Essstörung? Ja oder Nein ?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von -.saskia.- 26.01.11 - 14:07 Uhr

Hallo ihr Lieben,

meine Kleine ist 18 Monate alt und ich mache mir zur Zeit extreme Sorgen um sie. Und zwar habe ich bzw. haben wir folgendes Problem:

Meine Maus besteht immer noch auf ihre Milchnahrung. Ich biete ihr sehr oft auch andere Sachen an. Zum Beispiel morgens:
Meine Kleine steht auf, ich mache UNS ein Brot, ein Toast oder ein Brötchen... sie probiert, isst den Belag vom Brot usw. runter oder auch gar nichts, möchte ein neues Stück, dann das selbe Spiel. Wenn sie etwas isst dann knabbert sie es in der Regel nur an, möchte dann das selbe nochmal in Grün und knabbert es wieder nur an und legt es bei Seite oder möchte aufstehen um gezielt nach unserer Katze zu suchen die dieses dann essen soll.
Hat sie schlechte Laune dann besteht sie sowieso nur auf ihre Milch und verweigert alles was ich ihr anbiete.

Ich muss dazu sagen, ich bin nicht unbedingt eine super Köchin, bzw. ich habe es nicht ganz drauf ausgewogen zu kochen, daher bekommt sie, wenn sie isst, Gläschen. Es kostet mich wahnsinnige Mühe sie dazu zu bewegen ein wenig davon zu essen. Auf ganz natürliche Weise kriegen wir es nicht hin. Ich muss sie mehr oder weniger überreden und es auf spielerische Art und Weise versuchen.
Wenn ich koche dann ist es meist noch schlimmer. Ob es an meinen Kochkünsten liegt weiß ich nicht, wobei mir und meinem Mann schmeckt das Essen was ich koche. Und anderen bisher eigentlich auch. Zumindest eben das was ich kochen kann.
Aber dann isst sie meistens gar nichts davon. Mal ein bisschen probieren aber auch nur einmal und dann ist schluss.
Da isst sie auf jeden Fall mehr von den Gläschen. Vielleicht Gewohnheit?

Und ich probiere so oft alles mögliche aus.. aber es klappt einfach so gut wie nie und deswegen habe ich auch manchmal gar nicht mehr die Kraft es auszuprobieren und mache ihr oft genug auch einfach ihre Milch :-(. Joghurt, und andere Leckereien sind natürlich kein Problem #kratz ... Also geht es tatsächlich nur um den reinen Hunger. Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Zwischendurch tut sie wirklich alles probieren (zwar nicht ganz aufessen) aber sobald es darum geht, dass sie richtig Hunger hat (wie eben ganz extrem nach dem aufstehen morgens und mittags) dann ist es eben ganz schwer ihr etwas anderes Nahezubringen als ihre Milch.

Ich mache mir solche Vorwürfe und bin wahnsinnig verzweifelt!!!
Andere Kinder in ihrem Alter und auch wesentlich jüngere Kinder verputzen zum Frühstück eine ganze Scheibe Brot oder auch mehr.
Meine Kleine sieht das essen eher als Spiel an... oder was auch immer.

Ich versuche schon gar nicht mehr Mittags zu kochen weil ich jedes mal noch trauriger bin wenn sie es mal wieder (wie immer eigentlich) komplett ablehnt.

Habe ich nicht die nötige Disziplin? Bin ich eine Versagerin was meinen Job als Mutter angeht?

Es ist seit einigen Monaten eh schon sehr anstrengend mit ihr und dann muss ich mir auch noch solche Sorgen machen.

Ich schaffe es nicht meiner Tochter das zu geben was sie braucht! Was soll ich denn nur tun?

Danke dass ihr bis hier hin gelesen habt und vielleicht habt ihr ja ein paar Tips für mich.


Liebe Grüße
Saskia + Caro-Marie

Beitrag von ea73 26.01.11 - 14:15 Uhr

Hallo,

ich denke nicht, dass eine Essstörung vorliegt. Meine Kleine ist zeitweise (vor allem wenn sie zahnt) beim Thema auch ziemlich schwierig.

Gläßchen gehen bei ihr auch immer besser als Selbstgekochtes.

Ich stelle nur bei uns fest, dass es mit zunehmendem Alter besser wird - gerade was die Akzeptanz von Selbstgekochtem angeht.

VG, Andrea

Beitrag von silong 26.01.11 - 14:22 Uhr

Hallo Saskia,

ich kann dir dazu wärmstens dieses Buch empfehlen:
http://www.amazon.de/Mein-Kind-will-nicht-essen/dp/3932022122

Das hat mir damals super geholfen, wir hatten einen schwierigen Beikosstart, Nick wollte partout keinen Brei, wir haben 11 Monate voll gestillt und die Breiphase komplett ausgelassen, Nick ging direkt zu fester Nahrung über und ist ganz schnell zu einem prima Esser geworden.

Ganz wichtig ist, dass du dein Kind nicht zwingst. Auch diese Geschichten "ein Löffelchen für Mama, etc." bedeuten Zwang bzw. Druck für das Kind, denn deine Maus spürt deine Anspannung und Enttäuschung. Mehr als das Essen anbieten kannst du nicht.

Hol dir das Buch, es wird dir helfen und glaub mir auch deine Maus wird Spaß am essen bekommen.

Viel Glück und liebe Grüße
Silke + kleiner Nick

Beitrag von marjatta 26.01.11 - 14:24 Uhr

Ach, mach Dir nichts draus. Solange sie wächst und gedeiht.

Mein Sohn war und ist beim Essen auch sehr wählerisch und schwierig, jedenfalls nicht vom Schlag, dass er alles einfach isst, was man ihm hinstellt. In der Krippe funktioniert das mittlerweile durch den Gruppenzwang relativ gut, aber zuhause habe ich immer noch Probleme.

Ich zwinge ihn zu nichts. Er hat auch noch bis zum 20. Lebensmonat bis zu 5 Mal täglich gestillt, jetzt sind wir aber realtiv schnell auf 2-3 Mal täglich runter und er isst auch mehr.

Er mag Jogurt, Vollkornpfannkuchen, endlich auch Kartoffel/Reis oder Nudel mit Soße, Leibspeise (mit der ich ihn immer zum Essen bewegen kann) ist Mailänder Risotto (aber bitte nur mit Parmesan gemacht, sonst wird es verweigert), Pommes Frites.
Brotbelag wird - bis auf den Schokoaufstrich von Alnatura - vollständig verweigert. Entweder pur oder gar nicht. Marmelade nicht auf den Pfannkuchen, sondern nur direkt mit dem Löffel aus dem Glas. #augen Ich kann ein Lied davon singen, wie schwierig das sein kann.

Ich kann zwar gut kochen, weil ich es zuhause lernen musste, aber mein Sohn ist ein Gourmet, sagen auch die Betreuer. Er pickt sich das raus, was ihm schmeckt. Zum Glück lernt er in der Krippe, sich richtig zu ernähren und zuhause koche ich meist nur am Wochenende oder Abends, wenn er mittags im KiGa mal wieder verweigert hat.

Bei uns wird es langsam besser. Glaube mir, irgendwann kommt der Punkt, an dem es KLACK macht und sie essen einfach mit. Bei uns ist es zwar eher ein schleichender Prozess, aber ich probiere es immer wieder mal mit Neuem.

Gruß
marjatta

Beitrag von schwilis1 26.01.11 - 14:28 Uhr

hallo,
mir fällt auf dass du schreibst, wenn sie so richtig hunger hat dann will sie eher gar nichts essen.

ich weiß wie es bei mir ist wenn ich richtig hunger hab, dann ist mir kotzübel und essen ekelt mich an.

wirk dem doch entgegen indem du außer morgens natürlich, ihr über den vormittag alle 2-3 stunden was zum "naschen" anbietest. obst, gemüse, Brot, Wurst. und es dann zu einer geregelten zeit mittagessen gibt.

Beitrag von -.saskia.- 26.01.11 - 14:37 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten!
Also wie gesagt, ich biete ihr zwischendurch sehr viel an. Von Wurst bis auch mal hin zu einem kleinen Stückchen Schokolade.

Sie hat theoretisch feste Essenszeiten.

Ich fühle mich auch schlecht, weil ich sie nur mit Spielzeug dazu bewegt bekomme etwas anderes zu essen. Ich setze mich mit ihr hin. Esse mit oder auch nicht und sie hat dabei Spielzeug in der Hand. Ohne geht gar nicht. Und wenn sie dann etwas zb von dem Gläschen isst dann sieht es auch nicht nach Zwang aus. Aber ohen Spielzeug verweigert sie. Mit ist sie eben abgelenkt.
Eine Freundin von mir sagte, dass es bei ihrem Sohn nicht anders war. Er wollte auch mit etwas zum Spielen in der Hand essen.

Ist das okay wenn ich das mache?

Wie seht ihr das?

Beitrag von marjatta 26.01.11 - 15:07 Uhr

Mal eine Frage:

Fütterst Du sie noch oder darf sie alleine Essen? Vielleicht möchte sie selbständiger werden und die Flasche kann sie alleine halten, aber einen Löffel etc. hälst Du?

Nur so als Frage, weil mein Sohn gut isst und vor allen Dingen selbständig. Wenn ihm was fehlt, dann sagt er mir ob er Löffel oder Gabel haben möchte.

Vielleicht hilft es Dir, wenn Du sie selbst essen lässt?

Gruß
marjatta

Beitrag von cera83 26.01.11 - 21:07 Uhr

Hey Saskia,
"Ich versuche schon gar nicht mehr Mittags zu kochen weil ich jedes mal noch trauriger bin wenn sie es mal wieder (wie immer eigentlich) komplett ablehnt." Das kenn ich...!!!!! Luisa ist jetzt 14 Monate und seit Anfang Oktober haben wir ein Mittagessen-Problem. Sie isst es nämlich nicht. Für gewöhnlich isst sie mittags zwischen 0 - 80 gr. Egal, was ich koche. Wenn sie etwas heute gut gegessen hat (80 gr), dann isst sie es nächste Woche vielleicht gar nicht. Und es spielt keine Rolle, ob ich es püriere, halbstückig oder unverändert anbiete... Und sie ist von Beginn an selbstgekochten Brei gewöhnt. Ich hab mittlerweile auch einfach keine Lust mehr. Jeden Tag muss ich mir überlegen, was ich kochen kann, was sie essen könnte und dann isst sie einfach nicht.

Ich kann dir leider nicht helfen, aber ich kann dir nachempfinden. Hast du vielleicht mal mit eurem Kinderarzt gesprochen? Das werde ich jetzt nämlich mal tun, denn ich weiß nicht mehr weiter.
LG
Janine