Erfahrungswerte Schmerzensgeld bei Unfall im Bus

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Beitrag von nightwitch 31.01.11 - 14:32 Uhr

Hallo,

ich hab heute mal eine Frage für einen Bekannten. Dieser wird zwar schon durch einen Anwalt vertreten, aber dieser muss sich erstmal in den Fall "reinarbeiten" (und ist komischerweise auch momentan nie erreichbar) und kann daher noch keine Aussagen zu dem Fall machen.

Also folgender Sachverhalt:

Bekannter als Fahrgast im städtischen Bus unterwegs. Eine Autofahrerin nimmt dem Bus die Vorfahrt und es kommt zu einem Unfall. Der Busfahrer muss scharf bremsen. Durch das Bremsen verliert mein Bekannter den Halt und fällt hin. Dabei zieht er sich eine Gehirnerschütterung (KH-Aufenthalt, Diagnose usw alles dokumentiert) zu.

Jetzt haben ihm die Stadtwerke gesagt, dass er von der Fahrerin des PKWs Schmerzensgeld bekommen könnte. Erst hat sich die Stadtwerke darum gekümmert (da gibt es wohl eine Mitarbeiterin, die das macht), die hat aber letztendlich nichts erreicht und deswegen ist er jetzt letzte Woche damit zum Anwalt gegangen.

Heute kam dann Post von der gegnerischen Versicherung. Die bieten ihm ca 120 Euro Schmerzensgeld an. Die Mitarbeiterin von der Stadtwerke sprach aber von ca 1000 Euro (klar, kommt immer auf den speziellen Fall an). Nun will er natürlich wissen, was eher der "Richtigkeit" entspricht. Wie gesagt, beim Anwalt erreicht er momentan leider niemanden.

Also man generell: hatte schon mal eine/r von euch einen ähnlichen Fall?

Lieben Gruß
Sandra

Beitrag von simone_2403 31.01.11 - 14:41 Uhr

Hallo

Mein Sohn (damals 4) stürzte aus dem Buggy als der Bus in einer Kurve wegen eines entgegenkommenden Autos stark abbremsen musste. Resultat waren 2 Zähne die ihm unter Kurzzeitnarkose gezogen werden mussten.

Schmerzensgeldzahlung 2500€ und den Fall haben wir noch nicht abschließen lassen.Wir warten bis Leons Folgezähne da sind.

Dann mein Mann.Letztes Jahr nahm ihn ein Auto die Vorfahrt (er selbst fuhr den Bus,er ist Busfahrer im öffentlichen Dienst) .Folgen waren Schleudertrauma,offenes Schienbein mit starker Prellung.Die Gegnerische Versicherung zahlte inklusive Ausfall,Makogeld ect pp (er war 6 Wochen krank geschrieben) 1700€

120€ ist eine Frechheit.Wielang war er krank/im KH?

Beitrag von jrc 31.01.11 - 14:44 Uhr

Er ist hingefallen? Dann hat er also gestanden? War der Bus überfüllt?
Wenn noch Plätze frei waren, er aber dennoch gestanden hat, wird er nichts bekommen.
Auch im Falle eines zu überfüllten Busses. ich denke, da müßte der busfahrer haften, wenn er die Leute mitnimmt, obwohl der Bus zu voll ist.
Aber ich weiß nichts genaues, müßte einen freund fragen, der busfahrer ist.

Frag doch zur Not erstmal nen busfahrer und wenn der anwalt sich nicht meldet, soll er sich nen anderen suchen.

Gruß und gute Besserung

Beitrag von simone_2403 31.01.11 - 14:47 Uhr

Hallo

Es gibt keine Sitzpflicht im Bus.

#winke

Beitrag von jrc 31.01.11 - 15:44 Uhr

Hallo Mone,
das weiß ich nicht 100%ig, aber es könnte jemanden angekreidet werden, im Falle eines Unfalls.
Bei uns wird immer aufgefordert sich hinzusetzen. Ich müsste echt mal meinen Kumpel fragen, wie das bei denen ist.

Beitrag von simone_2403 31.01.11 - 16:24 Uhr

Huhu

Mein Mann ist Busfahrer ;-) Jeder Bus hat eine Anzahl an ausgewiesenen Sitz und Stehplätzen.Ratsam ist es,wenn Sitzplätze vorhanden sind,das man sich setzt,zwingen kann man jedoch niemanden dazu, deshalb kann man dem Fahrgast auch nicht anlasten "na hätteste dich mal auf deinen Hintern gesetzt" ;-)

Was mich allerdings bei der Geschichte etwas wundert ist,das die Versicherung der Stadtwerke nicht in Vorkasse gegangen ist und dann Regress an die Halterin des KFZ gestellt hat.So haben es nämlich die Fahrgäste damals bei dem Unfall meines Mannes gemacht.Vieleicht handhabt das aber auch jeder anders,wer weiß.

#winke

Beitrag von jrc 31.01.11 - 16:57 Uhr

Ich wollte meinen Freund fragen, weil er halt auch ne eigene Firma hat. Ein seiner Leute hatte vor kurzem auch nen Unfall, weiß aber nicht, ob da Fahrgäste drin waren und wie dann die Sachlage aussieht.
Bisher schrotten seine Fahrer nur die Busse, was dann von der Versicherung übernommen wird.

Beitrag von schwarzesetwas 31.01.11 - 18:11 Uhr

Meine Mutter hat sich auch mal im Bus langgelegt, weil der Busfahrer sehr schnell losfuhr und sie sich keinen Platz sichern konnte.
Sie hatte sich zwar 'nur' eine Rippe geprellt, aber dennoch 100,- als Entschädigung bekommen, ohne anwaltliche Hilfe!

Denke, die 120,- sind in eurem Fall nicht angemessen.

Lg,
SE

Beitrag von landmaus 31.01.11 - 19:32 Uhr

Hallo,

wenn es nur eine Gehirnerschütterung ist, dann würde ich auf 500-800 € tippen.

Deine Schilderung ist aber so rudimentär, dass mehr als ein Kaffesatzlesen nicht drin ist.

Liebe Grüße

Beitrag von parzifal 31.01.11 - 20:40 Uhr

Du müsstest den kompletten Verletzungsverlauf schildern, wenn man das abschätzen soll.

War die Gehirnerschütterung die einzige Verletzung? Wie lange war er im Krankenhaus. Wie lange krankgeschrieben? Wie lange bestanden Beschwerden (Schmerzen, Beeinträchtigungen etc.)?

Trifft Dein Mann ein Mitverschulden (z.B. nicht ausreichend festgehalten)?

Beitrag von nightwitch 01.02.11 - 10:54 Uhr

Hallo,

kleines Update:

Also: er war einen Tag stationär aufgenommen. Zwar hat der behandelne Hausarzt hinterher keine Behandlungsnotwendigkeit mehr gesehen, aber er war 2 Wochen krankgeschrieben.

Der Rechtsanwalt hat ihn gestern wohl zurück gerufen, heute vor der Arbeit hat er den Brief von der Krankenkasse in Kopie beim Rechtsanwalt abgegeben.

Am Telefon wollte sich der Anwalt auch nicht so äußern, die 120 Euro wären allerdings ein Witz und er versucht mehr rauszuschlagen.

In wiefern sich die HDI jetzt da querstellt, wird man sehen. Der Anwalt hat auch gesagt, notfalls gehts vors Gericht (der Anwalt arbeitet wohl häufiger für die Stadtwerke und Schmerzensgeldforderungen). Allerdings kommt es da halt auch immer auf den zuständigen Richter und seine Laune an ;-)

Aber was er mit Sicherheit sagen konnte ist, dass es mehr wie 120 Euro werden. Und das war auch im Grunde alles, was ich wissen wollte ;-)
Mein Bekannter hat sich nämlich kurzzeitig überlegt, ob er die 120 Euro annimmt. Nur wollte ich ihn halt überzeugen, dass es sich auf jedenfall lohnt, wenn er den Weg den er angefangen hat auch weitergeht.


Vielen Dank
Sandra