Schubsen und Co.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von tokee21 27.01.11 - 13:30 Uhr

Hallo!

Grad weiß ich nicht weiter... Meine Tochter wird in 2 Wochen 3 und sie ist im Vergleich zu Gleichaltrigen recht groß und kräftig (102 cm/17 Kg)
Nun hat die Phase begonnen, wo sie sich mit ihren Freundinnen zu "kabbeln" anfängt. Man reißt sich gegenseitig das Spielzeug aus der Hand und bunkert es.
Hilft alles nicht, wird geschubst.
Muss dazu sagen, meine "Kleine" war bis vor Kurzem ein "sanfter Riese", sprich: sie hat sich alles gefallen und wegnehmen lassen. Nie hat sie sich gewehrt. Das ist nun ins Gengenteil umgeschlagen, was ich an sich ja auch bis zu einem gewissen Punkt o.k. finde.
Aber: wird sie geschubst, passiert meist nichts, sie fällt nicht mal um. Schubst aber sie, fallen die anderen um, das Geheule ist groß.
Heute ist dann im Spielkreis ihre eigentlich "beste Freundin" nach einer Schubsattacke weinend zu ihrer Mama gerannt und hat sich auf den Schoß gesetzt. Ich hab meiner Tochter gesagt, sie soll hingehen, und sich entschuldigen (sie kann das normalerweise und weiß, was es bedeutet). Tja, sie ist hin, aber sie hat das Mädchen grad nochmal geschubst. Daraufhin bekam meine Tochter auch noch von der anderen Mama geschimpft und wurde völlig hysterisch, ich konnte sie kaum mehr bändigen. Ich wäre gegangen, bzw. bin es auch, aber der Spielkreis war eh gerade fertig. Nur auf der Wiese, auf der sie sonst hinterher noch spielen, durfte sie nicht, wir sind direkt heim.
Hier hat sie mir dann erzählt, das andere Mädchen habe ihr aufś Kinn gehauen, es täte weh. Auf Nachfrage hat sie "behauptet", dies sei vor dem Schubsen ihrerseits passiert.
Nun weiß ich nicht, was ich glauben kann, wobei es ja nicht so erheblich ist.

In dem Spielkreis ist sie bei den ältesten (mit besagter Freundin), einen KiGa-Platz bekommen wir erst im Herbst.

Bin nun am überlegen, ob ich da überhaupt noch hin soll, da ich das Gefühl habe, sie hat dort keine "ebenbürtigen" Spielgefährten. Eben wegen der körperlichen Überlegenheit. Aber müssen sie es nicht irgendwann lernen?

Wäre Euch für Meinungen und Ratschläge dankbar!

LG, Iris & Teufelchen


Beitrag von marion2 27.01.11 - 15:21 Uhr

Hallo,

mein Sohn musste in dem Alter nicht schubsen, nur die Hand ausstrecken - schon flogen die Kinder.

Die anderen Kinder werden lernen müssen, dass sie ihnen körperlich überlegen ist und sich anpassen.

Das relativiert sich übrigens mit zunehmendem Alter - da werden die anderen Kinder "geschickter"

Gruß Marion

Beitrag von bine3002 27.01.11 - 20:05 Uhr

Ach Gott... es sind Kinder... die kabbeln sich mal. Heute schubst deine Tochter, morgen wird sie geschubst. Meine Tochter hat sich mal mit ihrer besten Freundin einen Schwertkampf mit Plastikmessern aus der Spielküche geliefert. Hinterher heulten beide Mädels und meine hatte ein blaues Auge. Dafür hat meine Tochter das Mädchen Monate vorher blutig gebissen.
Solche Ereignisse fallen natürlich deutlich mehr auf als die vielen, vielen Tage, wo sie völlig friedlich zusammen gespielt haben.

Aber ich denke: Beide Kinder haben noch etwas zu lernen und deswegen sind auch solche Streitigkeiten sehr wichtig. Das geschubste Kind muss lernen, sich zu wehren und zwar möglichst mit Worten. Das schubsende Kind muss lernen seine Emotionen in den Griff zu bekommen. Und ich würde gerade in die Spielgruppe gehen, wenn die Kinder da noch Probleme mit haben.

Beitrag von claerchen81 27.01.11 - 21:00 Uhr

Hi,

meiner ist der Kleinste, ich kenne das Problem anders herum: er fliegt gern mal, wenn die anderen ihn schubsen #schein. Aber ich finde es meist recht undramatisch, er weiß sich schon zu wehren, das musste er ja nun lernen.

Ich würde auf jeden Fall weiter zur Spielgruppe gehen. Sie muss doch gerade den sozialen Umgang lernen, das wird sie nicht, wenn sie keine Gelegenheit dazu hat. Ich finde die Situation unspektakulär, das wird 1000fach passiere im Kiga, ohne dass du es mitbekommst.

Mein kleiner Großer hat gerade sein erstes blaues Auge aus dem Kiga mitgebracht. Aber ich möchte nicht sehen, wie der andere aussieht - sie haben wohl etwas heftiger gespielt, die Jungs.

Vielleicht sieht man das als Jungsmama entspannter, die balgen sich natürlicherweise häufiger, für ihre Psyche ist das durchaus gesund. Von Mädchen wird erwartet, dass sie das nicht tun.

Bleib entspannt, ist alles normal. Und ewig wird ihre körperliche Überlegenheit nicht währen.....

Gruß, C.

Beitrag von tokee21 27.01.11 - 21:41 Uhr

Hallo!

Danke für Eure Antworten!
Mit dem "nicht-mehr-in-die-Spielgruppe-gehen" meinte ich eher, dass sie eigentlich nur für Kinder bis 3 ist. Meistens bleiben sie aber, bis sie einen KiGa-Platz haben. Es ist auch nur 1x pro Woche, ansonsten gehen wir noch zum Turnen und zu Musik für Eltern und Kind. Das ist jeweils entspannter, da die Kinder da nicht soviel miteinander machen.

Mir tut mein Kind auch irgendwie leid: erst war sie traurig, weil ihr immer alles weggenommen wurde, nun bekommt sie geschimpft, weil sie sich verteidigt. Beispiel: sie hat in der besagten Spielgruppe mit einem großen Plastikbus gespielt, ganz friedlich alleine. Da kommt die Freundin und will ihn ihr aus der Hand reißen. Meine Kleine hält den aber fest, zieht daran. Das andere Mädchen fällt hin und bekommt das Fahrzeug an den Kopf.
Hoffe, Ihr versteht, was ich sagen will. Ich hab bzgl. der Rangeleien an sich auch keine Probleme, da bin ich emanzipiert. ;-) Es ist halt dieses ungleiche Kräfteverhältnis. Ich hoffe wirklich, dass sie bald einen KiGa-Platz bekommt und sich da auch mal mit Stärkeren messen kann.
Nicht dass sie mir noch zum Tyrann wird. #hicks

Schönen abend un LG,
Iris

Beitrag von fbl772 30.01.11 - 07:51 Uhr

Hallo Iris,

wie du vielleicht weißt habe ich auch so einen Riesen :-)

Mein Riese geht seit seinem 5. Lebensmonat in die Krippe (altersgemischt 0 - 3 Jahre) und war dort natürlich zuerst das Baby (mit dem gerne die Mädels als "Puppe" spielen wollten) und ist mittlerweile mit der Älteste und körperlich der Größte. Und häufiger habe ich schon das Gefühl, dass er nicht mehr "ausgelastet/unterfordert" ist, insbesondere wenn mal nur kleinere Kinder da sind. Aber das ist ja gerade der Sinn - wie in einer Familie mit älteren und jüngeren Geschwistern auch.

Auch er hatte keine Beiß- oder Hauphase, dafür musste er nur den Arm ausstrecken, schon fallen die anderen ....

Geh auf jeden Fall in die Spielgruppe, natürlich muss sie lernen in gewissem Maße Rücksicht zu nehmen auf Jüngere und körperlich Schwächere und sich anders ausdrücken. Sprich, sie muss laut sagen wenn sie etwas nicht will etc. Wie soll sie das sonst lernen? Gerade deshalb sind doch diese altersgemischten Gruppen so sinnvoll.

Jetzt ist sie die Größte, aber wenn sie in den Kindergarten kommt, wird sie wieder die Kleinste sein und dann das Gegenteil von jetzt lernen. Das ist für das Sozialverhalten sehr gut.

LG
B

Beitrag von lajo 27.01.11 - 21:55 Uhr

Im Kindergarten sind ja nun nicht nur 3jährige Kinder und sie lernen ganz schnell was sie dürfen und was nicht. Zudem ist bis Herbst noch eine lange Zeit und dein Kind entwickelt sich schnell weiter. Meine jüngste fing mit 1 Jahr schon an sich zu verteidigen. Sie hat ältere Kinder umgeschubst und sich drauf gelegt und sich gewehrt, wenn ein anderes Kind ihr etwas wegnehmen wollte. Meine jüngste spielt nur mit Jungs und mag auch ältere Kinder sehr gerne. Dann ist da noch ein jüngeres Mädchen, aber sehr groß. Sie ist auch noch grober und meine zeigt ihr wo es lang geht. Sie helfen sich alle gegenseitig.
Meine jüngste war auch noch dazu ein Kneifkind mit 2 Jahren. Kinder schubsen, hauen, beißen, kneifen usw. sich mal, deswegen immer so einen Aufstand machen finde ich von den Müttern immer übertrieben. Wenn ich gesehen habe das mein Kind etwas machen will, habe ich vorher versucht dazwischen zu gehen. Ich würde das Kind auch nie meiden. Weiß aber wie du dich fühlst, denn meine älteste war ein Beißkind und das nicht ohne, denn man kann nicht immer springen.