Minderwertigere Arbeit weil nicht mehr Vollzeit? **lang

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von zonenbiene79 27.01.11 - 16:01 Uhr

Hallo zusammen,

ich bin seid 10 Jahren in meiner jetzigen Firma berufstätig und seid 3 1/2 Jahren arbeite ich nur noch stundenweise dort.

Vorher habe ich immer vollzeit gearbeitet und kann wirklich behaupten das ich einen tollen Job habe, der mir oft Spaß gemacht hat und ich an den meisten Tagen des Jahres hochmotiviert gearbeitet habe, was sich auch in meiner Leistung niedergespiegelt hatte.

Als ich dann meinen Sohn bekam und eben seidher nicht mehr vollzeit arbeiten gehe, aber immernoch weiter in dem Beruf arbeiten darf, hab ich irgendwie das Gefühl das meine Leistung gesunken ist. Der Druck ist viel höher und manchmal habe ich das Gefühl in den paar Stunden soviel arbeiten zu müssen wie andere an einem Tag erledigen.

Manchmal stapelt sich die Arbeit und ich komme kaum noch nach, was zu Fehlern führt die mir teilweise schon auf gemeine Art und Weise unter die Nase gerieben werden. Ich erhalte keine Schulungen mehr, es sei denn ich mache diese in meiner Freizeit ( da betreue ich meinen Sohn). Ich bekomme durch die paar Stunden auch nicht mehr alles mit, was aber eigentlich total wichtig ist.

Wenn ich mich dann mit früher vergleiche wo Arbeitskollegen sich an mich gewendet haben um was zu wissen und heute stellen sich genau diese hin und reiben mir alles unter die Nase.

Sicher bemühe ich mich alles zu schaffen und dabei gründlich vorzugehen, muss aber zugeben das es mir auch dann schon mal über den kopf steigt. Ich habe dann auch schon gesagt das ich nicht mehr arbeit annehmen kann, da ich sonst nicht alles in der Zeit schaffe. Irgendwie werde ich nicht mehr ernst genommen und als mir mal vor einiger Zeit nach so langer Zeit ein wirklich dummer Fehler passiert ist, hieß es nur das hätte ein Azubi gemacht. Ich kam mir so klein vor.

Manchmal denke ich, das ich es lassen sollte und mich nach was anderem umsehen, aber ich mache diese Arbeit einfach so gerne.

Die letzten Tage waren einfach wieder zum heulen, Arbeitskollege macht mich rund weil ich etwas nicht so mache wie er es will. Dabei geht es oft um Kleinigkeiten die rein optisch Eindrücke hinterlassen. Nichts was man als wirklichen Fehler erachten könnte, sondern eher die eigene Kreativität damit ausdrücken könnte.

Ich versuche dann mir zu sagen, vergiss es das ist es nicht wert, Chef würde was sagen wenn es nicht so ist wie es sein sollte. Dennoch kann ich nicht mehr abschalten und es zieht mich wahnsinnig runter.

Wie kann ich mich bloß aufbauen? Kennt das jemand noch?

Gruss Zone

Beitrag von hedda.gabler 27.01.11 - 19:01 Uhr

Hallo.

Die Art und Weise Deiner Kollegen ist sicher alles andere als in Ordnung, aber leider muss man sagen, dass Du in die typische Mami-Falle gelaufen bist, als Du aus einer verantwortlichen Position in einen Stundenweise-Job gewechselt bist ... der typische Karriere-Knick eben.

Und all die Kollegen, die Dir vorher Deine Position geneidet haben, nutzen natürlich jetzt die Gunst der Stunde, um sich einen zu feixen und Dir ordentlich einen einzuschenken ... das ist unter aller Sau, aber dass das passieren konnte, liegt in Deiner eigenen Verantwortung.

Um Deine Position zu halten, hättest Du frühzeitig zumindest Teilzeit wieder einsteigen müssen ... aber nun nach 3,5 Jahren stundenweise dürfte in diesem Unternehmen der Zug für ein weiteres Fortkommen abgelaufen sein.
Wenn man als Mutter seine Position und Stellung halten möchte, muss man sich beweisen ... stundenweise ist da nicht drin.

Ich an Deiner Stelle würde zusehen, in einem anderen Unternehmen einen Job zu finden ... allerdings musst Du da, wenn Du wieder eine verantwortungsvolle Position möchtest, ernst zu nehmend einsteigen.

Gruß von der Hedda.

P.S.
>>> Dabei geht es oft um Kleinigkeiten die rein optisch Eindrücke hinterlassen. Nichts was man als wirklichen Fehler erachten könnte, sondern eher die eigene Kreativität damit ausdrücken könnte. <<<

Ich denke, dass das Beispiel gut zeigt, wie sich auch Deine eigene Haltung zu Deinem Beruf verändert hast ... ich wette, dass Du, als Du noch voll drin warst, nicht so Larifari damit umgegangen bist.

Beitrag von best2108 27.01.11 - 19:51 Uhr

Hi,

leider hier eine sehr ehrliche Antwort, das Thema betrifft mich nämlich selber:

Herzlichen Glückwunsch in der deutschen Realität, wenn es um arbeitende Mütter geht.

Liebe Grüße

Beitrag von hedda.gabler 27.01.11 - 21:10 Uhr

Ne ne ...

... Glückwunsch in der Job-Realität, wenn man sich leisten möchte, von verantwortungsvoller Vollzeitstelle in jahrelanges stundenweise zu wechseln ... dann muss man sich nicht wundern, dass es einen Karriere-Knick gibt ... das hat mit Muttersein überhaupt nichts zu tun ... würde einem Mann genauso gehen.

Gruß von der Hedda, alleinerziehend mit Kleinkind in verantwortungsvoller Position ... und das mit 20 Stunden.

Beitrag von kaktuszahn 27.01.11 - 20:28 Uhr

hallo,

kann mich hedda nur anschließen...

ich habe nach der elternzeit (1 jahr) auf 30 std wieder angefangen - wurde versetzt. das war absolut nicht meins, also kündigung.

zwei monate später bin ich vollzeit 40 std in einem mir völlig neuem berufsfeld in einer anderen firma eingestiegen. ich wollte allen beweisen, dass ich trotz kind gut bin in dem was ich mache und auch schnell lerne. ich verdiene nun sogar deutlich mehr als vorher und hab mich innerhalb sehr kurzer zeit hochgearbeitet. bin nun 10 monate da und hab in der zeit 2 gehaltserhöhungen bekommen, sowie eine wichtige und verantwortungsvollere aufgabe.

ich denke auch du solltest wechseln und neu durchstarten- aber richtig.
alles gute
lg

Beitrag von gr202 27.01.11 - 20:37 Uhr

So kann es nicht weitergehen. Nimm alles, was auf Deinem Tisch liegt und gehe damit zu Deinem Chef. Sag ihm, wie lange Du für welche Arbeit brauchst und er soll entscheiden, was Du machen sollst und was Du liegenlassen sollst. Sage ihm klar und deutlich, daß Du nur x Stunden arbeitest und in der Zeit auch nur die Arbeit für x Stunden erledigen kannst.

Laß Dich nicht unterbuttern.

Gruß
GR

Beitrag von manavgat 28.01.11 - 09:31 Uhr

Eine Frau ist gut beraten, wenn sie nicht "stundenweise" irgendwo arbeitet.

30 Std/Woche sind imho das Minimum, wenn man nicht die Deppin vom Dienst sein will.

Gruß

Manavgat

Beitrag von zonenbiene79 29.01.11 - 10:50 Uhr

Ja das scheint wohl tatsächlich so zu sein, das man dann nur noch "Depp" vom Dienst ist. Schade eigentlich.

Ein paar Stunden kann ich noch bringen, wenn ich jemanden finde für die Mittagszeit der meinen Sohn dann vom Kiga holt und wieder hinbringt.
Jedoch mein Chef läßt sich auf nix ein.

Beitrag von nele27 28.01.11 - 11:02 Uhr

Mmmh, zwischen Vollzeit und studenweise klafft eine riesen Lücke, warum hast Du Dich gleich so radikal umorientiert??
Und wie Hedda schon schrieb, die Arbeit hat bei dir in der Konstellation wahrscheinlich nicht mehr Priorität, was man eben merkt.
Naja und außerdem bist du da jetzt wegen der wenigenb Stunden eben die Mutti, die ein bisschen jobbt.
Du solltest woanders noch mal beginnen

Dann gibts 2 Möglichkeiten:

1.-mit 30 Stunden einsteigen um auch einen verantwortungsvollen Posten zu bekommen

2. weniger Arbeiten und die Familie als Hauptbeschäftigung haben - was ja per se nicht schlimm ist, aber dann eben hinnehmen, dass Du die halbe Portion bist.

Ich persönlich glaube, dass man auch mit 20 Std. hoch qualifiziert und verantwortungsvoll arbeiten kann - leider ist das in die meisten Chefetagen noch nicht vorgedrungen...Vereinbarkeit von Familie und Beruf funktioniert hier in Deutschland einfach nicht toll. Es gibt immer die Gegeneinander - von den Müttern oft genauso forciert wie von den Firmen.

LG, Nele

Beitrag von zonenbiene79 29.01.11 - 10:46 Uhr

Also es ist so das ich mit "kreativ" tatsächlich in einem kreativen Job arbeite. Das war nicht nur so ein Spruch von mir, jedoch konntet ihr das nicht wissen weil ich nicht geschrieben habe was ich arbeite.
Ich erstelle individuelle Küchenpläne für gut betuchte Kunden. In den Perspektiven ist natürlich viel spielraum und das Schönheitsempfinden ist da bei jedem sehr unterschiedlich.

Zu euren Antworten:

Vollzeit arbeiten gehen kann ich nicht, da ich niemanden habe der meinen Sohn außerhalb der Kindergartenzeiten betreut. Keine Familie - gar nix. Mein Sohn ist meine Familie.
Sicher habe ich noch die Familie des Vaters meines Sohnes, da arbeiten aber selber alle noch vollzeit, also fällt das flach. Vor einer Woche ist dann die Uroma meines Sohnes gestorben die ihn bis dato immer genommen hat wenn mein Sohn krank war. Das fällt jetzt auch flach.
Ich will mehr arbeiten und hatte schon oft meinen Chef gefragt ob ich die Stunden erhöhen kann, aber er windet sich immer raus, weder ja noch nein. Muss ich nicht verstehen und für ein persönliches Gespräch scheint ihm immer die Zeit zu fehlen.

Weniger arbeiten kommt gar nicht in Frage, da ich auf das Geld angewiesen bin. Zugegeben ich verdiene für die paar Stunden ziemlich gut wenn ich das vergleiche mit anderen. Ich liebe meine Arbeit auch, möchte nichts anderes machen. Man kann sagen bis auf paar schlechte Tage, ist das mein Traumjob.

Jeden Tag komme ich erneut motiviert zur Arbeit, natürlich in dem Wissen, dass ich einfach noch mehr leisten könnte, mich noch mehr einbringen könnte. Es gibt jetzt sowieso ein paar bedeutende Umstrukturierungen im Geschäft und da bleibt abzuwarten wie lange ich meinen "Traumjob" noch machen darf.

Habe auch schon oft überlegt meinen chef zu fragen ob ich von daheim aus arbeiten kann, aber das wäre schon eine große Logistische und Organisatorische Umstellung. ICH kann es mir jedoch sehr gut vorstellen. Ich könnte da sicher 8 h am Tag zusammenkriegen. Vielleicht sollte ich das doch nochmal ansprechen. Eine Idee ausarbeiten wie das funktionieren kann und meinem Chef präsentieren.

Gruss Zone