Neuer Abteilungsleiter ....

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von bitte verschieben 27.01.11 - 21:52 Uhr

Hallo,

ich wollte mal euere Meinung hören. Ich (w) hatte nach dem Studium (weil ich ein Kind hatte) wahnsinnig Probleme, eine Stelle zu finden. Endlich hatte ich dann eine, bei einem mittelständischen Unternehmen auf dem Land. Ich wusste, dass ich echt alles geben muss.

Eingestellt hat mich der Seniorchef, unter dem habe ich drei Monate gearbeitet, dann ist er plötzlich verstorben. Die Leitungsposition übernommen hat ein Abteilungsleiter, der zwar meine Arbeit, aber nicht meine Person schätzen konnte. Ich hoffe, dass das nun nicht arrogant klingt, ich bin fachlich ziemlich kompetent, strebe aber selbst keine Führungsposition an, weil ich mittlerweile drei Kinder habe und ein tolles Arbeitszeitmodell ausgehandelt habe (kann z.T. von zu Hause arbeiten, etc. etwas, dass bei einem Aufstieg nicht mehr möglich wäre).

Mein alter Abteilungsleiter war nur darauf aus, mir total eins reinzuwürgen, so spielten wir 10 Jahre lang eine Art Katz und Maus Spiel. Der Höhepunkt war, dass ich eine ungerechtfertigte Kündigung bekam und die vom Chef wieder zurückgenommen wurde - verbunden mit einer Abmahnung für meinen direkten Vorgesetzten. Ich habe mich immer total abgesichert und daher auch ein wirklich gutes theoretisches Hintergrundwissen aufgebaut und wirklich immer 100% korrekt gearbeitet, da ich wusste, dass ich auf der Abschussliste stehe.

Im Herbst letzten Jahres hat mein Abteilungsleiter einen totalen Klops geschossen (nach vielen kleinen) und wurde daraufhin gekündigt. Da niemand aus der Abteilung aufsteigen konnte/ wollte, bekamen wir einen sehr netten, neuen externen Abteilungsleiter. Ich war natürlich wahnsinnig erleichtert, da mit einem Schlag der gesamte Druck von mir abfiel.

Der Rest meiner Abteilung verfiel in so eine Haltung "Mal sehen, was der Neue alles falsch macht". Ich fand es unmöglich, da er wirklich durch die inkompetenten Hinterlassenschaften des alten Leiters einen total schweren Stand hatte. Daher habe ich ihn hin und wieder mit ganz dezenten Hinweisen davor bewahrt, "ins Messer zu laufen". wenn ich z.B. genau wusste, dass er einen Termin versäumt hatte, etc. Ich fand die Haltung meiner Kollegen unmöglich, wollte mich aber nicht als "Streber" hervortun.

Blöderweise hat mich das nun bei meinem neuen Abteilunsleiter in eine Vertrauensposition gebracht, die für mich unangenehm wird. Beispiel: Er hat eine Konferenz. Es taucht eine Frage auf, die er nicht beantworten kann - ich werde gerufen, mit der Begründung "dass er meine jahrelange Erfahrung und Kompetenz schätzt". Dummerweise bringt mich das bei meinen Kollegen, de vom Rang her gleich sind, in eine sehr dumme Position, es fallen erste Kommentare wie "Wann bekommst du bei ihm im Büro einen Schreibtisch?". Etc. Ich hätte gerne, dass die Bevorzugung aufhört.

Was würdet ihr da machen?
Liebe Grüße

Beitrag von lisa1408 27.01.11 - 22:55 Uhr

Sag ihm einfach, dass du ihm gerne hilfst, er das aber bitte nicht so öffentlich machen muss, da das Arbeitsklima einem Kindergarten gleicht und du dir dadurch keine Freunde machst.

Wenn jemand neu in eine Firma kommt geht er garantiert nicht davon aus, dass dort so ein bescheidenes Arbeitsklima bzw. absolut kein Zusammenhalt da ist. Ich denke, der meint das nicht böse, sondern ist einfach noch nicht vorbelastet und denkt sich nicht viel dabei.

Beitrag von xcvxcv 28.01.11 - 09:02 Uhr

Das ist keine Bevorzugung - er braucht Dich tatsächlich. ich würde mich darüber freuen, dass Du ihm als Teammitglied helfen kannst - so bringt man eine Firma voran. Nicht mit ihm, sondern mit den Kollegen würde ich sprechen. Er macht alles richtig und Du würdest ihn vor den Kopf stossen.

Beitrag von frischerduft 28.01.11 - 09:27 Uhr

Hallo,

du musst dich entscheiden, was du willst.
Die Firma voranbringen und dein Wissen und Können in den Dienst der Firma stellen.

Wenn du Everybodys Darling sein willst, wirst du selbst sehr unzufrieden werden und stehst zum Schluss u. U. doch als das A...loch da.
Du musst eine Entscheidung treffen.

Scheinbar wissen deine Kollegen nicht, dass damit auch ihr Arbeitsplatz auf dem Spiel steht, wenn den Vorgesetzten nicht unterstützen und somit größeren Schaden billigend in Kauf nehmen.
Finde ich persönlich eine unmögliche Einstellung.

M. E. bist du in deiner jetzigen Position eindeutig unter deinen Möglichkeiten - natürlich der Kinder wegen - kann ich ein wenig nachvollziehen.
Wenn du schon mal auf der Abschussliste gestanden hast, wären mir die anderen ehrlich gesagt schnuppe, ich würde versuchen, meine Position auszubauen.

Alles Gute

Nici

Beitrag von seelenspiegel 28.01.11 - 10:12 Uhr

Das Problem ist nicht der neue Abteilungsleiter, sondern Deine Kollegen !


Ich würde mir an Deiner Stelle in Einzelgesprächen mit Deinen Kollegen/innen AUSDRÜCKLICH verbitten, solche unqualifizierten Kommentare abzugeben. So vermeidest Du eine negative Gruppenhaltung gegen Dich, und stellst auch niemanden vor anderen bloß.

Freue Dich über Deine Kompetenz, und über das dir vom neuen "Chef" entgegengebrachte Vertrauen. Diese Spielchen werden sich mit der Zeit eh erledigen, aber so kannst Du dem Ganzen von Anfang an entgegen wirken.

Beitrag von bitte verschieben 28.01.11 - 22:18 Uhr

Danke für eure netten Antworten. Das blöde ist, dass sich unter dem alten Abteilungsleiter total ungute Strukturen aufgebaut haben (der hat nämlich seine Lieblingskollegen offen bevorzugt, ging privat mit ihnen Essen und Segeln und hat ihnen berufliche Vorteile verschafft - unabhängig von ihrer Leistung).

Es ist nun v.a. diese Gruppe, von der der Gegenwind kommt.