EPINO und Dammschutz???

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von durcheinander80 27.01.11 - 13:31 Uhr

Hallo,

meine Mum hat gestern wieder mal von Ihren Dammschnitten (liegt drei Jahrzehnte zurück) erzählt, bei der ersten Geburt hat sie die Fäden schlecht vertragen, das ganze hat geeitert und sie musste unter Vollnarkose nochmals operiert werden.

Brrrrr...mich schüttels immer ganz, wenn ich sowas höre...und so emotional wie sie das heute noch nach so langer Zeit erzählt habe ich eher das Gefühl von einer körperverletzung...vor allem weil es zweifelhaft ist, ob das nun wirklich nötig war....

Nun aber zu meiner eigentlichen Frage:
was genau wird beim Dammschutz gemacht?
Ist es das, wenn mit (teilweise Kaffegetränkten) Tüchern noch mit gehalten wird?

Und wer von euch hat positive Erfahrungen hinsichtlich des Epinos?

Bin zwar noch nicht schwanger, beschäftige mich aber des Öfteren mit dem Gedanken und das mit der Geburt macht mir doch zu schaffen

Danke im Voraus

Beitrag von uta27 27.01.11 - 13:37 Uhr

Hi!

Höre Dir bitte solche Schauergeschichten nicht an! Kein Wunder, dass es einem dabei gruselt.
Die meisten Dammschnitte geschehen in Geburtskliniken, wenns den Ärzten dort nicht schnell genug geht, die Frau auf dem Rücken liegen soll (die unsinnigste Gebärposition, wenn man mal vom Kopfstand ausgeht!).

Wenns reisst, dann soll es so sein und es reisst immer die dünnste Stelle,heilt meisst komplikationslos aus!

Es gibt gutes Dammmassageöl der Firma I.Stadelmann/Bahnhof Apotheke Kempten (kann man in jeder Apo bestellen!)

Dammschutz sollte wohl jede Hebi beherrschen, Ick hab Kaffee gekocht extra dafür bei meiner Hausgeburt.

EpiNo hab ick schon gehört, aber nie ausprobiert.
Vielleicht ist das ja gut, ausprobieren schadet ja nichts!

Liebe Grüße, Uta

Beitrag von aro79 27.01.11 - 14:03 Uhr

Hallo!

Selbst wenn geschnitten wird, dann ist es nicht so, wie damals bei der Mum. Klar, angenehm ist was anderes, aber eine Hoirrorvorstellung braucht man auch nicht haben.
Bei meiner großen wurde geschnitten, da sie mit der Glocke geholt werden musste. Allerdings glaube ich, die Glocke war für sie schlimmer als der Schnit für mich. Er wurde gut genäht, verheilte schnell und gut. Hab da auch heute keine Probleme mehr mit.
Bei der KLeinen bin ich jetzt gerissen. Das Reißen hab ich nicht gespürt. Das Nähen war nicht toll, aber auszuhalten. Geheilt ist es auch gut. Mach dir nicht son Kopf!

LG!

Beitrag von kruemmelteefee 27.01.11 - 14:13 Uhr

Hallo!

Ich kann dir auch weder über Epino noch über Dammschutz fachliche Auskünfte geben, aber ich kann aus eigener Erfahrung berichten:
Ich hatte (auch wegen Saugglocke) einen ordentlichen Schnitt und einen Scheidenriss. Ich habe gesehen, gespürt und gehört, wie der Arzt geschnitten hat. Hab mich auch immer tierisch davor gegruselt - aber in dem Moment war's halt einfach nicht anders möglich. Ich wurde 45 Minuten lang genäht, was ich auch als sehr sehr unangenehm empfand. Und trotz alledem ist auch bei mir alles wunderbar und sehr viel schneller als ich erwartet hätte geheilt. Keine Probleme also. Meine Mum erzählte mir auch kürzlich noch, dass sie ihren Kaiserschnitt als weniger schlimm empfand, als den Schnitt und die Naht bei der ersten Geburt. Ich glaube, dass ich da in den letzten 30 Jahren einiges verändert hat - und zwar positiv. Sicherlich ist das nicht so toll, wenn geschnitten wird, aber es ist nicht so schlimm, wie immer alle erzählen. Also Kopf hoch. Und sprech doch einfach vor der Geburt mit der Hebamme, dass sie wirklich nur schneiden sollen, wenn Lebensgefahr für dich oder dein Kind besteht.
Viel Glück für deine Geburt!
MfG KTF

Beitrag von minnie85 27.01.11 - 15:01 Uhr

Hi!

Ich habe einen Dammschnitt von vorneherein abgelehnt - alle aktuellen Studienergebnisse sprechen dagegen. Wenn lieber einen Riss, der heilt schneller.
Ich hatte dann auch einen Dammriss, der schnell und problemlos geheilt ist!

Ich habe Dammmassage gemacht und hatte eine tolle Hebamme, die Dammschutz (das sind spezielle Handgriffe und eben den Damm zu halten), außerdem habe ich aufrecht entbunden.

Von EpiNo hat meine Hebi wegen fehlender Langzeitstudien abgeraten.

Beitrag von hippogreif 27.01.11 - 15:33 Uhr

Ich würde immer lieber einen Riß wählen als einen Schnitt: die aktuellen Erfahrungen zeigen, dass ein "natürlicher" Riß viel schneller und unkomplizierter verheilt, als ein "künstlicher" Schnitt.
Ich selbst habe in Vorbereitung auf die Geburt Dammmassage und Heublumendampfbäder gemacht und auch zusätzlich mit dem Epi-No trainiert, da ich ein sehr, sehr schnell reißendes und unnachgibiges Gewebe habe.
Ich bin dann zwar während der Geburt trotzdem etwas gerissen, aber nicht sehr doll und ich habe das alles nach ca. 1 Woche so gut wie gar nicht mehr gespührt, nach 2 Wochen war komplett alles weg. Und 1 Jahr später hat mich mal mein FA bei der Untersuchung gefragt, ob ich denn während der Geburt überhaupt gerissen sei, denn man könne (selbst als Fachmann!) überhaupt nichts mehr sehen.
Ich glaube, dass mir die Vorbereitung sehr geholfen hat, dass ich nicht stärker reiße und daher würde ich den Epi-No immer wieder anwenden.
Während der Geburt hat die Hebi übrigens Dammschutz gemacht, u.a. durch auflegen von Kaffeekompressen - lockert das Gewebe.

Beitrag von anarchie 27.01.11 - 15:47 Uhr

Hallo!

Alsoooo...

Eienn dammschnitt habe ich von vornherein schriftlich in meiner Akte abgelehnt, ausser es bestünde lebensgefahr.(ok, ich habe dann doch alle 4 zuhause entbunden)
Es gibt keinerlei grund für einen schnitt.
das gewebe wird munter druchtrennt und die glatten Ränder heilen tendenziell schlechter.
Wenn, dann reissen lassen.
das gewebe geht an der schwächsten Stelle kaputt und nur soweit wie nötig und die fransigen ränder heilen besser.

Beim dammschutz verlangsamt die hebamme den Austritt des Kopfes, gern auch mit strakem Kaffe getränkten Tüchern, weil das Koffein weitet...

Aber. ich hätte meine hebamme erschossen, wenn sie Irgendwas gebrenmt hätte - ich wollte das Kind RAUS haben.;-)

Was du tun kannst - und was auch sinnvoll ist - ist:
- aufrecht gebären
- im wasser gebären(das warnme wasser weitet alles, du bist schwerelos und das Kind kann im optimalen Winkel austreten, ungehindert durch dein auf dem bett liegendes Steissbein z.B.)
- dammassage ist meiens Erachtens eher was für die Psyche#schein

ich habe 3 meiner Kinder im wasser geboren, zweimla blieb ich unverletzt(bei immerhin 37cm KU und einmal 4200g), bei einem bin ich etwas gerissen, der war aber auch ein Sterneguckler mit ebenfalls über 4kg....)
meine Tochter kam im Bett, im Vierfüssler, allerdings mit den Händen höher aufgestützt, so dass ich sehr aufrecht war - ebenfalls ohne verletzung(36,5cm KU und 3960g)....

lg

melanie und die 4

Beitrag von hippogreif 27.01.11 - 20:15 Uhr

Naja, also dass es nie einen Grund zum schneiden gibt, finde ich so nicht korrekt ausgedrückt.
Ich habe mich darüber lange mit meinem FA unterhalten, welcher auch als Beleg-Arzt arbeitet und bei meiner Geburt dabei war. Er ist grundsätzlich auch gegen Dammschnitte und hat mir gleich von vorn herein gesagt, er läßt lieber reißen und setzt auf Dammschutz.
ABER: er meint, bei manchen Frauen und Babys mit sehr großem KU merkt man, dass das Gewebe sehr stark reißen wird und dann KANN es sinnvoller sein, einen Schnitt zu machen, als alles völlig unkontrolliert reißen zu lassen.
Er meint, er hätte schon ein paar Frauen wieder zusammen flicken dürfen, die seine Kollegen haben reißen lassen und bei denen es "aussah als hätte dort eine Bombe eingeschlagen".
Es reißt im ungünstigen Fall eben doch nicht immer nur soviel, wie absolut nötig... Und Risse Dritten Grades mit Lapien- und Schließmuskelriß - sowas muß man ja nun auch nicht haben...

Beitrag von anarchie 27.01.11 - 20:22 Uhr

hm...warum sollte es denn weiter reissen als nötig?#kratz

die WHO sagt meines Wissens trotzdem reissen lassen...und ich weiss auch von Schnitten, die unkontrolliert weiter gerissen sind und DAS war übel, weil eben nichtmal an der "Soll-Bruchstelle"#zitter


ICH zumindest würde NIE schneiden lassen...und ob/wieviel reisst kann man ja vorher garnicht wissen...höchstens ahnen - und aufgrund einer Ahnung schneiden? nööö.....

Bei meinem Riesen-Sternengucker mot 37erKU ist ja auch nur minimal gerissen, was keiner erwartet hatte...

Beitrag von anarchie 27.01.11 - 15:48 Uhr

achso:

Vom epi-no halte ich nichts.
eine dauerhafte dehnung ist von der Natur nicht vorgesehen und es gibt keinerlei langzeitstudien...DA kann ich mir durchaus vorstellen, dass Frau nachdem weiter bleibt...#zitter

Beitrag von sunnygirl1978 27.01.11 - 16:03 Uhr

Hallo,

ich hatte beim ersten Kind auch einen Schnitt, gleich nach der ersten Presswehe, weil es angeblich (als Frühchen!) nicht schnell genug ging.
Hatte auch ein jahr lang probleme mit der Nacht.

Für die 2. GEburt jetzt werde ich früher mit der Dammmassage beginnen 30 Woche, weil bei der ersten einfach nur 1 Woche zeit war. Und auf das mit dem Kaffee werde ich auch bestehen.

Ich werde z.B. mit der Hebamme darüber reden, dass mir dieser Dammschutz sehr wichtig ist und ich gefälligst mitentscheiden möchte bei solchen Eingriffen, schließlich ist es mein Körper.

Und dann werden wir sehen, aber ich denke positiv, dass es diesmal ohne Verletzung geht.

LG
Sunnygirl 24+4

Beitrag von lieke 27.01.11 - 19:32 Uhr

Hallo,

ich denke du solltest dir nicht so viele Gedanken machen und es auf dich zukommen lassen. Werd erstmal schwanger, schau wie die SS läuft und wie und wo du dann entbinden willst. Selbst wenn dir hier jetzt 10 EpiNo Benutzerinnen positives berichten, wer weiss schon, ob sie einfach "gutes" Gewebe und Glück hatten und auch ohne nicht gerissen wären?

Ich denke, dass Dammassage und auch ein EpiNo nicht schaden können, ich persönlich hatte allerdings andere Sorgen in den SSen und auch nicht die Disziplin, Luft und Geschmeidigkeit :-p. Die Wampe sitzt ja irgendwann auch im Weg.

Ich bin bei einer Geburt geschnitten worden, davor hätte mich auch kein EpiNo bewahrt. Das Baby hatte die Nabelschnur zweimal um den Hals und wäre ohne Schnitt quasi erstickt beim Austritt. Zum Glück wurde ich geschnitten!!!

Jede Frau macht sich Gedanken um die (erste) Geburt, aber es hilft nun mal nichts, jeder muss diese Erfahrung ganz für sich machen!

LG

Beitrag von nicky78 27.01.11 - 19:59 Uhr

Hi!

Ich hab' mir diesen Epino gekauft, doch ganz ehrlich.. nie gebraucht. ;-) Er war mir einfach suspekt, und ich dacht' dann, wenn ich mich nicht wirklich damit anfreunden kann, dann wird's wohl auch nix bringen. #schein
Wir haben aber die Dammmassage gemacht mit diesem speziellen Öl von Weleda. Mein Mann meinte, er merke richtig wie das Gewebe immer elastischer werde, von Tag zu Tag. Also ich würd' das echt wieder machen bei ner zweiten SS.
Ich hatt' so ne Angst vor dem Dammriss oder Schnitt, und zum Ende hin war gar nix. Ich bin einfach geschürft, der ganze Weg, weil die Kleine den Ellenbogen ausgefahren hatte. #schock Na gut, das hat sie heut' noch. :-p Ne, aber so ne Schürfung brennt zwar, doch ich glaub' im Verglich zu nem Riss oder Schnitt is' das gar nix.

LG
Nicky

Beitrag von nele27 28.01.11 - 09:24 Uhr

Hallo,

erstmal solltest Du die Horrorgeschichten der älteren Generation dringend vergessen.
Klar gibts auch heute manchmal blöde Verletzungen - aber die Geburten heutzutage sind nicht mit denen in den 60er,70er und frühen 80er Jahren zu vergleichen, als tweilweise routinemäßig Dammschnitte gemacht wurden ohne Grund. Als meine Mutter 1968 ihr erstes Kind bekam, lagen alle Frauen auf dem Rücken in einer Art Gemeinschaftskreißsaal und irgendwann gegen Ende kam der Arzt vorbei und machte mal n Dammschnitt.
Sowas gibts heute nicht mehr!!!

Wie Du einen Dammschnitt/-riss noch am ehesten selbst verhindern kannst ist, ruhig und positiv an die Geburt ranzugehen, nicht aus Angst verkrampfen und mit einer guten Hebamme zu entbinden. Natürlich kann trotzdem was reißen, aber die Gefahr sinkt.

Vorher am Damm manipulieren halte ich persönlich für Schrott. Bei meinem ersten Kind hat mein Mann Dammmassage versucht - er dachte wohl ich werd davon scharf #schein :-) Aber ich bekam nur Lachanfälle, wie er da hockte. Naja, dann haben wir es gelassen.
Ich hatte einen winzigen Dammschnitt obwohl es echt eine Horrorgeburt war. Aber der Schnitt machte nie Probleme. Nun, beim 2. Kind, blieb der Damm heil.
Also selbst wenn Du einen Schnitt/Riss hast, heißt das nicht, dass Du große Probleme damit haben musst.
Versuche Dich zu entspannen!

LG, Nele

Beitrag von sanna23 29.01.11 - 09:39 Uhr

Guten Morgen,

habe in der Schwangerschaft ab der 34. Woche Dammmassage mit Öl gemacht...nicht wirklich regelmäßig...erst die letzten 2 Wochen wirlich jeden Abend. Ansonsten habe ich 1-2mal in der Woche ein Heublumendampfbad gemacht.
Ich habe dann vor 6 Wochen meinen Sohn entbunden ( 4445g,56cm,KU 38cm #schwitz ) per Saugglocke und ich wurde nicht geschnitten.
Ich bin trotzdem nur minimal am Damm gerissen...die größten Risse hatte ich an den Schamlippen und ich denke da bewirkt der EPINO auch nichts.
Ich hatte auch solche Angst vor nem Dammschnitt. Mir war es wichtig ne Klinik zu finden, die eine niedrige Dammschnittrate hat und ich habe auch bei den Vorgesprächen gezielt danach gefragt. Es ist eh besser wenn man reißt, weil die Wundheilung einfach besser ist, als bei nem Schnitt.

Frag wenn es soweit ist in der Klinik nach wo du entbinden möchtest und sage das du nicht unbedingt geschnitten werden möchtest.

Und wenn dir einer mit der Aussage kommt: ,,Bei nem Riss weiß man nie wie weit es reißt'' Bei nem Schnitt kann es auch noch weiter reißen...
Und normalerweise reißt es nur so weit wie nötig...

Liebe Grüße Sandra

Beitrag von gslehrerin 29.01.11 - 15:02 Uhr

Ich finde es ehrlich gesagt ganz schön unverschämt von einigen anderen Userinnen, die Erzählungen deiner Mutter als Horrorgeschichten zu bezeichnen... Für sie war das offensichtlich ein sehr traumatisches Erlebnis.

Was du aber wissen solltest: zu der Zeit war die Betreuung unter der geburt eine ganz andere, da ging der Arzt rum und machte mal eben die Dammschnitte, völlig wurscht, ob der nun nötig war oder nicht, man machte das so und fertig.
Das ist heute nicht mehr so. Es gibt immer noch Situationen, in denen geschnitten wird/werden muss. Man kann nicht pauschal sagen, ein Schnitt ist immer überflüssig. Man kann aber sagen, dass man bei den meisten Frauen auf so einen Schnitt verzichten kann.
Bei mir hatte die Hebamme schon ne Schere angesetzt und sich dann doch anders entschieden, in der Situation wär es mir aber auch egal gewesen, obwohl ich im Vorfeld auch gesagt hab, das will ich auf keinen Fall. Dafür hatte ich ne Menge "natürlicher" Geburtsverletzungen, die extrem schlecht verheilt sind.

LG
Susanne