unterschiedliche Erziehungsstile

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von dessimedschi 31.01.11 - 13:41 Uhr

Hallo,

ich habe mal eine Frage: Wie verhaltet Ihr Euch wenn unterschiedliche Erziehungsstile aufeinanderprallen?
Wir hatten folgende Situation:
Eine Freundin von mir übernachtet ab und zu (jetzt das zweite Mal, sind gerade wieder her gezogen) mit ihrem Sohn, der genauso alt ist wie mein Großer, 2,5 Jahre, bei uns und dann unternehmen wir natürlich auch was zusammen. Ich freu mich sehr dass das eigentlich ganz gut läuft und dass wir wieder engeren Kontakt haben nachdem er ein wenig eingeschlafen war. Sie erzieht Ihren Sohn aus meiner Sicht recht "lasch" während ich denke, dass unser Sohn recht "gut" erzogen ist und eigentlich ganz gut hört. Wahrscheinlich denken aber viele, dass ihre Kinder besser erzogen sind als andere:-p Ich denke, dass sie denkt, dass unser Sohn recht wenig Freiheiten genießt. Ich muss dazu sagen, dass er auch noch einen kleinen Bruder hat, 5 Monate, und dass ich seit Januar mit beiden zu Hause bin, was eigentlich ganz gut funktioniert.
Folgende Situationen bei denen ich nicht so richtig weiss, wie ich reagieren soll:
Wir haben einen Ausflug gemacht und waren da auch Mittag essen. Natürlich ist es für die Kinder nervig auf das Essen warten zu müssen, aber ich denke man kann einen 2,5jährigen schon abverlagen mal eine halbe Stunde sitzen zu bleiben oder man läuft eben ein bissel rum. Unser Sohn hat mit seinen Autos gespiel während das andere Kind ständig auf der Bank rumgelaufen ist. Natürlich wollte unserer das dann auch hat sich aber davon abbringen lassen. Ich finde so was geht nicht, da wird alles schmutzig usw. Sollte man ihm das dann erlauben?
Wir haben die Regel, dass er beim Straßeüberqueren jemanden anfassen muss. Das ist mir einfach sicherer gerade wenn ich mit dem Kiwa unterwegs bin oder den Kleinen im Manduca habe. Das andere Kind läuft ohne anfassen. Das durfte unserer dann auch, aber heute als wir wieder allein waren wollte er das auch und mir ist das wie gesagt zu unsicher. Vielleicht bin ich da acuh ein bissel eigen, aber so ist das nunmal.
Wir essen bei uns zu Hause, unser Kind sitzt normal am Tisch uns isst, während das andere Kind auf dem Stuhl steht und so isst.

Wie reagiert ihr in solchen Situationen? Wenn ihr Regln habt, die Euch wichtig sind und das Kind aber mit anderen konfrontiert wird, die andere Regeln haben?
Mir tut da mein Kind bissel leid, weil er sich eigentlich gut an unsere Regeln hält und ich das auch, gerade wegen dem Kleinen, wichtig finde, da es sonst nur schwer funktioniert.

Vielen Dank für Eure Antworten
Steffi

Beitrag von lenesiegel 31.01.11 - 13:59 Uhr

Regeln die mir wichtig sind, werden eingehalten - beim Straße überqueren zum Beispiel.
An ganz kleinen unbefahrenen Straßen, mach ich auch mal na Ausnahme, aber das wird dann auch so erklärt.

Mit Autos am Tisch spielen, hätte meinen Sohn jetzt ind em Alter (auch jetzt noch) nicht "gereicht" - er ist auch eher der rumlauf Typ. Wir gehen dann halt wohin, wo das möglich ist, oder wenn er auf der Bank läuft, dann halt ohne Schuhe.

Was andere für Regeln haben, ist mir eigentlich relativ egal. Ich geh da wenig darauf ein. Wir haben die Regeln, die wir eben haben - manchmal allerdings laß ich Regeln auch fallen, wenn mir die von andern sinnvoller erscheinen :-)

Viele Grüße #winke

Beitrag von dessimedschi 31.01.11 - 14:33 Uhr

Mir sind eigentlich andere Regeln auch egal, aber ich weiß eben nicht, wie ich bei direkter Konfrontation reagieren soll ohne das andere Kind oder meine Freundin bloß zu stellen. Ich meine wenn Fremde bei rot über die Ampel gehen oder im Stehen essen und er fragt warum die das machen, dann sag ich Sachen wie "Die wissen eben nicht, dass man das nicht darf.". Aber das kann ich ja schlecht über meine Freundin und deren Kind sagen, oder?
Ich muss noch dazu sagen, dass er nicht nur auf der Bank rumgelaufen ist, sodern auch noch seine Mama umgeworfen hat, ihr an den Haaren gezogen hat usw. ohne, dass sie was gesagt hat.

Beitrag von lenesiegel 31.01.11 - 14:55 Uhr

Ja, ich glaub ich weiß, was Du meinst - ich würd ihn ermuntern nachzufragen, WARUM sie so oder so handeln - vielleicht ist es ihnen garnicht bewußt.
Entweder so, oder ich würde vorgreifen und sagen ... "Du gehst aber bei mir an der Hand über die Staße, manchmal kommen ganz schnell Autos gebraust. Dann ist es sichherer, Du bist bei mir." .... "Wir machen das so, weil... "
Und gerade bei der Straße sage ich eigentlich fast immer - "nicht stehen bleiben auf der Straße, zügig laufen, aber nicht rennen" ... "wenn man da stolpert - und rennend stolpert man schneller mal." (Jetzt mit über 4 Jahren darf er nämlich neben mir - nicht AN der Hand über die Straße laufen.)

#winke

Beitrag von dessimedschi 31.01.11 - 15:02 Uhr

Das ist auch ne Idee, dass er sie direkt fragt. Ich versuche ihn eh immer zu ermundern dei Leute direkt zu fragen, vor allem bei Sachen, die ich eben nicht weiss.
Ja, ich sage acuh zu ihm "Da gehst bei mir an der Hand das ist sicherer." Dann denke ich aber ob er sich dann fragt, warum die andere Mama das nciht macht. Aber da ist er wahrscheinlich noch zu klein um solche Zusammenhänge zu begreifen.

Beitrag von lenesiegel 31.01.11 - 20:41 Uhr

Wenn die Mutter ihr Kind so einschätzt, daß es allein über die Straße gehen kann, dann muß ein nicht-an-der-Hand-gehen ja nicht mal unsicherer sein. Subjektiv empfunden ist es MIR aber sicherer an der Hand. Da spielen Ängste und Erfahrungen eine Rolle und das kann man keinem vorschreiben - willst Du ja auch nicht.

Im Dorf wäre es vielleicht auch nicht nötig.
Ich würd die Mutter erklären lassen, oder sagen, daß sie so gefährliche Straßen vielleicht nicht kennt. Oder schlicht. "Ich weiß es nicht, aber ICH hab Angst, wenn Du allein über diese große Straße gehst."

Er wird sich aber nicht denken, daß die Mutter ihr Kind nicht genug liebt, um es auch durch vielleicht unangenehme Methoden zu schützen.

#winke

Beitrag von bine3002 31.01.11 - 15:00 Uhr

"Die wissen eben nicht, dass man das nicht darf."

Zum Beispiel mit der Ampel kannst Du das natürlich sagen. Zum Beispiel mit dem Essen im Stehen aber nicht, weil es ja so nicht stimmt. Wer ist "man"? Wer hat gesagt, dass "man" das nicht darf. Es ist eine indivuelle Regeln, die DU aufgestellt hast. Also kannst Du das auch so sagen: "Weil ICH nicht möchte, dass wir im Stehen essen." und dann "Es sieht aus als würde man gleich aufspringen wollen." oder "Ich finde es ungemütlich." oder "Man könnte sich verschlucken." Irgendeinen Grund musst Du ja haben dafür, nenne ihn einfach. Ich finde es sogar wichtig, heraus zu stellen, dass manche Regeln nur für EUCH gelten.

Beitrag von dessimedschi 31.01.11 - 17:49 Uhr

Das stimmt natürlich, obwohl ich nicht wirklich nen Grund habe, warum man nicht auf dem Stuhl stehend isst. Das macht man einfach nicht, oder? :-p
Aber wie schon gesagt, ich denke, aber da ist er wahrscheinlich noch zu klein für solche Schlussfolgerungen, dass er sich wundert wenn ich sage, dass ich möchte dass er sich beim Essen nicht auf den Stuhl stellt, weil das zu gefährlich ist. Denn warum erlaubt das die andere Mama? Findet die das nicht gefährlich? Hat die keine Angst um ihren Sohn? Aber da ist er wahrscheinlich wirklich zu klein für solches Denken.

Beitrag von lenesiegel 31.01.11 - 20:34 Uhr

Ich find es shcon gefährlich, auf den Stuhl stehend zu essen, da brauchts nur mal zu wackeln, er erschrickt und "verschluckt" sich.

Allerdings kann er das noch nicht auf die ANDERE Mama und deren Kind ummüntzen - denke ich. Und wenn doch, dann soll sie es erklären. Oder man kann sagen, sie hat da grad nicht drangedacht - finde ich jedenfalls.

#winke

Beitrag von zahnweh 01.02.11 - 04:19 Uhr

Bei meiner sag ich ganz klar "ICH finde das zu gefährlich".

Mit 2,5 Jahren war das für sie noch nachvollziehbar. Jetzt mit 3,5 Jahren fragt sie nach.

Dann gilt: Ehrlichkeit. Alles andere glaubt sie mir sowieso nicht und stellt gleich die ganze Regeln in Frage.

Beispiel mit dem im Stehen essen.

"Das finde ich zu gefährlich."
Warum?
(gute Frage. Sage ich was herbeigeholtes oder zu allgemeingültiges, stellt meine die ganze Regel in Frage und nicht nur eine, sondern gleich mehrere...)

also: ehrlich sein!

bei meiner: weil du schon einige Male von Stuhl gefallen bist. / weil ich nicht möchte, dass du ins KH musst / weil du mir zu unruhig bist.

warum darf das andere Kind?

... nichts festes behaupten!

"gute Frage. vllt. weil das andere beim Essen ruhig stehen bleibt und nicht damit rumrennt" "vllt. weil es im Sitzen Bauchweh bekommt" (gibt es wirklich. ich selbst kann manches im Stehen besser essen. Meine kniet seit einiges Zeit auf dem Hochstuhl, aber sehr sicher und sehr ruhig). "vllt. weil ...."
oder "frag doch einfach die Mutter" ;-)
manchmal kommt die Mutter dann wirklich ins Nachdenken oder sie hat wirklich eine nachvollziehbare Erklärung.

Ich wurde auch schon gefragt, warum mein Kind an der Hand laufen soll und sich nicht losreißen darf (von Kindern, die selbst an der Hand laufen müssen sowie von welchen, die es nicht müssen).
Ehrliche Antwort: weil hier eine Straße ist und ich es für gefährlich halte.

Warum darf dein Kind kein Eis Essen? (Frage einer 4jährigen).
weil sie gestern Magen-Darm hatte.
Warum?
weil ihr sonst wieder der Bauch weh tut.


Rote Ampeln: "das ist verboten". Erkläre deinem Kind was DU möchtest. Und allgemeine Verbote, nur wenn sie gesetzlich vorgeschrieben oder mit Schildern ausgewiesen sind. Mit 2,5 Jahren wird er vieles noch hinnehmen, dass es bei dir anders ist, als bei anderen Müttern.

Mit 3,5 Jahren wird er genauer nachfragen. Einfachsten Falls die Mutter direkt :-p
Allerdings wird er dann schon gelernt haben, dass du in deinen Regeln Rückrat bewiesen hast und dich nicht jedesmal anderen anpassst, sondern dabei bleibst, was du sagst. dann wird er zwar fragen, aber es nicht in Frage stellen ;-)

Meine stellt nur in Frage, wenn ich selbst ins Schwanken gerate (bei der Erklärung). Dann aber gleich mal alles zu dem Thema. ;-)
Bin ich ehrlich, gebe auch ehrlich zu, wenn ich es nicht weiß, warum es andere anders machen, ist das ok. Sie hinterfragt, aber stellt es dann nicht in Frage :-)

Beitrag von thyme 31.01.11 - 16:00 Uhr

Huhu
Das hängt wohl auch vom Kind ab. Mein Sohn schafft es mit fast 5 noch immer nicht, eine halbe Stunde ruhig am Tisch zu sitzen. Erziehung hin oder her, er ist einfach viel zu zappelig dazu. Andere Kinder haben da vielleicht weniger Mühe. #kratz Wenn wir auswärts essen gehen, wählen wir halt meist Lokale mit Spielecken, dann haben alle etwas davon.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Freundschaften zu anderen Eltern dann erhalten blieben, wenn die Erziehungsstile entweder einigermassen kompatibel sind, oder wenigstens genug Toleranz herrscht, um sich ein bisschen anzugleichen. Mit Eltern, die komplett andere Ziele verfolgen, hat sich die Beziehung automatisch zerlaufen, was eigentlich in keinem Fall ein grosser Verlust war.

In einem Fall haben wir eine Familie über die Kinder kennengelernt. Nun vertragen sich unsere Söhne aber nur mässig gut und die Männer haben sich auch nicht sonderlich viel zu sagen. Also gehen wir Mädels zusammen aus und haben unsere Ruhe! :-D

LG

Beitrag von dessimedschi 31.01.11 - 17:51 Uhr

Ja, wie schon gesagt, mir gings weniger um die Frage was richtig oder falsch ist, als die Frage wie ich meinem Sohn erkläre warum er das nicht darf und der andere doch. Vor allem ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger dazustehen.
Aber ich habe auch schon gemerkt, dass Treffen wesentlich entspannter sind, wenn sich die Erziehungsstile ähnlihc sind, weil da die Kinder auch unter einander harmonischer sind. Aber auf der anderern Seite sollten Kinder wahrscheinlich auch andere Seiten kennen lernen.

Beitrag von thyme 31.01.11 - 19:39 Uhr

Stimmt schon, ich habe deine Frage nicht richtig beantwortet. Sorry.
Ich handhabe das so: "Andere Leute müssen selber wissen, was sie tun. Ich möchte, dass wir beim Essen sitzen bleiben." Fertig. Lange Erklärungen stossen bei kleinen Kindern sowieso auf taube Ohren.

Vielleicht kannst du dich ja auch kurz vorher mit der Mutter absprechen, z.B. "Ist es in Ordnung für dich, wenn die Kinder während dem Essen sitzen bleiben? Wenn alle Kinder fertig sind, dürfen sie von mir aus vom Tisch." oder so was in der Art?


LG thyme

Beitrag von dessimedschi 31.01.11 - 20:09 Uhr

Naja, aber die Situation ist folgende: wir essen alle zusammen. Mein Sohn, der andere Junge, seine Mama, mein Freund, meine Schwiegereltern und ich. Mein Sohn darf aufstehen sobald er fertig ist und vorher bleibt er sitzen. Soweit so gut. Wir sitzen also alle und essen. Der andere Junge aber steht auf seinem Stuhl bei uns zu Hause und isst im Stehen auf dem Stuhl. So, da sagt mein Sohn: "Mama, schau mal was XY macht. Warum?." So und nun? Ich meine die andere Mama sagt nix, meine Schwiegereltern schauen verstört und ich will echt nicht der schwarze Peter sein, aber wahrscheinlich geht das nicht anderes. Ich habe kein Problem damit wenn andere andere Regeln haben, aber finde es schwierig das meinem Kind zu erklären wenn es so direkt konfrontiert wird. Aber wahrscheinlich werde ich das nächste Mal sagen, dass er sich hinsetzen muss, sonst bekommt er bei uns nix zu essen, selbst wenn das als spießig angesehen wird.

Beitrag von thyme 31.01.11 - 21:00 Uhr

Na gut, das ist schon ein Härtefall. In der Situation würd ich wohl kurz mit "Ich weiss nicht, warum der xy auf dem Stuhl steht" antworten. Entspricht der Wahrheit und du hast einigermassen neutral reagiert.
In einer ruhigen Minuten würd ich dann wohl mal meine Freundin drauf ansprechen. Hat sie Angst vor einer Eskalation und reagiert deswegen nicht? Frag sie doch mal.
So oder so würd ich mal ein ruhiges Gespräch führen, ihr freundlich sagen, dass du nicht möchtest, dass die Kinder während des Essens aufstehen und dass sie ruhig einen Wutanfall riskieren darf. Oder so.
Unser Sohn kann auch recht Gas geben in der Hinsicht. Wir haben allerdings die Konfrontation nie gescheut, auch nicht in der Öffentlichkeit. Aber vielleicht getraut sich deine Freundin nicht und möchte nicht noch negativer auffallen?

LG thymt

Beitrag von dessimedschi 31.01.11 - 21:17 Uhr

Es kann natürlich schon sein, dass sie in der Situation, genauso wie im Lokal, keinen Wutanfall riskieren wollte. Wobei ich eher denke, dass es ihr eben so auf Konventionen nicht ankommt, so kenne ich sie jedenfalls. Aber Du hast recht, vielleicht sollte ich sie wirklich darauf ansprechen, naja, bin eher etwas konfliktscheu :-p

Beitrag von zahnweh 01.02.11 - 04:26 Uhr

Also wenn es direkt bei euch zu Hause ist, würde ich das Kind direkt ansprechen und bitten, sich hinzusetzen.

1. das macht mehr Eindruck, als wenn es von Mama kommt
2. bin ich als Mutter froh, wenn Regeln direkt an mein Kind gerichtet werden, da ich selbst oft nicht weiß, was geht und was nicht.
(habe meine auch mal aufgefordert sich hinzusetzen: Antwort: sei doch nicht so streng; ein anderes mal war es was, wo ich dachte, das sei ok. Später wurde mir dann mitgeteilt, ich hätte doch mein Kind besser erziehen sollen, weil das geht ja mal gar nicht - aufstehen bevor alle fertig sind)
Oft sind es Feinheiten oder eben spezielle Hausregeln. Da gilt dann aber meine Wohnung, meine Regeln. Wenn wir wohin gehen, gilt für mein Kind: deren Wohnung, deren Regeln (+ wenn ich dabei bin: mit meinen Feinheiten)


wäre es neutraler Boden gewesen: du weißt es schlicht einfach nicht und dein Sohn kann die andere Mutter gerne fragen, wenn er es wissen möchte.

Beitrag von kaffetante 31.01.11 - 14:32 Uhr

Hallo,

ob Du nun an zwei oder drei Situationen unterschiedliche Erziehungsstile festmachen kannst - ich weiß nicht....

Beim über die Straße laufen beobachte ich auch immer unterschiedliches. Manchmal sehe ich Mütter an der Hauptstraße langtrotten und die Drfeijährigen 5 Meter hinterher. Das wäre für mich ein NOGO, aber deswegen die Kinder gleich als zu lasch erzogen zu sehen?

Ebenso denke ich, dass man von zweijährigen NICHT erwarten kann, dass sie eine halbe Stunde stillsitzen. Dazu kommt noch je nachdem ob sie daran gewöhnt sind. Würden wir mehrmals pro Monat essen gehen, würde das sicher besser klappen als einmal im halben Jahr. Bei uns zu Hause handhaben wir das so: Der Große (5) bleibt sitzen bis er und mindestens sein Bruder aufgegessen haben. Der Kleine nur so lange bis er aufgegessen hat. Da wir nur am Wochendende zusammen essen und ich mit meinem Mann das geniese, verlange ich nicht, dass die Beiden auch zwei Stunden da hocken.

Wenn er sich gut an Eure Regeln hält, würde ich sagen, dass er durchaus welche kennt - Kinder die gar keine Regeln und Grenzen kennen halten sich auch bei anderen nicht daran. Mal abgesehen davon, dass es jeder anders handhabt. Mit 2,5 sind die Regeln und Grenzen doch auch noch überswichtlich, oder?

LG

Beitrag von dessimedschi 31.01.11 - 14:37 Uhr

Ja, das mit den Erziehungsstilen ist vielleicht nicht richtig formuliert, obwohl ich aus der Gesamtbeobachtung schon, dass Gefühl habe, dass meiner weniger Freiheiten hat, aber das ist auch nicht so das Problem, sondern eher die Frage wie ich reagieren soll.
Meiner muss auch nicht sitzen bleiben wenn er fertig ist, da darf er auch aufstehen, aber eben nicht auf dem Stuhl stehend essen.
Aber meine Frage ist nicht wie es richtig ist, kann ja jeder machen wie er will, sonder wie reagiere ich wenn meiner fragt warum der andere das darf und er nicht.

Beitrag von kaffetante 31.01.11 - 14:54 Uhr

Das fragt Deiner schon? WOW....

Nein im Ernst, das wird Dir an jetzt immer wieder begegnen. Mein Großer diskutiert ständig auch, warum er nicht darf, was andere dürfen.

Je nach Situation erkläre ich ihm warum, bei manchen Situationen sage ich einfach, dass wir es in unsere Familie halt anders handhaben. Punkt. Weil es unser Zusammenleben erleichtert. PUNKT.

Beitrag von dessimedschi 31.01.11 - 14:59 Uhr

Ja er redet schon echt viel und fragt ständig nach.
Mir tut es eben leid, wenn er so direkt mit Sachen konfrontiert wird, die er nicht darf, aber das Leben ist eben kein Zuckerschlecken ;o)

Beitrag von kaffetante 31.01.11 - 15:03 Uhr

Ich würde mir da nicht so einen Kopf machen, aber auch die Kinder nicht mit Dingen belasten, die noch gar nicht relevant sind. Du machst es so, wie Du es für richtig hälst und fertig. Wenn Deine Regeln und Grenzen "vernünftig" sind wird Deine Freundin selbst drauf kommen, dass Du es gerne anders hättest.

Aber es darf auch durchaus Ausnahmen von der Regel geben, ohne, dass man sich die eigene Erziehung "versaut". Solange es nicht gefährlich ist oder andere stört....

Beitrag von bine3002 31.01.11 - 14:36 Uhr

Meine Regeln sind meine Regeln. Ich nehme dabei nicht in Anspruch, dass sie der einzige Weg sind, ein Kind zu erziehen und dass sie besser sind als die Regeln anderer, aber es sind Dinge, die mir wichtig sind und zwar aus einem bestimmten Grund. Dieser Grund kann sehr individuell sein, von daher sind auch Regeln individuell. Wichtig ist mir aber immer, dass ich Regeln für mich selbst begründen kann und dementsprechend auch vor meinem Kind.

Außerdem sind Regeln immer auch abhängig von den Lebensumständen.
Z. B. an der Straße gehen: Du hast zwei Kinder, eins im Manduca, eins an der Hand. Ich würde das auch so machen. Eine Großfamilienmama mit 7 Kindern wird aber kaum alle Kinder an der Hand halten können, selbst wenn diese in einem Alter sind, wo Du und ich das noch sinnvoll fänden und auch tun würden. Ist sie deshalb eine schlechtere Mutter oder verantwortungsloser als Du? Nein, sie hat nur einfach andere Lebensumstände und vielleicht werden die Kinder deswegen dann auch schneller erwachsen. Vielleicht muss ihnen das aber auch gar nicht unbedingt gut tun... man weiß es nicht.

Ich würde eine Freundin in der Öffentlichkeit machen lassen, was sie für richtig hält und trotzdem weiterhin mein Ding durchziehen. Bei mir zu Hause würde ich meine Regeln beibehalten und ihre Kinder dazu anhalten, ein Mindestmaß an Regeln einzuhalten (z. B. es wird nicht auf dem Hochbett rumgekrabbelt, weil es gefährlich ist). Dinge, die nicht soooo wahnsinnig wichtig sind, würde ich mal erwähnen: "Eigentlich werfen wir hier nicht mit den Kissen. Da ist schon mal ne Blume umgefallen!" Wenn die Mutter etwas Anstand ist, wird sie Eure Regeln akzeptieren und ihrem Kind vermitteln. Zu Hause kann sie dann ja wieder machen was sie will.

Beitrag von dessimedschi 31.01.11 - 14:45 Uhr

Also ich wollte wirklich keine Diskussion darüber losbrechen was richtig oder falsch ist, das habe ich wahrscheinlich ungülcklich formuliert. Mir geht es eher darum was ich meinem Sohn sage, wenn er fragt warum der andere auf dem Stuhl stehend isst.
Ich will mich da eigentlich bei ihr auch nicht so einmischen und mich mit erhobenen Zeigefinger hinstellen und sagen "Du wir setzen uns aber beim Essen. Klettern kannst Du später auf dem Sofa." Ich weiss sie hält mich dann für spießig und ich will mich eigentlich nicht über Erziehung streiten.

Beitrag von bine3002 31.01.11 - 14:53 Uhr

"Mir geht es eher darum was ich meinem Sohn sage, wenn er fragt warum der andere auf dem Stuhl stehend isst."

Ich gebe auf sowas wenn möglich humorvolle Antworten wie "Na weil der wohl nicht weiß, dass das schlecht für den Rücken ist, wenn er so krumm dasteht." (bei meiner Tochter zieht sowas, weil sie Ballett tanzt und weiß, dass gesunde Knochen wichtig sind).

Oder ich würde sagen:
"Weil der wohl sehr unhöflich ist!" Das würde ich allerdings nur sagen, wenn er gerade nicht dabei ist, denn jemanden öffentlich zu beschämen ist ebenfalls unhöflich und wäre mir in dem Fall wichtiger.

Oder "Der weiß wahrscheinlich nicht, dass das gefährlich ist. Der kann ja abrutschen und sich weh tun."



"Ich weiss sie hält mich dann für spießig und ich will mich eigentlich nicht über Erziehung streiten."

Wenn es dir wichtig ist, dann ist es unerheblich, was sie findet. Es ist dir wichtig, also zieh es durch. Spießig sind wir eh alle, wenn wir Kinder haben (je nach Lebensstil ist ja allein das Kinderhaben schon höchst spießig).

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