Zusammenhang Erbrechen und Harnwegsinfekt?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von tinasophia 27.01.11 - 21:17 Uhr

Hallo,
meine Kleine (13 Monate), erbricht seit Dienstag jeden Tag so einmal. Erst dachte ich, es sei ein normaler Magen- Darm Virus. Heute waren wir dann beim KiA und er tippte sofort auf einen Harnwegsinfekt.
Wisst ihr, wie das zusammenhängt?

Beitrag von nuckelspucker 27.01.11 - 21:29 Uhr

hey,

wie das zusammenhängt, weiß ich leider nicht, aber bei einer nierenbeckenentzündung ist erbrechen ebenso typisch.

lg und alles gute

claudia

Beitrag von doreensch 27.01.11 - 21:30 Uhr

Ja Harnwegsinfekt kann zu Erbrechen führen. Wurde der Urin nicht untersucht?

Beitrag von tinasophia 27.01.11 - 21:44 Uhr

Doch, sicher. Sie hat auch schon Antibiotikum verschrieben bekommen. Das Problem ist, dass sie in den letzten 6 Wochen schon zwei mal welches bekommen hat (Bronchitis und festsitzender Schnupfen). Der KiA möchte deswegen gern bis morgen warten, dann müssen wir Urin hinbrigen. Leukos waren schon erhöht... Wenn sie Fieber kriegt, fangen wir auch damit an.

Beitrag von doreensch 27.01.11 - 21:48 Uhr

Schade das er heute keinen Urin nahm dann hätte er bis Montag eine Kultur fertig haben können um das AB speziell auf die Erreger abzustimmen.

Grundsätzlich mal als Tipp: Crownsberry als Saft etc. einmal täglich macht die Blase innen glatt und Bakterien halten sich dann nicht mehr so gut dort fest, kannst du ihr morgen direkt holen (Reformhaus tlw. auch im Supermakrt)

Beitrag von fascia 28.01.11 - 09:39 Uhr

Hallo tinasophia,

ein Infekt bei Kindern geht häufig mit Erbrechen einher.
Oft ist es das erste Anzeichen überhaupt, noch ehe andere Symptome da sind, die helfen könnten zu erkennen, um was für einen Infekt es sich eigentlich handelt. Auch können Übelkeit und Erbrechen phasenweise den Ablauf einer Infektion begleiten.

Ein Zusammenhang könnte z.B. dieser sein:
Irgendwo im Körper ist eine Infektion im Gange - das Immunsystem ist also feste an der Arbeit. Das kann ein eher lokal begrenztes Geschehen sein (in einem bestimmten Gewebe also (z.B. Nasenschleimhaut, Blasenschleimhaut), oder nicht lokal begrenzt=systemisch (Auseinandersetzung auch im Blut z.B.).
Oder natürlich beides zugleich.
So oder so - die Abwehr ist auf dem Plan.
In einem bestimmten Darmabschnitt ist bei uns ein wichtiges großes immunologisches Zentrum, das immerzu (meist unbemerkt) eine Menge Arbeit leistet. Mit der Verdauungsarbeit zusammen ist das ist ein hoher Energieaufwand. Es könnte dann sein, dass der Körper diesen Teil seiner "Immunmaschine" zwischendurch einfach mal entlasten will - zu Gunsten der Abwehrleistung, die hier und anderswo benötigt wird: Verdauung mindern, indem dort keine Speisen ankommen. Deshalb wird das Essen zwischendurch (oder auch für eine unbestimmbare Dauer) wieder "zurückgeschickt".

Außerdem sind wir ja in all unseren Körperfunktionen vernetzt. Über Nerven und über Botenstoffe stehen die Organe durch Regulationsvorgänge in Kontakt. Auch so kann es zu einem "Durcheinander" kommen, weil ein Organ innerhalb eines Regelsystems "spinnt".


Hm, passt das für dich auf deine Frage?

LG - und natürlich gute Besserung für dein kleines Mädchen.
f.

Beitrag von teufelchen1978 28.01.11 - 10:09 Uhr

Huhu,

das hast Du ja schön erklärt. Habe übrigens jetzt auch mit der riesigen, zeitaufwändigen Ausbildung begonnen;-). Es ist so interessant, vielleicht kann man sich ja mal austauschen?

LG Tine

Beitrag von fascia 28.01.11 - 16:28 Uhr

Wow Tine -


das ist toll!

Ätsch, jetzt sitzt du in der Falle: Davon kommt man nicht mehr los!
Viel Freude beim Schuften...


f.

Beitrag von teufelchen1978 28.01.11 - 21:46 Uhr

He, ich habe immerhin schon ein Modul geschafft inklusiv bestandener Prüfung. Jetzt liegen nur noch 38 Kurse vor mir#schwitz#schock#rofl.

Aber Du hast recht, das macht süchtig und man kommt echt nicht mehr los. Ob ich das allerdings in 5 oder 6 Jahren schaffe bezweifel ich. Aber wir werden sehen;-)

LG

Beitrag von tinasophia 28.01.11 - 11:53 Uhr

Vielen Dank für die tolle Erklärung. Sinn ergibt das auch alles. Ich frage mich dann nur, warum Sophia dann nicht schon vorher bei Infekten erbrochen hat...

Beitrag von tinasophia 28.01.11 - 11:56 Uhr

Denn dads Immunsystem ist doch bei jedem Infekt auf Tuoren. Und ein Schnupfen belastet ja auch immer die Schleimhäute. Hm! Fragen über Fragen.;-)

Beitrag von fascia 28.01.11 - 16:21 Uhr

Oja, so läuft das immer: Es beginnt mit einer Frage.
Deren Antwort wirft neue Fragen auf.
...

Wir Großen unterscheiden uns nicht die Spur von den Kleinen...
"Mama, was macht die Frau da?"
"Na, die Frau macht dies und das."
"Warum macht die das?"
"Ich denke, weil sie das und das braucht..."
"Warum braucht die das?"
"Och, weil das doch jeder braucht."
"Ich auch?"
"Ja natürlich - du auch."
"Warum?"
...
Ächz.



Sagen wir mal so:
Der Körper macht in seinen Reaktionen bei der Abwehr natürlich seine Unterschiede, welche Keule(n) wann und wo zum Einsatz kommen.

Ein Schnupfen ist da eine andere Kategorie als eine Blasenentzündung.
Die Schleimhäute sind nicht gleichermaßen kompetent im "Erregergemetzel".
Einen Harnwegsinfekt erkennt der Organismus als ziemlich bedrohlich - z.B. wegen der direkten Verbindung zur Niere, die selbst kaum über Abwehrmechanismen verfügt. Auch Harnwege und Blase habe keine besonders wehrhafte Schleimhaut.
Die Nase hat zwar auch eine relativ direkte Verbindung zur Lunge - aber dazwischen und auch in der Lunge selbst gibt es mehr Abwehrmechanismen in den Schleimhäuten.
Darum geht es bei einer Blasenentzündung auch direkt ziemlich zur Sache, bei Schnupfen nicht. Die Nieren sind ein leichteres Opfer...


Und natürlich tauchen neue Fragen auf...
Ich kann dir sagen: Je mehr ich weiß (oder glaube zu wissen), desto mehr Fragen stellen sich mir. Ich bin inzwischen ein einziges großes Fragezeichen...

LG,
f.