Familie der Täter

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Beitrag von nadineriemer 29.01.11 - 10:51 Uhr

Hallo,
es geht ja viel darum ob die Frau des Täters etwas mitbekommen haben muß.
Wir sind leider auch so eine Familie.Der Onkel meiner beiden Jungs,also der Bruder vom Vater meiner Kinder hat 4 Menschen erschlagen.Und nein wir haben alle nichts gemerkt,er hatte sich überhaupt nicht verändert.Als er verhaftet wurde,waren wir nur noch geschockt und konnten gar nicht glauben was da passiert sein soll.Er ist verurteilt zu Lebenlanger Haft mit Sicherrungsverwahrung.Wir als Angehörige der Täter Familie haben ein Spießruten lauf mit gemacht.Wir sind auf der Straße angegangen wurden,meine Kinder wurden als Mörderfamilie beschimpft,durften mit niemandem spielen und vieles mehr.Es ist ganz schlimm was passiert ist und wir alle wünschten das es nie passiert wäre,aber wir selber können doch nichts dafür.Wir standen genauso unter Schock und waren fassungslos.Und nein mann merkt es solchen Menschen nicht an.

Nadine

Beitrag von kueckchen 29.01.11 - 10:58 Uhr

Hallo Nadine

Ich kann mir nur schwer vorstellen wie es euch ergangen sein muss und es tut mir ehrlich Leid für euch und vorallem für eure Kinder!

Es geht der TE ja nicht darum zu behaupten dass die frau das hätte merken müssen , aber man fragt sich ja schon doch ob es ihr da nicht aufgefallen ist...wer weiss , vieleicht IST es ihr ja aufgefallen und hatte nur Angst? das werden wir ja nie Erfahren , vieleicht ist es auch von "mörder zu mörder" unterschiedlich , die einen Verändern sich , die anderen können nicht mehr ruhig leben so schlecht geht es ihnen!


Wer weiss das schon...

Drück dich mal

lieben gruß
kueckchen

Beitrag von nadineriemer 29.01.11 - 11:10 Uhr

Hallo,
die Frage ob man etwas bemerkt haben muß kann ich gut verstehen.Wir haben uns das auch selber gefragt ob wir es hätten bemerken müssen.Wir haben sehr an die Familien gedacht und haben Kontackt mit den betroffenen Familien aufgenommen.Wir waren genauso hilflos und wollten ihnen nur mitteilen wie sehr uns das leid tut.Es ist für beide Seiten ganz schlimm,für die Opferfamilien weil sie Angehörige verloren haben und für uns als Täterfamilien,weil wir in der Öffentlichkeit sofort an den Pranger gestellt werden und sich auch gefragt wird was für Menschen wir eigentlich sind.Der Onkel meiner Kinder hatte sich überhaupt nicht verändert,hatte selber Kinder im alter von 3 und 4 Jahren.Seine Frau ist daran zerbrochen,die Kinder leben jetzt in Pflegefamilien,da die Mama der Kinder daran richtig zerbrochen ist.Ich habe mir Psychologische Hilfe geholt weil ich nach den Taten nur nur gebrochen habe,so schlecht war mir von all dem was da raus kam.Es ging mir ganz schlecht und die Fassungslosigkeit war kaum zu ertragen.Schlimm für mich war das wir in der Öffentlichkeit so angegangen wurden und meine Kinder durch die Hölle danach gegangen sind.Auch meine beiden Jungs sind ganz eng vom Jugendamt und Kinderschutzbund begleiten worden,da sie sehr gelitten haben.Heute hat sich das wieder etwas beruhigt und die Kinder haben mitlerweile auch Freunde,viele haben sich entschuldigt aber im Gespräch werden wir wohl immer sein.

Nadine

Beitrag von fiori_ 29.01.11 - 11:23 Uhr

Hallo,

das tut mir sehr leid für Euch und ich glaube wirklich das die Täter in den meisten Fällen so weiter leben, als wäre nie was passiert.

Ich finde es erbärmlich wenn andere Menschen dann so hirnlos auf die Familie des Täters reagieren. Gerade die Kinder haben es schon schwer genug das der Vater oder Mutter ein Mörder ist und dann werden Sie noch beschimpft.



Aber mal was anderes, zum falle Mirko.

Ich habe gar nicht gewusst das die Eltern Ihn erst einen Tag später als vermisst gemeldet haben. Ich frage mich wirklich im traurigen Sinne, wie Eltern nicht merken können das Ihr 10jähriges Kind am Abend nicht Heim gekommen ist. Und überhaupt warum um Gottes Willen ein 10jähriges Kind, 22 Uhr noch so weit weg vom Elternhaus ist. Schließlich war der nach Hause Weg 4 km weit.
Aber wer weiß, wenn dieser Mann eh eine tickende Zeitbombe gewesen ist, hätte es sicher ein anderes Kind getroffen...irgendwann.

Ich hoffe für beide Familien das Sie das ganze irgendwann halbwegs verarbeiten können.

lg

Beitrag von sanny72 29.01.11 - 17:48 Uhr

"Ich habe gar nicht gewusst das die Eltern Ihn erst einen Tag später als vermisst gemeldet haben. Ich frage mich wirklich im traurigen Sinne, wie Eltern nicht merken können das Ihr 10jähriges Kind am Abend nicht Heim gekommen ist. Und überhaupt warum um Gottes Willen ein 10jähriges Kind, 22 Uhr noch so weit weg vom Elternhaus ist. Schließlich war der nach Hause Weg 4 km weit. "

Seh ich ja genauso ! Auch wenn hier viele schreiben das sowas in ländlichen Gegenden völlig normal wäre und o.K. wäre#augen Wir wohnen auch in einem 560-Seelen Dorf und die nächsten Orte sind 4-5 Km entfernt,aber ich kutsche meinen 11 jährigen Sohn lieber mit dem Auto wo hin als das ich ihn soweit und so spät alleine mit dem Fahrrad fahren lassen würde !

LG Sanny

Beitrag von betty38 29.01.11 - 11:27 Uhr

hallo Nadine,

es ist schlimm, wie andere Menschen nun auf die Familie der Täter reagieren. Das tut mir sehr leid für sie (u. auch für dich und deine Familie).

Ich würde nicht so reagieren. Sage ich jetzt. Aber man weiß nie, wie man durch andere (Vorbilder) angestachelt werden kann. Deshalb möchte ich mich gar nicht heilig sprechen und kann dies nur aus der Ferne beurteilen...

lg und alles Gute
betty

Beitrag von scrollan01 29.01.11 - 12:57 Uhr

Gestern im WDR lief eine Sendung darüber (Fall Mirko) und da wurde auch erklärt, dass ein Täter quasi 2 verschiedene Persönlichkeiten schafft - quasi Schizophren "wird" um nicht aufzufallen.

Er ist tatsächlich in der Lage sich emotional von dem geschehen abzuspalten und daheim ganz normal weiter zu leben!

DAS ist meiner Meinung nach das Schlimme daran!

Beitrag von nadineriemer 29.01.11 - 12:59 Uhr

Hallo,
ja genau das ist was mich damals mehr als geschockt hat überhaupt nicht zu merken das etwas nicht stimmt.

Nadine

Beitrag von pcp 29.01.11 - 13:14 Uhr

Hallo Nadine,

es übersteigt eben die menschliche Vorstellungskraft daß ein Mensch der zu so einer Tat fähig ist, ein ganz normales Leben führt.

Daß so ein "Monster" unbemerkt mitten unter uns leben kann, das will man nicht wahrhaben.

Dir alles Gute,
lg
P.

Beitrag von pupsy 29.01.11 - 14:28 Uhr

Hallo,

keiner kann sich da rein versetzen, die es selbst am eigenen leib gespürt hat.

Aber bei uns gehen alle auch auf die Barikaden, weil wir hier diese "Schwerverbrecher" alle bei uns auffangen. (Oberhausen, NRW)

Ich hoffe das sie schnell irgendwoanders einen geeigneten Knast bauen, damit wir dann wieder aufatmen können.

Lg

Beitrag von meto 29.01.11 - 15:14 Uhr

Hallo,


in meiner alten Heimatstadt gab es ein Frauenserienmörder, der verheiratet war und die Stripperinnen eines Striplokals nachts nach der Arbeit heimgefahren hat. Nachdem er die abgesetzt hat, hat er die Morde begangen und alle hatten Vertrauen zu ihm.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/a-411030.html
Ich bin mir heute immernoch sicher, dass er die Altenpflegerin nicht umgebracht hat, sondern der Täter in der Familie zu suchen ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Pommerenke
Der wohnte und arbeitete zeitweise in der Gegend und hat direkt dort lange keine Taten begangen. Er arbeitete im Restaurant und fuhr die Kolleginnen wegen dem Gewalttäter nach Hause. Er hat eine junge Kollegin dann mal wo überfallen und sie hatte dann erst gemerkt, dass er es war.

Ich war mit einem zusammen und hatte erfahren, dass er ein Jahr zuvor eine vergewaltigt hat und das hätte ich ihm auch nicht zugetraut.

Schade, dass Familien immer wieder zu Mittätern gemacht werden. Es gibt verschiedene Täter und manche verhalten sich danach so ruhig und gelassen, dass man niemals auf sowas kommen würde. Wer kommt denn dann auch so einfach drauf, dass die Person, die mit meinen Kindern so toll spielt Morde begeht?


LG Mella

Beitrag von ajl138 29.01.11 - 17:17 Uhr

Hallo,
es tut mir leid,was euch passiert ist.
Und wirklich in die Situation reinversetzen kann ich auch nur ansatzweise.
Doch ich hoffe das dein Nick nicht dein richtiger Name ist,denn das wäre in dieser Zusammenstellung vielleicht sogar sehr schlecht.
LG

Beitrag von juki 30.01.11 - 11:08 Uhr

Hallo,

es tut mir leid wie ihr behandelt wurdet :-(

Mir fällt dazu nur ein, würde man so etwas bemerken und die Menschen sich nach der Tat "verändern"nwürde es nicht so viele Wiederholungstäter geben....bzw. würden nach einem solchen Verbrechen die Täter schnell gefasst werden...!!

LG