Wie habt ihr gebaut? Wieso? Und wieviel EK einbehalten?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von jennychrischi 26.01.11 - 13:52 Uhr

Ichhabe mal ein paar Fragen. ;-) Eigentlich war unsere Palnung erst in zwei drei vier Jahren zu bauen. Nun ists aber so, dass Collin definitiv Einzelkind bleibt und mein Freund schon bald seinen neuen Aufgabenbereich übernimmt. Somit ist es finanziell abgesichert. Grundstück ist vorhanden.

Wir waren auf einer Baufachmesse und haben uns beraten lassen. Nach einigem überlegen und beraten haben wir entschieden, dass wir Massivbauweise wählen werden. Wie habt ihr gebaut? Was waren eure Beweggründe? Nun hat unsere Bankberaterin gesagt, es wäre Sinnvoll einen Teil des EK einzubehalten und für eventuelle Zwischenfälle auf hoher Kante zu haben.Ist das so üblich? Wenn wir mit dem Anbieter bauen, den wir bisher in der engeren Auswahl haben, dann wäre der Innenausbau nur teilweise enthalten. Elektrik und Wasser ja, ebenso Heizung. Nicht aber Tapeten und Böden. Das würde ja aber logischerweise mit finanziert werden. Ganz naiv gefragt, wofür sollte man es zurückbehalten? Reparaturen? Na ich hoffe doch, dass so schnell nichts kaputt geht ;-) Auf der einen Seite würde ich es natürlich gut finden, auf der anderen erhöht sich damit die Summe die finanziert werden müsste.

Wie groß habt ihr gebaut? Wir tendieren derzeit zu 125qm, teilunterkellert. 4 Zimmer. Ein Büro könnte man immernoch im Keller einrichten.
Wir sind totale Bauneulinge und es wird sicher nicht von heute auf morgen losgehen. Aber vielleicht habt ihr ja noch Tipps, was unbedingt sein muss oder was man getrost weglassen kann .

Liebe Grüße

Beitrag von wemauchimmer 26.01.11 - 14:58 Uhr

Hi Jenny,

es ist sinnvoll, die Baukosten großzügig zu kalkulieren und einiges für "Unvorhergesehenes" einzuplanen. Denn es tauchen im Lauf der Bauerei immer wieder Ideen auf. Man kann, vor allem beim 1. Bau, sicher nicht vor vorneherein alles durchdenken.
Oft ist es dann so, daß eine Sache, baut man sie von vorneherein ein - nur einen Bruchteil dessen kostet, was ein nachträglicher Einbau kosten würde. So läuft es eben darauf raus - entweder man hat das Geld noch, oder es wird wahrscheins nie was (Beispiele: Zentralstaubsauger, Herd-Gasanschluß, Deckeneinbauleuchten, elektrische Rolläden usw usf ....). Und ein zweiter Effekt ist folgender: Du stößt auf DIE Traumfliese oder DAS Traumwaschbecken - es sprengt aber Dein Budget. Du kannst zwar verzichten, gibst aber insgesamt so dermaßen viel Geld aus, daß es eigentlich schade ist, diesen Traum nicht erfüllen zu können.
Dabei ist natürlich klar, daß man irgendwo Schluß machen muß. Aber es ist doch wesentlich besser, wenn man noch einen gewissen Spielraum hat.

Das bedeutet nun also, daß Du den Finanzierungsrahmen etwas größer wählst als auf den ersten Blick erforderlich. Allerdings ist es dann völliger Unsinn, wenn Du hierfür Eigenkapital zurückbehältst. Vielmehr setzt Du immer zuerst alles Eigenkapital ein, bevor Du ans geliehene Geld gehst. Und wenn Du nachher wirklich nicht alles brauchst, machst Du eine entsprechende Sondertilgung, das muß Dein Kreditvertrag eben hergeben. Wir hatten am Ende auch 10.000€ über und haben sie sondergetilgt. Und dabei war sogar unser Budget für "Unvohergesehenes" im Nachhinein viel zu klein, bei Elektrik und Sanitär (Fliesen usw) hatten wir erhebliche Mehrausgaben.

Wenn Deine Beraterin rät, Eigenkapital zurückzubehalten, dann ist das ein schlechter Rat, denn es bedeutet, daß Du mehr Fremdkapital aufnimmst und mehr Zinsen zahlst. Nein, Du solltest immer das Eigenkapital komplett einsetzen, erst dann das Fremdkapital. Du brauchst ja bei einem Neubau erstmal keine Rücklagen, da Du mind. 5 Jahre Gewährleistung hast.

Zu der Größe, das kann man nicht vergleichen, da wir unser Haus auf 6-7 Bewohner ausgelegt haben. Jedoch überlege wirklich gut, ob sich das mit der Familienplanung nie mehr ändert, denn wenn die Bude später doch nicht reicht, machst Du bei einem Verkauf eher Miese, schon wegen den Erwerbsnebenkosten.
Auch würde ich mal überlegen, ob das mit der Teilunterkellerung wirklich sinnvoll ist. Zum einen dürfte die Ersparnis gegenüber einer Vollunterkellerung nicht so groß sein, zum zweiten kann man mehr Platz im Keller immer brauchen - das sammelt sich und sammelt sich - und zum dritten wird es verdammt schwierig, wenn man mal an die überbauten Kellerwände ranmuß.

LG

Beitrag von jennychrischi 26.01.11 - 15:04 Uhr

Danke für deine Antwort. Siehst, das mit dem "schöne Fliesen etc" habe ich nicht bedacht :-D Die Kinderplanung wird sich leider nicht mehr ändern :-( Aus gesundheitlichen Gründen :-( Ich werd deine Antwort auf jeden Fall heute Abend meinem Freund vorlegen :-) Uns war beiden nicht wohl dabei, EK einzubehalten. Eben weil sich die Summe des Kredites ja dann erhöht, mehr Zinsen etc. Und wenn echt was über bleibt, dann werden wir auch eine Sondertilgung leisten. Danke für den Denkanstoß :-)

Beitrag von anarchie 26.01.11 - 15:06 Uhr

Huhu!

Wir haben 2006 unser Haus bezogen.
Wir haben uns wegen der klima-und Dämmeigenschaften für Tonstein entschieden.

Unten 92m²WF, oben selbe Grundfläche und durch Drempel nicht so viel Schräge.
War gedacht für uns zwei und zwei Kinder.
Im EG gästezimmer, Wohn-Esszimmer, Gästewc mit Dusche, HWR, Küche, oben 2 Kizi, schlafzimmer. Arbeitszimmer.
Tja , nun haben wir 4 Kinder...geht aber trotzdem.
das Arbeitszimmer ist jetzt das ehemalige gästezimmer und wir bauen den DB aus...

Zur Rücklage...
es kann immer sein, dass Igrendwas teuerer wird, wenn dir die Fliesen, die im Budget sind, nicht gefallen...du ne tolle Dusche haben willst...die Küche eben nen mega-coolen Herd haben soll..der Fussboden teierer wird...etc...

Das geht sooooo schnell!!!!!


lg

melanie

Beitrag von taenscher 26.01.11 - 15:09 Uhr

Wie groß ist das Grundstück? Wir haben gebaut - würde im Nachhinein aber lieber ein größeres Grundstück kaufen, das Haus größer planen, aber dafür ohne Keller. Das kann die verschiedensten Gründe haben...

Ich kann dir nur raten, dass du dich keinem Unternehmen in die Hände gibst, die alles aus einer Hand anbietet. Wenn doch, lass vor Vertragsunterzeichnung einen Anwalt für Baurecht prüfen, ob die Abschlagszahlungen für den Baufortschritt angemessen sind.
Lass dir von der Baufirma eine Fertigstellungs - BÜRGSCHAFT - geben!!!

In der heutigen Zeit, bei der viele Baufirmen insolvent gehen - darfst du auf so etwas nicht verzichten.

Für weitere Fragen solltest du dich vielleicht eher an das Hausbau-Forum.de wenden, hier wirst du rumd um den Hausbau alles finden.

Viel Erfolg beim Bauen!

Beitrag von ida-calotta 26.01.11 - 16:22 Uhr

Hallo!

Man sollte nicht zu knapp kalkulieren. Wir hatten 32% Eigenkapital. Malern, Boden verlegen (abgesehen von den Küche/Bad) muss man meist selber machen bzw. in Auftrag geben. Wir hatten einen Kredit bei dem wir das Geld welches wir nicht brauchten zurückgeben konnten und dann wäre die Kreditrate neu berechnet worden.

Es kommt immer noch etwas hinzu. Beim Bauträger bekommst du die Standard-Sachen. Dann gefällt dir z.B. die Dusche oder Wanne nicht und zahlst lieber was drauf um etwas anderes zu bekommen. Wir hatten uns spontan 2 Tag vorm Richtfest für ein weiteres Dachfenster entschieden. Dann sieht man DIE Fliesen und will dabei ja auch nicht unbedingt zu viele Komprisse eingehen, denn Fliesen reißt man nach 2 Jahren nicht so einfach wieder raus. Hinzu kommen kosten für Spachtelmaterial (Rigiosplatten an der Decke muss meist der Bauherr verspachteln), Tapeten, Farbe, Teppiche, Laminat usw. Ebenso kommt man grad im Baumarkt selten nur mit dem Paket schrauben raus welches man eigentlich nur grad holen wollte. Man braucht ja doch so einiges nebenbei.

LG Ida