Mein Mann nervt mich

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Genervte 29.01.11 - 20:29 Uhr

Hallo.

inzwischen bin ich von meinem Mann (9Jahre verheiratet, zwei kleine Kinder) so genervt, dass ich es ihm auch sage.
Er nervt mich schon, wenn ich ihn sehe.

Ich kann gar nicht genau sagen, was eigentlich, aber ich versuchs mal:
dass er ständig gestresst ist und an uns aus lässt,
dass er meint, alles besser zu machen und mir dauernd sagt, wie ich was zu tun habe
dass ich ihm nichts recht machen kann
dass er mir den ganzen Tag sagt, was ich mal im Haushalt machen müsste (bei uns ist es wirklich sauber, von daher übertreibt er maßlos)- aber man kann ja immer noch was tun
wenn ich mal was entspanntes tun will (kaffee trinken, Buch anschauen mit den Kindern, irgendwas in seinen Augen eben "unnötiges") er mir Aufgaben gibt: "Kannst du mal schnell"..."wir müssen noch unbedingt"
er über JEDEN Centbetrag, den ich ausgebe eine riesen Diskussion startet
er über alles und jedes diskutieren muss
er sich in Gegenwart anderer lustig über mich macht
er keinen Sex oder Nähe möchte- ich habe immer das Gefühl, eher eine Haushälterin, Putze und Kinderbetreuung


Ja, er macht vieles gut. Er hilft auch im Haushalt, geht Arbeiten. Er ist kein Pascha, ernährt sich gesund, macht Sport. Versucht mir Sachen abzunehmen, liebt seine Kinder und angeblich auch mich (sagt er immer, ich fühl das aber nicht). Lässt mich am WE auch mal bis 8 schlafen und kümmert sich vorher um die Kinder.

Aber mich nervt seine Art, wie er mich behandelt, wie ein kleines Kind. Ich finde, dass er immer meint, er sei der Mittelpunkt des Universums. Er behandelt mich nicht als Frau (er lässt mich, wenn ich mal Sex will, immer abblitzen,...), kümmert sich nicht darum, dass wir mal was als Paar machen. Wenn ich das mache, passt es ihm auch nicht, denn ich darf ja keine Entscheidungen ohne ihn treffen, da fühlt er sich übergangen.

Nun will er eine Paartherapie (ist aber in einigen Wochen wieder mehrere Monate im Ausland), aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr drauf. Mir ist alles nur noch egal.
Wir haben schon viel miteinander überstanden, aber ich habe das Gefühl, dass es immer nur anstrengend ist. So richtig glücklich und harmonisch sind wir nicht. Er kann sich nicht einfach nur mal hinsetzen und Zeit zusammen haben, er ist immer getrieben und wenn nicht, will er seine Ruhe.

Für die Kinder wünsche ich mir dass wir das schaffen. Die Zeit alleine mit den Kindern liebe ich, die nerven mich nicht, nur wenn er dabei ist.

Wenn ich versuche netter zu sein, schaffe ich das nicht. Ich zicke ihn nur noch an. Wie schafft ihr es Euch zu ändern?

Tut mir leid, dass es so lang wurde,

aber ich brauche Hilfe!
Danke!

Beitrag von claerchen81 29.01.11 - 20:33 Uhr

Hi,

ich sehe keinen mir logischen Grund GEGEN eine Paartherapie. Nur dort habt ihr die Chance zu ergründen, ob es noch eine Zukunft für euch gibt. Wage es einfach, du willst es doch angeblich für die Kinder.

Gruß, C.

Beitrag von alpenbaby711 29.01.11 - 21:07 Uhr

Fühlst du eigentlich noch was für deinen Mann?
Das ist die wichtigste Frage finde ich. Denn das ihr nie ne harmonische Beziehund hattet wäre ja doch ein Grund für ne Ehetherapie da kommt man möglicherweise einigen Sachen auf die Schliche, sonst könnt ihr euch ja noch immer trennen oder?
Ela

Beitrag von Genervte 29.01.11 - 21:23 Uhr

Ja, wenn er nicht da ist, dann freue ich mich ihn wieder zu sehen. Nur wenn er da ist wäre ich am Liebsten immer weg.
Ich fühl mich in seiner Nähe immer so, als mache ich was falsch.

Ich weiss, dass eine Therapie wahrscheinlich das Einzig richtige ist. Aber er sagt so oft Sachen, die er für mich machen will und nichts passiert. Ich habe gesagt, er soll sich mal kümmern, ich komm schon mit. Aber andererseits will ich auch nicht wieder dort der Depp sein, der dann wieder alles falsch macht. Er meint, wenn ich seine "Ratschläge" und Kritik mal annehmen würde, dann wäre ja alles super.

Beitrag von alpenbaby711 30.01.11 - 09:13 Uhr

Na ja wir als außenstehende können schlecht sagen bei wem von euch nun die "schuld" liegt weil keiner dabei ist. Vielleicht hat er ja wirklich REcht bei dir, aber vielleicht sieht er auch nicht das er dich zu sehr unter Druck setzt und der Fehler liegt bei ihm weil er dich immer klein macht. Das kann keiner sagen weil dazu muß man mehr drum herum wissen.
Ich denke aber genau das wer Schuld ist und wie man damit umgehen kann was zu ändern kann man vielleicht wirklich nur in einer therapie lernen. Dazu wäre sie ganz gut. Wenn er es wirklich machen will dann wird ers tun. Ich weiß aber auch das ich bei einem Ex-Freund auch immer dachte: Wenn er weg ist ich freu mich wenn er kommt und wenn er da ist wollte ich ihn los haben. Da wußte ich später das war einfach keine echte Liebe. Natürlich liegen dazwischen fast 15 Jahre, bzw17. Das war auch ein anderes Alter. Ich würde ihn aber klar machen das er die Therapie machen muß und es jetzt nicht drum geht das du was machen müßtest dann geht es schon. HIer gehts nämlich nicht alleine um dich sondern auch um ihn. Auch ER MUSS WAS MACHEN!!!! Eine BEziehung ist nämlich nie einseitig sondern betrifft immer beide. Und in der Therapie werdet ihr lernen wie ihr euch mit Sachen auseinandersetzt.
Wenn er natürlich oft Sachen sagt die er machen will aber dann trotzdem nicht tut sehe ich ganz klar auch Schuld bei ihm schließlich wäre es auch seine Aufgabe Versprechen zu halten die er gibt. Dann sollte er sowieso nicht anfangen mit wenn DU TÄTEST und seine Ratschläge annimmst. Besonders verlässlich scheint er ja auch nicht zu sein. Da muß er sich auch mal an die eigne Nase packen.
Ela

Beitrag von keine Angst, Kopf hoch! 29.01.11 - 22:04 Uhr

Mache ruhig eine Paartherapie mit ihm. Ich kann mir gut vorstellen, dass er dabei, böse gesagt, auf die Schnauze fällt.
So wie du ihn schilderst, erhofft er sich eine Stärkung seiner Position. In einer Paartherapie wird ihm der Zahn gezogen werden, dass er der Mittelpunkt des Universums ist.

"Wie schafft ihr es Euch zu ändern?" Warum willst du dich ändern? Du verhältst dich so, weil du sehr unzufrieden bist, also füge dich nicht rein. Wenn dein Mann dir zurzeit unerträglich ist, wäre eine Paartherapie die beste Plattform, um das aufzuarbeiten.
Wenn die Stimmung wieder besser ist, du dich nicht länger als Haushälterin fühlst, wirst du automatisch wieder freundlicher sein können.

Mach alles, nur nicht so weiter wie bisher.
Spielt dein Mann sich im Freundeskreis auch so auf?

Beitrag von kanische 29.01.11 - 23:29 Uhr

Geh zur Therapie und sag das alles nochmal! er wird sich noch wundern was dann abgeht! Wenn es scheitert, kann er wenigstens nicht behaupten, dass du es nicht versucht hast! Dann kannst du dich immer noch trennen!

LG

Beitrag von hinterwaeldlerin09 29.01.11 - 23:41 Uhr

Also, ich sage es dir ganz ehrlich, wenn ich das lese...

Was immer er auch für schlechte Eigenschaften und Eigenarten hat...du sagst ihm, wie genervt du von ihm bist.... du versucht netter zu sein, schaffst es aber nicht, zickst ihn nur noch an...und dann soll er noch Lust auf Sex haben?

Und alles andere liegt sowieso im Argen?

Ihr redet nicht - dir ist sowieso alles egal?

Das mit der Paartherapie ist die letzte Ausfahrt.

Wenn du das nicht annimmst, hab soviel Arsch in der Hose und trenne dich!

Oder wollt ihr diesen jämmerlichen Zustand noch jahrelang euren Kindern vorführen, damit die so lernen, was eine lebendige, liebevolle Beziehung zwischen Erwachsenen ist?

Wie wir Frauen unsere Feigheit, unsere Unentschlossenheit, unseren mangelnden Schneid, das Fehlen von Selbstachtung so gut hinter unserern Kindern verstecken können...traurig.

Dein Mann hat einen Vorschlag gemacht. Du kannst von ihm nicht verlangen, dass er genauso paralysiert dasitzt wie du.

Meine Güte, das liest sich so traurig.

die hinterwäldlerin