Warum wird so vile Wert auf malen gelegt? (1. Klasse)

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Beitrag von evaundpaul 26.01.11 - 16:31 Uhr

Hallo,
mein Sohn ist in der 1. Klasse.
Soweit ist alle top. Aber es wird sehr viel Wert auf malen gelegt.
Er kann aber nicht malen und hat auch gar keine Lust es zu "lernen".
Aber er ist traurig, weil er es nicht kann. Heute war er z. B. als letzter fertig, weil er eine Hand zwei oder dreimal malen musste, bis sie o.k. war.
Ich sage Ihm, dass ich das nicht schlimm finde, wenn er nicht malen kann. Er hat auch noch nie das Gesehene künstlerisch umgesetzt. D. h. er malt auch keine Autos, keine Tiere.
In einer Lernprobe musste er neulich einen Esel und ein Kamel malen (nachdem er das Wort gelesen hat)
Warum wird so viel Wert darauf gelegt?
Schreibschrift wird nun angefangen und er kann das gut. Also falls für die Feinmotorik gemalt werden soll, wegen der Schreibschrift, hat das eine mit dem anderen wohl nichts zu tun.
LG, Eva
P.S: Ich werde dasselbs am Elternsprechtag im Februar fragen aber vielleicht kann mir ja schon vorher hier jemand plausibel antworten.

Beitrag von buntstift 26.01.11 - 16:47 Uhr

Nunja, ich finde das Malen hat eine Menge mit der Schule zu tun.
Etwas abzumalen ist mehr als nur nen Stift in die Hand nehmen, man muß sich etwas vorstellen, etwas anschauen und dann eben versuchen das nachzumalen.
Dauert nicht lange, da brauchen die Kinder diese "Fähigkeit" um ihre HSU Hefte zu gestalten, ein Thermometer nachzumalen, etwas bildlich zu erfassen.
Geometrie fällt mir als nächstes ein. Dazu sollte man auch malen können.
Er kann ja seinen Stift halten und Buchstaben schreiben, so in etwa sollte er also auch Bäume, Häuser und Menschen malen können.

Ich dachte auch dass es ätzend ist in der ersten Klasse, aber es gehört eben dazu.

Nichtskönnen schafft Freizeit

also heißt es eben üben, üben, üben. Leichte Formen, zusammen malen usw.

buntstift

Beitrag von ayshe 26.01.11 - 18:47 Uhr

Ja, der Zusammenhang ist echt klar.
Dieses Malen dient immer mehr auch später dazu, sich schnell seine Notizen zu machen usw.

Beitrag von ylenja 26.01.11 - 16:58 Uhr

Hallo Eva,

jeder Lehrer ist in dieser Beziehung anders.
Der eine lässt sehr viel malen, der/die andere nur das nötigste.
Am besten gefallen hat mir mal die Aussage einer 1.Klass-Lehrerin: "malen müsssen meine Schüler bei der Hausaufgabe so gut wie nie, das machen eh nur die Mamas!"
Mit dieser Aussage hat sie recht. In der Zwischenzeit habe ich immer wieder Mamas gehört, die sagten: "ach, da habe ich gemalt."

Ob sinnvoll oder nicht - da lässt sich streiten.
Aber ehrlich - mein Sohn möchte heute noch nicht gerne malen. Er geht in die 2. Klasse.
Seine Schrift ist aber ziemlich ordentlich, und mit der Feinmotorik hat er überhaupt keine Probleme.

LG

Ylenja

Beitrag von strandvejen 26.01.11 - 17:30 Uhr

Das ist ja mal ne geile Antwort von ner Lehrerin.

Ich weiß noch, als mein Sohn in der ersten Klasse mal einen Elefanten malen musste, der tanzt und einen Regenschirm in der Hand hält oder so ähnlich.

Ich hab ihm auf nem Extrazettel nen Ottifanten VORgemalt und er hat ihn relativ gut auf das Arbeitsblatt ABgemalt.
Er ist halt auch kein großer Künstler und ich male ihm schon mal Sachen vor, die er dann abmalt.

Prompt hat die Lehrerin ihm das mit ROTSTIFT fett angestrichen und in riesen Buchstaben daneben geschrieben

ALLEINE GEMALT ???

Boah, ich hab nur gedacht, du olle P...nelke. GEDACHT, wohlgemerkt;-):-p

LG
S.

Beitrag von ayshe 26.01.11 - 18:51 Uhr

Hallo,

gesagt wurde es ja schon.

Ich persönlich finde auch, daß wirklich unheimlich viel gemalt und auch angemalt wird.
Meine Tochter hat wirklich immer sehr gern und auch viel gemalt.
Aber selbst sie hat dazu manchmal schon gar keine Lust mehr.
Ich weiß, daß sie sauber etwas anmalen kann, aber wenn die Aufgabe noch beinhaltet "Und male das Bild aus." dann kritzelt sie es an wie damals mit 3 Jahren #augen
Und male dies und jenes etc. an jeder Ecke etwas, das sie malen sollen. Sie kritzelt teils echt total, sieht unter aller Sau aus.
Dabei malt sie dann aber wirklich ganz anders, wenn sie zuhause nur so so "aus Jux" etwas malt, wozu sie eben Lust hat.


Ich weiß auch nicht. Ich hoffe, es wird bald weniger.

Beitrag von leseratte.0232 26.01.11 - 20:00 Uhr

Hallo #winke

Naja,oft dient das malen ja auch dazu, zu zeigen daß man etwas
verstanden hat!#aha

"Male das Haus rot an" ist ja nur eine von etlichen Hausaufgaben in der ersten Klasse im Aufgabenheft.
Bei uns gibt es auch"Extra-Hefte"für das sinnerfassende lesen. Da steht dann z.B."im Nest liegen drei Eier",dann müssen die Kinder entsprenchendes darunter malen.
Um zu erkennen ob die Kinder verstehen was sie da lesen, ist es nun mal sehr hilfreich.
Klar kann man auch Aufgaben stellen in denen z.B. schon 3 fertige Bilder vorhanden sind und man nur noch das richtige Bild dem Satz zuordnen muß (ich hoffe Ihr wißt was ich meine?), aber da die meisten Kinder malen sehr lieben (scheinbar Mädels mehr als Jungs) macht es so oft mehr Spaß.

Bei uns gibt es Ausmalbilder eignetlich immer nur als freiwillige Zusatzaufgabe, heißt es wird eines verteilt das in der Schule zwar (fast am ende der Stunde) angefangen werden soll, den Kindern steht es aber frei es zu Hause zu Ende zu malen.

Außerdem gibt es doch erstaunlich viele Kinder die mit dem "schön schreiben" arge Schwierigkeiten haben und dafür ist nun mal gerade das ausmalen von detailreichen Bildern hilfreich.

LG
leseratte deren Tochter auch nach der Schule den Hals vom malen noch nicht voll kriegt;-)

Beitrag von kawatina 26.01.11 - 20:36 Uhr

Hallo,

es wird dich nicht trösten - aber Mandals verfolgen uns seit nunmehr 10 Jahren.
Es gibt echt Lehrer, die statt Vertretungsunterricht (deutsch) auch in Klasse 10 noch malen lassen#klatsch



Beitrag von froehlich 26.01.11 - 20:55 Uhr

#schock#rofl WAS?!!!!! oh Gott, da steht uns ja noch was bevor! Ich dachte, die Dinger verschwinden irgendwann dann doch mal in der Mottenkiste.....HERRLICH!

Beitrag von anyca 26.01.11 - 22:17 Uhr

#schock#klatsch

Ich kann die Dinger jetzt schon nicht mehr sehen bzw. bin genervt davon, daß die Englischtante im Kindergarten die Kinder dauernd Mandalas ausmalen läßt (o.k., sie lernen dabei Farben auf englisch, aber es könnten ja auch mal "richtige" Bilder sein ...)

Bei Mandalas im Deutschunterricht in der 10. müßte ich leider einen Schreikrampf kriegen #zitter

Beitrag von butler 26.01.11 - 22:31 Uhr

Ach ja Kunst: Liegt immer im Sinne des Betrachters und damit immer Subjektiv. Ich habe bei meiner großen damals einen Kunstkenner (Galerist & Grafiker) mit zum Elterngespräch genommen. :-) Mein Kind hatte danach schlechtestens eine 2 in dem Fach ;-) Bei meinem Sohn brauchte ich das nicht mehr#rofl
lg

Beitrag von h-m 27.01.11 - 10:11 Uhr

Das ist wohl von Schule zu Schule oder auch von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich.

Meine Tochter ist auch in der ersten Klasse und es wird recht wenig gemalt (außer natürlich in Kunst). Hatte ich mir "schlimmer" vorgestellt. #rofl Nur in den allerersten Wochen war es anders, da gab es ein paar Mal Ausmalbilder als Hausaufgabe, bzw. wurde in Sachkunde ein Thema "Ich und andere" (oder so ähnlich) durchgenommen, da mussten die Kinder sich selbst, ihre Familie, etc. malen.

Beitrag von hellmi 27.01.11 - 11:53 Uhr

Hallo Eva

Da ich heute beim Eltergespräch war und wir auch darüber gesprochen haben , kann ich Dir den Standpunkt unsere Lehrerin sagen.

Sie läßt so viel malen damit die Feinmototrik verbessert wird!

Unser Sohn ist eher der Grobmototiker ;-) darum tut Ihm das malen gut. Sein Schriftbild hat sich sehr verbessert.

Aber ich denk jede Lehrerin hat da ne andere Erklärung.

Lg. Kerstin

Beitrag von marion2 27.01.11 - 16:59 Uhr

Hallo,

warum da Wert drauf gelegt wird?

In der Zeit, in der die Kinder sich mit Malen quälen, sind sie ruhiger.

(man kann nicht gleichzeitig zappeln und malen - versuch mal auf dem stuhl am schreibtisch sitzend mit dem Fuß zu kreisen und gleichzeitig deinen namen zu schreiben)

Nix Feinmotorik - Beschäftigungstherapie.

Uns haben sie übrigens auch mit Mandalas gequält. Seit es keine mehr gibt, malt mein Bengel sogar freiwillig Bilder.

Gruß Marion