Für Kredit bürgen?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von morgenstern66 01.02.11 - 10:38 Uhr

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich hier unbeliebt mache muss ich einfach meine Gedanken niederschreiben.

Es geht um den Mittleren (knapp 23) meines Mannes.

Sein Werdegang: Im BVJ gerade den Hauptschulabschluss geschafft, Lehre über die Arge gefördert-nach 9 Monaten abgebrochen. Wohnte bei div. Bekannten oder der Mutter. Gelegentlich über Zeitfirmen gearbeitet, meist gekündigt wegen Fehlens. Diebstähle. Versprechungen. Derzeit nach Abmahnung beschäftigt. Wohnt in eigener Wohnung seit etwa 1/2 Jahr-400km von uns entfernt. Gelegentlicher Telefonkontakt.

Nun möchte er aufgrund angehäufter Schulden einen Kredit von 6000 Euro bei der Bank aufnehmen. Dafür braucht er einen Bürgen. Mutter entfällt, da Schufa-Eintrag. Der Vater (mein Mann) zahlt für den Jüngsten Unterhalt, so dass er gerade den Eigenbehalt noch hat. Ich arbeite teilzeit, Wohnung zur MIete. Keine nennenswerten Ersparnisse.

Das Herz sagt JA, aber der Verstand weiß, dass wir auf den Schulden hängen bleiben werden. Er hat schon immer Geldnot, nicht die beste Verantwortungsmoral und ist einfach durchhalteschwach. Dazu hat er schon 2 Frauen geschwängert, aber keine brachte das Kind zur Welt. (und evtl. Unterhaltsschulden würden ja immer vorgehen).

Der Kredit soll mit 99 Euro im Monat abbezahlt werden und liefe somit ja schon einige Zeit.

Ich denke, ob nicht eine Schuldenberatung besser wäre?
Und auf die Distanz hätte mein Mann auch keinerlei Überblick, und ehrlich ist SOhnem,ann beileibe nicht.

Menno, eine Zwickmühle.
Vielleicht findet sich ja hier ein Gedankenansatz?

BIne

Beitrag von anyca 01.02.11 - 10:42 Uhr

Ich würde auch sagen, schickt ihn zur Schuldnerberatung. Wenn ihr Geld über habt, könnt ihr ihm ja ab und an was schenken.

Aber bürgen, wenn absehbar ist, daß ihr dann darauf sitzen bleibt ... nein.

Beitrag von litalia 01.02.11 - 10:47 Uhr

das wäre für mich keine zwickmühle.

es wäre der größte FEHLER für ihn zu bürgen. ihr helft ihn damit nicht sondern bindet euch lediglich schulden ans bein.

wenn ihr ihm wirklich helfen wolltet dann unterstützt ihn dabei sein leben auf die reihe zu bekommen, geht mit ihm zur schuldnerberatung etc. und WENN er irgendwann mal soweit ist sein leben auf die reihe zu bekommen, das heisst einer regelmäßigen arbeit nach geht, nicht wild frauen schwängert und sowas wie einen normalen tagesablauf hat und gewillt ist seine schulden zu tilgen DANN könnt ihr ja darüber nachdenken ob ihr ihm evtl bei der schuldentilgung etwas helfen wollt.

jetzt für einen kredit zu bürgen obwohl ihr genau wisst das er höchst unzuverlässig ist, nichts auf die reihe bekommt und nicht in der lage sein wird den kredit abzuzahlen wäre höchst... DUMM (was netteres fällt mir da wirklich nicht ein) ;-)

alles gute

Beitrag von lichtchen67 01.02.11 - 10:47 Uhr

Ich seh die Zwickmühle ehrlich gesagt nicht. Ganz klar nein.

Und nicht nur aus den Gründen "niemals für den Kredit eines anderen bürgen"... der Werdegang des Sohnes ist eines, sein Verhalten ein anderes und hinzu kommt, einen Kredit durch die Aufnahme eines weiteren neuen Kredits abzulösen ist generell eine "blöde" Idee denke ich. soll er die 99 Euro, mit denen der eventuell neue Kredit getilgt werden soll doch auf die laufenden Schulden verteilen.

Banken haben meist einen Grund, weswegen sie auch mal KEINEN Kredit genehmigen ;-).

Schuldnerberatung kommt drauf an, wie hoch er verschuldet ist, 6000 Euro? Vielleicht wäre eher eine Lebensberatung sinnvoll, auch mit 23 Jahren sollte man schon "weiter" sein #kratz

Lichtchen

Beitrag von medina26 01.02.11 - 11:03 Uhr

Ich würde ihm weder was schenken, noch für ihn bürgen. Der gute scheint ja nicht viel Verantwortungsbewustsein zu besitzen. Deshalb tut ihr ihm keinen Gefallen damit, wenn ihr ihm auch noch dabei hilft seine Schulden zu tilgen.
Du kannst ihm höhstens einen Schuldnerberater raussuchen, den Rest muss er selber durchziehen. Sonst wird er es nie kapieren.

lg Medina

Beitrag von vwpassat 01.02.11 - 11:08 Uhr

Auch von mir ein ganz klares NEIN.

Der Sohn hat offenbar gravierende Probleme, ein vernünftiges Leben zu führen. Das kann man nicht mit Finanzspritzen regeln.

Hier fehlt professionelle Hilfe.

Beitrag von silbermond65 01.02.11 - 11:32 Uhr

Laß es !
Der Junge muß ALLEIN da rauskommen.
Ich hab das bei meinem Exmann gesehen.Sein Vater hat ihm immer und immer geholfen,wenn er Schulden gemacht hatte.
Mein Ex hat dadurch nie wirklich gelernt mit Geld umzugehen.War ja immer einer da,der ihm aus der Scheiße geholfen hat.
Schick ihn zur Schuldnerberatung ,ansonsten bleibst du auf den Kreditschulden sitzen.

Beitrag von kati543 01.02.11 - 11:44 Uhr

Ich schließe mich den anderen an. Ein ganz klares NEIN. Er wird nie lernen für seine Handlungen die Konsequenzen zu tragen, wenn ihr ihm alle Steine aus dem Weg räumt. Er muß es selber schaffen. Ganz allein. Ihr könnt ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen, aer nicht mit Geld und Beziehungen. Vielleicht schafft er es ja so, ein lebenswertes ehrliches Leben zu leben und erkennt die Sinnlosigkeit seiner Handlungen.

Beitrag von merline 01.02.11 - 12:47 Uhr

Ich habe es nicht mal bis zu Ende gelesen. Bereits nach den ersten Sätzen ein klares:

NO!

Beitrag von derhimmelmusswarten 01.02.11 - 13:50 Uhr

Alter Grundsatz aus meiner Ausbildung: "Wer bürgt, wird erwürgt." Er soll Privatinsolvenz anmelden! Kind hin oder her! Ich würde es nicht tun! Selbst schuld, wenn ihr damit auf die Nase fallt. Der Bengel lacht sich kaputt.

Beitrag von sternschnuppe215 01.02.11 - 15:24 Uhr

mit 23 J.

6000 EUR Schulden?

#schock

für was denn?

wenns n Auto ist, lass Dir den KFZ Brief als Sicherheit aushändigen... und die KFZ Versicherung "mit Vollkasko" abschließen...

Tja bei der Mutter würde ich diesen Schritt eher nicht gehen...

Aber das muss jeder selbst entscheiden...

#winke

Beitrag von morgenstern66 01.02.11 - 16:12 Uhr

Wohl hauptsächlich Handyschulden.

In dieser Größenordnung dennoch unverständlich-für mich.

Beitrag von gh1954 01.02.11 - 16:00 Uhr

Ich würde für niemanden bürgen, wenn ich den evtl. zu verlierenden Geldbetrag nicht locker aus der Portokasse nehmen könnte.

Beitrag von morgenstern66 01.02.11 - 16:30 Uhr

Nein, so leicht isses nicht.

Beitrag von gh1954 01.02.11 - 16:38 Uhr

Dann lass es bleiben, haben dir die anderen ja auch schon geraten.

Beitrag von sassi31 01.02.11 - 16:23 Uhr

Hallo,

ich würde auf keinen Fall für ihn bürgen. Er hat sein Leben definitiv nicht im Griff und du weißt ja auch eigentlich schon, dass die Schulden dann an euch hängen bleiben. Es wird Zeit, dass er lernt, Verantwortung für sein Handlen zu übernehmen. Wenn er seine Schulden nicht abzahlen kann, muss er ggf. in Privatinsolvenz gehen.

Meine Patentante zahlt seit Jahren immer wieder die Schulden von ihrem Sohn ab. Das sind richtig große Summen gewesen. Sie hat dafür drei verschiedene Jobs und sieht inzwischen richtig alt und verbraucht aus. Kein Wunder, wenn man nie ausreichend Schlaf bekommt und immer nur Streß und Ärger hat. Sie rechtfertigt ihr Verhalten damit, dass sie nur diesen einen Sohn hat. Ich sehe das Ganze anders. Sie tut ihm damit nämlich definitiv keinen Gefallen. Irgendwann ist sie zu alt zum Arbeiten und lebt natürlich auch nicht ewig. Wer kommt dann für die Schulden auf? Ihr Sohn jedenfalls nicht. Der ist absolut unfähig, sein Leben selber in die Hand zu nehmen und die Konsequenzen seines Handelns zu tragen. Er hat es einfach nicht gelernt. Der Gute ist übrigens bereits 33 Jahre alt.

Gruß
Sassi

Beitrag von morgenstern66 01.02.11 - 16:28 Uhr

Ich bin ja eigentlich auch sicher, dass dieser neue Vorsatz *Jetzt wird alles gut* nix wird.
Scheint zu tief verankert zu sein.

Beitrag von ppg 01.02.11 - 18:04 Uhr

Laß es , mein Ex ist auch so ein Kandidat. Mama und Papa haben ihm immer wieder aus der Klemme gehofen. Ich auch (#hicks) - früher

Und was ist jetzt?? Er ist 45 , hat keinen Job und wohnt bei Papa und Mama und "sieht es nicht ein, dort Miete zu zahlen"

Und seine Eltern? Sagen nichts dazu, umd mein Schwiegervater arbeitet mit 73 noch als Nachtportier, weil die Rente so nicht reicht.

Ute

Beitrag von nick71 01.02.11 - 18:09 Uhr

"Der Vater (mein Mann) zahlt für den Jüngsten Unterhalt, so dass er gerade den Eigenbehalt noch hat."

Unter diesen Umständen wird die Bank deinen Mann wahrscheinlich eh nicht als Bürgen akzeptieren...da ist ja im Extremfall auch nix zu holen.

Ich würde ihm aber so oder so davon abraten, für seinen Sohn zu bürgen...der wird in seinem Leben noch mehr Schulden machen und -so wie es sich anhört- den Kredit auch nicht bis zur Abzahlung bedienen.

Beitrag von ayshe 01.02.11 - 18:22 Uhr

Selbst wenn man sagen, gut, ich zahle die 6000 und gut,
wird es nichts werden. Die nächsten Schulden werden kommen.

Wie andere schon sagten, bringt es nichts, es jetzt glattzuziehen, weil es sich wiederholt.

Eine Schuldnerberatung wäre sicher ganz gut, aber ich fürchte, er könnte vllt auch psychische Hilfe brauchen, damit er endlich mal merkt, ws für einen Mist er macht und seine Lebenseinstellung wirklich ändert.
Nur wenn er sie ändert, hat er eine Zukunft.


Also zur Frage: Nein ich würde nicht zahlen und nicht bürgen, weil es nichts bringt.

Beitrag von my.jessi 01.02.11 - 18:34 Uhr

Also ich finde das schon echt hart wie hier geschrieben wird, schließlich ist es doch der Sohn deines Mannes!

Also ich würde auch nicht für ihn bürgen! Niemals! ABER (!!!!!) ich würde trotzdem versuchen ihm zu helfen. Wenn er 400 KM weit weg wohnt ist das natürlich schwierig. Kann er nicht in eure Nähe ziehen? Dann hättet ihr die Chance ein Auge auf ihn zu werfen. Außerdem kommt er dann aus seinem (wohl nicht allzu guten) Umfeld raus und hat vielleicht mehr Interesse daran, sich um sein Leben zu kümmern. Und ihr könnt ihn unterstützen, auch ohne Geld und Bürgschaft!