger. Musst Du bei der Stadtverwaltung nachfragen.

Ich wünsch Euch auf jeden Fall viel Kraft und Glück!

Beitrag von ballroomy 26.01.11 - 15:14 Uhr

Mein Bruder wollte auch nicht in den KiGa, er durfte immer zu Hause bleiben, es sein denn meine Mutter hatte einen Termin (Arzt oder sonst was).

Ich persönlich würde mein Kind nicht gegen den Willen des Kindes irgendwo abgeben. Müsstest Du überlegen, ob das für Euch machbar ist.

Viele Grüße
ballroomy