Kind aus dem Religionsunterricht nehmen?

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Beitrag von simone_2403 01.02.11 - 16:57 Uhr

Hallo

Ich bräuchte mal eure Hilfe denn ich kenne mich mit dieser Thematik nun mal so garnicht aus.

Folgender Fall:

Die Eltern (nicht wir,Bekannte ;-) ) sind aus der Kirche ausgetreten (waren katholisch) weil sie sich mit dem "Kram" wie sie es nennen,nicht mehr identifizieren können.

Sie fragen sich nun ob sie ihren Sohn aus dem Religionsunterricht nehmen können und statt dessen in den Ethik Unterricht geben können.Dürfen sie das entscheiden oder von wem wird das entschieden?

Ich kann euch nicht sagen ob sie "geschlossen" aus der Kirche ausgetreten sind,also ich weiß nicht ob die Kinder "ihre Religion" jetzt noch haben oder mit dem Austritt der Eltern,das irgendwie automatisch ist #kratz

Vordergründig eben die Frage ob sie ihren Sohn anstatt in Reli in Ethik schicken können.

#winke

Beitrag von danymaus70 01.02.11 - 17:04 Uhr

Hi,

natürlich geht das.

Ich bin ab der 8 Klasse auch nicht mehr in Religion. Ich war zu diesem Zeitpunkt auch noch ev. und meine Mutter in der Kirche.

LG Dany

Beitrag von brotli 01.02.11 - 17:10 Uhr

hallo,

bei uns war es so, das ein formloses schreiben genügte , indem stand, das ich nicht möchte, das mein kind am religionsunterricht teilnimmt.

lag der unterricht in den randstunden, dann konnten die kinder gehen.
liegt er in der mitte , mussten sie sich leise beschäftigen.
fragt einfach.
l.g.

Beitrag von simone_2403 01.02.11 - 17:32 Uhr

Hallo

Nicht wir ;-) es handelt sich um Bekannte von uns.

Wo sollen die Eltern sich hinwenden?An den Rektor der Schule?

Achso...das Kind besucht die 2te Klasse Grundschule...vieleicht tut das ja was zur Sache,keine Ahnung.

#winke

Beitrag von brotli 01.02.11 - 20:09 Uhr


im büro abgeben einfach.


Beitrag von brotli 01.02.11 - 20:12 Uhr

oder einfach dem klassenlehrer geben, der gibt es dann weiter und klärt es. ohne große gründe zu schreiben. es ist die entscheidung und gut ist.

Beitrag von manavgat 01.02.11 - 17:10 Uhr

Meistens ist der Ethik-Unterricht schlecht.

Ich würde Religionsunterricht bevorzugen, einfach weil man die Kenntnisse später noch braucht (z. B. Geschichte, Literatur usw.).

Was man glaubt, hat mit dem Unterricht ja nichts zu tun.

Gruß

Manavgat

Beitrag von simone_2403 01.02.11 - 17:30 Uhr

Hallo Manavgat

Den Eltern geht es darum,das der Pfarrer den Religionsunterricht abhält.Anhand vom Heft sehen sie das sich Geschichtlich nicht viel tut denn der Herr Pfarrer scheint wohl ehr "Kirchenkram" zu unterrichten.

Ethik wird hingegen von einem Lehrer unterrichtet der das ganze "anders" verpackt und den von dir angesprochenen geschichtlichen Teil besser heraus arbeitet...

Verstehst du wie ich meine oder drück ich mich umständlich aus #schwitz

Beitrag von kati543 01.02.11 - 18:22 Uhr

Hallo manavgat,
da muß ich dir auch widersprechen. Religion wird bei uns vom Pfarrer unterrichtet. Und der zieht dort nur religiöses Wissen durch. Mit Geschichte hat das nichts zu tun. Allgemeinbildend ist das auch nicht. Ethik wird von einem Lehrer der Schule unterrichtet. Aber da gibt es wenigstens soetwas wie Lehrpläne. In Ethik bekommt ein Kind auch noch etwas über andere Religionen beigebracht. Unter anderem auch deren geschichtliche Entstehung.

Beitrag von luka22 02.02.11 - 01:46 Uhr

"Aber da gibt es wenigstens soetwas wie Lehrpläne."

Da Religion ein ordentliches Schulfach ist, gibt es dafür auch Lehrpläne. Ganz sicher.

Grüße
Luka

Beitrag von jella87 02.02.11 - 01:52 Uhr

Ich weiß ja nicht, wie das in anderen Bundesländern ist, aber in Baden-Württemberg gibt es für Religionsunterricht sehr wohl einen Bildungsplan (so heissen die Lehrpläne hier jetzt). Und auch wenn Pfarrer Reli unterrichten, müssen sie sich eigentlich daran halten.

Ich studiere Religion auf Lehramt (Grundschule) und werde auch Reli unterrichten (mit der vocatio dann). In meinem Praktikum, das ich im Fach Reli gemacht habe, haben wir mit den Schülern z.B. die Themen Islam und Tod durchgenommen. Und (vor allem beim Thema Tod) wurde sehr darauf geachtet, dass man die Kinder nicht in irgendeine Richtung beeinflusst. Natürlich sagt man schon, wie das im christlichen/evangelischem Glauben ist, macht aber gleichzeitig klar, dass die Kinder das nicht glauben MÜSSEN und dass es auch gut/ok ist, wenn sie etwas anderes glauben.

Im Reliunterricht geht es vor allem darum, den christlichen Glauben erstmal kennenzulernen, und daneben auch viel um die anderen Weltreligionen und Themen wie Vertrauen, Toleranz oder sich selbst kennenlernen.

Und deswegen läuft mir auch immer so ein Schauer über den Rücken, wenn ich, wie hier so oft, von Pfarrern lese, die kirchliche Sonntagsschule in einer staatlichen Schule betreiben.

Beitrag von delfinchen 01.02.11 - 19:29 Uhr

hallo,

veto auch von hier.
halten pfarrer den reli-unterricht, ist das eine reine katastrophe. bei uns dürfen auch "normale" lehrer reli geben, wenn sie die missio oder vocatio haben, und da läuft der unterricht auch x mal besser als bei den von der kirche bestellten....
alleine, dass die um weihnachten rum "pfingsten" durchnehmen, weil das eben auf die weihnachtszeit fällt, wenn man das kirchenjahr von september an unterrichtet ..... unfassbar. und welchen nutzen es haben soll, in einer probe das vater-unser aufschreiben zu lassen und für ein fehlendes wort eine note schlechter zu geben, entzieht sich meinem verständnis....
im ethikunterricht hingegen wird viel übergreifender unterrichtet, man schaut über den tellerrand und es werden auch aktuelle themen aufgenommen, was ich im reli-unterricht - zumindest wenn er von (katholischen) pfarren unterrichtet wird - noch nie erlebt habe.

lg,
delfinchen

Beitrag von delfinchen 01.02.11 - 19:23 Uhr

hallo,

klar geht das. die eltern müssen nur jedes jahr schriftlich eine erklärung einreichen, dass sie wollen, dass das kind den ethik-unterricht besucht.
zumindest in bayern ist das so.

ich war ab er 7. auch nicht mehr im reliunterricht :-). sondern in ethik, wovon ich neben latein auch am meisten für mein späteres leben profitiert habe.

lg,
delfinchen

Beitrag von shorty23 01.02.11 - 21:02 Uhr

Hallo,

die Bekannten sollen sich mal an die Schule wenden, normalerweise genügt ein formloses Schreiben an den Schulleiter, die Eltern dürfen das entscheiden. Bei uns ist das aber nur in den ersten Schulwochen möglich, aber das hängt wohl vom Bundesland ab.

LG