Panische Angst vor Hunden

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von snoopster 01.02.11 - 11:14 Uhr

Hallo,

meine Kleine (2) hat panische Angst vor Hunden.
Ich finde diese Angst nicht unbegründet, da sie vor einiger Zeit von einem Jack-Russel-Terrier angesprungen wurden und dabei umgefallen ist. Diese Hunde sind ja nicht arg groß, aber es hat gereicht.

Naja, seitdem hat sie eben Angst vor Hunden. Natürlich nehme ich sie ernst, sie fängt an zu schreien und will auf meinen Arm. Dann nehme ich sie auch hoch und bringe sie aus der "Gefahrenzone". Ich nehme sie ernst und sage ihr nicht, "der tut doch nix", sondern ich versuche, sie zu beruhigen, und gehe mit ihr weg.
Letztens stand ein Mann mit größerem Hund vor einem Laden, wir wollten da vorbei gehen. Sie hat den Hund nur gesehen, und es war schon alles aus.
Gestern wieder das gleiche. Allerdings war da der Hund noch ca. 50m entfernt und es war ein Mops.

Ich frage mich daher, wie das weitergehen soll. Ich bin ja auch kein großer Hundefreund, aber ich hab halt auch Bedenken, wenn das ganz ausufert und sie wie gestern dann mal mit 15 oder 20 schreiend auf dem Parkplatz steht, weil weit weg ein Mops rumläuft.
Klar, sie wird auch größer, und daher einige Hunde dann auch für sie kleiner... Aber wie gesagt, ich weiß nciht, wie das weiter gehen soll.

Vielleicht hat jemand was ähnliches erlebt und ein paar Tipps.
Dankeschön.

LG Karin

Beitrag von kleinemiggi 01.02.11 - 11:18 Uhr

Ich finde es gut, dass du deine Tochter ernst nimmst. Das Einzige, was ich nicht tun würde, zu sagen "der tut nix". Denn das weißt du nicht. Das wissen manchmal nicht mal die Besitzer. Ich finde es nicht schlimm, wenn ein Kind Angst hat... Bzw. wenn es nicht gleich zu jdem Hund hinläuft. Wir haben auch einen Hund, unsere Tochter ist 11 Monate alt. De Hund über 15 Jahre. Er lebt draussen (stark inkontinent) Dennoch, passe ich immer ganz genau auf. Und auch draussen würde ich für meinen hund nie die Hand ins Feuer legen, dass er nichts tut. Klar, er ist so erzogen, aber ich kann auch nicht in seinen Kopf hineinsehen...

Vielleicht legt sich ihre Angst irgendwann. Ich würde ihr Zeit geben und die Angst respektieren.

Beitrag von truller 01.02.11 - 11:28 Uhr

am besten du "suchst "dir einen ruhigen Hund.
Bei dem du und deine Tochter einfach erst mal daneben stehen könnt.

Beim nächsten Treffen kannst du ja vieleicht ihn ja schon mal streicheln.
Immer mehr annähern.

Natürlich gibt es gefährliche Tiere!

Aber schlimm kann es grade dann werden,wenn die Kinder Panik bekommen und weglaufen.


Beitrag von sternchen7778 01.02.11 - 11:30 Uhr

Hallo,

sie sagt ja eben nicht "Der tut nix!";-)

Zum Ursprungs-Thread: Habt Ihr im Bekannten-Kreis jemanden, der einen wirklich vertrauenswürdigen Hund hat? Den sie einfach immer mal wieder aus der Entfernung sehen kann? An den sie sich im Laufe der Zeit langsam herantasten kann?

Mir fällt da ein Hund wie unser Nachbarshund ein. Er ist wirklich eine Seele von Hund. Mein Kleiner liebt ihn, streichelt ihn, würde ihn am liebsten mit heim nehmen. Mein Großer hat einen Heidenrespekt vor allen Hunden (obwohl nie etwas vorgefallen ist). Näher wie ein paar Meter geht er definitiv nicht an ihn ran. Aber der Hund ist wirklich klasse. Er setzt sich einfach hin. Mein Großer kann völlig selbst entscheiden, ob er doch mal einen Schritt näher an ihn ran will oder nicht. Ich hoffe, dass irgendwann noch der Knoten platzt und er merkt, dass der Hund wirklich ein ganz, ganz Lieber ist.

LG, #stern

Beitrag von kleinemiggi 01.02.11 - 11:38 Uhr

Unser ist auch ein ganz lieber. Ein labrador.

Aber ich würde nie für einen Hund die Hand ins Feuer legen. Meine Tochter hat unsere auch schon gestreichelt und ihn auch schon gekniffen... Er hat ne was gemacht.

Nur wenn ich mit ihm draussen bin, will ich nicht, dass ihn jeder streichelt.
Wir haben kein Monster. Er ist ein alter, dicker Bär :-)
Aber ich weiß ja nicht, was in seinem Kopf vorgeht...

Beitrag von lilie80 01.02.11 - 11:26 Uhr

meine beste Freundin hat 2 große Königspudel (also wirklich groß!!), einer weiß, einer schwarz. vor dem weißen Hund hat mein Sohn nicht sooo viel Angst, vor der schwarzen (sie ist auch sehr stürmisch, aber urlieb) hat er anfänglich IMMER die totale Panik. ich kann und will ihn aber nicht von Hunden wegbringen, denn ich selber liebe Hunde, hatte selber einen und kann die Signale denke ich ganz gut deuten.

in dieser Situation gehe ich immer so vor: ich nehme ihn auf den Arm, respektiere also auch seine Angst. und dann mach ich vor: setze ich mich zu dem Hund, streichel ihn, zeig ihm also, dass keine Gefahr von dem Tier ausgeht.

ich denke, du solltest das deiner Tochter vorleben. wenn du sie immer aus der 'Gefahrenzone' bringst, dann verbindet sie immer ne 'Gefahr' von den Tieren- die können dann noch so klein sein, diese Angst wird ihr ja nie wirklich genommen.

Also, such dir jemand, wo du das Tier vielleicht kennst oder dem du vertraust, wo du weißt, dass das Tier lieb ist, und mache deiner Tochter vor, dass sie vor Hunden keine Angst haben muß... das wird ne Weile dauern und ich muß grade bei meinem Sohn immer wieder von vorne anfangen, wenn die Schwarze wieder zu Besuch kommt oder wir zu ihr fahren, aber nach 5 Minuten ist das Thema komplett vom Tisch und er sucht regelrecht ihre Nähe. und Hunde auf der Straße interessieren ihn eher und er geht positiv an die Sache ran.

Versuch es, es wird dann bestimmt immer besser...

Ich drück euch die Daumen!!

Beitrag von kuecken-s 01.02.11 - 11:45 Uhr


Huhu,

kann mich dem nur anschliessen und wuerde dir auch raten, jemanden mit einem lieben Hund zu suchen, den deine Kleine dann ein paar mal aus ein paar Metern Entfernung betrachten kann.

Wir hatten so ein aehnliches Problem, zwar nicht mit Hunden, denn wir haben selber einen und meine Tochter ist dadurch ganz verrueckt nach Hunden, aber mit Voegeln. Aus irgendeinen Grund mochte meine Kleine sie auf einmal gar nicht mehr und hatte panische Angst, sobald sie eine Taube oder so gesehen hat. Wir sind dann mit ihr zu meinen Schwiegereltern gefahren (diese haben Huehner) und haben ihr diese erst aus sicherer Entfernung gezeigt und uns dann langsam "rangetastet". Naja und am naechsten Tag durfte Anna dann helfen, die Huehner zu fuettern und seitdem will sie immer nur noch zu den Huehnern, wenn wir bei meinen Schwiegereltern sind und Voegel im Park interessieren sie nicht mehr.

Ich wuerde schon versuchen gegen die Angst anzugehen, denn Hunde sind ja ueberall und wenn sie schreit zieht sie wirklich erst die Aufmerksamkeit der Hunde auf sich.

LG Simone mit Anna #verliebt

Beitrag von snoopster 01.02.11 - 12:19 Uhr

Hallo,

ich danke schonmal allen für ihre antworten.

ich hab lang überlegt, aber mir fällt wirklich niemand ein, der einen hund hat. nicht mal jemand entfernt bekannter. die nachbarn nicht, die haben auch nur katzen...

naja, ich weiß auch, dass ich schon einmal einen gestreichelt hab, nen ganz kleinen, und ihr auch mut gemach thab, aber da wollte sie nicht. muss halt alles langsam gehen denk ich.

auf alle fälle danke und lg karin

Beitrag von bluebelle 01.02.11 - 20:27 Uhr

Um ihr die Angst zu nehmen, ware auch mein Rat sich mit dem Thema Hund nähr zu beschäfftigen.
Alternativ kannst ja mal bei einem Tierheim in deiner Nähe nachfragen ob sie da vielleicht eine Möglichkeit haben um das "Hundeproblem" zu lösen. Evtl. können auch Welpen deiner kleine die Angst nehmen.

Beitrag von funkelmeer 14.04.11 - 03:59 Uhr

hallo snoopster,

mir ging es fast mein ganzen leben genauso wie deiner kleinen tochter, deshalb kann ich sehr gut nachvollziehen wie sie sich fühlt. ich habe sehr früh nur negative erfahrungen mit hunden gemacht, sodass sich eine urangst oder ein urmisstrauen manifestiert hat. jetzt bin ich ende 20 und habe nun endlich meine größten ängste überwunden. sie sind im laufe der zeit nicht kleiner geworden, nur weil ich größer wurde und die hunde für mich somit kleiner. es gab phasen, in denen ich mich zusammenreissen konnte und an einem hund vorbei gehen konnte (nur wenn er angeleint war, ohne leine gab es keine chance) und es gab welche, in denen ich immer abgehauen bin, unabhängig davon wie groß der hund war. ich bezweifle, dass so eine angst von alleine weggeht - bei mir tat sie es nicht. wenn man nichts unternimmt, bleibt es dabei oder es wird schlimmer, aufgrund von unausweichlichen konfrontationen.

ich würde dir raten, diese angst zu therapieren, solange deine tochter noch so klein ist. das leben wird, aufgrund der angst vor hunden, die einem ja tagtäglich begegnen, sehr stark eingeschränkt (keine besuche von freunden, bei denen ein hund lebt, keine spaziergänge im wald oder park, ständiges wechseln der straßenseite, zurück laufen und einen umweg machen, meiden von straßen ohne ausweichmöglichkeit, schweißausbrüche und zittern bei konfrontationen, negative gefühle, weil man vor etwas angst hat, das für andere ganz normal ist, unverständnis oder rücksichtslosigkeit seitens einiger hundeherrchen usw.). das sind vollkommen unnötige belastungen und vermutlich nicht das, was du dir für dein kind wünschst. wenn man die angst so groß werden lässt, wird es sehr schwierig, sie wieder abzubauen.

ich habe mithilfe einer freundin und ihrem welpen meine angst überwunden. ich war jahrelang der meinung, dass ich alleine nicht fähig bin diese angst zu behandeln, da sie so tief verwurzelt gewesen ist, aber ich kann ehrlich behaupten, dass es möglich ist. bei deiner kleinen tochter ist das ja nicht der fall, also denke ich, dass es relativ leicht sein wird, ihr die angst zu nehmen.
das wichtigste ist, dass ihr ganz kleine schritte macht. lieber kleine erfolgserlebnisse, als große herausforderungen, die nur mit mühe und not bewältigt werden können. versuch einen kleinen welpen zu finden, zu dem deine tochter eine bindung aufbauen kann. sicherlich gibt es ein tierheim oder einen züchter in eurer nähe, der dir diese möglichkeit bietet. ich würde keinen ausgewachsenen hund in ihrem zustand an sie rankommen lassen, allein schon aufgrund der körpergröße. zudem empfindet auch ein kleines kind einen welpen als niedlicher und harmloser. wenn sie ihn regelmäßig sieht und mitbekommt wie er zu einem richtigen hund heranwächst und sich irgendwann nicht mehr von denen auf der straße unterscheidet, wird sie sehen, dass es alles nicht so schlimm ist. für mich persönlich war es das wichtigste den hund regelmäßig zu sehen und seine entwicklung mitzuverfolgen. zu sehen, welche bedürfnisse ein hund hat. so habe ich zum ersten mal gemerkt, dass ein hund nicht nur "böse" ist und mich verfolgen und anspringen will, sondern, dass es ein kleines lebewesen ist, das deiner liebe und fürsorge bedarf. im nachhinein klingt es lächerlich, aber so ging es mir damit.
du musst sehr viel geduld aufbringen und deine tochter nicht zum berühren oder streicheln überreden. wenn sie sich ganz langsam, ohne hast annähern darf, wird dieses bedürfnis von alleine kommen. schön ist es natürlich, wenn du es vorlebst und ihr auf diese weise zeigst, dass sie nichts zu befürchten hat.

ich bin, seit ich denken kann, vor hunden weg gerannt. mir wurde auch immer gesagt, dass es nicht richtig ist, aber wenn ich einen hund auf mich zukommen sah, war ich nicht mehr fähig vernünftig zu denken, sondern nur noch ein panisches tier. heute kann ich locker mit dem ausgewachsenen hund (schulterhöhe etwa 65 cm) im park spazieren gehen, habe auch keine angst mehr vor fremden hunden, die auf mich zukommen und werde mir in einigen jahren selbst einen zulegen. es ist toll nicht mehr ständig diese ängste haben zu müssen und ich bin auch stolz, weil ich etwas geschafft habe, was ich nie für möglich gehalten hätte. aber ehrlich gesagt, wünschte ich, dass ich dieses problem nie gehabt hätte. die gewöhnung an den hund war natürlich nicht einfach, aber sie hat mich bei weitem nicht so viel schweiß gekostet, wie die jahrelange flucht vor sämtlichen hunden.

wie deine tochter damit aufwächst liegt in deiner hand.
ich wünsche euch viel erfolg!