was ist ein Weichei?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von mannmitproblem 01.02.11 - 00:33 Uhr

ich hab mir schon viele Gedanken darüber gemacht. Freunde, und sogar mein Vater, betiteln mich als Weichei, Loser oder Opfer.

Dabei habe ich bisher mehr geschafft als sie. Sind das "Männerspiele"?

Beitrag von himbeerstein 01.02.11 - 01:43 Uhr

Männerspiele?? #schock Woher sollen Frauen das wissen?#kratz

Für MICH ist ein Weichei jemand, der kein Rückrat hat, also Jemand, der seine Meinung nicht sagen kann, der lieber lügt als die Wahrheit sagt (aus Bequemlichkeit), Jemand, der nicht diskutieren kann weil er Angst hat vor Konfrontation.
Das ist für mich ein echtes Weichei. #gruebel

Schwächen sind gerne Jedem erlaubt, aber nur Jemand der dazu stehen kann ist ein kleiner Held #verliebt

Beitrag von 5678901234 01.02.11 - 07:11 Uhr

Jay Khan ist der inbegriff des weichei`s...

Beitrag von lesermitproblem 01.02.11 - 07:47 Uhr

Tja, ob das "Männerspiele" sind, oder ob Du wirklich ein Weichei bist, können wir nur raten, weil wir Dich und Dein Verhalten sowie Deine Freunde und Deinen Vater nun mal nicht näher kennen...
Vielleicht kannst Du ja mal schildern, in welchen Situationen Du als Weichei bezeichnet wurdest....

Beitrag von rhenus11 01.02.11 - 08:07 Uhr

Servus, oh Problembeladener,

"Weichei" ist eine jener difffusen Begrifflichkeiten der Umgangssprache, deren Bedeutung mehr zu erahnen als zu definieren ist.

Ursprünglich wurden mal verzärtelte, schnell frierende, nicht belastbare, unsportliche, kraftlose und weinerliche Müttersöhnchen, bar jeglicher Durchhaltefähigkeit, mit diesem Begriff ausgezeichnet. So war's in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts und vermutlich sind Herr Westerwelle und Herr Wulf mit diesem Begriff groß (lang) geworden.

Mit dem Auftreten der Ökos und der damit einhergehenden Emanzipation eines Teiles der weiblichen Mitmenschen, bekam jedermann diese Bezeichnung ab, sobald er Empathie zeigte, aus Kummer zu weinen vermochte, über seine Gefühle sprechen konnte, Frauenrechte akzeptierte und/oder Frauen ein eigenes Gefühls- und Seelenleben zugestand, dieses respektierte oder dessen Vorhandensein durch entsprechendes Verhalten Respekt zollte. Dergleichen zog sich bis in die Neunziger.

Und irgendwie wurde der Einsatz des Begriffes immer schwammiger und noch dümmlicher.

Abkehr vom Macho = Weichei
Sanftmut = Weichei
Hausarbeiten = Weichei
Windeln wechseln = Weichei
Rücksicht nehmen = Weichei
Partner sein = Weichei
Blues tanzen = Weichei
Heute kein Bier! = Weichei
Vorspiel mögen = Weichei
vorausschauen = Weichei
Knigge kennen = Weichei

Kurz: Alles was Männern an anderen Männern gerade nicht passt, macht die Letztgenannten zum Weichei!
Ernsthaft verwenden wird diesen Begriff eigentlich nur noch, wer unfähig ist, seinen Gegenüber präzise auf den Punkt mit sprachlichen Mitteln zu kritisieren. Natürlich kann sich sich auch jeder feige Nörgler, Neider oder Kleingeist hinter diesem Begriff verschanzen, ohne konkret werden zu müssen.

Noch kürzer: Pauschale Abqualifizierung des Gegenüber in Stammtischqualität!


Nur meine Meinung!


Rhenus


Beitrag von diva-82 01.02.11 - 08:29 Uhr

na dann bin ich aber froh das mien mann in manchen situationen ein Weichei ist.;-)


Pampers wechseln, Vorsüiel mögen, Heute mal kein bier ect ect ect.

Beitrag von gustav-g 01.02.11 - 11:03 Uhr

Danke für deine sehr gute Erklärung #pro

Gustav
Weichei und Warmduscher

Beitrag von trollmama 02.02.11 - 17:58 Uhr

Uih, auch wenn es etwas verändert wurde, so sind doch einige Passagen der Softie-Erklärung von Wikipedia sehr ähnlich. Und den Softie gibt es seit den 70er Jahren.
Dagegen ist der Begriff 'Weichei' Anfang der 80er Jahre entstanden. Allerdings habe ich damals nicht geahnt, daß es einmal so populär werden würde - sonst hätte ich mir die Rechte daran gesichert.....
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von binnurich 01.02.11 - 08:10 Uhr

kommt es nicht immer darauf an, wie hart die anderen Eier sind?

im Ernst: ich denke es kommt auf den Kontext an und die Art der Menschen die das sagen.
Du kannst als Weichei bezeichnet werden, weil du im Kino heulst, weil du den Namen deiner Frau annimmst, du den Anschein erweckst, dass du dich um deine persönlichen Freiheiten bescheiden läßt, nicht mit in den Puff gehst, nicht deiner Frau regelmäßig Schläge zuteilst oder sie zum Geschlechtsverkehr zwingst, wenn dir danach ist.

Ein breites Spektrum sicher.
Aber wenn man pauschal und immer von verscheidenen Menschen als solches bezeichnet wird, liegt es entweder am falschen Umfeld oder doch an einem selbst.

Musst du vielleicht mal die Situationen beschreiben

Beitrag von estella4 01.02.11 - 08:18 Uhr

vermutlich bist du ein gefuehlvoller mann und zeigst mehr seele wie sie.
Das ist uebrigens ein toller zug an einem mann.
Lasse dir nichts einreden und bleibe so wie du bist.
Es gibt nichts aneckenderes als einen macho.

Beitrag von daddy69 01.02.11 - 11:17 Uhr

Du hast ja schon gute Antworten bekommen.

Aber es wäre mal interessant zu wissen, wie sie denn Deine "Freunde" oder Dein Vater einen richtigen Kerl vorstellen?

Oder wie du dich verhältst. Weswegen nennen sie dich denn so?

Beitrag von frieda05 01.02.11 - 12:18 Uhr

Ansich ist den Worten Rhenus`wenig hinzuzufügen.

#pro..

Mich interessiert hier, ob Deine "Freunde" (diese Bezeichnung von Menschen, die mich so titulieren erschließt sich mir nicht wirklich) und Dein werter Herr Vater "über" Dich sprechen (meint, in Deiner Abwesenheit), oder Dir dieses Kompliement direkt entgegenbringen.

Wirst Du ausschließlich von Deinen männlichen Bekannte so betitelt, oder sind da auch weibliche Exemplare, die solche Entgleisungen vorweisen?

Zu meiner Schande gestehe ich, soetwas auch bereits mal zu jemanden gesagt zu haben, doch ich beliebte zu scherzen, was deutlich am Ton auszumachen war.

GzG
Irmi

Beitrag von mannmitproblem 01.02.11 - 12:24 Uhr

Hier mal ein ganz dickes Lob an euch alle und danke für eure Antworten.

Ich kann das gar nicht richtig beschreiben, was durch meinen Kopf ging, als ich eure Antworten gelesen habe. Es ratterte förmlich!

Und dabei kam ich der Lösung des Problems ein gutes Stück näher #aha

Ich bin ein sehr introvertierter Mensch und rede nicht sehr viel. Ich lasse mich auch nicht gerne provozieren oder zu irgendeiner Meinung "zwingen" (das sind die Situationen in denen mir das gesagt wird)

Ich vermute, das mir DIESES Verhalten bei den entsprechenden Menschen zum Verhängnis wird.

Ihr seid genial

Beitrag von frieda05 01.02.11 - 12:51 Uhr

Dann bleibe so. Das war unter anderem einer der Gründe weswegen ich meinen Mann so gerne geheiratet habe...#rofl...(nicht, daß dies jetzt eine wirklich Qualifikation wäre...#schein).....

Introvertierte Persönlichkeiten stoßen gerne mal auf Unverständnis und diese Eigenschaft wird entweder als Arroganz oder Übersensibilität (sprich: Weicheierei) ausgelegt. Dein Vater sollte es allerdings besser wissen....... - gehört aber möglicherweise zu der Generation "Hilflos".


GzG
Irmi

Beitrag von schoene-neue-welt 01.02.11 - 13:10 Uhr

Ohne zu wissen, auf was sie das beziehen, kann man nur schwer Stellung nehmen. Ich kenne jemanden, der beruflich sehr viel erreicht hat, aber privat unter der Fuchtel seiner Frau steht. Ich würde ihn auch als Weichei bezeichnen - wobei ich da aber nicht schlimm finde, dieser Mensch ist mir zutiefst sympathisch.