Mircos Mörder...

Archiv des urbia-Forums Allgemeines.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allgemeines

Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von gaia1976 27.01.11 - 21:54 Uhr

Hallo ihr Lieben,

wenn das, was ich jetzt schreibe schonmal gepostet wurde, verzeiht es mir bitte, aber ich habe nicht alle anderen Threads gelesen.

Wir sind vermutlich alle von Herzen betroffen und und wünschen Mircos Familie alle erdenkliche Kraft, um mit dieser "Geschichte" weiterleben zu können. Niemand wird ihren Schmerz nachempfinden können, der nicht Ähnliches erleben musste.

Aber die Frage, die ich mir schon den ganzen Nachmittag stelle ist, wie geht die Familie des Täters bitte mit so etwas um?

Es heißt, der Mörder sei Vater zweier Kinder und Nachbarn beschrieben ihn als "absolut unauffällig".

Meine beiden Großen (6 und 3 Jahre alt) haben im September mitbekommen, dass Mirco verschwunden ist und gerade mein Sohn (6) hat hin und wieder gefragt, ob Mirco wieder da ist. Beide waren heute sehr erleichtert darüber, dass der "böse Mann geschnappt" wurde und auch sehr betroffen, dass Mirco nicht mehr lebt.

Aber das heißt ja auch, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Kinder des Täters die Suche etc. mitbekommen haben. Sagt man ihnen nun die Wahrheit oder wie erklärt man ihnen jetzt, wo ihr (vermutlich geliebter) Papi abgeblieben ist? Ich weiß es nicht...

Ich glaube, ich würde in einem solchen Fall umziehen...

Und dann lebt der Täter keine 10 km von uns entfernt und vielleicht ist er uns schon x Mal beim Einkaufen begegnet. Schrecklich.

Nachdenkliche Grüße
Gaia

Beitrag von gingerbun 27.01.11 - 22:00 Uhr

Ja ich finde es auch ganz schrecklich und unglaublich.. Kaum auszumalen. Hab grad das hier gelesen, auch wenn web.de nicht (mehr) die seriöseste Seite ist..

http://web.de/magazine/nachrichten/panorama/12051238-viele-tickende-zeitbomben-unter-uns.html#.A1000107

Fakt ist dass 2 Familien zerstört sind. Furchtbar.

Britta

Beitrag von gaia1976 27.01.11 - 22:12 Uhr

Danke für den Link, sehr interessant, aber auch unheimlich.

"In dem Tatplan ist von vornherein klar, dass das Kind sterben muss."
So einen Gedanken überhaupt zu denken, bevor man etwas tut, das kann ich (Gott sei Dank) überhaupt nicht nachvollziehen.


Und Du hast vollkommen Recht, beide Familien sind zerstört.

Gaia

Beitrag von gingerbun 27.01.11 - 22:13 Uhr

Diesen Satz (Zitat) find ich auch grausam.

Beitrag von atebe3004 27.01.11 - 22:14 Uhr

Hallo Gaia

ich sitze hier auch schon die ganze Zeit und denke nach! Ich habe heute die Nachrichten nur am Rande verfolgen können. Somit habe ich mich jetzt gerade übers Netz mal detailliert informiert.

Ich bin tief entsetzt, traurig, wütend, ängstlich und einfach nur erschrocken.

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass dieser Familienvater der Täter ist und Mirco getötet hat - ob er ihn auch missbraucht hat lassen wir mal dahingestellt!

Hat dieser Familienvater mit seiner Familie Weihnachten gefeiert?
Hat er seinen Kindern Geschenke gekauft?
Sind alle zusammen über die Weihnachtsmärkte der Gegend geschlendert und haben gemeinsam Glühwein getrunken?
Gab es zu Silvester ein Glas Sekt und einen Anstoss auf das neue Jahr?
Hat die Ehefrau was gewusst oder geahnt?
Wohnt in meiner Nachbarschaft auch so ein Mann#zitter#zitter?
Weiss dieser Mann was er der Familie von Mirco angetan hat?
Er müsste es doch wissen - schliesslich ist er selbst Vater!
Welche Strafe ist gerechtfertigt?

Bestimmt kann keiner den Schmerz nachempfinden, den die Eltern und Familie von Mirco jetzt durchleben. Ich möchte den Gedanken, dass unseren Jungs so was passieren könnte garnicht zu Ende denken.

... meine Gedanken kreisen die ganze Zeit.

Einfach ohne Worte! Einfach grausam!

Fassungslose Grüsse
Beate

Beitrag von gaia1976 27.01.11 - 22:31 Uhr

Liebe Beate,

hast Du mal den Link gelesen, den gingerbun in der Antwort vor Deiner eingestellt hat?

Die Fragen, die Du stellst, habe ich mir zum Teil auch schon gestellt, unterm Tannenbaum gesessen und so getan, als wäre alles gut.

Und am Allerschlimmsten ist der Gedanke, das sseine Frau anscheinend nichts gemerkt hat, ich will ihr um Gottes Willen keinen Vorwurf machen, aber am Abend der Tat hat ihr Mann sich vermutlich ganz normal neben sie ins Bett gelegt, welch ekelige Vorstellung. Und welche Schuldgefühle werden sie jetzt plagen, wenn sie (ehrlich) nichts gemerkt hat. Und die Kinder... da fehlen mir komplett die Worte.


Gestern war der Polizist von der Verkehrserziehung im Kindergarten und ich habe ihm gesagt, dass ich mehr Angst davor habe, dass eins meiner Kinder verschwindet als dass sie einfach auf die Straße laufen. Das Verhalten im Verkehr kann man üben, über das nicht ansprechen lassen und nicht mitgehen kann man nur sprechen, immer und immer wieder.
Der Polizist hat gesagt, dass man den Kindern nicht sagen soll "Du gehst mit keinem Fremden mit." sondern stattdessen "Du gehst mit niemandem mit, wenn ich das vorher nicht erlaubt habe." Also auch konkret morgens sagen:" Du kommst mit dem Bus aus der Schule und nicht mit einer Mutter / einem Vater / einem Bekannten, der da zufällig vorbei kommt."
Oft kommen die Täter leider auch aus dem Bekanntenkreis.

Ich habe heute noch mal ganz gezielt mit meinen Kindern gesprochen.


Eine Anekdote, die mich allerdings schmunzeln läßt: Unsere Nachbarin hatte zu ihrem damals 6jährigen Sohn gesagt, dass er niemandem die Tür aufmachen darf. Dann hat sein Opa mal auf ihn aufgepasst und beim Müll rausbringen ist ihm die Tür ins Schloss gefallen, er kam nicht mehr rein. Also hat er geklingelt und geklopft, aber der Junge hat die Tür nicht aufgemacht, weil die Mutter es ja verboten hatte. Also hat der Opa zwei Stunden lang von draussen auf den Enkel "aufgepasst", weil er ja nicht mehr rein konnte #winke bis seine Schiegertochter wieder nach Hause kam.

Geschimpft hat die Mutter nicht, denn ihr Sohn hatte ja nur das getan, was sie ihm gesagt hatte.

LG
Gaia

Beitrag von atebe3004 27.01.11 - 22:42 Uhr

Liebe Gaia

ich habe den Link erst nach dem Verfassen meines Threads gesehen.

Einfach unfassbar! Das Zitat macht auch mir einfach nur entsetzliche Angst.

Ich sehe das genau wie Du. Ich habe auch mehr Angst vor so einem Verbrechen als vor dem Strassenverkehr. Zumal bei so einem Gewaltverbrechen der Tod ja fast sicher ist (dem Zitat zufolge ja sogar sicher) und mein Gefühl gegenüber dem Verbrecher unkontrollierbar wäre.

Ich habe selbst meinen Vater bei einem Verkehrsunfall verloren und es war damals die Hölle. Trotzdem glaube ich, dass so ein Gewaltverbrechen noch schlimmer ist für die Hinterbliebenen, denn es gibt zweifelsohne eine Schuldigen!

Die Anektote Deiner Nachbarin lässt einen echt schmunzeln. Unsere Kinder sind noch klein (4 + fast 2 Jahre). Mathis hat letztens auch einfach dem Postboten geöffnet, obwohl mein Mann unseren kleinen Sohn ins Bett brachte. Das gab auch eine Diskussion und er soll nun auch niemandem mehr aufmachen. Allerdings ist der Kleine schon so ängstlich und man will ihn ja auch nicht noch mehr verunsichern. Er würde eigentlich (man weiss es sicher nie!) mit niemanden mitgehen!

Es ist einfach schlimm, dass man niemandem mehr trauen kann! Das macht mich wirklich traurig und ängstlich.

Gruss Beate

Beitrag von gaia1976 27.01.11 - 22:56 Uhr

"Es ist einfach schlimm, dass man niemandem mehr trauen kann! Das macht mich wirklich traurig und ängstlich."

Das finde ich auch schlimm, zumal wir hier (und Du wahrscheinlich auch - hab mal in Deine VK geguckt) auf dem platten Land wohnen, wo beinah jeder jeden kennt.

In Großstätten wie New York werden täglich weiß der Wutz nicht wie viele Menschen jeden Tag ermordet, auch ganz schrecklich und für mich Landei unvorstellbar, aber wir wohnen in einem Dorf mit 2000 Einwohnern, da ist schon das Hören von Martinhorn eine Seltenheit...

Dass Du Deinen Vater durch einen Unfall verloren hast, tut mir sehr leid, aber wie Du schon schreibst, es war ein Unfall, wenn auch ein tragischer.
Aber hier hat jemand mit Vorsatz gehandelt...

Ich frag mich auch oft, wo wir leben, letztes Jahr im Januar wurde in unserer Nähe ein Augenarzt erschossen, mitten auf einem Feld (kam auch bei Aktenzeichen XY - ist bis heute ungeklärt), hat wohl mit Waffen gehandelt und dann fielen Worte wie Russenmafia, etc. Hallo???

Und jetzt das mit Mirco, das kann doch nicht normal sein.

Gerade wurde genau die Frage in der Vorschau vom RTL Nachtjournal aufgegriffen, was einen 45 Jahre alten Mann, der Familie hat und einen sicheren Arbeitsplatz, dazu treibt, eine solche Tat zu begehen. ich bin mal gespannt.

Liebe Grüße
Gaia



Beitrag von c.l.e.o. 27.01.11 - 22:38 Uhr

Hallo,
vielleicht beantwortet Dir dieser Auszug von SPIEGEL online einige Deiner Fragen:

""Hätte dem Umfeld des Täters etwas auffallen müssen?

In der Regel gelten solche Ansprachen aber auch dem Umfeld eines Täters. Es ist selten, dass Angehörige oder enge Bekannte keine Veränderungen im Verhalten eines Mörders wahrnehmen. Deshalb vermuteten die Ermittler auch im Fall Mirco, dass der Entführer von seiner Familie gedeckt werden könnte.

"Manche tun das bewusst, manche unbewusst", sagt Andreas Borchert, Dozent an der Polizeiakademie Niedersachsen. Für Familien, aus denen solch ein Täter stamme, breche erst eine Welt zusammen, wenn es zu einer Festnahme kommt. "Dann muss sich das Umfeld die Tat eingestehen und dann erst realisieren viele, dass hinter ihrem Ehemann, Vater, Sohn, Onkel ein ganz anderer Mensch steckt, als sie vermutet haben."

Der Vater des 26-jährigen Jan O., der in Bodenfelde zwei Teenager tötete, gab zum Beispiel nach dessen Festnahme zu, dass er von Anfang an seinen Sohn im Verdacht hatte. Auch Jans Mutter hatte ihrem Sohn die Tat sofort zugetraut, als sie davon hörte. Gemeldet hatten sie sich trotz massiver Fahndung nicht.

Kriminaldirektor Borchert unterscheidet zwei Gruppen von Angehörigen, die einen Täter schützen: die einen, die eine Tat selbst nicht für so schwerwiegend halten. Und die anderen, die in erster Linie an die Folgen für sich selbst denken, wenn sie ihr Schweigen brechen.

"Eigentlich muss dem Umfeld immer eine Veränderung des Täters auffallen - egal, ob er die Tat im Vorfeld geplant oder spontan gehandelt hat", sagt Borchert. Hat der Täter die Entführung explizit geplant, Mirco vielleicht sogar bewusst ausgewählt, dann musste er seinen Plan quasi nur abspulen. Dann hat er alles zig Mal durchgespielt - erst vorsichtig, dann perfektioniert, bis die Umsetzung nur noch ein kleiner Schritt ist.

Hatte sich der Täter Mirco explizit ausgesucht?

"Entsprechend leicht kann so ein Täter zur Tagesordnung übergehen und sich in sein Familiengeflecht einfügen. Die Vorbereitung und Verarbeitung der Tat muss dennoch auffallen."

Ebenso, wenn der Täter spontan gehandelt haben sollte. "Dann fehlt die Phase der Planung. Diese gedankliche Vorbereitung muss der Täter nachholen", so Borchert. "Ein spontaner Täter kann nicht ohne spürbare Veränderungen in sein gewohntes Leben übergehen. So kaltblütig ist niemand."

Nicht nur das veränderte Verhalten eines Täters müsse Angehörigen auffallen, oft sind es auch materielle Veränderungen - wie beispielsweise der Verkauf des Familienkombis.

Im Fall Ronnie R., der in den neunziger Jahren zwei Mädchen entführte, missbrauchte und tötete sowie weitere Kinder vergewaltigte, hält die Ehefrau bis heute zu dem Mann, der als einer der brutalsten Täter der deutschen Justizgeschichte gilt. Seit Jahren besucht sie ihn regelmäßig in der JVA Celle und bringt ihm Zigaretten. Ihr Cousin glaubt bis heute nicht, dass sie nichts vom Doppelleben ihres Ehemanns ahnte."

C.

Beitrag von gaia1976 27.01.11 - 22:44 Uhr

Ja, da geht es wahrscheinlich um Selbstschutz und Angst vor dem, was passiert, wenn es rauskommt, wobei ich das nur sehr schwer nachvollziehen kann. Aber wahrscheinlich ist es ähnlich dem Stockholmer Syndrom, wo sie Geiseln plötzlich mit den Motiven der Täter identifizieren.

LG und herzlichen Dank für Deine Antwort
Gaia

Beitrag von theowaigel.lookalike 28.01.11 - 08:07 Uhr

Hallo,
ich finde nicht, dass dieser Artikel auch nur ansatzweise als Erklärungsmodell tauglich ist. Erstens ist mir die viel zu häufige Verwendung des Wörtchens "muss" im Bezug auf Täter-Angehörigen-Interaktion viel zu deterministisch. Das macht auch das angeführte Beispiel nicht besser: Im Gegenteil, das stinkt nach Mitverurteilung der Angehörigen des Täters. Weil die Ehefrau des Mörders Ronnie R. heute noch zu ihm hält, heißt das noch lange nicht, dass zwangsläufig die Ehefrau des Mörders des kleinen Mirko noch zu ihm halten wird. Geschweige denn, dass sie zwangsläufig etwas erkannt oder bemerkt haben muss. Vielmehr bleibt zu fragen, ob sich Gewissenlosigkeit und fehlende Empathie nicht wie ein roter Faden durch das Leben des Mörders von Mirko zieht- aber auch das WEISS niemand.
Zweitens finde ich es ungeheuer, dass sich einmal mehr ein Magazin, welches doch achso seriös und reflektiert auftreten möchte, schlicht in bislang haltlosen Spekulationen ergötzt, nur um auf der Sensationsgier-Welle ein bisschen mitzureiten.

Ich hab nur ein Begriff für diesen Artikel: MÜLL!

Beitrag von pupsismum 28.01.11 - 08:35 Uhr

Sehe ich genauso.

Zumal man ja auch nicht vergessen darf, selbst wenn der Partner anders im Verhalten ist, wer geht denn sofort davon aus, dass sein Verhalten wegen eines Gewaltverbrechens anders ist?

In welchem Ausmaß finden denn eigentlich diese Veränderungen statt? Nicht jeder wird da gleichermaßen ausgeprägt und "sehr auffällig" sein.

Und sucht nicht jeder Partner erstmal im beruflichen und privaten Umfeld nach Erklärungsgründen dafür?

Was wäre ich für eine Ehefrau und was würde das über mein angebliches Vertrauen zu meinem Mann aussagen, wenn mir als Erstes die Möglichkeit, dass er ein Mörder ist, in den Sinn käme?

Beitrag von theowaigel.lookalike 28.01.11 - 08:43 Uhr

Eben. Diese diffuse Behauptung mit den "Verhaltensauffälligkeiten" können doch nur HINTERHER, nach bekanntem Kontext, einigermaßen zu interpretieren sein.

Unmöglich, dieser Artikel, echt. Der regt mich so auf- ohne Sinn und reiner Aufruf zur Hexenjagd.

Beitrag von pupsismum 28.01.11 - 08:51 Uhr

Jepp. Er zeichnet ein falsches Bild und dient nur der Auflagensteigerung. Äußerst enttäuschend.

Beitrag von super_mama 28.01.11 - 09:39 Uhr

Ein sehr interessanter Artikel, vielen Dank !

Ich denke auch das sich ein Täter für nahestehende Verwandte und Freunde verändert. Vlt hat die Frau an einiges gedacht, aber nicht wirklich die Tatsache wahrhaben wollen das ihr Mann sowas getan hat.

Man kann schlecht sagen wie man sich in einer solchen Situation verhält wenn man nicht in ihr war oder ist. Der eigene Partner, Bruder, bester Freund seit Kindertagen, verändert sich merkwürdig nach so einem Fall - nicht großartig, aber zeigt komisches Verhalten, fährt einen Wagen der passen würde ... klar, früher oder später würde er eh überprüft werden, aber würde man dann schweigen oder den Mund auf machen ?

Wie viele Frauen trennen sich nicht von ihren Männern obwohl sie und die eigenen Kinder misshandelt werden ? Warum ? Weil man meint zu lieben, der Partner die finanzielle Grundlage bietet, man Angst hat es nicht allein zu schaffen ... dazu muss man nur mal kurz in anderen Forumsbereichen schauen. Wie weit ist es dann hergeholt das es Frauen gibt die schweigen würden wenn sie den Verdacht haben der eigene Partner hat soetwas getan ?

Mir tut es für die Kinder des Mannes leid und unendlich für die Familie von Mirko ! Einen solchen Schmerz und solche Angst ...

Ich habe die ganzen Monate zwischendurch nachgeschaut, die Artikel aber selten ganz gelesen, gestern laß ich zum ersten Mal von der "Aussage" der Nonnen und mir wurde ganz schlecht ! Wie grausam muss eine solche Aussage dann für die Mutter sein ? Eine Erfahrung die hoffentlich keiner von uns je machen muss !!!

Was mir aber Angst macht ist; wie viele solche Menschen rennen dadraussen noch rum ? Sind lieb und nett, freundlich, man trifft sie beim einkaufen, plaudert, beim Sport, in der Schule oder im Kindergarten - erwartet nie etwas wie das von ihnen ... man kann den Leuten nur vor den Kopf schauen und das finde ich einen sehr beängstigenden Gedanken.
Insofern ist einfach nur zu hoffen das Frauen/Männer deren Partner anfangen sich merkwürdig zu verhalten, auch bevor etwas geschehen ist (!) die Courage haben aufzustehen und etwas zu tun und sei es beim Gesundheitsamt (Amtsarzt) ihre Bedenken zu äussern und sich nicht auf "wird schon nichts sein" ausruhen !

LG

#kerze für Mirko und all die anderen Kinder !

Beitrag von nick71 28.01.11 - 15:19 Uhr

"Es ist selten, dass Angehörige oder enge Bekannte keine Veränderungen im Verhalten eines Mörders wahrnehmen."

Und aus einer Verhaltensänderung soll man dann gleich schließen, dass der Angehörige/Bekannte jemanden umgebracht hat? #schock

Dafür kanns tausend andere Gründe geben...

Beitrag von hoffnung2011 28.01.11 - 07:13 Uhr

du denkst an die Familie des Mörders...ich denke dran, wie viel verdammte zufälle zusammengekomen sind..worüber man jetzt nicht mehr spricht, dass ein X-jähriger Junge um 10 Uhr noch irgendwo rumrennt..dass eine Mutter nach Hause kommt, sieht den Papa am Computer und dann denkt sie, dass der Junge im Bett ist und am Morgen stellen sie erschreckend fest, dass sie ein Fehler gemacht haben..

Ich weiss, wie viel verdammten Fehler geamcht habe und dann frage ich mich, ob ich nach so kleinem Jungen nicht geguckt hätte..

Es ist so schlimm, was passiert ist...truarige Fehler, zerstörte Familien..

Es ist traurig. Es muss sich die Ehefrau des Mörders und die Eltern von Marco mit Sicherheit fragen, warum sich ein Leben lonhnen sollte...und ein Leben wurde ausgelöscht..

:-(

Beitrag von scotland 28.01.11 - 08:10 Uhr

Hallo,

es gibt nur einen, den hier die Schuld trifft, und das ist der MÖRDER.
Du bist ja auch nicht Schuld, wenn du vergewaltigt wirst, wenn der Täter dich ansprechend findet, oder solltest du dich in einen langen Mantel hüllen, um das Risiko zu minimieren?

Es war Sommer, die Kinder lebten auf dem Land - so ähnlich ist das hier auch, und wir sind oft noch mit 15, 16 und 17 später durch den Wald nach Hause gefahren (mit dem Fahrrad). Es ist ja leider (und Gott-sei-Dank!) auch so, dass die meisten sexuellen Übergriffe in der Familie stattfinden, nicht auf dem Fahrradweg.

GLG
Scotland

Beitrag von cinderella2008 28.01.11 - 08:13 Uhr

#pro

Beitrag von claudia_71 28.01.11 - 08:36 Uhr

Natürlich hat der Mörder schuld - ABER: Mirco war 10 und nicht 15,16 oder älter. Da hat man doch als Elternteil noch mehr Pflicht, sich zu kümmern. Einen 15jährigen überwältigt man nicht mehr so leicht wie einen 10jährigen, die haben schon richtig Kraft (ich hab hier einen ;)). Und ein zehnjähriger hat um diese Uhrzeit alleine draussen nix mehr zu suchen - meine Meinung!

LG Claudia

Beitrag von nick71 28.01.11 - 15:30 Uhr

"Und ein zehnjähriger hat um diese Uhrzeit alleine draussen nix mehr zu suchen - meine Meinung!"

Glaubst du, dass Mircos Eltern sich deswegen nicht schon selber genug Vorwürfe gemacht haben und möglicherweise noch machen?

Ich finde es absolut daneben, jetzt auch noch draufzuhauen und den Eltern eine Mitschuld in die Schuhe schieben zu wollen.

Mal abgesehen davon, passieren m.W. die wenigsten Kindesentführungen abends bzw. bei Dunkelheit...

Beitrag von pupsismum 28.01.11 - 08:47 Uhr

Der Bursche war 10 und nicht 15 oder 16 oder 17. Für mich persönlich bedeutet das einen großen Unterschied und mein 10-jähriges Kind wird ganz sicher nicht abends allein durch einen Wald fahren.

Aber da muss jeder für sich selbst festlegen, wie er seine elterliche Verantwortung versteht.

Ich habe da eine andere Vorstellung, wie diese Aufgabe auszufüllen ist. Was aber nicht bedeutet, dass die Eltern "Schuld" sind, an dem Tod ihres Kindes. Einen 100 %igen Schutz gibt es ja leider nie (nicht nur in Hinblick darauf, dass die meisten Täter aus dem Umfeld des Kindes kommen).

Beitrag von hoffnung2011 28.01.11 - 09:35 Uhr

Scotland, es hat meinerseits keiner von Schuld gesprochen. Ich habe mich nur gewundert, wie viel Zufälle zusammengekommen sind..

ein so kleiner junge, der noch so spät unterwegs ist..

eine Mutter, die nach hause kommt, nicht einmal nach dem Jungen fragt und etwas vorraussetzt..

ein Vater ,der sich zum Computer setzt und auch nichts macht und er wird dann erst am frühen Morgen als vermisst gemeldet..

Es geht hier doch nicht um Schuld aber verdammt viele dumme Zufällle..

es war selbst an mich eine Frage gerichtet..würde ich nah meinem Kind jedem Abend nicht nachgucken, wenn ich spät heimkomme..

ich weiss es nicht.

Aber mit Schuld...hat der Mörder Schuld..hat ein kranker Mensch schuld ? Ja, in gewisser Weise shcon..wissen wir überhaupt, ob er krank war.. k.a.

Weißt du, an wen ich sehr oft denke...an die Mutter von Mitja, die einen kleinen jungen das allererste Mal mit der straßenbahn (oder war es ein Bus) alleine fahren ließ..und er lebt nicht mehr..das ist noch trauriger..

Es ist trauer...über eine ,,Schuld´´ sollen andere urteilen, nicht ich

Beitrag von sooderso 28.01.11 - 09:45 Uhr

"Weißt du, an wen ich sehr oft denke...an die Mutter von Mitja, die einen kleinen jungen das allererste Mal mit der straßenbahn (oder war es ein Bus) alleine fahren ließ..und er lebt nicht mehr..das ist noch trauriger.. "

Du schreibst: das ist noch trauriger...Wie kann man denn so etwas definieren? Manche Ansichten kann man nicht nachvollziehen!

Beitrag von hoffnung2011 28.01.11 - 10:35 Uhr

ohhh, wenn du fragen würdest, dann kann ich es dir erklären..das ist für MICH persönlich trauriger...weil es eine Mama gab, die einem Jungen das allererste Mal Freiheit gegeben hat, alleine zu fahren..und dann passiert sowas.. es hat persönlich mit mir zu tun, ich schrieb weiter unten..ich habe zwei ganz kleine Kinder..und bei beiden steht irgendwann ...wie viel Freiheit bekommen sie und zu welchem Zeitpunkt..

für andere unerklärlich (vllt), für mich unedlich traurig..man will am besten sowas gar nicht hören, weil man dann an sich selbst sehr zweifelt..:-(

  • 1
  • 2