Beerdigung

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von dacaro2003 01.02.11 - 16:18 Uhr

Hallo an alle,

am 26.02.11 ist die Beerdigung meines Sohnes (stille Geburt in der 20SSW),
ich habe große Angst vor diesem Tag!

Wie habt ihr diesen Tag empfunden, wie ging es euch danach?


Eine #kerze für alle #sternkinder


LG
dacaro2003

Beitrag von niner 01.02.11 - 18:36 Uhr

hallo.
es tut mir sehr leid, was passiert ist.
das eigene kind zu beerdigen ist unvorstellbar.
heute war ich auf der beerdigung meines kleinen sohnes.
ich habe ihn in der 17.woche still zur welt gebracht.
es war eine wunderschöne zeremonie, wenn man das so sagen kann.
es war ein sammelbegräbnis aller kinder unter 500g.
ich weiß nicht, wie es bei euch ist.
es war für mich, als müsste ich den kleinen NOCHMAL hergeben,
aber ich hatte das gefühl, eine beerdigung sei ich ihm schuldig.
danach habe ich mich unheimlich leer gefühlt.
kennst du diese regenwolke,
die nur über dir hängt?
ich hoffe, das gefühl wid bald leichter zu ertragen.
vielleicht konnte ich dir etwas helfen.
aber wer kann das schon in so einer situation?#herzlich
#liebdrueck

Beitrag von kirin27 01.02.11 - 19:25 Uhr

wir haben unsere Tochter schon Ende der 14. ssw hergeben müssen!
wir haben uns für eine eigene Beisetzung entschieden!

es war Freitag nachmittag und ich war in dieser Woche schon wieder arbeiten!
bis zu diesem Tag hab ich wahnsinnig viel geweint fast jeden abend weinend eingeschlaffen.
Auch als wir hingefahren sind! bzw. haben wir meine Mam eingesammelt und dann gings, da kann ich mich dann auch besser zusammen reissen

der kleine Sarg war auf einem Tisch gestanden mit frischem efeu und einem riesigen Kerzenständer!
den kleinen weißen sarg hat, auf unseren Wunsch hin, meine Schwiegermama mit goldenen Sternen bemalt und ihrem Namen!

mein Mann durfte dann den sarg zum grab tragen und er wurde runter gelassen (selbst hat er sich dann doch nicht getraut)
wir und unsere eltern haben blumen hingelegt und ich hab mich hinter meinem mann versteckt weil ich geheult hab! sie haben uns dann noch kurz allein gelassen und danach sind wir erstmal gefahren!
der mann vom bestatter hat dann noch das grad zu gemacht und die restlichen blumen und kleinen gestecke schön hingerichtet!
wir waren dann am abend nochmal dort!

und ich weiß nicht so recht wieso, aber danach gings mir viel besser!
ich war froh, dass wir es so gemacht haben!
die sammelbestattung wäre erst am 17.3. gewesen.

klar ab und zu heul ich mir jetzt auch noch die augen raus.

lg

Beitrag von morla29 01.02.11 - 20:50 Uhr

Hallo,

ich drück dich.

Meine Tochter ist in der 31. ssw still zur Welt gekommen (29.1.10). Am 4. Februar war die Beerdigung im engsten Familienkreis.

Ich muss sagen, dass die Beerdigung ok war - wenn man das überhaupt so sagen kann. Es ist ein wichtiger Schritt zum Abschied nehmen. Was ich empfunden hab, weiß ich nicht mehr so genau. Vieles, was danach kam, war viel schlimmer, z. B. Menschen, die das Falsche oder gar nichts gesagt haben, Freundinnen und Bekannte, die schwanger geworden sind und gesunde Babies bekommen haben (bitte nicht falsch verstehen), Leute, die über Kleinigkeiten jammerns usw.

Wünsch dir viel Kraft.

Gruß
morla
mit zwei Mädels an der Hand (3,5 und 5)
und einem Mädel tief im Herzen (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)

Beitrag von jealousy28 01.02.11 - 21:48 Uhr

Hallo Morla,
ich habe deinen text gelesen und über Dinge, die falsch oder Leute, die gar nichts gesagt haben.

Eine Freundin von mir hat am Samstag in der 35.SSW ihr Mädchen still geboren und ich habe bisher nicht mit ihr gesprochen, möchte aber, daß sie weiß, wie sehr es mir leid tut. Ich weiß aber auch nicht, ob sie es hören möchte. Wir haben zwei Kinder (4 und 2) und ich verstehe, wenn sie keinen Kontakt erträgt, zumal die Schwangerschaft nach 6 Jahren verzweifelter Übung ein wahres Wunder war.
Vielleicht kannst du mir helfen.
Danke
Britta

Beitrag von morla29 02.02.11 - 22:03 Uhr

Hallo,

schön, dass du dir Gedanken machst.

Vielleicht schreibst du ihr einen Brief oder eine Karte, dass du an sie denkst und für sie da bist, wenn sie dich braucht. Mir hat es gut getan, wenn jemand an mich dachte, bzw. mit uns mitgefühlt hat.

Vermeide auf alle Fälle so was wie: Es wird schon wieder, du kannst ja noch Kinder bekommen, Vielleicht war es besser so...., ich kann dich gar nicht anschauen.

Hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

Gruß
morla

Beitrag von hannah.25 02.02.11 - 07:06 Uhr

Hallo,

es tut mir sehr leid, dass du deinen Sohn hergeben musstest und er nicht bei euch sein darf.
Wir haben eine stille Geburt in der 22.ssw von unserem Sohn Niklas gehabt und unsere Sarah ist nach 4 Wochen auf der Frühchenintensiv verstorben. Beide Kinder haben wir allein beerdigt (Sarah sowieo, da sie ja lebte).
Die Tage waren für mich sehr schlimm. Ich hab sie nur mit viel Beruhigungsmitteln überstanden und es war ein erneutes Loslassen und Verlieren von den beiden. Die große Leere in mir war noch größer als vorher. Ich hab erst da realisiert, dass die beiden nicht mehr da sind.
Im Nachhinein weiß ich aber, dass diese beiden Tage wichtig waren, um eben loslassen zu können und zu realisieren, dass wir unsere Kinder verloren hatten. Und es war mir wichtig, dass ich weiß, wo sie sind und wo ich jederzeit zu ihnen gehen kann, auch wenn sie immer in meinem Herzen sind.

Ich wünsch dir für diesen Tag besonders viel Kraft und auch für diese schwere Zeit jetzt wünsch ich dir viel Kraft und Halt!

#kerze für deinen Sohn

Liebe Grüße
Hannah mit #stern Niklas und #stern Sarah fest im Herzen und Per ganz fest im Arm

Beitrag von marielin 04.02.11 - 08:17 Uhr

Liebe "Dacaro",
Ich würde dir dringend raten, vorher einen Beistand (Seelsorger/Psychologen) aufzusuchen. Du kannst dich an eine Selbsthilfegruppe wenden, die dir den Kontakt herstellen kann.
Wenn du Hilfe brauchst, melde dich bei mir. Ich bin Redakteurin und mache gerade einen Film über das Thema. Ich stehe in Kontakt mit vielen Leuten, die das auch schon erlebt haben.
Liebe Grüße, Nicole