Ich bin total gefangen - und er macht mich fertig

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von esperancefollie 28.01.11 - 10:48 Uhr

Hallo und guten Morgen zusammen!

Ich bin wieder mal ziemlich am Ende mit meiner Situation und bin froh, wenn mir der eine oder andere ein offenes Ohr schenkt #blume:

Zur Vorgeschichte: Bin mit dem Papa von meinem Sohn vor 8 Jahren zusammengekommen, er ist in der Türkei geboren, in Deutschland Studium gemacht und ist seit ca. 15 Jahren in Paris, wo er Wohnungsbesitzer ist. Ich bin Schweizerin, habe vor 7 Jahren alles stehen und liegen lassen (DAS würde ich nie wieder tun!!#klatsch) und bin zu ihm nach Paris gezogen.

Im Februar 2007 kam unser Sohn Elias #verliebt hier in Paris zur Welt, das absolute Glück und Wunschkind von beiden. Der Papa hat ihn anerkannt und Elias trägt auch seinen Nachnamen.

Es war immer schon eine schwierige, spannungsgeladene Beziehung, wo beide nun GAR nicht miteinander kommunizieren können. Richtig totgelaufen hat sich alles schon seit über 2 Jahren. Ich konnte dem nicht mehr zusehen und habe mich ihm im Juli diesen Jahres gesagt, dass für mich die Beziehung zu ende ist. Er bestätigte, dass er sich bereits vor einem Jahr auch schon trennen wollte, es aber wegen Elias nicht gemacht hat.

Im Herbst hat er angefangen mich zu bedrohen, dass er mich aus der Wohnung schmeissen will – was er aus gesetzlicher Sicht ohne Weiteres darf, da er Besitzer ist und wir weder Verheiratet sind noch irgendeinen Vertrag miteinander haben. Zugleich wollte er Elias behalten. Er gab mir einen Monat um mir in der Nähe eine „Bruchbude“ zu nehmen, wo ich dann unseren Sohn von der Schule abholen soll, ihm zu essen machen, ihn ins Bett bringen falls nötige und mich dann vom Acker zu machen :-[.

Nur zu diesem Zeitpunkt war ich arbeitslos und das GROSSE Problem in Paris sind: Die Wohnungen. Etwas in der Nähe von Elias Schule zu finden, was über 20 m2 ist und dann noch zahlbar – eher ein 6er im Lotto. Wartelisten auf Sozialwohnung: Unter 5 Jahre kommt man nicht weg.

Mein Ex meinte, dass es ihm schiessegal wäre #schwitz, ob ich auf der Strasse oder unter der Brücke schlafen würde, ich soll zusehen, dass ich einfach weg sei. Er fing mich an runterzumachen vor dem Kleinen: „Das sind Mamas Sachen – die kannst du in den Müll schmeissen“ etc. Ich war bei der Polizei – die meinten ich solle meinen Sohn nehmen und zurückgehen in die Schweiz.

Nur erstens kann er mir damit Kindesentführung anhängen und ich kann das Sorgerecht ver-lieren und zweitens kann ich es moralisch nicht, Elias von seinem Vater zu trennen, geht einfach nicht ....!

Eines Abends ist er so komplett ausgeflippt, dass ein Freund von mir zu uns nach Hause kam, und ihm unmissverständlich gesagt hat, dass wenn er so weitermacht, der Staat über das Sorgerecht unseres Sohne entscheiden wird. Das hat ihn für Monate zum Schweigen gebracht und er liess mich in Ruhe. Wir haben unser Leben wie eine WG organisiert, ich gehe 100% arbeiten, er ist zu Hause und versucht sich selbständig zu machen und Elias geht in die Vorschule. Wir haben sogar bei meinen Eltern Weihnachten gefeiert.

Jetzt fängts wieder an: Immer nur Kritiken und gemeine hinterhältige Sprüche. Einerseits behauptet er, ich würde mich nirgendwo finanziell beteiligen – nun habe ich Elias Schulgeld bezahlt und er ist total sauer deswegen, als ob er sein Gesicht verloren hätte vor der Schule.

Es folgte gleich die Rache gestern. Als ich nach Hause kam, lagen da 2 Merkblätter über Alkohol- und Tabakmissbrauch in Elias Zimmer. Ich bin die einzige die Alkohol trinkt und raucht in der Familie. Aber das Rauchen beschränkt sich zu Hause auf 2 Zigaretten aufm Balkon am Abend und es gibt 2 Gläschen Weisswein zum Essen.

Ich habe furchtbare Angst, dass er plant mir den Kleinen wegzunehmen und irgendwie beweisen will, dass ich unzulänglich bin. Alles kommt mir wieder hoch, diese ganz Sch..... vom Herbst. Mich würgt es und ich kann nicht mehr richtig schlafen und mein Gewicht ist unter die gesunde Marke gerutscht. Und ich habe im Moment keinerlei Aussicht auf eine Wohnung hier und bei anderen kann ich mit meinem Sohn nicht unterkommen, da die selber oft auf kleinstem Raum leben. Und in eine Mutter-Kind-Haus geht auch irgendwie nicht. Und solange ich noch unter demselben Dach lebe, gelten wir vor dem Gericht auch nicht als getrennt.

Ich weiss echt nicht mehr was ich tun soll. Irgenwie gehe ich so vor die Hunde und ich kann nicht vorwärts und nicht rückwärts. Ich sage es ganz blöd, aber wäre mein Sohn nicht, wäre es einfach und ich schon längstens wieder in meinem Heimatland aber mein Sohn ist mein ein und alles, ich kann und will nichts ohne ihn ............ Und zugleich mache ich mir schwerste Vorwürfe und Sorgen ihm gegenüber. Es wird nicht gestritten vor ihm, aber er bekommt es doch in jedem Fall mit - er ist fas 4 Jahre alt :-(.

Wenigsten habe ich einen guten Job gefunden mit einem unbefristeten Vertrag. Mein EX ist immer noch arbeitslos.

Ich danke fürs Lesen, auch wenn ich weiss, dass wahrscheinlich niemand mir einen Tipp geben kann (habe schon mal gepostet und da kamen 0 Antworten) meine Situation ist zu verzwickt.

Ich danke einfach für eure Zeit.

Von der Maya

Beitrag von rotes-berlin 28.01.11 - 11:15 Uhr

Ich hab es jetzt nicht zu ende gelesen. Aber das was ich gelesen habe reicht mir.

Nimm die einen Anwalt. Und wenn es irgendwie geht, schnapp die den Kleinen und geh zurück in die Schweiz. Da hast du doch bestimmt noch Familie? Vielleicht kannst du da erstmal unterkommen.

Beitrag von lisa1408 28.01.11 - 14:46 Uhr

Ja, das würde ich auch sagen.

Ab zum Anwalt und absichern wo es nur geht. Ich weiss nicht, wie das in Frankreich ist, aber ich nehme an, dass es dort auch so sein wird, dass die Mutter bei unehelichen Kindern automatisch das alleinige Sorgerecht hat. Somit wäre es keine Kindesentführung wenn du mit Elias zurück in die Schweiz gehst.

Dass du deinem Sohn den Vater nicht nehmen willst - alles schön und gut und kann ich auch verstehen. Aber hast du nicht Angst, dass er einmal mit ihm in die Türkei abhaut? Du wärst nicht die erste und mit Sicherheit auch nicht die letzte Mutter die da zittern muss.

Elias hat auch nichts davon wenn seine Mama wie eine lebende Leiche herum läuft und keine Kraft mehr hat.

Also... ab zum Anwalt und dann zurück in die Schweiz!

Ich wünsch dir viel Kraft!

Beitrag von josili0208 31.01.11 - 00:24 Uhr

<Ich weiss nicht, wie das in Frankreich ist, aber ich nehme an, dass es dort auch so sein wird, dass die Mutter bei unehelichen Kindern automatisch das alleinige Sorgerecht hat. Somit wäre es keine Kindesentführung wenn du mit Elias zurück in die Schweiz gehst. >

Ich weiss auch nicht wie es in Frankreich ist, aber ich wäre mit solchen Behauptungen sehr vorsichtig. Ich lebe in Portugal und hier ist es so: Eltern unehelicher Kinder haben automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Und zwar laut geltendem Gesetz des Landes, in dem sich der gewöhnliche Aufenthaltsort des Kindes befindet. Das heisst in meinem Fall: Ich (deutsch) habe 3 Kinder von einem Portugiesen, beide leben in Portugal, die Kinder natürlich auch. Wir haben das gemeinsame Sorgerecht und damit auch Aufenthaltsbestimmungsrecht. Dh. WENN ich eins meiner Kinder nach D mitnehme, wo ich theoretisch alleiniges Sorgerecht hätte weil wir nicht verheiratet sind, ist es trotzdem KindesENTZUG, weil das portugiesische Gesetz gilt, da die Kinder gewöhnlich in Portugal leben.

#aha

Beitrag von fibila 28.01.11 - 18:41 Uhr

so geht es leider vielen ausländischen frauen... ich weiss, dass es in der Schweiz spezielle Beratungsstellen gibt, die für binationale Paare zuständig sind. Falls es sowas in F nicht gibt, würde ich in CH nachfragen. Evt. könntest du auf dem CH-Konsulat nachfragen, ob sie dir helfen können.... lg

Beitrag von mauseannie 28.01.11 - 23:18 Uhr

Wenn Du jetzt ohnehin die bist, die das Geld verdient, dann nimm Dein Kind und such Dir ne Wohnung. Du bist doch jetzt nicht mehr arbeitslos und brauchst ergo auch keine Sozialwohnung mehr.

Beitrag von myimmortal1977 29.01.11 - 02:18 Uhr

Geh zu einem Anwalt oder versuche über das Internet Schweizer Beratungsstellen heraus zu finden, die sich mit so was beschäftigen.

Sagt man Dir, es gäbe keine Sanktionen wegen Kindesentführung, wenn Du Dein Kind einfach nimmst und gehst, dann nimm Dein Kind und geh zurück in die Schweiz und brech den Kontakt zum Vater ab.

Hier in Deutschland könnte "der weiße Ring" eine mögliche erste Anlaufstelle für Dich sein. Die könnten Dir aber sicher sagen, wer in so einer Situation für Dich genau zuständig sein könnte.

Einen Ableger gibt es auch in der Schweiz:

http://www.weisser-ring.ch/html/opferhilfe.html

Alles Gute, Janette

Beitrag von diva-82 29.01.11 - 09:23 Uhr

Hallo !!

Ihr seid NICHT verheiratet und DU hast das Sorgerecht richtig ??

Dann kannst du doch mit den kleinen in die Schweiz zurück es ist doch dann keine Kindesentführung.

Wenn dies falsch ist beleert mich eines besseren.

LG

Beitrag von 69pueppi 29.01.11 - 11:56 Uhr

hallo maya,

ich stimme meinen "vorschreiberinnen " voll zu !
Dein Freund scheint KEIN netter Kerl zu sein!! Wer weiß was da noch kommt...
Also klär die rechtliche Seite und nimm deine Beine in die Hand!!
Du willst doch bestimmt das dein Kind in einer gesunden Atmosphäre aufwächst? Die hat er in Frankreich bestimmt nicht....

Ganz liebe Grüße und viel Kraft
Nicole

Beitrag von mareliru 29.01.11 - 13:28 Uhr

Ich würde mich an Deiner Stelle rechtlich besser über das französische System informieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es als Kindesentführung zählt, wenn Du mit Deinem Kind in die Schweiz ziehst.

Aber es scheint, als willst Du Deinen Job und Dein Leben in Paris gar nicht aufgeben obwohl Du an die Grenzen Deiner Psyche kommst?

Dass Du lieber Dein Kind mit einem Mann aufwachsen siehst, der ihm beibringt Frauen zu verachten und schlecht zu behandeln, denn sie werden es schon schlucken?

Geh nochmal in Dich und frage Dich, was Dich wirklich in Frankreich hält. Wieviel Zeit verbringst Du mit der Wohnungssuche? Änderst Du aktiv etwas an Deiner Situation, damit es Dir besser geht oder wurschtelst Du Dich so durch?

Beitrag von kikou 29.01.11 - 17:49 Uhr

Hallo Maya,

doch, ich hatte dir beim letzten Mal geantwortet, als du auch von deiner Wohnsituation erzählt hast (ich kopier's dir hier nochmal mit rein):

Was die Wohnsituation betrifft, die in Paris ja denkbar schwierig ist: hast du über deinen Arbeitgeber Anspruch auf 1% logement oder gar Übernahme der Maklerkosten? Ich arbeite in einem grossen Unternehmen, dort haben schon einige meiner Kollegen mit Hilfe dieses 1% logement eine Wohnung gefunden und auch bei Umzügen finanzielle Hilfeleistungen bekommen. Denn auf Dauer unter einem Dach zusammen zu leben, wenn du nur noch geduldet bist, das hat keinen Wert.

Ich habe neulich auch einen Bericht (zugegebenermassen auf TF1, aber sei's drum) gesehen, dass immer mehr Leute sich zusammenschliessen zu WGs in Paris, weil die Mietpreise so irre teuer sind, dass man sich alleine kaum eine anständige Wohnung leisten kann. Da wurde unter anderem von zwei Allein-Erziehenden berichtet, die nach anfänglichen Startschwierigkeiten ein gutes Zusammenleben aufbauen konnten.

Ansonsten kannst du natürlich auch ein bisschen raus aus Paris ziehen. Ich weiss nicht, wo du arbeitest, aber sobald du aus Paris und Métroanbindung raus bist, werden die Preise schon wesentlich günstiger.

Was besucht euer Sohn denn für eine Schule, dass da Schulgeld fällig wird? Im allgemeinen ist doch der "normale" KiGa kostenlos?

Schlussendlich wirst du wahrscheinlich nicht darum herumkommen, je nach Wohnort deinem Sohn einen Schulwechsel zuzumuten, aber in dem Alter stecken die Kids das doch noch super weg.

Du musst aus dieser Situation weg, sie macht dich kaputt und schadet deinem Kind, das kannst du nicht weitermachen.
Viel Glück.
Kikou