Arzttermine während Arbeitszeit

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Beitrag von merline 01.02.11 - 16:37 Uhr

Arztbesuche während der Arbeitszeit sollten natürlich möglichst vermieden werden. Aber wie ist es, wenn es absolut unmöglich ist? Wenn im Arbeitsvertrag nichts zu dem Thema steht, gibt es dann eine gesetzliche Regelung? Es geht in meinem Fall auch nicht um normale Arztbesuche, sondern Therapietermine, die jedes Vierteljahr 5x anfallen (verteilt auf ca. 2-3 Wochen), und das geht definitiv immer nur während der Arbeitszeit - plus Fahrt zwischen Praxis und Büro fehle ich dann pro Termin rund 2,5 Stunden (davon entfallen lächerliche 30 min. auf die eigentliche Therapie). Das x5 ergeben 12,5 Fehlstunden! Muss man die nachsitzen? Bei meinem jetzigen Chef war das nie ein Thema, aber bei meinem zukünftigen könnte das eins werden............

LG Merline

Beitrag von kati543 01.02.11 - 17:17 Uhr

Die gesetzliche Regelung ist so:
Du bist angehalten bei planbaren Arztterminen, diese außerhalb der Arbeitszeit wahrzunehmen. Wenn es nur während der Arbeitszeit geht, dann mußt du deinen AG ein Schreiben des Arztes vorlegen. Du bist nicht verpflichtet, den Arzt zu wechseln. Lohnkürzungen oder Nacharbeiten mußt du (laut Gesetz) auch nicht. Stehen tut das Ganze im §616 BGB.

Beitrag von myimmortal1977 01.02.11 - 17:17 Uhr

Sofern es sich um eine Akutbehandlung handelt und es keinerlei Möglichkeit gibt, einen Termin außerhalb der AZ zu bekommen, muss der AG dieses dulden.

In Deinem Fall glaube ich aber, ist der AG berechtigt, Dich aufzufordern, Dir einen Arzt/Therapeuten zu suchen, wo Du die Termine außerhalb der AZ legen kannst.

http://www.channelpartner.de/knowledgecenter/recht/260030/

LG Janette

Beitrag von myimmortal1977 01.02.11 - 17:22 Uhr

Muss mich korrigieren, der AG kann Dich wohl nicht dazu anhalten, den Arzt zu wechseln.

Du musst aber vorsichtig sein, wenn so was in regelmäßigen Episoden vorkommt, bist Du ggf. schnell ein unliebsamer AN.

LG Janette

Beitrag von miau2 01.02.11 - 17:38 Uhr

hi,
vollkommen unabhängig davon, ob man Nacharbeiten MUSS wäre es für mich eine Selbstverständlichkeit, derartiges zumindest anzubieten.

Vermutlich bin ich mal wieder zu gut erzogen für diese (Arbeits)Welt, aber ich würde gar nicht auf die idee kommen, nach Gesetzen, Urteilen usw. zu kramen, um dem Chef zu sagen, dass er halt Pech gehabt hat...

ich würde ihm erklären, dass es keine andere Möglichkeit gibt (und natürlich nur, wenn es die wirklich nicht gibt) und anbieten, die Zeit eben nachzuarbeiten.

Wenn er das dann so will habe ich halt "pech" gehabt (aber ja auch nicht wirklich etwas verloren, denn alternativ wäre ja Anfahrt + Arztbesuch komplett in der Freizeit - also der gleiche Zeitverlust). Wenn er das nicht will habe ich zumindest guten Willen gezeigt.

Bei deinem Beispiel würde ich halt mal vermuten, dass nicht alle Chefs Arbeitnehmer, die regelmäßig für 2,5 Stunden fehlen ohne jeden Ausgleich wirklich gerne sehen auf Dauer. Und auch wenn man bzgl. der Arztbesuche im Recht ist kann es sein, dass es einem dann nicht viel nutzt.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von katze-maggy 01.02.11 - 20:24 Uhr

Gibt es keine Möglichkeit durch Arztwechsel diese Therapietermine ausserhalb der Arbeitszeit wahrzunehmen?
Da sie regelmäßig stattfinden sind sie planbar.
Handelt es sich um eine medizinische Therapie - z.B. Dialyse - dann kannst Du Dich für den Behandlungstag krankschreiben lassen.
Handelt es sich z.B. "nur" um ein Gesprächstherapie ist eine Verlegung in die arbeitsfreie Zeit zumutbar.

Beitrag von merline 02.02.11 - 08:55 Uhr

Danke für eure Antworten!

Ich krame nicht nach Paragraphen um nicht arbeiten zu müssen :-[ ich gehöre eher zu der "fleißigen" Sorte.

Den Arzt würde ich ungern wechseln, zumal ich auch schon mal geguckt habe nach anderen Möglichkeiten, aber weder näher an zuhause noch näher am neuen Arbeitgeber gibt es keinen Arzt, der diese Therapie anbietet (es geht übrigens nicht um Gespräche, sondern tatsächlich um eine körperliche Behandlung, ohne die ich nicht ohne Schmerzen leben und schon gar nicht arbeiten könnte). Es gibt einen einzigen, da war ich auch schon mal, aber der ist mir derart unsympathisch............Ich arbeite Mo-Do von ca. 7:30 bis 17:30 (dann noch dazu je 1 Std. Fahrt hin und zurück) und freitags bis 14 Uhr, danach hat auch kein Arzt mehr auf...............

Beitrag von miau2 02.02.11 - 10:13 Uhr

Dann biete es doch einfach an, die Zeit nachzuarbeiten. Wo ist dann das Problem?

Deine Frage war: muss man die nachsitzen?

Daraus habe ich interpretiert, dass das nicht wirklich das ist, was du wollen würdest...

Und meine Antwort ist: vollkommen unabhängig davon, ob ich es MUSS - ich WÜRDE es tun.

Viele Grüße
Miau2