Freibetrag bei Hartz IV?

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Beitrag von angeleye1983 27.01.11 - 18:28 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich bin derzeit im ersten Jahr meiner Elternzeit. Elterngeld bekomme ich ganz normal ausgezahlt. Ich habe es also nicht auf zwei Jahre aufgeteilt. Im zweiten Jahr Elternzeit bekomme ich also kein Elterngeld mehr. Nun hat mir ne Bekannte geraten, dass ich dann Hartz IV beantrage. Ich selbst habe weder Sparbücher noch Bausparverträge etc.

Mein Lebensgefährte hat allerdings einen Bausparvertrag, eine Lebensversicherung und auf meine Tochter wurde bei der Geburt ein Sparbuch angelegt. Gibt es denn da Freibeträge, die man als Vermögen haben darf oder muss grundsätzlich alles was da ist aufgelöst werden und erst mal davon gelebt werden. Die Lebensversicherung von meinem Freund gibt es schon länger. Nach Abschluss wurde bei ihm Epilepsie festgestellt, weswegen er nach Auflösung keine neue Lebensversicherung mehr bekommen würde. Muss er die dann trotzdem auflösen? Ich kenn mich da überhaupt nicht aus und wäre für hilfreiche Antworten dankbar, damit ich mir mal ein Bild machen kann, ob es sich überhaupt rentiert das zu beantragen.

Mein Lebensgefährte macht derzeit noch eine schulische Ausbildung und ist mit Ende des ersten Jahres Elternzeit auch fertig. Wir hoffen ja, dass er relativ schnell danach eine Anstellung findet, aber man macht sich halt doch schon so seine Gedanken. Das ist auch der Grund, weshalb ich das Elterngeld nicht splitten konnte, da mein Freund kein Einkommen hat und wir bisher lediglich vom Elterngeld leben.

Liebe Grüße

angeleye

Beitrag von hedda.gabler 27.01.11 - 18:52 Uhr

Hallo.

Warum kehrst Du nicht wieder an Deine Arbeitsstelle zurück ... das wäre doch das Sinnvollste (für das Kind Krippe oder Tagesmutter, wird meist vom Jugendamt/der Stadt je nach Einkommen bezuschusst).

Ansonsten gilt:

Schonvermögen / Freibetrag
Im Gegensatz zum Arbeitslosengeld I werden bei der Bewilligung von ALG II Vermögensbestandteile des Antragsstellers (Sparbuch,Wertpapiere oder ggf. auch ) angerechnet und einbezogen. Davon ausgenommen sind Freibeträge bei der Vermögensanrechnung ("Schonvermögen"). Dazu zählen: Um eine Altersvorsorge zu gewährleisten, bleibt ein Vermögen von 750 Euro pro Lebensjahr (vorher 250 Euro) anrechnungsfrei. Hierbei geht es aber nur um das Schonvermögen für die private Altersvorsorge und nicht um allgemeines Vermögen. Außerdem sollen Arbeitslose künftig ihre private Altersvorsorge nicht mehr aufbrauchen.

Bei dem allgemeinen Vermögen richtet sich die Höhe des Freibetrages nach dem Alter des Arbeitslosen und dessen Partner. Der Freibetrag für "Erspartes" beträgt 150 Euro pro Lebensjahr.

Quelle: http://www.finanztip.de/recht/sozialrecht/arbeitslosengeld-II.htm

Und noch genauer:
http://www.sozialleistungen.info/hartz-iv-4-alg-ii-2/vermoegen.html

Gruß von der Hedda.

Beitrag von angeleye1983 27.01.11 - 18:59 Uhr

Das wollte ich ursprünglich auch. Da mein Chef meine Schwangerschaft aber als persönlichen Angriff sieht, hat er die Kündigung noch während meiner Elternzeit schreiben lassen und mir gleich mal ne Kopie geschickt, damit ich auch weiß, dass ich - sobald er die Möglichkeit dazu hat - gekündigt werde... Mir tut das in der Seele weh, weil ich hab da soooo gern gearbeitet. Er redet momentan noch nicht mal mehr mit mir. Ich habe ihm angeboten, dass ich ab Juli erst mal stundenweise komme, damit sich meine kleine Maus langsam dran gewöhnen kann, dass Mama weg ist (sie bleibt noch nicht mal allein bei Papa, extremes Mamakind) und mich dann langsam wieder zu Vollzeit steigern möchte, aber er hat mir daraufhin nur ne e-Mail geschickt, dass ich 1. zwei Jahre Elternzeit beantragt habe und mir 2. die Mühe nicht machen müsste, mein Kind dran zu gewöhnen, dass die Mama weg ist, weil er mich kündigen wird, sobald er kann...

Ich weiß schon gar nimmer ob ich wütend oder traurig darüber sein soll.

Beitrag von hedda.gabler 27.01.11 - 19:13 Uhr

Hallo.

Das ist natürlich übel ...

... aber sollte vielleicht Motivation sein, Dir so oder so einen neuen Job zu suchen, dann eben früher.

Und eine gute Tagesmutter kommt auch mit einem extremen Mama-Kind zurecht.
Oder Du suchst Dir etwas, dass entgegengesetzt zur Arbeitszeit Deines Mannes ist ... so dass Ihr Euch mit der Betreuung abwechseln könnt.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von angeleye1983 27.01.11 - 19:18 Uhr

Ich bin auf jeden Fall dran, mir was neues zu suchen und hoffe natürlich auch, dass ich auch schnell was finde. Bewerbungen laufen schon. Aber ich hab halt bissl Angst, dass ich nix find und mein Freund auch net gleich was findet und wir dann so komplett ohne Geld dastehen. Mein Freund macht grad ne schulische Ausbildung zum Techniker und hat sich da jetzt auch schon bei etlichen Firmen beworben. Im Juni/Juli hat er seine Prüfungen. Wenn er als Techniker nix bekommt, dann bewirbt er sich auch wieder ganz normal in ner Werkstatt etc. und ich hab mich jetzt - entsprechend meiner Ausbilung - erst mal bei allen Rechtsanwälten hier in der Region beworben. Schritt zwei sind dann andere Bürojobs.

Aber ich geh grundsätzlich immer vom schlimmsten Fall aus und der wäre, dass weder ich noch er Arbeit finden wird und wir dann gar kein Geld mehr haben.

Die Traumvorstellung schlechthin wäre natürlich, wenn mein Chef plötzlich eine Gehirnwäsche bekommt und wieder normal wird, aber ich denke, dass das nicht passieren wird. :-(

Beitrag von hedda.gabler 27.01.11 - 20:00 Uhr

Hallo.

Dann drücke ich Euch auf alle Fälle die Daumen ...

... und was die Freibeträge bei Schonvermögen anbelangt, kannst Du Dich ja in den Links erkundigen.

Es ist übrigens möglich, dass Dein Freund gar nicht in die Bedarfsgemeinschaft eingerechnet wird, da er ja die Ausbildung macht. Wenn diese dem Grunde nach Bafög förderungsfähig ist, bekommt er kein Alg II. Dann seid nur Du und das Kind eine Bedarfsgemeinschaft und Dein Freund muss sein Drittel selbst aufbringen (also über sein BAB oder Bafög oder was auch immer er bekommt). Ist sein Einkommen höher als sein Bedarf, wird die Differenz als Einkommensüberhang Euch (Kind und Dir) wieder auf das Alg II angerechnet.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von angeleye1983 27.01.11 - 20:15 Uhr

Junge Junge ist das alles kompliziert. mein Freund bekommt Bafög aber der Anspruch darauf endet ziemlich genau zur selben Zeit, wie mein Elterngeld. Ich glaub nen Monat danach.

Beitrag von hedda.gabler 27.01.11 - 20:22 Uhr

Okay, dann ist es nicht so kompliziert ...

... wenn Dein Freund nach Beendigung seiner Ausbildung logischerweise kein Bafög mehr bekommt und keinen Job hat, ist er natürlich Mitglied der Bedarfsgemeinschaft.

Ich würde Dir raten, Dir frühzeitig einen Termin bei der ARGE zu holen, um den Antrag zu stellen ... so lange er noch Bafög bekommt, ist er kein Mitglied der Bedarfsgemeinschaft, dann schon. Eventuell kann die ARGE gleich den Bescheid so berechnen, sprich im ersten Monat (also nach Auslauf Deines Elterngeldes) ohne ihn und dann einen neuen Bescheid mit ihm.

Mach einfach einen Beratungstermin aus, damit das alles übergangslos läuft.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von windsbraut69 28.01.11 - 08:03 Uhr

"n. Schritt zwei sind dann andere Bürojobs. "

Warum ist das erst Schritt zwei, wenn Ihr beide keinen Job nach der Elternzeit habt und die Alternative ALGII wäre?

LG

Beitrag von angeleye1983 28.01.11 - 09:01 Uhr

Das wäre erst Schritt zwei, weil ich nebenbei noch ein berufsbegleitendes Studium mache und es dafür notwendig ist, dass ich in einer Anwaltskanzlei arbeite, d. h. damit ich beim meinem Studium nicht noch Schwierigkeiten bekomm (mir wurden 3 Semester erlassen, da ich in einer Kanzlei für Wirtschaftsrecht arbeite), wär natürlich ein Anwaltsjob wesentlich besser. Sollte ich aber bis Anfang April da nichts finden, dann werd ich mich ab da natürlich auch für andere Bürojobs bewerben. Noch ist es ja nicht ALG II.

Beitrag von windsbraut69 28.01.11 - 09:19 Uhr

In dem Fall ist es nachvollziehbar.

Lg und viel Erfolg!

W