5 1/2 Monate und Neurodermitis

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von sabrinaa81 26.01.11 - 20:16 Uhr

Worauf habt ihr geachtet???

Erst hatte mein Kleiner immer nur sehr trockene Haut.
Aber nun sind offene, nassen Stellen draus geworden :(

Die Diagnose Neurodermitis haben wir dann heute bekommen.
Auf die offenen Stellen sollen wir Prednitop schmieren und auf die trockenen Stellen eine angemixte Salbe.

Ich wurde zwar aufgeklärt, worauf ich alles achten soll, aber ich möchte mir dennoch gern Erfahrungen von Betroffenen anhören.

Wäre toll, wenn mir jemand seine Geschichte erzählen könnte.

LG
Sabrina mit Ben <3

Beitrag von melli-4 26.01.11 - 20:44 Uhr

Hallo,
bei uns brach die ND erst aus mit dem abstillen und da war der Kleine schon 2 Jahre alt.
Zeitweilig ist es so schlimm dass wir schon ein paar mal im Krankenhaus waren.
Er hat keine Allergien, wir haben alles durch testen lassen.
Prednitop ist mit sehr viel Cortison sei vorsichtig, nicht zu dick auftragen und immer schnell wieder absetzen. Ich hoffe man hat Dir den richtigen Umgang mit Cortison Mitteln erklärt. Wir nehmen viel Ölbäder und ansonsten eine sehr sehr fetthaltige Pflegecreme die heißt DAC probiere es doch mal aus.
Alles Gute und LG Melli

Beitrag von scura 26.01.11 - 21:33 Uhr

Wichtig ist zu verhindern das die Haut rissig und nässend wird. Das verhindert man so gut es geht mit einer reichhaltigen Creme, die Du ja schon bekommen hast.
Ist die Haut erstmal offen, nimmst Du Kortison bis sie wieder verheilt ist und behandelst dann weiter mit der Creme. Kortison ist nur für akute Zustände, aber meist unvermeidlich.
Zum Glück kommt eine Neurodermitis in Schüben, so dass eine Dauerkortisonbehandlung meist nicht nötig ist.
Ausserdem lernt man damit umzugehen.
Ich hatte es als Kind sehr schlimm. Zum Teil so schlimm, das ich keine Haut mehr an den Händen hatte und z.B. nur mit Handschuhen im Sand spielen durfte. Das schlimmste ist allerdings der Juckreiz in der Nacht. Meine Mutter hat mir Baumwollhandschuhe an den Schlafanzug genäht, damit ich mich nicht blutig kratzte. Ich meine, ich habe keine Kortisoncreme bekommen. (70er-DDR) Es war eine dicke gelbe Salbe die nach Teer stank.
Während der Pupertät und danach, war ich jahrelang Beschwerdefrei. Fing erst mit meiner Ausbildung wieder an. (Häufig nasse Hände)
Wenn ich nicht mit Wasser in berührung komme, habe ich keine Probleme (Nein Schatz ich kann nicht putzen, Du weisst schon, meine Haut :-) mach Du das bitte)
Mein Säureschutzmantel der Haut ist total instabil und ich habe trockenste Haut. Wichtig ist die richtige Pflege.

Meine Tochter hat auch Tendenzen zu einer Neurodermitis(leider im Gesicht). Vor allem jetzt im Winter und wenn es heiss ist in Sommer. Ich gehe relativ locker damit um. Linola oder Eubos-Haut-Ruhe im Winter und eine kühlende, angemixte Creme für den Sommer vom Doc helfen ihr. Die Prednitop Salbe, habe ich bei ihr selten verwendet, habe ich leider selber aufgebraucht(schäm)

Beitrag von sabrinaa81 26.01.11 - 21:57 Uhr

Dake für eure Antworten.

Die Cortisoncreme soll ich auch nur ganz dünn 2x tägl. für 3 Tage auf die offenen Stellen schmieren.

Mehr hat man mir leider nicht gesagt.

Ist Cortison was schlimmes????
Oh man, ich glaube, ich geh nochmal zu einem anderen Arzt.

Fühle mich vollkommen unwissend.

Beitrag von scura 26.01.11 - 22:38 Uhr

Es ist das einzige was hilft.
Sie verhindert das Bakterien in die offenen Hautstellen gelangen und hilft den Wundheilungsprozess zu beschleunigen, ausserdem nimmt sie den quälenden Juckreiz. Nimms einfach, Du wirst sehen es hilft.
Alternativ könnte man Schwarzteetinkturen anwenden. Allerdings ist das pillefit finde ich. Nimmt zwar den Juckreiz etwas, aber färbt die Haut furchtbar an.
Eigenurinbehandlung funktioniert gut, ist aber bei nem Baby eher unmöglich.
Ich habe schon einiges durch ;-) War sogar bei ner Hexe, die hat mir auch nicht geholfen (haha)

Beitrag von 3wichtel 28.01.11 - 08:12 Uhr

<<Eigenurinbehandlung funktioniert gut, ist aber bei nem Baby eher unmöglich<<

Im Gegenteil: Stoffstreifen mit in die Windel, beim nächsten Windelwechsel den nassen Stoffstreifen nehmen und damit die betroffenen Hautstellen abtupfen.

Klappt prima!!!

Welche Creme nimmst Du jetzt für Deine trockenen Hände? Ich bekomme die Haut der Hände (keine Neurodermitis, einfach nur total trocken) nicht in den Griff. Wäre über einen Tipp dankbar.

Beitrag von jindabyne 27.01.11 - 02:07 Uhr

Cortison ist nur langfristig nicht gut für die Haut. Aber als Neurodermitiker kommt man oft leider nicht ohne aus.

Meine Tochter reagiert bei ihrer Neuro-Form allerdings überhaupt nicht auf Cortison. Bei ihr hilft nur cremen, cremen, cremen mit einer Basissalbe auch in schubfreien Zeiten. Gegen den Juckreiz bekommt sie zusätzliche Medikamente.
Aber eine gute Hautpflege ist ganz, ganz wichtig bei Neuro!

Lg Steffi

Beitrag von hoffnung666 27.01.11 - 07:22 Uhr

Hallo,

mein Sohn hat auch Neurodermitis seit der Geburt an. Es fing mit nässenden Stellen im Gesicht an, später waren es die Extreme, heute ist es hauptsächlich an den Armen und Beinen.

Du musst wissen, Neurodermitis ist eine Autoimmunreaktion des Körpers, d.h. der Körper glaubt, das die Haut "angegriffen wird" und reagiert mit Abwehr, was sie dann mit diesen Ekzemen bemerkbar macht.

Die ND kommt in Schüben, es gibt Tage, wo man es fast nicht sieht und Tage, wo er aussieht wie ein Streuselkuchen und sich alles blutig kratzt. Das ist dann der Zeitpunkt, wo man mit Kortison die Stellen behandelt, den Rest des Körpers muss man mehrmals täglich mit Fettcreme pflegen.

Das Kortison muss man ausschleichen, also einen Tag mit, anderen Tag ohne, dann einen Tag mit, zwei Tage ohne usw.

Kortison ist leider bei Schüben meist die einzige Wahl, aber es ist letztendlich ein körpereigenes Hormon. Und ein Überschuss des Hormons (egal welcher Art) kann bei dauerhafter, übermäßiger Anwendung sich auch ungünstig auswirken.

Wichtig ist, das man auf die Ernährung achtet.

Meiner reagiet z.B. auf Zitrusfrüchte, hat zusätzlich noch Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen, aber auch das kann man gut in den Griff bekommen.;-)

Die Kinderklinik hat uns Ernährungsberatung gegeben.

Stress, Wetterumschwung und Impfungen können Schübe auslösen.

Die Haut sollte lüftige, lockere Kleidung haben, es sollte eher kühler als warm sein. Es gibt für Kleinkinder z.B. extra Schlafanzüge und Unterwäsche mit Silberanteil, die angenehm auf der Haut sind und einen kühlenden Effekt haben. Sie kosten zwar etwas mehr, haben meinem Sohn aber geholfen :-)

Es kann auch sein, das es bis zum Schulalter weniger wird.

Im Sommer an die Ostsee fahren, das wirkt Wunder:-D

Man sollte sich nicht verrückt machen lassen.

Im www. gibt es auch mittlerweile soviele Infos und auch Foren, wo man sich darüber austauschen kann.

Alles Gute

Jenny

Beitrag von sax30 27.01.11 - 12:24 Uhr

Cortison muss richtig angewendet werden, d.h. du mußt es ausschleichend nutzen. 3 Tage 2x täglich, ab dem 4. Tagen 1x täglich und ab dem 6. Tag nur noch aller zwei Tage und dann ganz absetzen.

Ganz wichtig ist die Basispflege! Was bei meiner Tochter auch sehr gut hilft sind Bäder mit Totem Meer-Badesalz / Solebäder, anschließend gut eincremen mit der Pflegecreme!

Ansonsten würde ich auf die Ernährung achten, bei welchen Nahrungsmitteln wird es schlimmer?

Wir haben uns außerdem für die Nacht einen Neurodermitis-Schlafanzug mit Silberanteilen besorgt.

Wenn du noch fragen hast, kannst du dich gerne nochmal an mich wenden. Meine Tochter wird bald 7 Jahre alt und hat Neurodermitis seit ihrem 4. Lebensmonat - es liegen also reichlich Erfahrungswerte vor :-)

Viele Grüße
Sax

Beitrag von 3wichtel 28.01.11 - 08:05 Uhr

Mein Mittlerer hatte das auch im ersten Lebensjahr.

Ich war mit ihm bei der Kinder-Hautsprechstunde der Uniklinik. Dort wurde mir gesagt, dass es sehr wahrscheinlich eine "Säuglings-Neurodermitis" sei, die sich rund um den ersten Geburtstag "verwächst".

Und so ist es tatsächlich auch gekommen.

In dem ersten Lebensjahr hat er mir aber soooo leid getan: Er hat keine Nacht durchgeschlafen, weil er sich so stark gekratzt hat.
Uns hat der Arzt in der Uniklinik gesagt, dass das Kind "nie schwitzen darf". Hitze und damit verbundener Schweißaustritt würden die Beschwerden nur verstärken. Also haben wir ihn immer sehr leicht angezogen (auch wenn mir schon kalt beim Ansehen wurde ;-) ).
Heute ist er 7 und hat immer noch "große Hitze". Er ist derjenige, der auch bei -5 Grad gerne mal im T-Shirt durch den Garten hüpft und sich erst dann so richtig wohl fühlt.

Als es im Säuglinsalter richtig, richtig schlimm war (und keine Salbe half!), habe ich nach einem Hebammen-Tipp angefangen, ihn mit seinem Eigenurin abzutupfen.
Dafür habe ich einfach Mullwindeln kleingeschnitten und mit in die normale Windel gelegt. Dann beim Windelwechsel (vorausgesetzt, die Windel war nur mit dem "kleinen Geschäft" voll ;-)), habe ich das nasse Stück Mull genommen und vorsichtig damit die nässenden Körperstellen abgetupft.

Frischer Baby-Urin stinkt nicht und ist steril!

Hört sich wahrscheinlich etwas ekelhaft an, aber bei uns hats tatsächlich geholfen!!!

Liebe Grüsse,
3wichtel