Zwillinge, 26 Monate - ich dreh am Rad

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von betty38 31.01.11 - 14:18 Uhr

Hallo zusammen,

ich bin momentan völlig durch den Wind mit meinen Zweien. Eigentlich sind sie ja süß, aber sie testen gerade ihre Grenzen aus, wo sie nur können und wollen sich dazu noch jedesmal übertreffen.

Ich weiß auch manchmal nicht, wie ich hier noch Grenzen setze soll, bzw. konsequent sein soll. WEnn ein bestimmter Punkt überschritten ist, hilft gar nichts mehr. Dann versuchen sie nur noch über Tisch und Bänke zu springen, alles umzuwerfen, überall drauf zu klettern, Getränke ausschütten usw. Sie schauen dann nur noch, wie ich in Panik reagiere.

Wenn irgendetwas nicht gemacht werden soll, mit essen rumpanschen usw, rede ich zunächst ganz ruhig, erkläre warum....in letzter Konsequenz kommt der Teller weg und es gibt keinen Nachtisch. Dann eskaliert das ganze und es wird randaliert. Und das in vielen anderen Situationen auch. Sie bestärken sich gegenseitig oft.

Besonders schlimm scheint es mir, wenn sie müde sind. In letzter Zeit wollen sie oft keinen Mittagsschlaf mehr. Es ist ein regelrechtes Drama. Dann wird es aber schon ab 15-16 Uhr unerträglich. So schaue ich sie mir mittags an an und "zwinge" sie geradezu zum mittagsschlaf. Danach ist es besser, schlafen aber dann natürlich erst sehr spät abends (ca. 21.30)

Wie lange soll das noch so gehen, ich erkenne mich kaum noch wieder. So oft muss ich brüllen. Unfassbar. Mache ich was falsch ??? Ich fühle mich wie ein Versager.

lg betty

Beitrag von marion2 31.01.11 - 15:07 Uhr

Hallo,

#liebdrueck ich bin mal auf die Antworten hier gespannt. Mit Zwillingen kennen sich vor allem Einlingsmütter sehr gut aus. ;-)

Du machst nicht viel falsch - Zwillinge sind so. Sie arbeiten im Team und machen dir gemeinsam das Leben zur Hölle.

Mittagsschlaf: Kinder trennen. Jedes Kind in ein Zimmer. Habt ihr keine zwei Kinderzimmer, schläft eins im Schlafzimmer.

Mittagessen: Vor dem Essen eine Ansage: wer nicht ordentlich isst, isst gar nicht. Wer randaliert fliegt raus. (Du darfst beim ersten Mal das geschockte Kind wieder an den Tisch lassen ;-))

Versuch einfach, nicht mehr so nett zu sein. Unfassbare Strenge wirkt Wunder. Ein paar Tage um die Kinder auf Spur zu bringen - danach "funktionieren" sie wie Einlinge.

Gruß Marion

Beitrag von karin3 01.02.11 - 13:33 Uhr

Hallo,

"Mittagsschlaf: Kinder trennen. Jedes Kind in ein Zimmer. Habt ihr keine zwei Kinderzimmer, schläft eins im Schlafzimmer. "
Also ich habe irgendwann mitgezählt, wer wie häufig ins Kinderzimmer durfte und wer in ein anderes Zimmer musste. Und wehe meine Zwillingsschwester durfte häufiger in mein(!) Kinderzimmer. An einigen Tages konnte ich das gar nicht ab, wenn es hieß das es unser gemeinsames Kinderzimmer ist.
Aber wenn ich sie leiden konnte, konnte ich sehr schnell mit ihr kommunizieren, dann haben nämlich Blicke gereicht.

Gruß Karin

Beitrag von marion2 01.02.11 - 13:42 Uhr

"Aber wenn ich sie leiden konnte,..."

#rofl

ja, "wenn"

Es geht nichts über Listen. #verliebt Wir hatten Kacklisten (wer, wann, wie viel), Helmlisten (wer wann welchen), Tassenlisten,... da kommts auf ne Kinderzimmerliste auch nicht mehr an. ;-)

Gruß Marion

Beitrag von gsd77 31.01.11 - 19:29 Uhr

Hallo,
Du bist auf keinen Fall eine schlechte Mutter oder ähnliches, und das lass Dir ja NIE einreden!!!!

Hatte so eine ähnliche Situation mit meinen ersten beiden Töchtern, sie waren nur 11 Monate auseinander und sobald die Kleinere krabbeln konnte gings los :-)

Es ist normal das sie sich gegenseitig aufwühlen und anspornen um Unsinn zu machen. Ich bin draufgekommen das sie mich nur ernst nahmen wenn ich auf selbe Höhe ging, sie an der Hand oder Schulter sanft hielt und sie mich beim "Dinge erklären" ansehen mussten. Klar hielten sie sich nicht immer an meine "Regeln", aber es wird besser :-).

Mittlerweile sind sie fast 13 und 14 Jahre und wie es die Pupertät so will wollen sie wieder mal so gar nichts hören was Mama sagt "ggggg"! Aber es hilft erneut wenn sie mich ansehen müssen wenn ich zu ihnen spreche :-)

Alles Gute und nimm Dir ab und zu eine Auszeit das wirkt auch Wunder!!!

Beitrag von lisasimpson 31.01.11 - 20:10 Uhr

Wow- ja zwillinge in dem alter könne sicher heftig sein.

aber auch das wird sicher wieder besser.
mit dem Mittagsschlaf würde ich auch ersuchen, sowas wie eine "mittagsruhe" einzuführen.
ejder geht in ein zimmer und darf dort hörspiele anhören, bücher anschauen o.ä,.
mein 2,5 jähriger macht auch nur noch sporadisch mittagsschlaf- aber er soll sich zunächst hinlegen und darf dann eben in seinem zimemr spielen, hören, lesen...

ansonsten klare absprachen- beim essen nicht lange rumquatschen und nicht warten, bis die sitaution sich hochgeschaukelt hat.
vielleicht auch bei der essensauswahl schauen, daß sie erst mal nur attraktive sachen bekommen und du lobst sie übern grünen klee, wenn es gut klappt.

so cool wie möglich bleiben- es ist nichts dramatisches, sondern nur zwei kleinkinder!
und : durchhalten!

lisasimpson

Beitrag von derhimmelmusswarten 31.01.11 - 20:10 Uhr

Ich habe bislang nur eine Tochter, die jetzt 19 Monate alt wird, aber der Bericht könnte von mir sein. Schreien, toben, Essen spucken, Kopf anhauen, schlagen, Kopfnüsse verteilen #schwitz
Man muss wirklich konsequent sein. Gehen deine Kinder schon in den Kindergarten? Meine Tochter geht seit sie 12 Monate alt ist und das lastet sie vormittags aus. Wenn sie heim kommt, schläft sie erstmal. Dort ist sie ein total liebes Kind, sagen die Erzieherinnen. Ich denke dann immer, die reden von jemand anderem. :-p

Beitrag von tibu79 31.01.11 - 21:11 Uhr

Ich wünsch Die ganz viel Kraft.#liebdrueck
Meine sind zwar 1,5 Jahre auseinander, aber ich weiß auch, wie gegenseitig hochschaukeln und anstiften sich anfühlt.

Die Mittagsschlafverweigerung hatte ich beim Großen auch in dem Alter. Ich hab trotzdem drauf bestanden und nach 2 Wochen war der Streß vorbei. Seitdem schläft er wieder gern, auch mit knapp 3,5 J.

Brüllen ist zwar nicht toll, aber manchmal muss man einfach lauter sein als die Zwerge, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Kann mich den anderen nur anschließen und Konsequenz anraten.

Sobald die Kinder die Grenzen nicht klar erkennen, gibt es für sie keine;-)

#winke

Beitrag von snuffle 01.02.11 - 12:35 Uhr

Hallo,

ich bin zwar keine Zwillingsmama aber meine Tochter alleine ist schon manchmal so.

Wenn es zu arg wird, dann muss meine Tochter eine Auszeit nehmen. ICh droh es ihr vorher an, zähle langsam bis drei und dann muss sie in ihr Zimmer bis sie sich beruhigt hat.

Das klappt ganz gut.

Hast du die Möglichkeit die beiden voneinander zu trennen in solchen Situationen? Das einer ins KiZi kommt und eienr ins Schlafzi z.B.?

Hast du die Gitter schon von den Betten genommen?

Ich bei mir noch nicht. Meine schläft zwar ganz gut, auch Mittags, abre wenn das mal nicht so ist, muss sie trotzdem im Bett bleiben und ausruhen.

So hab ich wenigstens eine Stunde für mich, übers Babyphone höre ich dann ja ob was ernsthaftes ist.

Auch wenn sie sehr spät einschläft, lass ich sie 20 Minuten länger liegen, wecke aber zu der normalen Zeit.

Ist zwar manchmal echt anstrengend aber ich geh dann Nachmittags mit ihr raus, da kann sie sich dann austoben.

Ich stell mir das mit zwei sollchen Wildfängen echt super anstrengend vor.

LG

Beitrag von zwillima 02.02.11 - 07:04 Uhr

Hallo,
beobachte die beiden mal ganz genau, wenn Du merkst, dass es zuEskalationen kommt. Wer ist der Anstifter, wer ist der Mitläufer?
Warte nicht so lange, bis sie ein "Team" gebildet haben, schnapp Dir vorher schon den Mitläufer und gib ihm was wichtiges zu tun. Z.B. schnell mal helfen bei einer Aufgabe im Haushalt o.ä. So nimmst Du dem anderen Kind gleich den Wind aus den Segeln.
Bei Konflikten solltest Du immer versuchen, die Kinder zu trennen, damit sie sich nicht gegenseitig hochschaukeln.
Das kommt einem in der ersten Zeit etwas anstrengend vor und erfordert etwas Konzentration, aber schon bald geht es in Fleisch und Blut über und Du wirst es nebenbei machen.

Vielleicht brauchen Deine Kinder keinen Mittagsschlaf mehr. Natürlich sind sie einige Tage lang quengelig, bis der Körper sich umgestellt hat. Aber da muss jeder durch, manche früher, manche später. Meine Zwillinge wollten mit 2,5 Jahren keinen Mittagsschlaf mehr machen. Nach ca. einer Woche konsequentem Mittagsschlafentzug, schlechter Laune und Gequengel, war die Sache dann erledigt. Der Vorteil...jeden Abend sind die zwei um 19:00 ohne Murren ins Bett gestürzt.

Ich wünsch Dir viel Kraft und gute Nerven.
L.G.
zwillima

Beitrag von karin3 02.02.11 - 12:53 Uhr

Hallo,

ich kenne persönlich keine Zwillinge bei denen es immer den gleichen Anstifter und den gleichen Mitläufer gegeben hat. Ich kenne aber leider Zwillinge die durch ihre Umwelt in die Rollen gepresst wurden. Normalerweise wechselt sich das ab, manchmal wochenweise, manchmal mehrmals am Tag. Außerdem denken Zwillinge manchmal teilweise gleichzeitig den gleichen Blödsinn, da ist man sofort ein Team, das können die besten Eltern kaum verhindern.

"Warte nicht so lange, bis sie ein "Team" gebildet haben, schnapp Dir vorher schon den Mitläufer und gib ihm was wichtiges zu tun"
Den Satz finde ich gar nicht gut, da bekommt der gerade aktuelle Anstifter ja nichts zu tun. Und das hatte bei deinen Zwillingen geklappt? #gruebel Bei meiner Zwillingsschwester und mir hätte das ein Mordsgeschrei ausgelöst.


Gruß Karin

Beitrag von zwillima 03.02.11 - 06:55 Uhr

Hallo,
ich habe nicht geschrieben, dass immer das gleiche Kind anfängt Unsinn zu machen und bin deshalb auch der Letzte, der Kinder in irgendwelche Rollen pressen will.
Bei zweijährigen Kindenr in der Trotzphase ist es nun mal so, dass ein Kind anfängt, Blödsinn zu machen und die anderen tun es ihm gleich. Warum sollte ich in dem Fall das Kind mit einer spannenden Aufgabe oder Spiel belohnen, das Dummheiten anstellt. Ist doch logisch, dass ich mich um das andere Kind kümmere. Dadurch wird der "Unruhestifter" nicht noch bestärkt, sonder möchte unter Umständen gerne bei uns mitmachen und hat ganz schnell vergessen zu streiten, zu schreien,Spielsachen herumzuwerfen usw.

Bei meinen Kindern war es wirklich immer so, dass sich ABWECHSELND ein Kind die Streiche ausgedacht hat oder den Streit angefangen hat und das andere Kind gefolgt ist. Von magischer Gedankenübertragung, dass z.B. zwei Kinder unabhängig voneinander, gleichzeitig damit angefangen haben verbotetne Schubladen auszuräumen, habe ich noch nie was bemerkt.

Es geht doch gerade darum, ständig wiederkehrende , störende Alltagssituationen entspannt und ohne Geschrei zu lösen. Das erreicht man in diesem Alter nur durch Ablenkung. Und das deshalb bei dem "unschuldigen" Geschwisterkind, weil ich das andere Kind nicht noch für sein schlechtes Verhalten belohnen will.

Beitrag von marion2 03.02.11 - 12:39 Uhr

von magischer gedankenübertragung hat sie gar nichts geschrieben

Beitrag von zwillima 04.02.11 - 06:36 Uhr

"Außerdem denken Zwillinge manchmal teilweise gleichzeitig den gleichen Blödsinn"- fällt bei mir unter Gedankenübertragung.

Beitrag von marion2 05.02.11 - 17:33 Uhr

Ist es aber nicht.

Beitrag von karin3 03.02.11 - 20:26 Uhr

"Bei meinen Kindern war es wirklich immer so, dass sich ABWECHSELND ein Kind die Streiche ausgedacht hat oder den Streit angefangen hat und das andere Kind gefolgt ist. "
Das haben meine Eltern auch sehr lange gedacht, war aber nicht so. Sollte es bei dir wirklich so sein (und das können dir deine kinder beantworten wenn sie älter sind) auch bei Zwillingen gibt es solch und solche. Wäre ja sonst langweilig nicht?

"dass z.B. zwei Kinder unabhängig voneinander, gleichzeitig damit angefangen haben verbotetne Schubladen auszuräumen, habe ich noch nie was bemerkt. "
Nicht? Das ist doch das gleiche wie gleichzeitig, das gleiche Kuscheltier haben zu wollen.

Beitrag von zwillima 04.02.11 - 07:03 Uhr

"Sollte es bei dir wirklich so sein (und das können dir deine kinder beantworten wenn sie älter sind) auch bei Zwillingen gibt es solch und solche. Wäre ja sonst langweilig nicht?"
Nochmal zu Mitschreiben: Ich habe nirgendwo behauptet, dass alle Kinder gleich sind, ich berichte lediglich von MEINEN Erfahrungen als Mutter von Zwillingen.
Was Du als Geschwisterkind erlebt und empfunden hast, kann ich nicht beurteilen.

"Das ist doch das gleiche wie gleichzeitig, das gleiche Kuscheltier haben zu wollen"- Du verstehst es nicht... Auch in diesem , von Dir genannten Beispiel geht es im Prinzip darum: Wer hat das Tier als erster? Wer fängt an, um das Tier zu streiten, obwohl es ihm im Moment nicht zusteht? Warte ich als Mutter ab, bis sich die Kinder hochgeschaukelt haben und die Fetzen fliegen? Kann man ruhig ab und zu mal machen, denn auch streiten ist wichtig. Ist in diesem Fall aber nicht erwünscht, da das Nervenkostüm sowieso schon sehr dünn ist. Also nehme ich doch logischerweise ein Kind aus der Situation heraus.


Beitrag von tibu79 02.02.11 - 13:56 Uhr

Ich nochmal. Hab nen Spruch für Dich, der mir immer Tränen in die Augen treibt, wenns mal wieder stressig war:

Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe,
denn dann brauche ich es am meisten.#heul

#winke

Beitrag von lobelia 04.02.11 - 14:02 Uhr

Ein sehr schöner Spruch!#heul

Beitrag von lobelia 04.02.11 - 14:01 Uhr

Hallo Betty,

meine Mädels sind 27 Monate alt und bei uns ist es ähnlich. Wenn sie es zu bunt treiben geht eine oder beide in den Flur, bis sie sich beruhigt haben.
Beim Essenmatschen mache ich es auch so wie du.
Die beiden machen wohl noch ohne geschrei Mittagsschlaf und dadurch schlafen sie abends auch erst zwischen 20 und 21 Uhr ein. Davor wird aber im Bett auch rumgemeckert, gesungen, gezankt, gespielt, geklopt, geknuddelt, geküßt (die Betten stehen mit den Kopfenden aneinender). Ich lasse sie und gehe nur bei geschrei ins Zimmer. Hab auch versucht sie alle paar minuten hinzulegen und immer dabei gesagt, daß nun geschlafen wird, aber das hat nix gebracht nur das ich mit den nerven fix und fertig war. Ich lese immer, bis sie eingeschlafen sind. Das entspannt mich.

LG,
Tanja