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Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von chili-pepper 29.01.11 - 16:41 Uhr

Gestern Abend rief meine Mama an um mir mitzuteilen, dass meine Oma reanimiert werden musste, auf der Intensiv liegt und verfügt wurde, dass beim nächsten aussetzen der Atmung, nichts mehr gemacht wird.
Inzwischen ist sie von der Intensivstation auf die normale Station gekommen, damit sie ohne Schläuche und Kabel friedlich einschlafen kann
Morgen fliegen meine Eltern nach Deutschland zu ihr.

Kaum hatten wir das Gespräch beendet, ruft 2-3 Minuten später die Mama meines Mannes an.
Der Opa ist heute morgen gestorben.
Der Opa war bereits 97 Jahre alt, saß im Rollstuhl und hat kaum mehr etwas gegessen.
Letzte Nacht wachte er plötzlich auf, ging auf die Toilette und hatte Hunger.
Was er denn essen möchte, wurde er gefragt.
Er wünschte sich eine große Schüssel Pudding.
Er bekam sie, aß die Schüssel leer und legte sich dann hin, um einzuschlafen.....
Ich finde das irgendwie....toll.

Kann das jemand verstehen?
Er hat sich noch einen letzten, genussvollen Wunsch erfüllt als er wohl spürte, dass er gehen muss.
Mir gefällt dieser Gedanke.

#kerze



Beitrag von pink-pearl 29.01.11 - 16:57 Uhr

Mein Oma hat nach 10 Jahren ihr Geschenk zum handgeschrieben Anhänger meines Opas noch nicht.... (starb unerwartet am 23.12.00)

Menschen wissen wenn sie gehen müssen.

Einfach nur schön zu lesen dass sein letzter Wunsch so leicht zu erfüllen war.


Eine #kerze#kerze#kerze#kerze#kerze#kerze#kerze für die zufriedenen.

Alles Gute

Beitrag von chili-pepper 29.01.11 - 17:36 Uhr

hallo pink-pearl,

ich verstehe den ersten absatz leider nicht.
würde ich aber gerne. :o)
sie hat nach 10 jahren den handgeschriebenen anhänger deines opas noch nicht...?

erkläre es mir doch bitte.

grüße

Beitrag von sillysilly 30.01.11 - 13:30 Uhr

Hallo
verstehe es auch nicht ....

grüße Silly

Beitrag von pink-pearl 30.01.11 - 17:08 Uhr

Hallo,

sorry mich so unverständlich ausgedrückt zu haben.

Mein Opa hat jedes Jahr die Geschenke eingepackt und mit Anhängern/Karten beschriftet bzw geschrieben.

Alle Geschenke waren eingepackt und alle Anhänger fertig vorbereitet.

Obwohl von schenken nicht die Rede war, hat mein Opa einen Anhänger für ihres gefertigt... das Geschenk wurde nie gefunden (hätte wahrscheinlich irgendwo abgeholt werden müssen..).

Es ging zu schnell trotz (scheinbar) einer Vorahnung.

Beitrag von nicky131974 29.01.11 - 20:22 Uhr

#kerze

Das ist sehr schön für deinen Opa, das er so gehen durfte.

Auch wenn es für die Familie nie leicht ist. Egal wie alt jemand ist.

Aber es hilft ungemein, wenn jemand so gehen durfte.


Alles Gute Nicole

Beitrag von karmen2999 29.01.11 - 21:43 Uhr

finde ich auch toll.

Mein Opa war sehr alt, er war ein Kriegsopfer und hatte sein ganzes Leben damit zu kämpfen.

Irgendwann baute er immer mehr ab, war im KH, wollte aber unbedingt nachhause. 2 Wochen nachdem er wieder zu hause war, wusste Omi und auch Opi, dass er in dieser Nacht gehen wird. Sie haben sich ins Bett gelegt, genauso wie die Jahre zuvor, lagen Händchenhaltend im Bett und irgendwann merkte Oma, dass Opa gegangen ist. Sie hat aber keinen Rettungsdienst gerufen, sondern lag bis zum morgen mit ihm im Bett, hat ihn gestreichelt und sich verabschiedet.

Morgens rief sie dann den Hausarzt und alles ging seinen Gang.

Oma wollte nicht, dass unnötige Wiederbelebungsversuche gemacht werden, weil es einfach Zeit für Opi war zu gehen... Ich bewundere das, und wünsche mir, dass auch ich irgendwann in den Tod begleitet werde

Beitrag von pechawa 29.01.11 - 22:28 Uhr

Hallo,

erst mal mein Beileid!
Ich finde es klasse, dass dem Opa dieser Wunsch erfüllt wurde! Er hatte einen würdevollen Tod, aber du schreibst "Der Opa war bereits 97 Jahre alt, saß im Rollstuhl und hat kaum mehr etwas gegessen" - er hatte also auch vorher sein "Päckchen" zu tragen! Aber trotzdem kann ich dich verstehen, denn der Opa war bis zum Schluss im Kreise seiner Familie und durfte noch einmal "genießen",

LG Pechawa

Beitrag von njkroete 30.01.11 - 11:54 Uhr

Hallo!
Oh ja, das kann ich echt gut verstehen! Die Oma meines Schwagers war eine ganz tolle Frau und bei ihr war es so, als sie gestorben ist:
Sie war blind geworden und geistig auch nicht mehr wirklich da und deswegen im Pflegeheim. Für sie war es immer ganz toll, in der Sonne zu sitzen und die Wärme auf ihrer Haut zu spüren, das hat sie immer sehr genossen, schon früher und das war etwas, was ihr geblieben war, obwohl sie nichts mehr sehen konnte. An diesem Tag wollte sie sich nach dem Frühstück gerne auf den Balkon in die Sonne setzen, was ihr auch ermöglicht wurde und die Schwester dort fragte noch, ob sie noch etwas braucht. Sie sagte: "Nein, ich habe keine Wünsche mehr", die Schwester ging und als sie wiederkam, war sie friedlich eingeschlafen in ihrem Stuhl in der Sonne. Ich fand das so "würdevoll"- ein anderes Wort paßt da irgendwie nicht! Ich hatte Gänsehaut, als ich das erzählt bekam...

LG

Beitrag von sillysilly 30.01.11 - 13:28 Uhr

Hallo

meine Mama starb im Dezember 2010 - war langechronisch krank - Dauersauerstoffpflichtig, aber gerade nichts akutes wie eine Lungenentzündung oder so.
War immer mehr auf Hilfe angewiesen, wohnte im Pflegeheim, und das machte ihr große Angst

Am Abend davor hatte sie es das erste Mal nicht mehr ohne Hilfe aus dem Bett auf den Nachtstuhl geschafft.

Morgens um 6.00 bat sie das Pflegepersonal um eine Zigarette. Diese rauchte sie ratschend in Gesellschaft des Pflegers,....
legte sich nach hinten
... und starb.


Für sie freut es mich, daß sie so gut den Absprung geschafft hat - das hatte sie sich schon sooooo lange gewünscht.

Für mich ist es noch ein großer Schock sie so plötzlich verloren zu haben....
ohne Abschied....

Grüße Silly

Beitrag von marion0689 30.01.11 - 14:54 Uhr

Hallo!!

Erstmal mein Beleid!!

Zum anderen:

Es soll wohl oft so ein, dass es den Menschen kurz vor ihrem Tod nochmals besser geht.

Meine Oma lag die letzten 2 Wochen im Krankenhaus. Sie war kaum mehr ansprechbar. Hat fast nichts mehr gegessen.
Am 9.6.2003 waren wir bei ihr im KH ( ihre Schwester war mit uns mit ).
Es ging meiner Oma erstaunlich gut.
Sie hat meiner Mama etwas ins Ohr flüstern können und auch ihre Lieblingssuppe gegessen.
Meine Mama meinte damals noch: Es geht ihr besser, vllt gehts ja wieder etwas bergauf.
Ihre Schwester und mein Oma selbst wussten, dass das Ende nah ist. Und so wars auch. In der Nacht zum 10.6 schlief sie friedlich ein.

LG