Kann er nach über einem Jahr mehr Rechte einfordern?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von klimperklumperelfe 30.01.11 - 13:28 Uhr

Hallo zusammen,

ich schreibe im Namen einer Freundin, deren Problem mich beschäftigt.

Meine Freundin hat eine Tochter (2,5 Jahre) und ist seit über einem Jahr vom Kindsvater getrennt. Sie haben das geteilte Sorgerecht.
Das Kind wohnt bei ihrer Mutter und der Vater holt die Kleine immer donnerstags aus der Kita ab und hat sie alle zwei Wochenenden.

Bisher gab es da nie Probleme. Doch nun beginnt der Vater langsam Stunk zu machen.
Meine Freundin war kurzfristig arbeitslos, sodass das Amt die Unterhaltszahlungen des Vaters prüfen wollte und ihn anschrieb. Bisher zahlte er an die Mutter freiwillig monatlich Unterhalt aber da meinte er in den letzten Wochen immer wieder, dass er nicht zahlen kann. Er lebt mit einer neuen Partnerin in einer ländlichen Gegend in einem Haus und ist selbstständig.
Jedenfalls will er nun selbst den Unterhalt prüfen lassen. Da er aber scheinbar gemerkt hat, dass er so mehr zahlen müsste und vorallem, dass er so all seine Einkünfte offenlegen müsste, will er das nun umgehen und will das Kind nun wirklich zu 50 Prozent. Das heißt er will das Kind plötzlich häufiger sehen, vielleicht um den Unterhalt zu umgehen.

Das er dann aber im Gegenzug mehr Kosten hat, wenn er das Kind häufiger hat, scheint er nicht zu beachten. Die Mutter zahlt alles für das Kind...Kita, Sachen etc.

Nun ist sie natürlich verzweifelt, da sie nicht möchte, dass er ihr das Kind "wegnimmt" bzw. sie aus der Gewohnheit reißt.
Mit ihm ist nicht zu reden. Er scheint eifersüchtig zu sein auf das neue, glücklich Leben meiner Freundin und macht ihr Vorwürfe, sie würde das Kind vernachlässigen für ihren eigenen Spaß. Das stimmt natürlich nicht. Sie tut alles für ihr Kind und das hat es dort sehr gut.

naja, meine eigentliche Frage ist, ob der Kindsvater nach über einem Jahr plötzlich mehr Kontakt zu seinem Kind fordern kann? Und ob meine Freundin das stillschweigend hinnehmen muss?

Ich danke euch!
Jana

Beitrag von hedda.gabler 30.01.11 - 13:51 Uhr

Hallo.

Da die Motivation für ein Wechselmodell ja nur zu offensichtlich ist, wird das sicher nicht so leicht gehen, aber der Kindsvater kann natürlich versuchen, dieses vor Gericht durchzusetzen (allerdings wird es für ihn schwer werden, plötzlich nach einem Jahr überzeugende Argumente darzulegen).

Erst einmal sollte Deine Freundin durch einen Anwalt, den Unterhalt überprüfen, festsetzen und titulieren lassen (damit mal der Druck über das Geld aufhört und er nicht ständig mit "er könne nicht" kommen kann) ...

... und was das Wechselmodell anbelangt, erst dann aktiv werden, wenn er vor Gericht gehen. Bis dahin würde ich diese Spinnereien schlicht überhören.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von klimperklumperelfe 30.01.11 - 14:06 Uhr

Danke!

Naja, überhören ist natürlich so eine Sache, wenn der Typ nach über einem Jahr kommt und meint, das Kind sei ja soooo aufgedreht und unerzogen, was natürlich nur am Lebenswandel der Mutter liegen kann. Wenn mein Ex sowas sagen würde, obwohl er sich sonst einen Dreck um die Erziehung kümmert, dann würde ich auch ausrasten.

Beitrag von hedda.gabler 30.01.11 - 14:20 Uhr

Hallo.

Wenn er diese Argumentation anführen würde (Kind aufgedreht, unerzogen, schrecklicher Lebenswandel der Mutter), dann schneidet er sich ins eigene Fleisch ...

... ein verantwortungsvoller Vater würde nämlich dann dafür sorgen, dass er das Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommt und das Kind ganz zu ihm zieht ... und nicht das Wechselmodell wollen, was eh nur geht, wenn sich die Eltern sehr gut verstehen und zusammenarbeiten. Wenn aber ein Vater die Mutter so in die Pfanne zu hauen versucht, kann man nicht davon ausgehen, dass sich die Eltern verstehen und somit wäre das Wechselmodell nicht im Sinne des Kindes. Ich denke, dass das ein Richter ähnlich sehen würde ...

... außerdem bedeutet das Ganze im Übrigen, dass er für ein Verfahren Geld in die Hand nehmen müsste ... und das scheint er ja eher ungern zu tun.

Dein Freundin sollte sich jetzt wegen des Unterhalts einen Anwalt nehmen (wie vorhin geschrieben) ... das zeigt ihrem Ex nämlich auch deutlich, dass sie sich von ihm keine Angst machen lässt.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von klimperklumperelfe 30.01.11 - 14:43 Uhr

Ja, das klingt wirklich plausibel. So hab ich das ja noch gar nicht betrachtet, dass er das Kind ja ganz zu sich nehmen könnte, wenn es ihr ja so schlecht gehen würde bei ihrer Mutter.

Trotzdem finde ich es wirklich immer wieder erschreckend, wie sich Väter (und auch Mütter) irgendwann bekriegen. Aus Hass dem anderen gegenüber. Oder in dem Fall, weil der Vater ein paar Euro sparen würde.
Der Vater meines Kindes hat uns auch verlassen, kümmert sich aber um den Kleinen. Bisher läuft da alles gut. Hoffentlich bleibt das auch so.#schwitz

Beitrag von manavgat 30.01.11 - 15:17 Uhr

Das heißt er will das Kind plötzlich häufiger sehen, vielleicht um den Unterhalt zu umgehen.

Gegensteuern.


Anwältin einschalten, sobald Unterhalt fehlt und immer auf die 12!


Umgang, wie bisher, keinen Meter nach geben. Freundlich und nett argumentieren, dass es eingespielt ist, dem Kind gut tut, wie es ist. Wenn er klagt, dann kostet ihn das Geld. Wird er vermutlich schon deshalb nicht machen.

Ein KV der nur das Kind nehmen will um Kosten zu sparen, ist ein A...l. und kein Gewinn für das Kind.

Gruß

Manavgat