Perfekte Kinder

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von joshua0709 01.02.11 - 09:55 Uhr

Hallo zusammen,

ich verfolge seit geraumer Zeit die Diskussionen hier und nehme ein Gespräch im Kindergarten als Anlass für kleine Fragen nach eurer Sicht der Dinge:

1. Wann müssen Kinder sauber sein?
2. Wann müssen Kinder selbständig mit Messer und Gabel essen?
3. Wann müssen Kinder selbständig andere begrüßen und verabschieden?
4. Wann müssen Kinder mehr als 1 h ruhig am Tisch sitzen bleiben können?
5. Wann müssen Kinder morgens und abends leise sein können?
6. Wann müssen Kinder alleine Zähne putzen können?

Die Fragen sind bewusst provokant gestellt, weil mir auffällt (und das nimmt in Richtung Vorschule schon riesige Ausmaße an), dass die Ansprüche an Kinder unglaublich konkret und stringend sind. Höflichkeit, Manieren und Respekt vor anderen sind wichtige Punkte, ganz klar, aber das sollte ich als Erwachsener auch vor leben können.
Wenn ich einen ganz normalen Tag mit meinen Kindern (2 und3) betrachte, so bin ich dauernd am erziehen. Sei es das Hände waschen nach dem spielen, vor dem essen, das Ausziehen der Schuhe, wenn man von draußen reinkommt, das Zähne putzen etc. Da folgt eine Erklärung der nächsten und eine Konsequenz der anderen.
Trotzdem sind es kleine Kinder und irgendwie scheinen sie in verschiedenen Situationen immer ungenügend zu sein.
Geht es euch auch so? Würde mich interessieren.
LG
Uta

Beitrag von cybille 01.02.11 - 10:08 Uhr

Hallo Uta,
also ich glaube jedes Kind ist anders und sollte auch individuell gesehen und erzogen werden. Alles hat seine Vorteile und Nachteile. Klar is es schön wenn ein Kind früh sauber is, finde ich jedenfalls. Denn wenn ich mir so vorstelle das ich mit einer nassen Windel rumlaufen soll, dann finde ich den Gedanken nicht so prickelig. Aber das soll nicht heissen, dass ich ein Kind mit 6 mon. auf den Topf zwinge. Ich denke viele Dinge, die du angesprochen hast ergeben sich einfach so im täglichen Leben da kann ich mir keinen plan machen und will es auch nich.
LG

Beitrag von thea21 01.02.11 - 10:16 Uhr

Hallo,

1. Keine Ahnung. Sophia war mit 2 tagsüber trocken, trägt nachts aber nach wie vor eine Windel. Sie will es so, es ist mal mehr und mal weniger was drin. Solange es laut Arzt im Rahmen liegt und körperliche Beschwerden ausgeschlossen sind, muss garnix.

2. Wenn die motorischen Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

3. Schwere Frage. Ich lebe Sophia das Begrüßen und Verabschieden vor, sie macht dies selbstständig bei Bekannten/Verwandten, sowie Bäcker und co.

4. Nochmal: Keine Ahnung. Ich fand es auch mit 12 noch schlimm 1h ruhig am Tisch zu sitzen.

5. Müssen morgens und abends leise sein?

Ich halte Sophia öfter mal an etwas leiser zu sein. Das kann das spielen betreffen, oder aber die allg. Lautstärke der Stimme im Gespräch. Ich denke einfach, dass sich das entwickelt.

6. Wenn die motorischen Voraussetzungen erfüllt sind dies zu tun. Es wird nachgeputzt, solange sie dies nicht sicher können und vor allem solange sie den wirklichen Grund des gründlichen Putzens nicht verinnerlicht haben.

Beitrag von flamingoduck 01.02.11 - 10:28 Uhr

Hallo Uta,

die Frage haben wir uns als (baldige) Eltern auch gestellt und ehrlich gesagt, hierfür gibt es keine Norm.

Leider haben wir auch schon in manchen Geburtskursen oder wenn wir auf Elterngruppen stiessen (bei Freunden mit Kindern), mitgekriegt, dass es unter manchen Müttern z.T. zu geht wie auf dem Hühnerhof.

Da werden schon die "Schnäbel gewetzt" und das "Gefieder geplustert" wenn man zur Tür reinkommt.

All die vielen Fehler, die man macht; zu streng, zu gutmütig, gehst arbeiten oder nicht arbeiten...

Dann die Top-Mums, deren Kinder mit 6 Monaten schon sauber sind, laufen können, durchschlafen und die nebenher am Nobelpreis arbeiten :-P

Die eine hat den falschen Kinderwagen, die andere benutzt die falschen Windeln oder gibt den Schnuller.
Die eine ist ne Öke, weil sie alles selber zubereitet und nur mit Bio.
Und die andere kauft nur Gläschen und schadet damit ihrem Kind...

...und der Dauerbrenner: Stillen oder nicht stillen.

neee, nee.

Erziehen gehört u.E. dazu, dass man seinen Kindern ab einem gewissen Alter (in dem sie es verstehen und begreifen) beibringt, dass sie etwas leiser sein müssen, Rücksicht nehmen sollen, dass man mit Essen nicht spielt, sich bedankt, andere Menschen grüßt, oder oder oder.

Aber wir wissen jetzt schon, dass dies nicht sofort schlag auf schlag passiert (Grenzen austesten, etc) und dass viele Eltern oft mehrere Anläufe machen müssen, bis es das Kind verstanden hat.
Und dass dazu auch manchmal die Konsequenzen gehören (z.B. Teller wegnehmen oder so).
Und auch Dinge wie das Essen mit Messer und Gabel oder Zähneputzen müssen erst mal gelernt werden bis es irgendwann richtig und ohne Schweinerei und Kleckern klappt.

Und es ist ja kein Wettbewerb, d.h. dass Dein Kind mit z.B. 10 Monaten sauber sein MUSS (wäre ja zu schön!) oder mit 10 Monaten laufen MUSS etc etc etc.
Jedes Kind ist ein kleines Individuum, und entwickelt sich anders.

Vielleicht ist mein Kind früher sauber als Deins - dafür lacht und brabbelt Deins eher los als meins.

Mach Dir keinen Kopf :-)

LG flamingoduck (die sich jetzt schon mal den Schnabel wetzt und das Gefider schüttelt, um bei Spielplatzdiskussionen gewappnet zu sein) ;-)



Beitrag von joshua0709 02.02.11 - 09:23 Uhr

Hallo,
eine rundum tolle Antwort. Du drückst mit vielen Sätzen genau das aus, was ich meine. Es gibt so große Unterschiede in der Entwicklung und der Persönlichkeit der Kinder und natürlich unterschiedliche Normen der Gesellschaft.
Wir waren letztes Jahr im Sommer zum 3. Mal in der gleichen Pension in Italien (die Wirtin ist sehr familien freundlich und kann sehr gut mit Kindern). Wir waren überrascht, wie viele Gäste dieses Mal ohne Kinder da waren und wie wenig verständnisvoll und teilweise (ungerechtfertigt) hart reagiert wurde.
Wir waren nur am beschäftigen, reglementieren, erziehen, obwohl meine Schwiegereltern dabei waren. Unglaublich anstrengend!
LG
Uta

Beitrag von lisasimpson 01.02.11 - 10:36 Uhr

Hallo!

hm- ich erlebe das ehrlich gesagt nicht so, wie du beschreibst.
Ganz im gegenteil erlebe ich im bereich Krippe/ Kindergarten ganz persönlich eher, daß den Kindern ihre zeit gelassen wird.

Da den Kinder jedoch genau die punkte, die du nennst vorgelebt werden, passen sie die allermeisten recht schnell an.
Nur ein par wenige haben (aus welchen gründen auch immer, das sei jetzt mal dahin gestellt) Probleme damit.
Dann jedoch wird es kniffelig, da ich persönlich den Eindruck habe, daß sich gerade Erzieherinnen im Kindergarten (aber auch die Eltern) sehr schwer damit tun, wenn ein kind "aus der reihe tanzt".
da gibt es offenbar wenig ideen, wie man damit umgehen kann, wenn ein kind sich verweigert, wenn es hibbelig ist, wenn es sich an bestimmte konventionen nicht hält.

In aller regel jedoch imitieren kinder einfach das vorgelebte- starre regeln in bezug auf das trocken werden, die selsbtändigkeit usw. sehe ich da nicht.

lisasimpson

Beitrag von joshua0709 02.02.11 - 09:31 Uhr

Hallo,
ja, aber was bedeutet aus der Reihe tanzen? Unsere beiden (so wie ja auch deine?) sind nah beieinander und gehen in einen offenen KiGa, so dass sie dauernd zusammen spielen. Nachdem die Kleine den Großen in fast allem imitiert, kommt es vor, dass beide Kinder kollektiv nicht "Guten Morgen" sagen oder laut sind. Sie sind aber beide wirklich offen und schon recht "vernünftig". Das merkt man in vielen Alltagsdingen. Aber wenn dann Druck ausgeübt wird (mein Großer ist 3,5 Jahre alt und erst gerade am trocken werden), gehen die Schotten dicht.
Muss ein Kind sitzen bleiben, bis alle fertig gegessen haben? Ich meine nein, es darf aufstehen, wenn es satt ist und sich Hände und Mund abwischt!
Muss ein 3 jähriger selbständig mit Messer und Gabel essen? Ich meine nein, er sollte alles da haben und gezeigt bekommen wie es geht und gelobt werden, wenn es klappt. Aber er muss nicht. Das alles sind keine stringenten Vorgaben des KiGa, aber doch angesprochene Bereiche und Forderungen anderer bekannter Elternpaare.
Und da gehen die Meinungen aber sehr auseinander.
LG
Uta

Beitrag von lisasimpson 02.02.11 - 11:09 Uhr

nun ja. es ging doch drum, da ßdie Te in den raum stellte, es gäbe viele klare forderungen an vorschulkinder-
ich glaube das eher nicht.
Ich kenne keinen, der von meinen Kinder erwaret, ne stunde sitzen zu bleiben, mit messer und gabel zu essen, "guten Morgen" zu sagen oder oder oder.

natürlich sagt die Erzieherin im kiga "guten morgen", gibt den kindern die hand und waret auf eine reaktion.
natürlich gibt es gruppensituationen, die ein paar minuten still sitzen erfordern usw.

In aller regel funktioniert das ohne Probleme.

was ich allerdigns erlebe ist, daß Eltern und Erzieher häufig dann ins schlingern geraten, wenn es eben nicht "aufgeht".
wenn Kinder sich also komplett verweigern, gar nicht still sitzen, mit 5 jahren noch ne windel tragen oder oder oder.

ich erlebe dann, daß es wenig ideen gibt, wie man Verhalten lenken kann.
Und daß es dann schnell problematisiert wird und pathologisiert.
es müssen dan nschnell "spezialiten" ran- ergotherapie und logopädie, heilpädagogen, psychomotorische gruppen, und und und..

es gibt da so wenig "zwischendrin".



lisasimpson


Beitrag von joshua0709 02.02.11 - 20:56 Uhr

Hallo lisasimpson,
#schein ich bin übrigens die TE.
Uns hat man z.B. für unseren 3 jährigen im KiGa einen Besuch beim Logo nahe gelegt, weil mein Sohn, der sehr gut spricht, beim konzentrierten versunkenen Spiel aus dem Mund sabbert. Ich habe das mal beobachtet, aber das ist schon Wochen her und es ist mir seitdem nicht mehr aufgefallen.
Wir wurden auch darauf hingewiesen, dass unser Sohn nicht richtig mit dem Messer umgehen kann. Er bekam erst zu Weihnachten ein richtiges Kinderbesteck geschenkt. Nun frage ich mich, wann ein Kind lernen soll (im Sinn von daneben stehen und "instrumentieren helfen") korrekt mit dem Besteck um zu gehen. Bei uns gab es mal ein kleineres Messer zum testen, ansonsten Löffel, Gabel und Mama und Papa als Vorbild plus mindestens 2 gemeinsamen Mahlzeiten zu Hause.
Ich kenne einige deren Kinder dieses oder letztes Jahr in die Schule gekommen sind und den Einschulungstest absolviert haben. Da war kein Kind genügend. Der eine drückte mit dem Stift zu fest auf und konnte keien 5 Worte schreiben. Die nächste tat sich schwer damit Fantasiesätze nach zu sprechen und hatte irgend ein weiteres motorisches Defizit. Beide Kinder kenne ich als sehr wissbegierig und geschickt, so dass ich mich frage, wo das hinführen soll.
Beide wurden regelrecht abgewatscht, es wurde in ihrem Beisein abwertend über sie gesprochen. Über 5 jährige, intelligente Kinder.
LG
Uta

Beitrag von lisasimpson 03.02.11 - 06:36 Uhr

o.k., das ist allerdings gruselig:)

Ich glaube objektive maßstäbe gibt es da nicht.
Es gibt da zwar die Schuleingangsuntersuchung, aber auch dort hängt es einfach ganz stark von demjenigen ab, der untersucht.
es stimmt, daß dort oftmals sachen "abgefragt" werden, die eigentlich Grundschulstoff sind.
viele Kinder können einfach lesen und schreiben und im zahlenraum bis 10 rechnen, wenn sie in die Grundschule kommen.
Das hat jedoch eigentlich gar nichts in der Untersuchung verloren.

Die rum- therapiererei habe ich ja schon angesprochen. das erlebe ich jedoch viel eher in bezug auf sprache (die mMn auch erst mit allen lauten bis zum schulalter ausgebiltet sein sollte)- ich finde es persönlich pervers einem 3- oder 4- jährigem logopädie anzuraten.

Ich hoffe, du läßt dich nicht irre machen!

lisasimpson

Beitrag von sillysilly 01.02.11 - 10:40 Uhr

Hallo

schwierig zu sagen

Ich "fordere" von meinen Kindern auch eher viel, und zwar im Punkto Selbständigkeit, Sozialverhalten und Lebenspraktische Intelligenz.

Lebenspraktische Intelligenz ist für viele Kinder echt schwer - sie können nicht mehr selbst denken, selbst handeln .....
.... ein Becher fällt um - ????
..... ich kann etwas nicht alleine ?????
..... ich habe eine Frage nicht verstanden ????
......wie löse ich ein Problem im Alltag z.B. komme nicht selbst an meine Jacke ... ??

Von dem her war es mir immer wichtig, daß sich meine Kinder "einen Kopf" machen können
Wißbegier, eigene Ideen, Lösungsversuche werden positiv bestärkt und ich zeige meinen Kindern, daß ich mich freue wenn sie "Mit-Denken"...
ich "kaue" ihnen nicht jede Lösung vor ..... bzw. gebe sie vor

Und z.B. fallen meine Kinder im Kindergarten, der Außenwelt sehr positiv auf ( wie sich das anhört ) :-p

ABER

es gibt zu Hause auch ein ständiges Erziehen
Hände waschen, Klo runter spülen klappt mal, klappt mal nicht

Und der "Nachteil" von Kinder mit diesen Schwerpunkten in der Erziehung
- sie sind sehr, sehr diskutierfreudig
- wir streiten, besprechen viel - sie "folgen" nicht einfach so .... sie wollen es verstehen
- wir haben üble Machtkämpfe ( ziehe ich eine Schneehose an, wenn ich eine Rock trage ...... muß ich wirklich ins Bett ....)

für mich gibt es einen Unterschied
zu Hause ist zu Hause ..... da ist man, man selbst ..... kann so sein wie man ist .... und versucht seine Grenzen auszutesten

Draußen, im Sozialen Umfeld - möchte ich daß meine Kinder fröhliche, aufgeschlossene Menschen sind - die auch weitgehend Wissen wie man sich benimmt


Es geht nicht um perfekte Kinder - sondern die Kinder auf dem Weg zu begleiten.
Manche schießen halt übers Ziel hinaus


grüße Silly

Beitrag von steinchen80 01.02.11 - 11:16 Uhr

super geschieben !!!

Danke für diesen Beitrag, bei uns ist es so ähnlich.

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag :-)

Steinchen

Beitrag von joshua0709 02.02.11 - 09:39 Uhr

Hallo,
danke für die Antwort.
So ähnlich handhaben wir das auch. Erziehung fruchtet eben nicht sofort sichtbar. Ein Vorteil unseres geringen Altersabstandes ist, dass Joshua der Kleinen oft Regeln und Aufgaben stellt bzw. sie in Dingen bestärkt, die er von uns gelernt hat. Auch wenn er vor uns in bestimmten Situationen quer schießt.
Unser Grundsatz: Die Kinder kommen und wir holen sie ab und begleiten sie.
Beispiel: Motorik, essen, trinken
Wir leben vor (Schuhe ausziehen, Hände waschen) und fordern die Einhaltung von Regeln.
Aber: Wir erziehen NICHT für die Gesellschaft. Ich meine damit, dass ich nicht hinter jedem Reglement stehe und reflektiere, bevor ich Regeln aufstelle.
LG
Uta

Beitrag von simone_2403 01.02.11 - 10:42 Uhr

Hallo

Zu 1 : Ein MUSS gab es bei mir nie,den Rhytmus gaben meine Kinder vor.Zwische dem 3. und 4 Lebensjahr tagsüber.Nina ist 4 Jahre 4 Monate und braucht Nachts noch die Windel.

Zu 2 : so um die 5 Jahre waren meine Älteren Kinder,von beherrschen kann da aber noch nicht die rede sein.

Zu 3 : Auch das obliegt meinen Kindern wann sie das machen.In der Regel sowieso nur bei Leuten denen sie Symphatie entgegen bringen,zwischen dem 4ten und 5 Lebensjahr.

Zu 4 : Das beherrscht bislang noch keines meiner Kinder,nicht mal meine 21-jährige #rofl ok scherz...Bei Sachen die sie wirklich interessiert haben um die 5-6 Jahre.

Zu 5 : Das konnten meine schon recht früh,so um die 3 Jahre,kam aber darauf an,wie ich sie beschäftigt habe.

Zu 6 : Zwischen dem 3 und 5 Lebensjahr.Leon ist 6 wird im MAi 7 und ab und an muss ich bei ihm noch nachputzen....seh ich aber kein Problem drin.

Grundsätzlich lasse ich meine Kinder in keine Schublade pressen und lass sie ihr eigenes Tempo finden.Anspruchsdenken von anderen,ist mir gelinde gesagt Schnurz denn ich hab Kinder,keine kleine Professoren.

#winke

Beitrag von docmartin 01.02.11 - 10:44 Uhr

Nein, ich finde da sollte man differenzieren.

Es gibt Dinge, da braucht jedes Kind seine Zeit und meine Erfahrung ist, dass bei entsprechenden Themen den Kindern heutzutage mehr Zeit gelassen wird als noch zu meiner Kindheit (Sauberkeit, Durchschlafen, Beikost, Sprechen, Laufen etc).

Dann gibt es Dinge, die von den Eltern vorgelebt und anerzogen sein sollten (meine Meinung). Auch da gibt es kein fixes Datum aber ich finde man kann so früh wie möglich anfangen, den Kindern beizubringen das man Guten Tag udn Auf Wiedersehen sagt, dass man seine Popel nicht irgendwohin schmiert, dass man nicht haut und beißt, dass man im Restaurant nicht schreiend um die Tische rennt und Füße auf Stühlen oder Bänken nichts zu suchen haben. Alles so Sachen die bewirken sollen, dass Kinder sich an den Konsens der Gesellschaft gewöhnen und lernen damit umzugehen welche Erwartungen an sie gestellt werden.

Und dann sind da noch die Dinge von denen ich denke sie sind absolut und völlig egal, soll jeder halten wie er will...Tragetuch oder Kinderwagen, Stillen oder Fläschchen, gelegentliches Fernsehen oder KOmplettverbot...das alles interessiert mich bei anderen nicht das mache ich wie ich will.

Gruß Franziska

Beitrag von juniorette 01.02.11 - 10:57 Uhr

Hallo,

deine Fragen kann man so doch nicht beantworten, Kinder sind unterschiedlich.

"Geht es euch auch so? Würde mich interessieren. "

Nein.

Ich störe mich nicht an Kindern, die die deine aufgelisteten Kriterien nicht erfüllen, ich erwarte aber von deren Eltern, dass sie daran arbeiten, dass ihr Kind irgendwann

1. sauber wird
2. selbständig mit Messer und Gabel isst
3. selbständig andere begrüßt und verabschiedet
4. mehr als 1 h ruhig am Tisch sitzen bleiben kann (spätestens in der Schule wird das ja erwartet)
5. morgens und abends leise sein kann
6. alleine Zähne putzen kann

Vergiss mal den genauen "ab wann?"-Zeitpunkt.
Ich denke, wir alle sind uns einig, dass ein gesundes (!) 10jähriges Kind, das nicht alle Punkte von deiner Liste beherrscht, in der Gesellschaft negativ auffallen würde.
Wobei man jetzt darüber streiten kann, was genau "gesund" bedeutet. Ist ein extrem schüchternes Kind, das eben nicht selbständig grüßt und sich verabschiedet noch "gesund" oder muss die Gesellschaft akzeptieren, dass dies eben ein Defizit des ansonsten wohlerzogenen Kindes ist?

LG,
J.

Beitrag von joshua0709 02.02.11 - 09:48 Uhr

Hallo juniorette,
die Fragen waren ja auch bewusst provokativ gestellt.

Natürlich soll und muss man als Eltern daran arbeiten. Sich zu scheuen oder es sich einfach zu machen, schadet letztendlich den Kindern.
Ich denke, es gibt eine Fülle an Informationen und auch eine riesige Zahl an Forderungen unserer Gesellschaft. Die Grenzen scheinen auf den ersten Blick weitläufig, aber wir Eltern haben trotzdem einen großen Druck im Hinblick auf die Zukunft. Alles muss perfekt gemeistert werden. Mit Leichtigkeit erziehen und dabei pädagogisch wertvoll zu agieren ist ein Punkt auf einer langen Liste, die wir Eltern (v.a. die Mütter) uns auferlegen.
Und da steige ich aus!
Ich will nicht genormt werden. Bildung soll auch Spass machen (Wobei es da wirklich viele Möglichkeiten gibt)
LG
Uta

Beitrag von juniorette 02.02.11 - 19:48 Uhr

Liebe Uta,

"Natürlich soll und muss man als Eltern daran arbeiten. Sich zu scheuen oder es sich einfach zu machen, schadet letztendlich den Kindern. "

Eben! :-)

"Alles muss perfekt gemeistert werden"

Ich bin weit davon entfernt, perfekt zu sein und noch viel weiter bin ich davon entfernt, irgendein Kind perfekt zu erziehen (wobei ich diese Verantwortung nur für einen Jungen habe, der den Namen in deinem Nickname trägt).

"Bildung soll auch Spass machen "

Tja, was ist Bildung? ;-)

Mein Sohn liebt, seit er 3 Jahre alt ist, altersgerechte Rätselhefte. Zu Weihnachten (mit 4,5) hat er Mini-LÜK bekommen. Nicht zur Förderung, sondern weil er "Rätsel" liebt. Bin ich jetzt eine von den "Förderwahn-Muttis", die ich selbst unsympathisch finde ;-)

LG,
J.

Beitrag von steinchen80 01.02.11 - 11:11 Uhr

Hallo, na du hast ja Fragen ;-)

Erstmal vorweg, ich habe 2 Kinder, beide gerade 3 und 5 Jahre alt.
Hier geht es sehr "geradeaus" (oder, wir sind streng sagen uns andere ;-) ), und trotzdem sind es Kinder und sollen es auch bleiben.

dann will ich mal deine Fragen beantworten:

1. meine Kinder waren zeitig sauber und trocken, mein Sohn mit 2 Jahren und 2 Monaten, die Kleine mit 18 Monaten.
Ich finde Kinder die mit 3 noch Windeln tragen eklig und die Mütter ... naja, sag ich mal nix zu ;-)

2. meine konnten mit ca 1,5 Jahren ganz gut mit Löffel oder Gabel "reinschaufeln", beiden machen mit 3 Jahren ihr Brot selbst und schneiden Fleisch (klappt aber nicht immer gut bei der Kleinen)

3. Begrüßen und Verabschieden klappt bei uns von Anfang an gut, wenn mal nicht, dann ermuntere ich sie dazu.
Ich denke nicht das es darum geht Kinder zu dressieren, das sie auch ja "gutenTag" und "aufWiedersehen" sagen, aber sie müssen wissen das man das tut und ermuntert werden, der Rest kommt dann von allein.
Völlig daneen finde ich Mütter bei denen Das Kind am Rockzipfel hängt, grinsend das Gesicht versteckt und die Mutter lauhals verkündet: "ja, der ist soooo schüchtern..."

4. 1 Std. ruhig am Tisch sitzten ? - muss hier keiner :-)
Sie müssen während der Mahlzeit sitzen bleiben bis alle aufgegessen haben und wenn wir am Tisch spielen, dann ermutige ich sie auch ein ausgesuchtes Spiel wirklich bis zum Ende fertig zu spielen und bringe sie so dazu sich länger als 10 min auf etwas z konzentieren.

5. Mein Sohn ist jett 5 und steht recht früh auf, wenn er 30 - 50 min. nach seinem Aufstehen alleine ruhig gespielt hat, dann lobe ich ihn und stehe ruck zuck auf ;-) Von der Kleinen erwarte ich das nicht, sie ist aber auch Langschläferin.
Abends leise sein müssen sie nicht, wir haben fester Rituale zum ins Bett gehen, wenn die Kleine schläft, schaut unser Sohn noch ein Buch an, ist leise und macht dann selbst das Licht aus.
Die Zeiten in denen man leise ist Rücksicht nimmt, kennt mein Sohn schon gut - die kleine nicht.

6. alleine Zähne Zähne putzen... sie tun es von Anfang an allein, aber wir putzen nach. Unser Zahnarzt sagt, das man bis zum Alter von 8 Jahren noch nachkontrollieren und nachputzen soll... werden wir tun ;-)

Ich kann deine Beobachtungen aber so gar nicht bestätigen... ich finde eher, das viele Kinder zu wenig angehalten werden sie "gut" zu benehmen. Mir persöhnlich wird viel zu viel auf "lass dem Kind doch Zeit" geschoben.
Ich werde in meinem Bekanntenkreis als "strenge Mutter" bezeichnet, andererseits sind meine Kids überall sehr gern gesehen und werden immer wieder gelobt - das ist mit lieber, als mich erklären zu müssen warum er oder sie nun gerade nicht "begrüßt" oder warum ich meinem 3,5 Jahren alten Kind die Sch... vom Hintern wegmache.

Puh... das ist ein Thema...

Ich wünsche dir einen schönen Tag :-)
Steinchen

Beitrag von joshua0709 02.02.11 - 09:56 Uhr

Hallo,
"meine Kinder waren zeitig sauber und trocken, mein Sohn mit 2 Jahren und 2 Monaten, die Kleine mit 18 Monaten.
Ich finde Kinder die mit 3 noch Windeln tragen eklig und die Mütter ... naja, sag ich mal nix zu"
Wie hast du das geschafft? Ganz ohne Training? Ich kenne ziemlich viele eklige Kinder und deren eklige Mütter (warum eigentlich nur Mütter). Bei uns ist z.B. mein Mann zu Hause.
Bei uns wurde nicht trainiert, aber beide Kids dürfen immer mit auf Toilette und kennen den Vorgang seit sie Babys waren. Sie wurden ermuntert und gefragt, ob sie die Windel weg lassen wollen. Der Große weigerte sich bis vor 3 Wochen vehement dagegen. Hätte ich ihn prügeln sollen, oder was machen deiner Meinung nach Mütter ekliger Kinder falsch oder was sollen sie machen, damit ihre Kinder nicht zu ekligen Kindern mutieren? Denn die will ja in der Gesellschaft niemand haben. Gott sei Dank gibt es kein Sauberkeitszeugnis für Kleinkinder.
LG
Uta

Beitrag von jill1976 02.02.11 - 18:19 Uhr

Genau meiner Meinung:)

LG jill

Beitrag von clautsches 02.02.11 - 21:54 Uhr

Mein Sohn hat, bis er 3 Jahre und 7 Monate alt war, einfach nicht gemerkt, wann er aufs Klo muss. Es ging immer in die Hose und das hat den ehrgeizigen kleinen Mann ziemlich sauer gemacht. War er vom Kopf her doch längst so weit, nur dieser Körper, der macht was er will..

Die Alternative zum Windelwechseln und Sch... vom Hintern wegmachen wäre gewesen: Die Sch... eben nicht wegmachen und das Kind in seinen Exkrementen baden lassen.

Hältst du das tatsächlich für pädagogisch wertvoller??

Sorry, deine Meinung zu dem Thema macht mich richtig sauer. Du kennst es eben nicht anders - aber ich denke nicht, dass du dein Kind verwahrlosen lassen würdest, wenn´s anders wär.

Beitrag von zahnweh 01.02.11 - 11:12 Uhr

Hallo,

ganz frech geantwortet

1. wenn sie körperlich und seelisch dazu bereit sind.
Irgendwann zwischen Geburt und tagsüber ca. 6 Jahren/Schule (Malheurs erlaubt)

2. "Messer, Schere, Gabel, Licht, sind für kleine Kinder nicht" :-p ok, bei meiner heißt es "Messer, Schere, Kabel, Licht, sind für kleine Kinder nicht" ;-) Gabel kann sie schon ganz gut. Messer versucht sie, wenn ich einen guten Tag habe. Beides gleichzeitig ist motorisch eine lösbare Aufgabe. Wobei mich das fast schon wundert, dass schon 1jährige das können sollen, wo doch - provokant gesagt - etwa 50% der 3jährigen doch dringend Ergo brauchen und motorisch das noch gar nicht können können.... #kratz

3. das begrüßen hat meine schon mit wenigen Wochen gemacht. #freu ja, auch ein Lachen sagt oft mehr als 1000 Worte.
Ansonsten, dann wenn es die Eltern lernen und zeigen. Manche Erwachsenen schauen einen noch nicht mal an. #winke Oder wenn Erwachsene zur Abwechlungs mal zurückgrinsen, statt ein lächelndes Kontaktfreudiges Kind anzuknurren und sich später aufregen, wenn das Kind zur Wiedererkennung ebenfalls knurrt #nanana

4. wenn sie 80 sind und nicht mehr aufstehen können #kratz
provokant geantwortet.
Meine kann es manchmal, wenn sie will. Manchmal/meistens hat sie Hummeln im Hintern. Und ganz ehrlich. Selbst wenn ich am Computer sitze, stehe ich in einer Stunde immer mal wieder auf (Trinken, Toilette, was erledigen, was nehmen was nicht in Reichweite liegt...). Also wenn ich 80 Jahre alt bin, schaffe ich das vllt auch mal. Vorher ... also jetzt mit 28 ... nur schwer... und aus 17,5 Jahren Schulerfahrung weiß ich: eine Schulstunde dauert nur 45 Minuten #huepf

5. dann wenn der Fernseher aus ist und die Eltern auch die Klappe halten ;-)
ach nee, war ja, damit die Eltern nicht beim Fernsehen gestört werden :-p

keine Ahnung. Leise spielen wünsche ich mir von meiner abends auch. Nur schlafen muss sie nicht. Wobei "leise" auch Definitionssache ist. Jetzt mit meinem Schädelbrummen und saftiger Erkältung, gehe ich schon bei flüstern an die Decke. Sonst ist leise, wenn ich mein eigenes Wort noch verstehe #schein

6. dann wenn der Zahnarzt damit zu frieden ist und es keine Löcher gibt. Das ist ja eigentlich der Zweck des Ganzen? #kratz
bis dahin putze ich halt nach oder vor oder mit. Was eine Zahnbürste ist, weiß sie. Sie hatte sie auch schon in der Hand. Und wenn es so ist, dass sie es gründlich alleine schafft, gut.

7. wie du sicher schon gemerkt hast, kenne ich diese Tabellendiskussionen zur genüge.
Meine weicht zu 99 % von jeder Tabelle ab.



Ein Beispiel zu 1.

eine Mutter und ich. letztes Jahr.
sie: wie alt ist deine denn jetzt?
ich: 2,5 Jahre.
sie: dann müsste sie doch ENDLICH trocken werden
ich: och, zu Hause macht sie das schon seit sie 1,5 Jahre alt ist. Nur unterwegs hat sie noch Windeln an. #cool
sie: #schock#schock#schock VOR 3 !!! kann ein Kind doch noch gar nicht spüren. Das ist VIEL zu früh.

also bisher dachte ich immer 2,5 Jahre sei vor 3 Jahre... aber egal. Entweder hab ich in Mathe nicht aufgepasst oder mein Kind ist so ein kleines Wunder, das etwas kann noch bevor sie es können darf, aber gleichzeitig dasselbe noch nicht kann, was sie längst können müsste!! :-p

Beitrag von kaffetante 01.02.11 - 13:04 Uhr

Ich finde Deine Antworten super - die sind halt aus dem Leben und nicht aus dem Wuschdenken mancher Mütter. Ich bin hier ja auch schon angeeckt und beschimpft worden, weil ich mal anmerkte, dass hier scheinbar viele und immer wieder die Gleichen die perfekten Kinder haben - perfekt halt im Sinne der Gesellschaft.

Einige geben es hier sogar zu, dass sie ausser Haus all das sind, was erwartet wird und wenn sie drinnen sind geht es auch rund. Bei uns ist es eher Mittelmaß. Tagesformabhängig. Wie bei uns Erwachsenen auch. Trotzdem behaupte ich, dass meine Kinder, auch wenn sie nicht alles erfüllen, was ein "perfektes" Kind haben muss, ganz gut gelungen sind. Denn wenn ich abends noch entspannt bin, nach Arbeit, Haushalt und Kinder bespassen, dann war es ein guter Tag mit tollen Kindern. So sehe ich das.

LG

Beitrag von joshua0709 02.02.11 - 10:01 Uhr

Hallo,
klasse
und ich LIEBE provokante Fragen und Antworten!
LG
Uta