Familie hängt an der Ex

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von sarosina1977 26.01.11 - 13:33 Uhr

Hallo Forum.

Hier bei uns taucht immer wieder die selbe Symptomatik auf, über die ich mich wundere, aber nicht aufrege.

Bevor ich mit meinem Mann zusammenkam, war der in der Beziehung, die alles andere als harmonisch war. Die ständigen Spannungen drangen auch nach außen und die immer wiederkehrenden Krisen waren hin und wieder Thema im Dorf. Wohlgemerkt: Das hier ist ein Dorf und aus "gesellschaftspolitischen" Gründen (so nenne ich das mal) schleppte sich die Trennung sehr lange hin.

Meine Schwiegereltern hatten noch nie ein gutes Verhältnis zu ihrem Sohn, sympathisierten aber bis heute (!) mit meiner Vorgängerin. Sie lassen bis heute kein gutes Haar an ihrem eigenen Sohn und das Verhältnis ist einfach angespannt. Auch seine Ex schlug immer schön in diese Kerbe nach dem Motto: "Ich komme mit Deinen Eltern aus - bloß Du nicht." Gemeinsam lästerte man über den eigenen Sohn und Partner in dessen Anwesenheit und bis heute erzählt die Ex blöde Sachen über ihn. Sie hat letztes Jahr eine Art Rufmordkampagne gegen ihn gestartet, aus Wut, weil er sich getrennt hat (obwohl er doch angeblich so ein Arsch ist...??) und sie hat ihn zu erpressen versucht: Wenn er ihr kein Geld für die Möbel, die sie bei ihrem Auszug zurück gelassen hat, geht sie zu seinen Eltern und holt dort die Kohle. Sie telefonierte hier regelmäßig herum und flennte.

Ich mische mich in die ganze Angelegenheit nicht ein, aber ich beziehe deutlich Stellung zu meinem Mann: Ich kann diese Lästereien über ihn überhaupt nicht nachvollziehen, ich habe auch für die anderen dumpfen Gespräche über andere Leute (viel Lästerei) kein Verständnis und das sage ich ruhig, aber bestimmt. Ich stehe voll und ganz hinter meinem Mann und weil ich weiß und es selbst erlebt habe, wie blöd seine Familie zu ihm ist (er war angeblich ungeplant und das werfen sie ihm heute noch vor), will ich da auch keinen großen Kontakt haben. GEht auch ganz gut. Mal davon abgesehen, dass ich zu diesen Kaffeetratschlästernachmittagen eh nicht eingeladen werde. Und wenn, dann würde ich nicht hingehen, weil es eh krachen würde in dem Moment, in dem sie wieder einen blöden Spruch über meinen Mann ablassen.

Was mich dennoch wundert, ist die Tatsache, dass man bis heute auf Schmusekurs mit der Ex ist. Und dazu bekennt man sich ganz offen. Obwohl man weiß, welche Intrigen und Lügengeschichten sie in der Vergangenheit vom Stapel gelassen hat...sie ist immer irgendwie bei der Familie meines Mannes präsent. Auch bevor ich die neue Partnerin war, hat man - das erzählt man mir sogar - mitgekriegt, wie sie mit meinem Partner umgegangen ist und was für ein Drama das alles war. Und im Grunde weiß jeder und gibt das auch zu, dass das irgendwann mal krachen musste.

Und obwohl man das alles weiß, erlebt und gehört hat, trifft man sich bis heute mit dieser Frau??? Die waren nicht mal verheiratet, es gibt keine Kinder... Natürlich weiß ich, dass es mich nichts angeht, dass die noch Kontakt haben. Aber ich wundere mich halt einfach. Meine Mutter ist auch nicht gerade einfach, aber sie hat nie Kontakt zu meinen Exfreunden gehalten, auch wenn die gut miteinander auskamen.

Also, ich würde immer zu meinen Geschwistern halten, wenn die so eine Situation erlebt hätten wie mein Mann.

Wie kommt denn so was??? Also wieso ist das so, dass die eigene Familie noch zu jemandem Kontakt hat, der sich eindeutig nicht korrekt verhalten hat und verhält???

Ratlose Grüße.

Beitrag von raena 26.01.11 - 13:51 Uhr

Also ich denke, dass die Ex in ihrer Mentalität, ihrern Werte und Vorstellungen etc. den Eltern deines Mannes sehr sehr ähnlich sind und sie sozusagen auf einer Wellenlänge liegen. Sie mögen die gleichen Dinge, sie finden die gleichen Dinge doof, sie können über die gleichen Dinge lästern und finden lästern an sich auch genauso schön.......

..... von daher sind sie sozusagen "Seelenverwante" oder Freunde weil sie sich eben so ähnlich sind.

Der Sohn selbst ist dann eher das schwarze Schaf, der der immer schon anders war. Der andere Werte hatte und Vorstellungen. Der andere Dinge gut oder schlecht fand als man selbst. Dazu kommt dann noch, dass er sowieso nie gewünscht war und seine Andersartigkeit tragen nicht gerade dazu bei, dass die Stimmung stimmt.


In der Wahrnehmung der Eltern verhält sich die Ex vermutlich gar nicht sooo falsch. Und wenn dann können sie die Beweggründe für ihr Fehlverhalten nachvollziehen (Frei nach dem Motto: Wenn der soo ..... dann hätte ich genauso reagiert).

Insgesamt ist es natürlich für deinen Mann eine Tragödie in so einer Familie groß zu werden, in der man einfach völlig konträre Charakterzüge hat und einfach nicht "reinpasst" Das kann einem das Leben echt vermiesen.

Man kann dem meiner Meinung nach nur dadurch begegnen indem man den Kontakt abbricht und weit weit weg eine unabhängiges Leben führt mit Menschen die zu einem passen und mit denen man dann eine neue Familie gründet.

LG
Tanja

Beitrag von xyz74 26.01.11 - 13:52 Uhr

Was mich viel mehr wundert ist:
Wieso hält Dein Mann noch zu dieser Familie, die kein gutes Haar an ihm lässt Kontakt? #kratz

Beitrag von sarosina1977 26.01.11 - 14:03 Uhr

Nun, das ist so:

Da er ja als "Buhmann" aufgewachsen ist, war er gar nicht in der Lage, sich zu sagen, dass er ok ist.

Und gleichzeitig fand da so eine Art "Zuckerbrot-und-Peitsche-Spiel" statt: Obwohl man sich über ihn aufregt, hat man ihm und dem Bruder einen Bauplatz neben dem eigenen Haus überschrieben. Da hat er vor vielen Jahren gemeinsam mit dem Bruder gebaut, weil er ja eigentlich zu seiner Familie Kontakt will - er ist ja ein Familienmensch.

Erst durch mich - so frei bin ich, das zu behaupten - ist ihm klar geworden, was es heißt, angenommen und geliebt zu werden. Ohne wenn und aber.

Sein Bild von sich selbst hat sich in sehr kurzer Zeit für ihn zum Vorteil verändert. Erst jezzt ist er in der Lage, sich selbst zu vertrauen. Und: Wir kriegen Nachwuchs und ich habe schon ein Kind mit in die Ehe gebracht. Er bekommt durch unsere kleine Familie sehr viel Liebe und Geborgenheit und vor allem Sicherheit.

Jetzt hat er aber hier das Haus, es hat finanzielle Gründe, dass wir noch hier Tür an Tür mit dieser Familie leben. Sobald es möglich ist, wollen wir die Zelte abbrechen.

Kontakt findet nur noch sehr eingeschränkt statt. Da ich ja so "kompliziert" bin - in deren Augen - werden wir nicht eingeladen. Zudem habe ich ohne zu Schreien deutlich meine Meinung gesagt - das hat den ganzen Haufen irgendwie verunsichert. Es ist klar, dass wir nicht mehr zusammenpassen und dass diese Spielchen von einst nicht mehr laufen.

Diese Woche hat die SchwieMu angerufen (nachdem sie nicht mal zum Nachwuchs gratuliert hat) und gefragt, ob ich Fotos machen könnte. Ich mache das beruflich.
Mein Mann - und darauf bin ich stolz - hat das abgewiegelt. Ganz höflich, ganz ruhig. Sie soll doch jemand anderen fragen (ich hätte mir die Stichelei ja nicht verkneifen können zu sagen, sie soll die Ex fragen *lach*)

MIt Diskussion erreicht man bei denen nichts. Für uns besteht derzeit nur die Frage, wie wir es am besten hinkriegen, hier wegzukommen, ohne finanziell ein Desaster hinzulegen.

Beitrag von imzadi 26.01.11 - 14:02 Uhr

Klingt irgendwie nach Eifersucht deinerseits. Das ihr euch nicht mit seinen Eltern versteht ist nicht gerade schön aber da kann seine Ex doch nichts dafür. Nimm es doch einfach hin und ärgere dich nicht. Sie scheinen sie einfach troz ihren Fehlern zu mögen.

Meine Eltern haben übrigends auch noch kontakt zu meinen Ex mit dem ich vor 17! Jahren schluss gemacht habe. Solang der dort nicht rumhängt wenn wir zu besuch sind, ist das meinem Mann und mir sowas von egal...

Beitrag von sarosina1977 26.01.11 - 14:06 Uhr

Hallo. Ich betone, dass ich NICHT eifersüchtig bin. Die Frage habe ich mir auch gestellt.
Ich will da ja gar nicht hocken und Kaffee trinken, weil die Gespräche so was von dumpf sind...Ich sitze eh nur da und schweige, weil ich bei der Lästerparade gar nicht mitmachen will und kann. Warum soll ich da also sitzen? Kochen und Backen kann ich auch sehr gut - da brauche ich keine Anleitung. Und ich bin von Haus aus kein Schwiegermutter-Schmuser...ich brauche das nicht. WEnn man miteinander auskommt, ist es ok. Und wenn es nicht geht, ist es auch in Ordnung.

Für mich ist das ganze Verhalten eben einfach ein Verrat an meinem Partner. Und das bedauere ich eben, nach diesem ganzen Theater, das bis heute in irgendeiner Form immer irgendwie präsent ist. Eifersucht ist da nicht im Spiel.

Beitrag von suzyburger 26.01.11 - 14:03 Uhr

hallo,
ich kann mir vorstellen, dass das nicht leicht für dich ist. mir wär schon längst der kragen geplatzt.:-[

ich kenn aber so eine ähnliche situation von einer freundin. sie konnte auch nie verstehen, wieso jemand was gegen ihren mann sagen konnte und wie ihre schwiegereltern mit der ex gut sein konnten.
als er sich dann von ihr trennte, für sie überraschend, konnte sie plötzlich alle ganz gut verstehen.

ich glaub, solange man einen menschen liebt und zu ihm stehen will, ist es nicht so leicht über seine negativen seiten auch nur nachzudenken. mein mann hat mich auch ziemlich überstürzt und unschön verlassen und ich hab ihn noch in schutz genommen. als ich es dann verkraftet hatte, konnte ich überhaupt nicht mehr verstehen, wie ich mich jemals in ihn verlieben konnte und nochdazu heiraten!

so ist das leben....

ich wünsch dir alles gute und starke nerven!#herzlich

Beitrag von sarosina1977 26.01.11 - 14:19 Uhr

Danke für den guten Einwand.

Ich wurde auch schon unschön verlassen, aber dennoch sollte man nicht vergessen: Zu jeder Trennung tragen auf irgendeine Weise immer beide dazu bei.

Meines Erachtens vergessen das zu viele Leute.

Die Kunst darin liegt, in der Lage zu sein, sich selbst zu fragen: Was hat diese Situation (Trennung usw.) mit mir zu tun?

Jeder hat Fehler. Jeder macht Fehler. Aber jeder. Und nicht nur der andere.

Und diese Erkenntnis bleibt mir hier in der KOnstellation mit Ex und Eltern zu sehr auf der Strecke. Mein Mann hat nie behauptet, fehlerlos gewesen zu sein und ich erlebe ihn ja täglich. Er macht Fehler, ich auch. Aber wir können sie erkennen und ausbügeln und daraus lernen.

Und das macht uns vielleicht so "unheimlich" :-)

Beitrag von lichtchen67 26.01.11 - 14:05 Uhr

> Also, ich würde immer zu meinen Geschwistern halten, wenn die so eine Situation erlebt hätten wie mein Mann. <

Geschwister? Ich denke es geht darum, wie sich die Eltern Deines Mannes und seine Ex verhalten #kratz?

Wenn das Verhältnis nie gut war zwischen Eltern und Sohn, dann lass sie doch einfach. Man muss nicht alles verstehen, was andere Menschen tun.

Wieso verhalten sich Menschen wie.. eine wohl immerwährende Frage ohne zufriedenstellende Antwort. Es ist wie es ist. Lebt euer Leben und zermartet nicht das Hirn.

Lichtchen

Beitrag von sarosina1977 26.01.11 - 14:11 Uhr

Nein, es sind auch seine Geschwister und deren Partner, die sich so verhalten.

Und sicher hast Du recht: Man kann es nicht verstehen, wie sich andere Leute verhalten.

Dennoch beschäftigt es mich ab und an, weil es ja immer wieder präsent ist.

Dass ich nichts ändern kann und will - das steht für mich fest. Sollen sie sich doch treffen.

Ich bedauere einfach diesen Verrat an meinem Mann, der hier immer wieder stattfindet. Er ist ein toller Mensch, geduldig, fleißig, zuverlässig, sehr korrekt, sehr fair, sieht gut aus - und ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie man so eine schlechte Einstellung von ihm haben kann - vom eigenen Sohn/Bruder/Schwager/Onkel/Partner.

Deshalb beschäftigt mich einfach diese Frage, warum das so ist. Wenn er jetzt echt missraten wäre oder wenn er Frau und 5 Kinder verlassen hätte. Aber so...???

Beitrag von lichtchen67 26.01.11 - 14:22 Uhr

Ok, die ganzen infos über Geschwister und dass ihr da quasi alle auf einem Grundstück lebt, die fehlten im Ausgangsthread.

Aber hier
> (er war angeblich ungeplant und das werfen sie ihm heute noch vor) <

Hast Du doch die küchenpsychologische Erklärung. In dieser Familie scheint es Muster zu geben (wie in jeder Familie übrigens), die sich gebildet haben und in denen die Familie sich bewegt. so etwas durchbrichst Du nicht von heut auf morgen, nur weil es Dir leid tut, wie sie Deinen Mann behandeln.

Viele brauchen da jahrelange therapien zu um sich aus sowas zu lösen, das ist lange gewachsen, da liegen Dinge verschüttet, im unbewussten....

Halt zu Deinem Mann, steh hinter ihm wie Du es bisher ja auch tust und haltet soweit Abstand wie es es geht zu den anderen.

Lichtchen

Beitrag von sarosina1977 26.01.11 - 14:28 Uhr

Hallo Du.

Ich weiß, dass ich das nicht durchbrechen kann.

Es beschäftigt mich halt einfach, weil mein Mann wirklich ein guter Mensch ist mit sehr vielen Tugenden. Und man macht sich einfach über alles, was er tut - auch sein Ehrenamt für die Allgemeinheit - lächerlich.

Ich finde das einfach ungeheuerlich, aber er kennt das nicht anders. Für mich war das eben ganz neu.

Dennoch frage ich mich eben, warum so ein Mensch von der eigenen Familie wie ein schwarzes Schaf behandelt wird. Als sein Vater vor einigen Monaten am Knie operiert wurde, machte man daraus ein Affentheater (wir haben ihn auch in der Klinik besucht, anstandshalber).

Jetzt wird mein Mann operiert - man hat es ohne Interesse zur Kenntnis genommen. Niemand fragt nach.

Das war die letzte Info, die wir vor längerem an die Familie rausgegeben haben. Wir machen künftig alles alleine.

Ich kann aber eben einfach nicht nachvollziehen, warum das so ist.

Beitrag von braut2 26.01.11 - 16:11 Uhr

Hallo,

ich glaube, Du wirst das auch nie nachvollziehen können. Wahrscheinlich kann es nicht mal seine eigene Familie. Wenn sie es denn so wahrnehmen wie ihr/Du. So ist das eben mit der WAHRnehmung. Den einen kommt es doch gar nicht so schlimm vor wie Du es selbst siehst. Vlt weil sie es schon immer so gemacht haben, sich so benommen haben. Und dann war da auch noch die Ex, die in dieselbe Kerbe schlug. Perfekt. Mit ihr konnte man über den lästern, über den schon immer gelästert wurde -was ich übrigens ein Ding der Unmöglichkeit finde #aerger
Feingefühl, Mitgefühl oder gar Liebe scheint der Familie was Deinen Mann betrifft abzugehen.

Ich würde mich auch so schnell es geht da rausziehen und irgendwann vom Acker machen. Mit Abstand sieht man das irgendwann mal gelassener. Ihr habt euch und fertig. Wenn Dein Mann so toll ist, dann genieß ihn. Wenn andere es nicht tun: selbst schuld.
Ich sag immer: Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht. Und Blut ist nicht immer dicker wie Wasser.

Lg und alles Gute
b2