Zerbricht die Freundschaft aufgrund eines "Klassenunterschiedes"?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von maryjana 28.01.11 - 10:30 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

würde gerne eure Meinung zum unten beschriebenen Fall hören:

Meine Tochter (5) geht in den Kindergarten wo sie auch eine ganz liebe Freundin (6) gefunden hat mit der sie spielt.

Der Kontakt zwischen den Mädels ist allerdings weniger geworden da Ihre Freundin seit letztem Sommer ins Vorschulprojekt gekommen ist und mit ganz anderen Mädchen zu tun hat als mit meiner Tochter.

Der Kontakt zwischen Ihnen ist allerdings nicht ganz weg, das Mädchen ist in der selben Gruppe wie meine Tochter.

Bis vor ein paar Monaten haben die Zwei sich auch regelmäßig besucht, haben zusammen gespielt und es schien eine ganz tolle Freundschaft zu sein.

Jetzt war das Mädchen seit ein paar Monaten nicht mehr bei uns zu Besuch und ich fragte Ihren Vater ob Sie wieder Lust hätte zu uns zu kommen.

Ich bekam nicht wirklich eine Antwort zu hören und als wir dann vorm Eingang standen sprach er mich darauf an, ich hätte seine Tochter ein wenig damit überrumpelt Sie wieder zu uns einzuladen, da er auch gemerkt hat das seine Tochter weniger mit meiner Tochter zu tun hätte, seitdem seine Tochter im Vorschulprojekt ist.

Er meinte auch das es besser wäre es so zu belassen, da seine Tochter schon seit Monaten meine Tochter nicht mehr erwähnt hätte und sich die zwei "auseinander gelebt" hätten.

Ich sagte nur das die Kleine das eintscheiden soll und wenn Sie Lust hat, hat Sie Lust und wenn nicht dann könne man da nichts machen. Er sagte auch das wenn Sie sich dafür entscheiden sollte er nichts dagegen hätte, was mir allerdings nicht ehrlich vorkam.

Ich bin auch der Meinung das er in den ganzen Monaten hätte auch mal zu mir kommen können um nach einem Spielenachmittag zu fragen.

Ich war über so eine Antwort ziemlich traurig, weil es so rüber kam als wolle er nicht das die Zwei miteinander spielen.

Ich habe auch soeben mit meinem Mann auf der Arbeit darüber gesprochen und er meinte das der Grund vielleicht der ist, dass wir in einer stinknormalen Sozialsiedlung leben und nicht so "hoch angesehen" sind wie er. Er ist der Vorstand einer Bank und lebt in ganz anderen Verhältnissen als wir und wir sind ganz normale Angestellte.

Natürlich können wir uns da auch täuschen aber es wäre doch schade wenn eine Freundschaft nur aufgrund des "Klassenunterschiedes" zerbricht.

Was meint Ihr dazu?

LG

Mary#klee

Beitrag von erdbeertiger 28.01.11 - 10:57 Uhr

Hallo Mary,

ich will dir nicht zu nahe treten, aber kann es sein, dass du die Situation überinterpretierst? Weißt du, ich kenne das von meinen großen Kindern (7 und 5) - mal spielen sie mit einem bestimmten anderen Kind sehr regelmäßig, dann wieder Wochen oder auch Monate gar nicht. Auch bei meiner Tochter war es so, dass zwei Kindergartenfreundschaften weniger intensiv wurden als die Mädchen am Vorschulprojekt teilnahmen und sie nicht - denen war plötzlich die Abgrenzung "wir sind fast Schulkinder" sehr wichtig. Bei meinem Sohn, der jetzt im Vorschulprojekt ist, haben sich die Freundschaften im letzten halben Jahr auch sehr verändert - zu einem Jungen, mit dem er früher viel gespielt hat, trifft er sich gar nicht mehr, da liegen die Interessen einfach inzwischen zu weit auseinander. Dafür spielt er mehr mit 2 jüngeren Mädels, die ihm letztes Jahr noch zu "klein" waren...
In allen Fällen hat das nichts mit irgendwelchen sozialen Unterschieden zu tun, sondern entspricht einfach dem Wunsch der Kinder. Allerdings spreche ich auch nicht andere Eltern an, ob ein Kind zu uns kommen will, wenn nicht das Kind vorher diesen Wunsch geäußert hat. Und wenn dann das andere Kind nicht will, ist es auch gut. Genauso hatte ich schon die Situation, dass eine andere Mutter mein Kind anspricht, ob es nicht mal wieder kommen will, und mein Kind sagt: Nein, dass möchte ich nicht!

Wahrscheinlich war das bei dem von dir geschilderten Fall ähnlich, und der Vater war einfach überrumpelt von deiner Anfrage...

LG

Erdbeertiger

Beitrag von schnullabagge 28.01.11 - 11:00 Uhr

Hallo!
Also vielleicht hat er ja Recht!? Wenn das Mädchen sich wirklich umorientiert hat?! Wenn die beiden so dicke wären, dann würden sie sicherlich häufiger nacheinander fragen. Oft sind bei den Kleinen doch tatsächlich die Eltern die treibende Kraft.
Ich denke, dass mit dem sozialen Unterschied spielt keine Rolle.
LG Steffi

Beitrag von sternchen718 28.01.11 - 11:08 Uhr

Hallo Mary,

es gibt viele Gründen warum wieso weshalb.

Ich habe allerdings auch schon die Erfahrung gemacht das ein Kind nicht zu uns kommen durfte. Warum? Keine Ahnung! Vielleicht weil sie mich nicht mag.
Vielleicht weil sie in ein besseren Siedlung wohnt. Ist mir mittlerweile auch wurscht.
Ist jetzt auch schon 8 Jahre her.
Es ist auch so das in diesem Alter 1 Jahr unterschied schon viel ausmacht. Spätestens wenn das Mädel in die Schule geht und deine noch ein Jahr im Kiga bleibt ist so eine Freundschaft vorbei. Hab ich bei meinen beiden Großen gesehen und das nächste mal passiert das dann nach der vierten Klasse wenn alle auf verschiedenen Schulen gehen.

Schlussendlich darfst du dir da keinen Kopf drüber machen. Manche Freundschaften halten ewig und manche nicht.

Ach ja und um es von der anderen Seite zu betrachen meine jüngste spielt im Kiga mit einem Mädchen das aus ganz schlechten Verhältnissen kommt.(Drogen usw.) Der ganze Ort weiß über diese Familie bescheid.
Sie mag das Mädchen aber dieses Kind wird uns nie besuchen und meine wird dort bestimmt nicht hingehen.
Das Mädel kann zwar nichts dafür aber dieser Kontakt wird keine Zukunft haben. Das klingt böse aber ich kann das nicht zulassen zumal ich für dieses Kind nichts tun kann. So leid mir das Mädel tut.


LG
Corinna

Beitrag von grinsekatze85 28.01.11 - 11:49 Uhr

Hallo Mary!

Also ich erinnere mich mal so an mich, ich sehe/spreche mit keinem meiner Kindergartenfreunde mehr obwohl wir bis weit über die 4. Klasse in einer nähere Umgebung gewohnt haben.

Und selbst mit meiner Beste Freundin (1.Klasse~ 4.Klasse), spreche ich ab und am mal per Telefon oder wir treffen uns mal (vielleicht 1-2 mal im Jahr, wenn überhaupt) und das obwohl sie mit mir bis zur 10.Klasse in einer Klasse war, das ist eigentlich der *normale* Lauf der Dinge, andere Kinder sind dann interessanter und man merkt vielleicht mehr Gemeinsamkeiten mit anderen Kindern.
Da würde ich nicht so viel drum geben, klar ist es schwer, auch für deine Tochter, wenn das Mädchen plötzlich nicht mehr mit ihr spielen will.

Aber das müssen Kinder leider auch lernen.
Vielleicht findet deine Tochter ja auch ein anderes Mädchen, mit was sie so gerne vielleicht sogar lieber spielt.#liebdrueck
Also meine beste Freundin lernte ich in der 7.Klasse gehen, als sie vom Gymnasium zur Realschule wechselte und mit ihr bin ich heute befreundet und sie immer noch meine Beste Freundin und das schon mehr als 13 Jahre:-D

LG
grinse#katze

Beitrag von manavgat 28.01.11 - 12:01 Uhr

Du willst doch nicht wirklich wie eine lästige Fliege wahrgenommen werden, oder?


Der Mann hat Dir doch klar zu verstehen gegeben, dass er keinen Kontakt zwischen den Kindern will. Und ja, es ist Dünkel, der ihn dazu treibt.

Was gewinnst Du, wenn Du weiter bohrst?


Da ist nichts drin für Dich, außer Frust.


Gruß

Manavgat

Beitrag von maryjana 28.01.11 - 12:07 Uhr

Hallo manavgat,

ich habe überhaupt nicht wie eine lästige Fliege gebohrt:-)

Ich habe ganz normal gefragt und eine Antwort bekommen die ich auch so hingenommen habe mehr nicht.

Ich glaube da hast du was falsch verstanden ;-)

Beitrag von unilein 28.01.11 - 13:45 Uhr

Deine Posts erkennt man, ohne den Namen zu lesen #gruebel

Beitrag von engelchen28 28.01.11 - 12:04 Uhr

hallo mary!
ich denke, es ist ganz normal, wenn sich wege mal trennen und vielleicht auch wieder zusammen finden. für das andere mädchen ist SCHULE nun ein großes ding, sie hält sich jetzt eher an gleichaltrige, die sich auch schon auf die schule freuen. die interessen ändern sich.
meine tochter kommt dieses jahr in die schule, ihre beste freundin (wird im september 6) kommt erst nächstes jahr, was lange nicht klar war. die beiden sind immer sofort ein herz und eine seele, auch wenn sie sich mal eine woche nicht sehen (gehen in verschiedene kindergärten). sie kennen sich aber von baby auf und von daher ist gleich wieder vertrautheit vorhanden.
fördere die kontakte zu gleichaltrigen, ladet diese kids ein - und vielleicht nähern sich deine tochter und das andere mädchen wieder an, vielleicht aber auch nicht. so ist das nunmal.
lg
julia
p.s.: natürlich kann es sein, dass der vater nicht möchte, dass das mädchen mit jüngeren spielt oder mit "stinknormalen leuten"...aber das weißt du nicht und wirst es auch nicht herausbekommen. lasst die kids einfach machen und gut ist..!

Beitrag von donaldine1 28.01.11 - 13:59 Uhr

Hallo,
wissen kann man es natürlcih nicht, aber ich denke, du interpretierst das vollkommen falsch oder über.
Ich kenne mehere Leute, die wohl Deiner Interpretation nach in die "gehobene Schicht" gehören (Professoren und Banker mit Führungspostionen und sehr hohem Einkommen). Und wirklich keiner von denen sucht seine Freunde auch nur annährend nach deren sozialer Schicht aus. (Bei uns traben die auch munter durch den Viehstall... ;-) )
Ehrlich gesagt hört es sich für mich jetzt schon fast so an, als hättet ihr Minderwertigkeitskompexe. Übrigens könnte evtl. ja auch genau das der Grund sein, warum die Leute etwas auf Abstand gehen? Von einigen meiner Bekannten weiß ich nämlich sehr genau, daß die total genervt sind, wenn sie das Gefühl haben, das andere sie als was Höheres oder Besseres sehen. Das können die gar nicht ab, weil sie das einfach so lächerlich und dumm finden. Und mit solchen "Unterwürfig-Leuten" wollen die dann auch wirklich nichts zu tun haben. ;-)
Kinder wechseln ihre Freudnschaften schnell. Das mit dem Auseinanderleben der ferudnschaft find eich schon recht plausibel, zumal die Kinder ja auch nicht ganz gelich alt sind, das kann schon was ausmachen, das eine jahgr Unterschied.
Deine Tochter sollte sich am besten einfach auf neue Freunde konzentrieren. Das wird auch noch öfter mal passieren, daß es Freundschaft auseinander geht.
LG
donaldine1

Beitrag von janamausi 29.01.11 - 07:44 Uhr

Hallo,

ich finde es ganz normal bei Kindern das Freundschaften manchmal nicht lang halten. Die Interessen entwickeln sich unterschiedlich bei Kindern, gerade wenn diese ins Vorschulprogramm bzw. in die Schule kommen.

Ich habe es zweimal bei meiner Tochter miterlebt.

Das erste mal als ihre ganzen Freundinnen aus dem Kiga in die Schule kamen (meine Tochter nicht). Die Kinder verstehen sich zwar noch gut wenn sie sich sehen aber die Feundschaften (das man sich Nachmittags zum spielen trifft) gingen auseinander.

Das Jahr darauf kam meine Tochter in die Schule und die meisten Freundschaften zu den Kiga-Kindern gingen auseinander.

Mit einem Vorschulprojekt und Schule beginnt ein neuer Lebensabschnitt für Kinder und oftmals orientieren sich die Kinder dann an größeren Kindern. Du schreibst es ja selbst: die Freundin von deiner Tochter hat mit ganz anderen Mädchen zu tun.

Ich glaube nicht, dass er Vater euch ablehnt, sondern wirklich das Mädchen nicht mit deiner Freundin spielen wollte/will. Das heißt ja nicht, dass das Mädchen plötzlich deine Tochter gar nicht mehr mag!

LG janamausi

Beitrag von jasahe 29.01.11 - 17:37 Uhr

Vielleicht eine etwas provokativere Antwort von mir, aber wir haben hier ja kein Sprachverbot. Erstens finde ich, dass zwischen Sozialsiedlung und "ganz normalen Angestellten" ja ein Unterschied ist. Es wohnen ja zum Glück nicht alle normalen Angestellten in einer Sozialwohnung, sonst hätten die Steuerzahler viel zu tun....
Zweitens habe ich das bisher so beobachtet, dass es ja nicht um das Geld geht, das man hat oder nicht hat, sondern das Geld und der Job oft vieles nach sich zieht (oder auch die soziale Herkunft). Die Sprache ist anders, Interessen sind anders, Verhalten kann anders sein etc. Nun ist es halt mal so, dass man sich eher mit Menschen umgibt, mit denen man Gemeinsamkeiten hat. Meine Kinder dürfen sich mit allen anfreunden, ich würde sowas nie beschränken. ABER, wenn mir die Sprache des anderen nicht gefällt (ich lege Wert auf ein gepflegtes Hochdeutsch), die Erziehung des anderen Kindes massiv von meinen Werten abweicht oder ich zu den Eltern so gar keine gemeinsame Basis herstellen kann, dann würde ich diese Freundschaft auch nicht besonders fördern (aber nicht verbieten...) Letztendlich solltest du dir auf jeden Fall zu stolz sein, dich um eine Freundschaft zu bemühen, die von der anderen Seite nicht gewünscht ist.