Umgang mit Vater fordern?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von serya 29.01.11 - 13:56 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist vier Jahre alt und seit September/Oktober ist wieder Kontakt mit ihrem Vater. Zwar nicht regelmäßig, aber immerhin hat er sie 4-5 Mal abgeholt und sie für ein paar Stunden mit zu sich genommen.

Sie hat sich dann schon immer gefreut als er da war, doch oft auch gesagt, sie will nicht zum Papa, der hat eine alte Wohnung, in der es stinkt, da gefällt es ihr nicht.
Hab dann immer wieder gesagt, es ist doch schön, wenn sie Zeit mit dem Papa verbringt, und dass er sich auch ganz lieb hat. Darauf kam dann manchmal die Aussage: "Ich ihn aber nicht."

Er hat auch immer wieder anklingeln lassen und wir haben zurückgerufen (Festnetz-Flatrate), doch die Telefonate sind jetzt auch nicht so toll. Sie telefoniert nicht so gerne, macht ständig was anderes nebenher und er kann/will auch gar nicht richtig auf sie eingehen.

Das letzte Mal als sie bei ihm war, war sie sehr traurig. Der Papa hat nichts von den Sachen angesehen die sie vorher voll Freude zusammengepackt hatte (2 Hefte, ein Würfelspiel) und sie hat dann auch geweint, da irgendwas im Fernseher lief wo "ein gelber Affe im Wald aufgeschnitten wurde"

Ich habe ihr dann gesagt, dass ich mit Papa darüber rede, habe ich auch gleich gemacht und ihm erklärt, dass er besser auf sie eingehen soll, ihre Sachen, die sie mitbringt auch ansehen soll, z.B. mit ihr Tiere angucken gehen soll,.....

Vorhin hat es wieder ein Telefonat gegeben, sie hat ihm gesagt, dass sie nicht zu ihm gehen will, ich hab zu ihr gemeint, dass es doch schön wäre den Papa zu sehen .....
Dann sagte er er bringt sie dann morgen ( meinte holen, ist kein deutscher ) , sie wieder nein, er dann doch ich bring dich dann morgen um - da hatte er sich bei ersten mal glaub wirklich versprochen -, da dass aber ja so wahnsinnig lustig ist hat er dann nochmals gesagt, ich bring dich dann morgen um ......
ich dann zu ihm: "Ich will nicht, dass du so ein Scheiß zu meiner Tochter sagst!!!" (ok, Scheiß ist jetzt auch keine gute Wortwahl von mir gewesen, ich weiß)

Das Ende vom Lied, er sagte, dass er sich ja nur versprochen hatte, ich nochmals: So ein Scheiß braucht er nicht zu meinem Kind sagen und dann hat er aufgelegt.

Zu meiner Tochter hab ich gesagt, sie soll mir sagen, wenn sie wieder beim Papa anrufen will, ich werde sie nicht mehr ständig danach fragen, sie soll es einfach sagen und dann rufen wir ihn an.

Ich hab jetzt echt immer wieder versucht den Kontakt zu fördern, aber der Mann kann und vor allem will ja gar nicht richtig auf sein Kind eingehen.

Was würdet ihr machen?

Ich denke es ist am Besten ich lass das nun alles auf sich beruhen, er hat ja sowieso aufgelegt und macht jetzt sicher auf beleidigt - er hat sich ja nur versprochen und ich hab ihm ja nicht zu sagen, dass er nicht so einen scheiß sagen darf....

Meine Tochter sagt ja eh sie will ihn nicht sehen.

Irgendwie bin ich die einzigste die den Kontakt will, da ich denke, dass es für ein Kind ja wichtig ist den Vater zu kennen.
Sie kennt ihn ja, irgendwie muss das halt reichen.

Denke er meldet sich sowieso nicht.

Sorry für den langen Text, würde mich freuen wenn ich ein paar Meinungen von euch bekommen würde.

Liebe Grüße

Serya

Beitrag von winnie_windelchen 29.01.11 - 18:41 Uhr

Hi

Ganz kurz-> auf zum Jugendamt und um Vermittlung zwischen Vater und Mutter bitten, das ein geregelter Kontakt hergestellt wird.

Dort dann alles erzählen, eben wie deine kleine reagiert, das sie eigentlich nicht möchte, seine Wohnungsverhälltnisse ect.

Und das mit dem Anrufen -> wenn deine Maus möchte, ruft ihn an. Wenn nicht lasst es und ich würde sie auch nicht mehr daran erinnern, vieleicht maximal den Hinweis geben "wollen wir nicht mal wieder Papa anrufen?", mehr aber auch nicht. Er kann sich doch auch melden oder nicht? Wenn nicht, sein Problem.

Bei uns lief und leider läuft es momentan auch nur sporadisch.

Ich habe auch immer alles mit uns machen lassen, immer über dies und jenes hinweg gesehen. Nach fast 3 Jahren des hin und hers habe ich mich beim JA gemeldet. Folglich wurden ich und der KV meiner Maus zu einem Gespräch eingeladen, gemeinsam.

Es wurde ein geregelter Termin vereinbart. Wie schon geschrieben, momentan verfällt ihr KV wieder ins Teenyalter.

Sehen darf er sein Kind aber nur noch an dem besagten Termin 1x im Monat (hat er so vorgeschlagen, ich wollte nur das es endlich geregelt ist) also in Ordnung.

Ein verschieben oder es kam was dazwischen oder was weiß ich gibt es bei uns nicht mehr, ansonsten muss er weitere 4 Wochen warten!

Lieben Gruß

PS.: Ansonsten find ich dein Verhalten gegenüber deiner kleinen richtig gut, eben das du wirklich versuchst ihr ihren Vater, ich nenne es mal "schmackhaft" zu machen, sie darauf hinweist das er sich freut usw. aber sie merkt sicherlich mittlerweile auch, das er ihr anscheinend nicht das Interesse entgegenbringt was ihr gut tun würde. Mit 4 Jahren haben die Zwerge schon weitaus mehr auf dem Kasten ;-) als manch einer denkt.

Beitrag von serya 29.01.11 - 19:01 Uhr

Hallo Winnie,

vielen Dank für deine Antwort.

Das mit dem Jugendamt hab ich ihm schon ein paar Mal angeboten, hab ihn gefragt ob wir nicht zu einem Mediator gehen wollen. Seine Antwort darauf war dann auch ganz toll:
Zu solchen Leuten braucht er nicht zu gehen, die sind alle krank, wenn dann kann höchstens er ihnen helfen und die f.... ja auch alle Kinder ....

Ich werd jetzt einfach nichts mehr machen.

Der Witz an der Sache ist ja noch der, dass er mir Anfang Juli einen Brief von einem Anwalt zukommen ließ, von wegen er will von Freitag bis Montag morgen die Kleine haben......

Ich hatte mir dann auch einen genommen, wollte es auch beim Gericht mal festlegen lassen von wegen Regelmäßigkeit, usw.

Da es dann aber doch erstmal Telefonate gab und er sie dann ja auch mal geholt hat und dann viel arbeiten musste am Wochenende gab es da dann doch keinen Gerichtstermin, hatte ja den Irrglauben, dass es auch so klappt.

Ach, alles Mist.

Zum Glück hat meine Kleine ihren Opa, da hat sie ne verlässliche männliche Bezugsperson, bei der sie weiß woran sie ist.

Das mit dem einem festen Termin bei euch gefällt mir auf jeden Fall.

Mit den paar Treffen die es bei uns gab waren es immer ganz kurzfristige Vereinbarungen ( ok, er hatte oder hat da auch gerade ne Arbeitsstelle bei der die ihn immer auf Abruf gehalten haben und er viel am we gearbeitet hat)

Jetzt wart ich mal ab ob er sich meldet, ich werds nur machen wenn sie auf die Idee kommt.

Liebe Grüße

Beitrag von winnie_windelchen 29.01.11 - 19:40 Uhr

Vielen sagen auch immer "hauptsache Kontakt besteht überhaupt". Ich sehe das nicht ganz so, da es auch kinder gibt die an ihren Vätern hängen und diese könnten später dann negative Folgen davon tragen.

Da deine Maus ansich ja nicht mal mehr unbedingt möchte, würde ich vieleicht auch einfach nur abwarten aber wenn es dir zu viel wird, wende dich ans Jugendamt. Natürlich muss er sich, wie auch übers Gericht, nicht an das abgemachte halten aber dann musst du oder besser gesagt deine kleine auch nicht mehr so springen wie er es möchte. Soll heißen, wenn er sich dann irgendwann mal zuckt und sein Kind haben möchte, deine kleine jedoch will nicht, dann würde ich ihm das auch haargenau so aufs Butterbrot schmieren und dann hat er Pech, wär aber besser wenn da bereits das JA von eurer Situation weiß.

Job hin oder her, Lini ihr Dad arbeitet in der Gastro, aber wir werden auch nicht gefragt wie es uns geht, ob wir jetzt gerade Lust und Zeit haben oä. Beide Parteien, wie sicherlich bei euch auch, haben sich für das Kind entschieden also können auch die Väter einen zumindest kleinen Teil ihrer Verantwortung gegenüber dem Kind tragen, so seh ich das.

Und wenn es aus Jobgründen nicht jedes oder jedes zweite Wochenende geht, einen oder zwei Tage im Monat sollten drin sein, frei haben sie schließlich auch mal. Ich kenne zumindest kaum jemanden, es sei denn sie sind selbst Cheff, die 7 Tage die Woche arbeiten. Und wenn manche einen Job haben wo sie auch mal Abrufbereit sein müssen, so weiß man das vorher zb. aller 4 Wochen bin ich dran oä.

Lg

PS.: Das mit dem Irrglauben kenne ich, man versucht immer das Gute zu sehen, hofft auf positive Änderung, denkt das der KV zur Einsicht gekommen ist aber im grunde läuft dadurch nur Zeit weg und man verliert Nerven, nicht nur die eigenen, auch manche Kinder leiden darunter.