Arbeitgeber überweist Fahrtkosten nicht

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von sharlely 31.01.11 - 12:03 Uhr

Hallo,

also es geht um folgendes, mein Mann arbeitet in höherer Position im Einzelhandel und bekommt Fahrtkosten erstattet, da er arbeitsbedingt sehr viel fahren muss. Nur leider klappt das nur theoretisch in der Praxis sieht es derzeit so aus, das wir seid November auf unser Geld warten. Mittlerweile sind es so um die 2100 Euro. Das heißt wir haben die Fahrtkosten von rund 800 Euro pro Monat die letzten drei Monate selber tragen müssen. Ist ja nun auch kein Pappenstil und im Hinblick darauf das wir zwei kleine Kinder haben die auch versorgt werden müssen, werd ich langsam aber sicher richtig wütend. Mein Mann hat die letzten Monate mehrmals seinen Chef auf die zu erstsattenden Fahrtkosten angesprochen und auch persönlich in der Personalabteilung vorgesprochen. Da hieß es dann immer nur, das Geld würde nächsten Monat mit dem Gehalt überwiesen werden. Das ist einmal nicht passiert, dann das zweite Mal (jedesmal hat mein Mann natürlich nachgefragt wo denn jetzt sein Geld ist) und beim dritten Mal hat mein Mann nochmal nicht ganz so freundlich nachgefragt und das ganze schriftlich festgehalten. Es gab scheinbar Verzögerungen, weil dieser Fahrtkostenbogen durch verschiedenen Instanzen läuft und dort wg. Krankheit, Urlaub etc. immer wieder liegen geblieben ist und somit die Personalabteilung nicht erreicht hat. Und selbst wenn, sie (also die Personalabteilung) können es nur zum ersten überweisen, also nicht mitten im Monat.#kratz So, heute eben kam das Gehalt und was fehlt? Die Fahrtkosten. Bin gerade richtig wütend. Was ist denn das für eine Zahlungsmoral????? Das sollte sich unsereiner mal erlauben.:-[ Jetzt ist die Frage was macht man am besten? Nochmal einen Brief? Aber scheinbar bringt das nichts. Könnte man da nicht eine Mahnung schreiben? Vll. sogar ganz frech mit Zinsen? Was wenn die wieder sagen, man könne das erst am 01. März überweisen, weil es Mitte des Monats nicht geht? Dann sind es ja schon wieder 800 Euro mehr..... Müssen die das dann nicht gleich überweisen?
Gehalt ist übrigens immer sehr pünktlich aufm Konto. :-)

LG S.

Beitrag von nobility 31.01.11 - 14:13 Uhr

Hallo,

wenn dem AN aus Arbeitsvertraglichen Gründen für die Firma Spesen entstehen, so sind diese vom AG zu erstatten. Dies ist in aller Regel in einem Anstellungsvertrag eines Angestellten und erst Recht bei einem Leitenden Angestellten enthalten.

Spesenabrechnungen wie z.B. Fahrtkosten werden in aller Regel nach Ablauf des alten Monats zum Beginn des neuen Folgemonats abgerechnet.

Etwaige Unstimmigkeiten der Fahrkostenabrechnung sollten unverzüglich geklärt werden.

Der Interne Abrechnungsverkehr bleibt davon völlig unberührt. Entscheidend ist der Anspruchszeitraum des AN. Vor allem aber entscheidend ist die Arbeitsvertragliche Regelung. Der AG hat das Recht, Arbeitsvertragliche Vereinbarungen beim AN einzufordern und der AN hat das Recht Arbeitsvertragliche Vereinbarungen vom AG einzufordern.

Das bedeutet, der AN kann seinen AG wegen Verletzung Arbeitsvertraglicher Vereinbarung ( schriftlich ) abmahnen und gleichzeitig bei weiterer anhaltender Arbeitsvertraglicher Verletzung Klage androhen. Andrerseits könnte der AN auch mit der Einstellung solcher Fahrtkostenverursachung drohen. Wäre sogar vielleicht überlegendswerter. Denn will der Chef, dass der Angestellte seinen Job weiter macht, wird er ihm wohl die Fahrtkosten erstatten.

Die Frage ist natürlich auch, wie sieht das Verhältnis zwischen beiden aus? Und ist der Job evtl. durch eine solche Gangart gefährdet. Andrerseits ist es so, je länger und älter eine Forderung wird, desto unwahrscheinlicher wird die Eintreibung.

Das ist eine Gradwanderung die der einzelne für sich selber beantworten muss.

Viel Glück!
Nobility