Ich weiß auch nicht...

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von sarah1710 29.01.11 - 09:50 Uhr

Guten Morgen,

aus aktuellen Anlass möchte ich um ein paar Ratschläge bitten.
Ich habe meinen Sohn ( 2,5 J. ) kurz nach seinem zweiten Geburtstag in dem örtlichen Kindergarten angemeldet, während des Gesprächs mit der Kindergartenleiterin, erwähnte diese, dass es eine Spielgruppe für die Kleinen zweimal die Woche für jeweils 2,5 Stunden im Kiga gibt, diese wird von zwei Erzieherinnen betreut - es bestand sofort Interesse, da dies sich als gute Gelegenheit ergab um auch meinem Sohn im Sommer den Einstieg in den Regelkindergarten zu erleichtern.

Nach kurzer Rücksprache mit meinem Mann, meldete ich unseren Sohn dort an. Aufgrund der langen Warteliste, konnten wir erst zum Jahrewechsel dort erscheinen. In dem 1. Gespräch mit der verantwortlichen Erzieherin, wurde gesagt das die Eingewöhnung ca. zwei Wochen sein sollte, sprich ich sitze einfach mit im Raum, ziehe mich aber zurück. Kein Problem. Die 1. Woche klappte wunderbar, ich sagte der Erzieherin auch, dass ich denke das mein Sohn etwas länger für die Eingewöhnung bräuchte, diese winkte aber gleich ab und meinte er würde jetzt bzw. während der Spielphase kein Eindruck machen, als wäre es sehr auf mich fixiert! Hmm...dachte ich, ok sie muss es ja wissen - hat sie ja ständig mit Kinder zu tun.

Leider waren wir dann 1,5 Wochen krank, mussten also die Spielgruppe dreimal ausfallen lassen. Als wir dann wieder hin sind, meinte die Erzieherin, dass sie denkt mein Sohn wäre soweit und ich könnte ihn nächste Woche ab dem Kaffeetisch alleine lassen. Nunja ich hatte schon so meine Bedenken, irgendwie! Aber auch da verließ ich mich wieder auf die Erzieherin. Beim nächsten Mal, habe ich die erste Stunde noch im Kiga verbracht und bin, als die Kinder zum Kaffeetisch sind, zu meinem Sohn und sagte ihm das ich Einkaufen fahre und ihn später wieder abhole. Hmm, irgendwie schnürte sich mein Hals zu und ich saß noch ca. 10 Min. auf dem Flur bevor ich das Gebäude verließ.

Was mir dann nicht so gefiel war, dass ich ihn gleich 1,5 Std. also den Rest der Zeit dort alleine lassen sollte. Kinder in dem Alter haben, ja noch nicht so das Zeitgefühl und für meinen Sohn muss das wirklich ne harte Nuss gewesen sein. Als ich wieder in den Kiga kam und in den Raum spazierte - hat mein Sohn völlig die Fassung verloren. Er hat wirklich noch nie so geweint! Es brach mir natürlich das Herz und am liebsten hätte ich mitgeweint, aber ich riss mich zusammen und sagte ihm das er das ganz klasse gemacht hat usw....Die Erzieherin babbelte immer mal zwischen dass das nur die Erleichterung sei usw...

Mein Sohn hätte sich am Kaffeetisch immer wieder selbst beruhigt, aber sobald die Erzieherin ihn ansprach, das Weinen angefangen. Ich bat bevor ich den Raum verließ, mich bitte anzurufen, wenn mein Sohn sich nicht beruhigt. Das stieß auf taube Ohren...Er muss lernen auch mal ohne Mama zu sein, so die Aussage! Naja....bin vielleicht auch etwas empfindlich....

Natürlich haben wir uns damit keinen Gefallen getan, sobald ich den Raum, auch hier zu Hause verließ - wurde er etwas panisch und lief bzw. läuft mir hinterher, fragt ständig wohin ich will und er geht nicht mehr alleine ins Bett, er sagt das er Angst hat.

Als wir am Donnerstag wieder zum Kiga sind, sagte er vorab schon immer, das ich da bleiben soll und ihm beim spielen zu gucken kann - aber nicht einkaufen darf. Als wir das Gebäude betraten und die Erzieherin uns entgegen kam, versteckte er sich hinter mich, im Raum saß er die ersten 10 Min. auf meinem Schos und als es wieder zum Kaffeetisch ging, fing er fürchterlich an zu weinen und wollte nur noch aufm Arm bleiben. Er versicherte sich ständig ob ich auch da bleibe! Die Erzieherin fragte warum er denn jetzt weint, da wurde ich etwas zornig und meinte das es wohl die Erinnerung vom letzten Mal sei, ach so war ihre Aussage.

Wir hatten kurz danach ein Gespräch, in der ich ihr sagte, das ich vorerst bleiben werde und das wenn wir das nochmal versuchen, ich erstmal nur so für eine 1/4 Std. vor die Tür gehen werde, denn ich glaube das die 1,5 Stunden zu lange waren. Sie widersprach und meinte das wäre doch nicht lange gewesen. Nun weiß ich nicht weiter. Mein Sohn hat schon mehrmals gesagt er will nicht mehr in den Kindergarten.

Ich möchte ja das er sich so langsam gewöhnt auch mal ohne mich zu sein, ja empfindlich bin ich auch, keine Frage - aber muss das gleich so konsequent sein? Es ist ja nicht so, das ich die Zeit der Betreuung brauche z.B. wegen Arbeit oder so, nein ich möchte ihm damit einfach nur diese Umgewöhnung erleichtern, aber ohne große Dramen!

Was meint ihr, wie ich mich verhalten soll? Ist es vielleicht auch noch zu früh für meinen Sohn? Das spielen gefällt ihm mit anderen Kindern, aber nur so lange wie ich dabei bin!

Freue mich auf ein paar Ratschläge und sorry dass das so lang geworden ist, aber es musste mal raus.

LG
Sarah

Beitrag von postrennmaus 29.01.11 - 11:02 Uhr

Ich kann dich verstehen, dass du ein ungutes Gefühl bei der Sache hast. Die Eingewöhnung finde ich persönlich auch zu hart. Meine Tochter ging mit 10 Monaten in die Krippe und kurz vor ihrem 2. Geburtstag wechselte sie in einen richtigen Kindergarten in eine Familiengruppe (2-6 Jahre). In beiden Einrichtungen gibt es keine feste Zeit für die Eingewöhnung, das Tempo bestimmt das Kind. Und laut Erzählungen war da von 3 Tage bis 1,5 Jahre alles dabei für die Eingewöhnung!! Wir haben jedesmal ca. 2 Wochen gebraucht. Das lief in der Krippe so ab:

Woche 1: 3 Tage für je 2 Stunden MIT Eltern. Ab dem 4. Tag sollten wir für eine Zeit aus dem Raum gehen, aber in Rufnähe bleiben (das hat prima geklappt)

Woche 2: 2 Tage vormittags alleine (abholen zum Mittagessen). Am 3. Tag erster Mittagschlaf (hat nur auf dem Arm der Erzieherin geklappt und auch nur für 30 Minuten) . Am 4.Tag mit Mittagschlaf: klappte mit Einschlafen auf dem Arm und ab dem 5. Tag mit Mittagschlaf: klappte alleine im Bett.

Nach 2 Wochen war unsre Maus Vollzeit da, inkl Mittagschlaf.

Beim Wechsel in den großen Kindergarten lief es ähnlich ab. Anfangs mit Eltern, und dann mal ne viertel h raus (die haben im Flur extra ein Sofa mit Elternzeitschriften für diese Wartezeit), dann wir die Zeit Schritt für Schritt verlängert. So hat das Kind Zeit sich von den Eltern zu lösen und gleichzeitig Beziehung zu den Erziehern und den neuen Kindern aufzubauen, und zwar in dem Tempo des Kindes. Bei uns hat es auch hier 2 Wochen gedauert, dass wir sie Vollzeit alleine da lassen konnten.

Sie geht jeden Tag super gerne hin. Ich muss sie auch manchmal richtig auffordern, mir noch Tschüß zu sagen, weil sie so schnell in den Gruppenraum rennt und sich manchmal nicht mal mehr umdreht.

Ich denke es ist wichtig, dass man die Trennung von den Eltern ganz langsam und behutsam macht, denn wenn das Kind sich anfangs schon alleingelassen fühlt und keine Bezugsperson hat, ist doch klar dass es Ängste entwickelt. Und diese Angst wieder zu nehmen, stell ich mir sehr sehr schwer vor. Die Holzhammermethode a la "das Kind muss halt lernen auch ohne Mama zu sein" finde ich völlig daneben! Schade, dass es tatsächlich einige Erzieher gibt, die diese Methode anwenden. So ein Kindergarten ständ für uns nicht zur Diskussion.

Ich hoffe, dass sich die Erzieher darauf einlassen, die Trennung ein wenig schonender zu vollziehen. Sonst wird es glaub ich nicht so einfach mit der Eingewöhnung. Ich drücke euch die Daumen, dass es bald klappt!!


Lg postrennmaus mit Lotte 26 Monate

Beitrag von sandra091285 29.01.11 - 13:05 Uhr

Hallo und erstmal #liebdrueck...

Ich kann dich gut verstehen, wie du dich gefühlt hast, als dein Kind so bitterlich geweint hat. Mir hat es auch das Herz zerrissen...

Meine Tochter kam mit 17 Monaten in die Krippe. Die Eingewöhnung war für 4 Wochen geplant.

Woche 1:

Mittwoch bis Freitag, je 1,5 h MIT Elternteil

Woche 2:

Montag, 1,5 h MIT Mama

Dienstag, die letzten 20 min ohne Mama, oh man, sie hat sooo bitterlich geweint, ich dachte, ich sterbe. Ich war in Hörweite, aber nicht im Sichtbereich. Es war hart für mich, nicht hinzugehen.

Mittwoch, 30 min ohne Mama, sie hat sich nach 5-10 min beruhigt, aber als ich wiederkam hat sie endlos geweint.

Donnerstag und Freitag: 3 Stunden von 8:30 bis 11:30, 1 Stunde ohne Mama, klappte recht gut, aber beim Abholen wieder dicke Tränen.

In der 3. Woche blieb sie Mo und Dienstag vom Frühstuck bis nach dem Mittagessen alleine. Wieder beim Gehen und Kommen geweint.

Ab Mittwoch ist sie inkl. Mittagschlaf geblieben. Sie weinte nur noch kurz beim abgeben (ich hab gelauscht, sie hat nach 2 min schon gespielt und erzählt). Das schlafen hat gleich problemlos geklappt.

Beim Abholen hat sie dann nicht mehr geweint, sondern sich gefreut. Der Knoten schien da geplatzt zu sein. Sie wusste, wir holen sie immer wieder ab.
Damit war die Eingewöhnung abgeschlossen. Eine Woche früher, obwohl es sich bei den 1. 20 min eher nach Verlängerung anfühlte....

Sie geht seitdem super gerne, klar hat sie manchmal morgens keine Lust und weint kurz, aber alles nicht schlimm.

Mittlerweile will sie nachmittags gar nicht nach Hause, sondern noch spielen...#verliebt

Beitrag von munirah 29.01.11 - 13:06 Uhr

das kommt mir sehr bekannt vor...

Beim ersten Kind haben wir es so in der Eingewöhnungszeit gemacht, dass ich kurz dageblieben bin (lange ging nicht, weil ich noch ein Kleinkind hatte, das ja auch betreut werden wollte) und dann einkaufen gegangen bin. Nach einer Stunde etwa habe ich ihn wieder abgeholt oder nur nachgesehen, ob es ihm gut geht. So wurden die Zeiten langsam länger, bis wir auf 3 Stunden kamen.

Beim zweiten haben wir es ähnlich gemacht, aber da lief die Eingewöhnung schneller, weil er ja schon täglich dagewesen war und außerdem einen großen Bruder in der Gruppe hatte.

Aber angerufen hat mich in der Zeit NIE jemand, wenn mein Kind am Weinen war. Da ich sowieso zu Hause bleiben musste (kleine Geschwister), habe ich die Kinder auch mal zu Hause behalten. Das Drama war dann aber groß, wenn ich sie abgeben musste, weil ich nicht mit 2-3 Kindern zum Frauenarzt wollte...