Schwere ambulante Erstgeburt - aber alles gut*

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von abigale09 31.01.11 - 13:36 Uhr

Hallo ohr Lieben*

so nun sind die letzten 9 Monate doch so schnell rumgegangen und ich habe schon seit 3 Wochen meinen süßen Schatz zu Hause und komme nun endlich mal dazu euch von der Geburt zu berichten #sonne!

Also - unsere Elli Marie ist am 10.01.11 um 10:56 Uhr mit 3820gr und 53 cm zur Welt gekommen!

Es war meine erste SS und so hätte ich mir ein Geburt wirklich niemals vorgestellt!! Es ist überwältigend... vorallem was die Schmerzen angeht :-p

Am 09.01.11 ging es morgens um 09:00 Uhr schlagartig mit schmerzhaften Wehen los... ganz regelmäßig alle 20 minuten!

Eigentlicher Geburtstermion war bereits der 07.01.11 und ich dachte schon es müsste eingeleitet werden und hab mich dann über die plötzlichen "richtigen" Wehen am 09. total gefreut!

Bis 13:00 Uhr kamen sie also alle 20 min und ich konnte sie noch gut veratmen ohne mich in besondere positionen geben zu müssen...

um halb 2 hatten wir einen routine Termin im Krankenhaus und sind hingefahren - am CTG kamen die Wehen dann schon alle 10 min und die Hebamme fühlte den Mumu -> leider noch keine Öffnung :-(

Wie konnten also erstmal ruhig wieder nach Hause fahren und die Hebamme meinte es kann sein das die Wehen Nachmittags wieder weggehen und erst Abends oder Nachts wieder kommen...

Pustekuchen - es blieb bei 10 min...verringerte sich dann auf 6 min ab ca 17 Uhr und ich bin in die Badewanne.
In der Wanne blieben die Wehen waren aber besser zu ertragen komischerweise!

Aber als ich dann aus der Wanne raus bin wurden sie plötzlich extrem stark - da dachte ich schon, dass es ja nicht mehr schlimmer werden kann... jede Wehe hat mich in die Knie gezwungen und mein Mann sprang mir jedesmal sofort zur Hilfe und zwang mich richtig zu Atmen - das war nämlich auf einmal kaum noch möglich!

Ab 19 Uhr wusste dann mit sicherheit schon das unser ganzes 3 Familienhaus das es los ging, weil ich teilweise echt unabsichtlich los brüllen musste wenn eine Wehe kam.

Wehen kündigen sich an wie eine Nieser und kaum das man merkt das eine kommt ist der SChmerz auch schon extrem heftig und schwächt dann zum glück wieder ab und ist dann wieder ganz weg bis zur nächsten Wehe!

Um 21 Uhr und Wehen alle 3-5 minuten hab ich es dann nicht mehr ausgehalten und wir sind wieder in die Klinik gefahren - das war die schlimmste Autofahrt meines Lebens: Ich saß mit den Knien auf der Rückbank mit Blick richtung nach Hinten und hilt mich krampfhaft am Hundegitter fest - die Tränen liefen nur noch und ich war total verheult als wir im Kreißsaal ankamen.

Dann erstmal ans ctg für eine Stunde....bin fast gestorben weil ich dazu unbedingt liegen sollte - im leigen taten die Wehen aber noch mehr weh... und wieder dachte ich mir - also schlimmer kanns jetzt aber nicht mehr werden!!!

UNGLAUBLICH woher man plötzlich diese enorme Kraft nimmt aber ich habe echt immer weiter durchgehalten.

NAch dem CTG kam die Hebamme zum nachschauen und stellte nur einen MUMU von 2cm fest - unfassbar... das konnte doch nicht wahr sein... ich war total fertig!

Ab in die Badewanne - das war sehr schön und die Wehen waren wieder erträglicher allerdings immernoch hammermäßig!

Inzwischen war es schon 1 Uhr Nachts - ich war schon ganz schrumpelig und musste erstmal aus der Wanne raus.

Wehen waren noch heftiger geworden und kamen alle 3 Minuten... doch am Mumu tat sich einfach nichts... es war zum verrückt werden.

Nach einem Einlauf und einem weitern 2 Std. Bad fühlte die Hebamme erneut - es war inzwischen 4 Uhr Nachts und sie schaute mich an und sagte ganz traurig - 5 cm Geburtsstillstand, es tut mir leid wir müssen etwas unternehmen die Herztöne der Kleinen waren bereits seit 3 Std. extrem hoch, wir müssen eine PDA machen sonst bleibt nur ein Kaiserschnitt!!!

Ich hab so bitterlich angefangen zu heulen, das fast alle anderen auch mitgeheult hätten ;-)

Ich war aber auch mächtig enttäuscht - ich habe so lange gekämpft und wollte es ohne Hilfe schaffen ... im Wasser!

Die Wehen ließen mich nun nicht mehr in Ruhe, sie waren so heftig und langanhaltend, dass mir die Hebamme ein Mittel in die Vene gab, welches die Wehen erstmal unterdrückte!

Dieses Gefühl als die Schmerzen plötzlich weg waren war hammergeil - aber ich zitterte am ganzen Körper vor Erschöpfung.

Außerdem hatte ich riesige Angst vor der PDA weil ich grundsätzlich Angst vor Nadeln hab.

Die PDA wurde mir dann um 5 Uhr super schnell gelegt und wirkte auch perfekt. Ich konnte mich noch komplett bewegen aber war schmerzfrei!

Die Kleine lag inzwischen als Sternengucker unten drin... so ein Mißt!
Wir haben es dann mit Lagerung versucht ich musste erst auf dem Rücken dann auf der linken Seite liegen...nach weiteren 4,5 Std. war der Mumu dann endlich ganz geöffnet und die Hebammen und Ärzte schauten ständig bei uns vorbei - ich glaub es hatten inzwischen 15 Leute ihre Finger da unten drin gehabt aber ich war einfach zu fertig als das mich das noch störte*

Ganz plötzlich kamen 2 Hebammen mit 3 Assistenzärztinnen rein und meinten: Wir holen jetzt ihr Kind!!!

Kurz darauf kam der Oberarzt reingeflogen und schon gings los... meine Mann und ich waren total überrumpelt!

Ich sollte die Füße gegen die Körper zweier Ärztinnen stemmen und das Kinn auf die Brust legen und versuchen so dolll wie möglich zu pressen!

Das hat super geklappt und nach drei Presswehen mit dem Oberarzt auf meinem Bauch leigend ;-) - und nichtmal 6 min war auch schon der Kopf draußen und kurz danach schwabbte der Körper aus mir raus... voll das krasse Gefühl!

Wenn ich nicht mehr hätte so gut pressen können wäre es ein Kaiserschnitt geworden, deswegen waren so viele Ärzte bei der Geburt dabei!

Leider konnte die Hebamme keine Rücksicht mehr auf meinen Damm nehmen und musste sogar schneiden... und dann auch noch nach links außen zum Oberschenkel hin...unglaublich!!!! :-[

Zum glück ging es der kleinen Elli Marie aber super und so konnte ich wenigstens meinen Wunsch einer ambulanten Geburt erfüllen und wir sind nach 4 Std. also um 15 Uhr zu Hause gewesen und Abends schaute dann meine private Hebamme vorbei!

Ich wollte nur noch weg aus der KLinik und zu Hause konnten wir drei uns dann auch eh viel besser ausruhen - die Kleine hat geschlafen wie ein Stein ;-)

Ich kann das jedem empfehlen mit der ambulanten Geburt - wenn man eine Hebamme hat die einen zu Hause betreut! Natürlich haben mich de Örzte belabert, weil die Geburt so schwer war und so lange gedauert hat aber ich wollte einfach nicht da bleiben und das war auch gut so!!!

Ich wünsche euch alles gute für eure Geburt #liebdrueck

eure Abby

Beitrag von estherb 01.02.11 - 23:12 Uhr

Hallo Abby,

klingt brutal anstrengend. Mittlerweile habt ihr euch hoffentlich erholen können und dein Schnitt ist gut geheilt... zu Hause erholt man sich ja am Besten!

Wünsche euch alles Liebe, Esther

Beitrag von nele27 02.02.11 - 20:43 Uhr

Glückwunsch!

Das war ja ne schwere Geburt... ähnlich wie meine erste #schwitz Ich bin aber auch ambulant nach Hause (mein Mann musste mich tragen) - zu Hause erholt man sich gerade nach schwerer Geburt eben besser als im KH!

LG, Nele