Opi ist gestorben und nun mit Baby zu Beerdigung?!

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von nudelmaus27 30.01.11 - 13:40 Uhr

Hallo Ihr!

Mein Opi (82) ist vor reichl. 2 Wochen gestorben #heul. Nunja er hatte ein erfülltes Leben, ihm ging es echt nicht mehr gut und ich bin froh das er nicht weiter leiden musste.

Das eigentliche Problem, wir haben zwei Kinder (die eine ist im Kiga) und nun müssen wir unser 7 Monate altes Baby mitnehmen. Die Kleine war noch nie woanders und außer unsere Verwandtschaft, die natürlich zur Beerdigung geht, hat die Kleine auch noch nie einer um den "Block" geschoben.

Für uns als Eltern ist mitnehmen kein Thema (sollte sie anfangen zu schreien geht mein Mann halt raus!) aber meine Eltern finden das nicht okay.

Was meint ihr? Irgendeinen Babysitter suchen #zitter#zitter oder mitnehmen?

Danke, Nudelmaus

Beitrag von sillysilly 30.01.11 - 14:00 Uhr

Hallo

warum ist es nicht okay nach Meinung deiner Eltern
weil das Baby die Trauernden stören könnte ?
Finde diese Einstellung immer komisch.

Wir waren mal in einer Kirche
da hat ab und zu ein Baby geweint, gequengelt - die Eltern wurden unruhig - und die Leute nebenan schauten schon genervt.
Das Baby war unruhig, aber brüllte nicht oder störte die Anderen offensichtlich - trotzdem entstand Unruhe im Umkreis der Eltern
Daraufhin standen die Eltern auf und wollten mit dem Kind die Kirche verlassen

Da meinte der Pfarrer in etwa: wenn die Eltern mit dem Kind raus gehen, dann geht er gleich mit.
Wenn kein Platz in der Kirche für Kinder, für das Leben ist - hat er es nicht geschafft die Botschaft Gottes zu vermitteln.
Und siehe da: plötzlich wurden Alle ganz locker und die Eltern konnten mit dem etwas unruhigen Kind bleiben



Meine Mama ist im Dez. 2010 gestorben und meine Kinder 6 und 3,5 Jahre waren bei der Beerdigung dabei.
Meinen Sohn 1,5 haben wir nur nicht mitgenommen, weil der uns den Saal zerlegt hätte. Blumen gesammelt, Kerzen geholt, Stühle gerückt ...... der ist kaum zu bremsen und wenn man ihn einschränken will, dann wird er so richtig sauer ...


grüße Silly

Beitrag von anita2009 30.01.11 - 21:28 Uhr

Wow, wie cool ist das denn !!!!! So nen Pfarrer wünsch ich mir auch für unsere Gemeinde.

Bei uns läuft das etwas anders. z.B. an St.Martin war unser Pfarrer im vor- letzten Jahr so sauer auf die Eltern u. ihre "lauten" Kinder, dass er im letzten Jahr dann angeordnet hat, dass wir Mütter des Elternbeirates dafür zu sorgen haben, dass die Eltern mit ihren Kindern doch die Kirche verlassen sollten. Wir "Blödies" haben das doch tatsächlich geschluckt.
Egal, Ende d. Jahres geht er in "Rente" und wir hoffen, dass was besseres nachkommt.

Gruß Anita

Beitrag von yozevin 30.01.11 - 14:33 Uhr

Huhu

Mein Opa starb Anfang Dezember, wurde kurz vor Weihnachten beerdigt.... Für mich war von Anfang an klar, dass unsere Kinder (zu der Zeit 11 Monate und 22 Monate alt) mit zur Beerdigung gehen, immerhin war es ihr Uropa, meine Kinder hatten eine unheimlich tolle Beziehung zu ihm und sie sollten die Chance bekommen (auch wenn sie es noch nichz großartig verstehen), sich auf ihre Art von ihm zu verabschieden....

Meine Oma äußerte auch Bedenken, nicht der Kinder wegen, sondern weil sie Angst hatte, dass ich mich evtl nicht um die Kinder kümmern kann, wenn was ist.... Allerdings, wegen oben genannter Gründe, fand ich, dass die Kinder dazugehören.... Meine Oma hat das auch akzeptiert!

Vor der Beerdigung haben mir dann meine beiden Freundinnen (für meine beste Freundin war mein Opa sowas wie ein Ersatzopa!) angeboten, uns zur Beerdigung zu begleiten und sich um die Kinder zu kümmern, wenn sie weinen sollten.... Meine beste Freundin und ihr "Mann" konnten es zum Glück auch einrichten, meine andere Freundin konnte leider aus beruflichen Gründen nicht (sie bedauert das heute noch sehr, denn sie hätte meinem Opa diese Ehre sehr gerne erwiesen)

Der Tag kam und ich kann dir sagen, es war eine "wunderschöne" Beerdigung, meine Kinder waren klasse..... Unser Sohn war bei meiner Freundin, ihr "Mann" hat sich prima um sie (sie war auch sehr sehr traurig) und um unseren Schatz gekümmert.... Unser Tochter war bei uns, saß still auf dem Schoß meines Mannes und hat durch die Gegend geschaut.... Das kannte ich nicht von ihr, zumal sie seit dem Tod meines Opas (habe sie kurzfristig zu meiner Nachbarin gebracht, um mich verabschieden zu können) stark gefremdelt hat... Aber auch sie war wirklich toll! Und am schönsten war, als unser Sohn bei der Urnenbeisetzung dann winkend neben dem offenen Grab stand und laut sagte: "Tschüss, TickTackOpa!" Wie gesagt, sie hatten die Chance, sich auf ihre Weise zu verabschieden!

Im Nachhinein sagte auch meine Oma, dass es toll war, dass sie da waren.... Sie haben das ganze (obwohl es wirklich eine schöne, keine traurige Beerdigung war) zusätzlich noch aufgelockert.... Diese Beerdigung und auch der Abschied ALLER Menschen (und seien sie noch so klein), die ihn liebten, war meinem Opa würdig!

Fazit: Ich finde, ihr solltet eure Kinder mitnehmen.... Sie haben ein Recht dazu, ihrem Uropa Tschüss zu sagen....

LG

Beitrag von chili-pepper 30.01.11 - 15:28 Uhr

Hallo,

wir haben unsere Kinder auch damals mit zur Beerdigung genommen.
Erstens war es der Opa und damit ein wichtiger Mensch und zweitens war es auch für die Oma eine ganz schöne Stütze, dass Alte hinter sich zu lassen und das Neue bei sich zu haben.
Die Kinder haben weder Lärm gemacht noch sonstwie "gestört".
Allerdings sind wir nicht mir ihnen bereits zum Rosenkranz beten in die Kirche sondern erst zur Trauerfeier und anschl. Beisetzung.
Der Lukas hat sogar seinen Findus mitgenommen und dem Opa mitgegeben.

Es war weder ein störendes noch verstörendes Erlebnis für die Kinder.

Beitrag von schneeflocke75 30.01.11 - 17:00 Uhr

Ein 7 Monate altes Baby kriegt das doch so nicht mit.
Du nimmst es ja nicht wegen den anderen Leuten mit, sondern weil Du erstmal einen Babysitter suchen müßtest.
So eine Beisetzung dauert höchstens 30 Minuten.
Plane es so ein, dass das Kind vorher gewickelt und gefüttert ist. Damit es im Idealfall diese 30 Minuten verpennt und fertig.

Wenn es danach noch einen Leichenschmaus geben sollte, dann ist es halt so. Aber das ist ja mit einem Baby im Alter von 7 Monaten machbar.

Da würde ich mir nicht den Streß mit Babysitter machen.

Anders wäre, wenn es das Kind emotional mitbekommen würde.
Also, so ein Kind zwischen 2-4 Jahre würde ich nicht mit zu einer Beerdigung nehmen.
Sollten die Angehörigen viel weinen, usw.
Das ist noch so das Alter, wo die Kinder das nicht so ganz verstehen und man es nicht so erklären kann.

Ab 5 Jahren ist das wieder anders. Da verstehen die Kinder, dass das eben ein Abschied ist, usw.

Beitrag von derhimmelmusswarten 30.01.11 - 19:06 Uhr

Was bleibt euch denn anderes übrig?! Meine Tochter war 9 Monate alt, als mein Opa starb und ich habe sie dann während der Andacht und während der Beerdigung bei Freunden untergebracht. Zum Kaffee habe ich sie dann mitgenommen. Aber wenn keiner hätte aufpassen können, hätte ich sie ja auch mitnehmen müssen. Nutzt ja nix.

Beitrag von grinsgesicht 30.01.11 - 20:57 Uhr

Hallo Nudelmaus,
mein Onkel ist mit 68 Jahren am 16 Dezember 2010 verstorben. Ich habe meine Kinder ( 3 Jahre, 1Jahr) nicht mitgenommen.
Es hatte niemand was dagegen ob ich sie mitnehmen oder nicht.
Ich selbst wollte meine Trauer einen Raum geben. Ich wollte mich in ruhe von meinem Onkel verabschieden und nicht immer die Kinder beschäftigen und ruhig halten. Mein Kinder waren sehr an meinem Onkel gehangen, wir wohnten zusammen. Ich habe sie mit auf den Friedhof genommen und haben dann einen Blumenstrauss draufgelegt. Das war für den großen ausreichent und ich konnte mich so verabschieden wie ich es wollte.
Liebe Grüße

Beitrag von jessy02 30.01.11 - 22:21 Uhr

Hallo!

Ich würde sie mitnehmen!

Mein Onkel starb, da war mein Sohn noch um einiges jünger als deine Kleine. Meine Tochter war im Kiga, mein Mann musste arbeiten und die restliche Verwandtschaft war natürlich auch mit auf der Trauerfeier. Ich hab damals den Kleinen noch gestillt, so dass ich ohnehin nicht allzu lange hätte wegbleiben können.
Ich hab den Kleinen in die Bauchtrage genommen und mich in der Trauerhalle weit nach hinten gesetzt, um im "Notfall" schnell raus gehen zu können... War aber dann gar nicht nötig, der Kleine hat nur einmal kurz gequäkt, als die Musik spielte. Meine Mutter, die etwas weiter vorn saß, hat mir hinterher dann erzählt, dass in dem Moment über die traurigen Gesichter ein kleines Lächeln huschte, weil mein Sohn sich "zu Wort meldete"...
Und nach der Trauerfeier war es im Restaurant für alle wieder aufheiternd, den Kleinen zu sehen (viele aus der Verwandtschaft hatten ihn bis dahin nämlich noch nicht gesehen, so "frisch" war er da noch *g*)

Ich würde mich nicht davon abbringen lassen, sie mitzunehmen, wenn es denn für dich und deinen Mann in Ordnung ist. Ihr seid die Eltern und ihr wisst, was für eure Kleine und euch zu vertreten ist und was nicht...

LG jessy

Beitrag von anyca 30.01.11 - 22:24 Uhr

Meine Große war mit 8 Wochen auf einer Beerdigung, hat niemanden gestört.